Ausbildung im SHM
Schon in den ersten Geburtsmonaten des SHM lief die Ausbildung auf vollen Touren. Die allererste theoretische Prüfung, die erstmals im Rundschreiben erwähnt wurde, fand im Jahre 1973 in Engerhafe statt. Noch im selben Jahr erfolgte die praktische Prüfung, welche vor der 1. Clubregatta am 15.9.1973 am Möhnesee durchgeführt wurde. Als amtliche Prüfer waren damals Dietrich Schwarte und Erich Riegas tätig. Die ersten Kurse verzeichneten am Anfang schon Teilnehmerzahlen von etwa 45 Seglerinnen und Seglern im A-Kursus sowie 19 Seglerinnen und Segler im BR-Kursus.
Da der Club nun gegründet war, aber man noch kein eigenes Vereinshaus besaß, hatte man für die Theoriekurse zum größten Teil Räumlichkeiten von münsterischen Schulen angemietet oder auch von der Stadt Münster freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen. Am Anfang war es die Peter-Wust-Schule in Mecklenbeck. Ein Problem gab es aber dennoch; wie es halt so ist mit den Vorschriften, so konnten die Führerscheine nicht vor Aufnahme in den Deutschen Seglerverband ausgestellt werden. Der Antrag lag Anfang 1974 beim Deutschen Seglerverband in Hamburg vor.
Im März 1974 war es dann endlich so weit; der SHM wurde Mitglied im DSV und somit erfolgte die Ausgabe der ersten Führerscheine am 5.7.1974 beim Heidefest im Freilichtmuseum Mühlenhof. Schon Ende 1974 wurde der eigene Prüfungsausschuß im SHM gegründet, welcher sich überwiegend um das Ausbildungswesen kümmerte. Da gab es schon Zahlen von 73 Anwärtern im A-Kursus und 60 Anwärter im BR-Kursus. Da ein sehr großes Interesse für das Seesegeln bestand, fand so am 12.3.1975 unter der Leitung von Rudi Michels der 1. Lehrtörn mit einer 12-köpfigen Besatzung auf der "Triton" in der Ostsee statt.
Nachdem die Steganlage fertiggestellt war, wurde am 5.8.1975 der neue Teil des Aasees geflutet, jetzt konnte mit der Ausbildung am eigenen Steg begonnen werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die praktische Ausbildung immer auf fremden Revieren durchgeführt. Der SHM hatte nun seinen eigenen Steg, und die praktische Schulung begann in der Woche jeweils ab 16.00 Uhr sowie samstags und sonntags bereits schon morgens um 11.00 Uhr. Es wurden wieder Rekordzahlen in den Kursen gemeldet. Für die Theoriekurse hatte man die Räumlichkeiten der Fürstenberg-Schule einige Jahre fest in der Hand. Am 18.10.1975 fand die 1. Prüfung auf dem vereinseigenen Gewässer statt.
Im Jahre 1976/77 wurden vom DSV eigene Prüfungsausschüsse in den Regionen gegründet. Schnell reagierte man auch im SHM; der eigene Prüfungsausschuß wurde in einen Führerscheinausschuß umgewandelt. Die Zusammenarbeit mit dem PA Münster wurde 1977 aufgenommen. Auch im selben Jahr konnte der Führerscheinausschuß ein Konzept zur Ausbildung vorlegen, nach dem auch heute 1998 noch ausgebildet wird. Die Ausbildung lief also auf vollen Touren weiter. Nach Fertigstellung des Clubhauses stand nun auch noch ein eigener Ausbildungsraum für den theoretischen Unterricht zur Verfügung. Natürlich gab es auch zwischendurch Zeiten, wo nicht so viele Interessenten vorhanden waren, aber auch da konnte man sich helfen; kurzerhand legte man die Segelanwärter von den 3 münster'schen Segelclubs zu einem gemeinsamen Kursus zusammen; dazu gehörten auch später Ergänzungslehrgänge zur Erlangung des UKW-Sprechfunk-Zeugnisses. Im Laufe der nächsten Jahre wurden regelmäßig die eigenen Clubmitglieder in großer Zahl ausgebildet.
Von Manövern, Kursen und allerlei Knoten
Im Winter werden die Theoriekurse abgehalten, es wird ein 1. Hilfe-Kursus angeboten, der liebe "Onkel Doktor" führt einen Hör- und Sehtest durch, und die Seglerinnen und Segler sitzen am Stuhl gefesselt in einem Knäuel von Tauwerk beim Knotenkursus.
Alle warten darauf, daß am Anfang der Saison die Boote zu Wasser gelassen werden, damit mit der praktischen Ausbildung begonnen werden kann. In der Woche trifft man sich dann mit seinem Ausbilder auf dem Wasser, um gemeinsam das Pflichtprogramm der praktischen Ausbildung zu absolvieren. Es kommt auch schon einmal vor, daß der eine oder andere Schüler am Steg vergeblich auf seinen Ausbilder warten muß, da es mit der Terminabsprache nicht so recht geklappt hat.
Obwohl genügend Boote vorhanden sind, kommt es in den letzten Tagen vor der Prüfung zu einem verstärkten Ansturm; die leidige Prüfungsangst stellt sich ein. Und dann der große Tag, da kommt man schon morgens 2 Stunden vor der Prüfung, baut ein Boot auf und übt noch einmal alle Kommandos.
Im Keller hat man das Gefühl, es findet ein Knotenkursus statt. Vom Achtknoten bis zum Augspleiß sowie "Hausfrauenverzweiflungsknoten" wird alles durchgeknotet, bevor es dann an das dicke Tau geht, wo alle in einer Reihe stehen und man dem Nachbarn noch schnell auf die Finger schaut.
In die Ausbildung werden auch die Jugendlichen stark eingebunden. "Jugend bildet Jugend aus." Soweit es möglich ist, werden die jüngeren Segler von Jugendlichen ausgebildet. Besonders in der Opti-Ausbildung ist dieser Kontakt wichtig, um die Jüngstensegler mit in den Jugendbereich einzubinden. Hier wurde nach längerer Pause in den letzten 2 Jahren wieder eine Abschlußfahrt nach bestandener Opti-Prüfung angeboten. Nachstehend ein kurzer Beitrag eines Opti-Kindes über diese Fahrt.
Andre Venherm