Im Jubiläumsjahr 1998 stellt sich die Jugendabteilung des SHM als eine zwar bunte und alle Altersklassen vertretende, aber dennoch in ihrem Zusammenhalt fest zusammengewachsene Gemeinschaft dar.
Verwaltungstechnisch ist sie autark.So hat die Jugendabteilung ihren eigenen Vorstand, bestehend aus dem Jugendvorsitzenden, seinem Stellvertreter, zwei Jugendvertretern, Kassenwart und Schriftführer.
Diese Ämter werden im Jubiläumsjahr von Andre Venherm, Judith Leckebusch, Tobias Rudolph, Anna-Lena Skawran, Alexandra Drube und Franziska Wolf besetzt. Der Jugendvorsitzende ist gleichzeitig Mitglied im Hauptvorstand.
Alljährlich werden diese Ämter in der Jugendmitgliederversammlung (zwei Wochen vor der Hauptversammlung) neu festgelegt.
In dieser Sitzung werden ebenso die Organisation und die Aktivitäten der folgenden Saison strukturiert, es wird auch Raum für sonstige Vorschläge, Anträge und Anliegen gegeben.
Treten innerhalb der Saison Fragen und Probleme auf, so sind sämtliche Mitglieder des Jugendvorstandes jederzeit Ansprechpartner für die Jugendlichen. Der Jugendvorsitzende hat ferner die Aufgabe, die Interessen der Jugendlichen im Hauptvorstand und gegenüber der gesamten Mitgliedschaft zu vertreten.
Damit der Informationsfluß innerhalb der Jugendabteilung gewährleistet ist, gibt es eigene Rundschreiben der Jugendlichen.
Diese werden durch eine im vergangenen Jahr neu erschienene Jugendzeitschrift mit dem Titel "What's Up" ergänzt, die neben der reinen Information ein Forum für Berichte, Kritik, Anregungen, Kleinanzeigen, etc. bietet.
Statistisch gesehen bildet die Jugendabteilung immerhin rund ein Drittel der Gesamtmitgliederzahl. Schon anhand dieser Angaben läßt sich ermessen, welche Bedeutung der Jugend im Vereinsleben zukommt, zudem ist eine breit angelegte Jugendarbeit eine wichtige Grundlage für das Vereinsleben "von morgen".
So verwundert es auch nicht, daß man beim Stöbern in den Akten so manche damalige Jugendliche findet, die nicht nur damals, sondern auch heute das Vereinsleben entscheidend mitprägten bzw. prägen und oft schon wieder über ihre Kinder zukunftsweisend auf die Jugendarbeit Einfluß nehmen.
So produktiv und herzlich wie das Verhältnis der Jugend zu den Erwachsenen heute auch ist, war dazu jedoch ein langjähriger und manchmal nicht ganz einfacher Prozeß der Annäherung und des Aufeinanderzugehens notwendig.
Hervorzuheben in diesem Zusammen-hang ist, daß es im Segelclub Hansa offenbar schon von der Gründungsphase an eine starke und engagierte Jugendabteilung gegeben hat.
Die damaligen Jugendmitgliederversammlungen fanden u. a. in der Steinburg statt, denn es gab ja noch kein Clubheim. Beim Bau des Clubheims allerdings hat auch die Jugend aktiv mitgewirkt, so wurde auf den Versammlungen z.B. ein "Arbeitsdienst an der Baustelle" verordnet.
Die Jugendarbeit in der Anfangsphase zeichnet sich insgesamt aus durch eine Vielzahl von Angeboten und Aktivitäten. So gab es schon damals zahlreiche Feten, Ferienfreizeiten, Juxregatten, Radtouren, Rallyes, Stadtspiele..., sogar eine Jugendzeitschrift mit dem Titel "Kielschwein" wurde in einer Auflage von 200 Exemplaren herausgegeben. Die Kreativität und Frische dieser Zeitung wollen wir exemplarisch an folgendem, wie wir meinen zeitlosen, Artikel aus dem Jahre 1978 darstellen:
Dennoch war offensichtlich die Zusammenarbeit für den Aufbau des Segelclubs nicht immer einfach. Es kam zu einigen Turbulenzen und Interessenkonflikten zwischen den Generationen, wie u. a. ein Protokoll einer Jugendvorstandssitzung aus dem Jahre 1979 zeigt.

Hier heißt es unter Top 1:
»Bericht über die letzte Hauptvorstandssitzung. Diskussion über die Haltung des [...] Vorsitzenden, der sich den Jugendlichen [...] und [...] gegenüber nicht fair verhalten hat, indem er sie bei erneutem Aufkommen der Frage nach der Reparatur des Bootes Pirat G3403 mit Ausdrücken wie Scheißer und Hackenpisser beschimpfte."
Der Zusammenhalt der Jugendlichen (der "harte Kern" umfaßte damals ca. 20 Mitglieder) zeigte sich u. a. in fast täglichen Jugendtreffs in einem Bauwagen im Hafengelände.
Im Bauwagen treffen wir uns heute nicht mehr. Heute gibt es für die Jugend einen eigenen Jugendraum, den sie nach ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet hat.
Doch auch bis dahin war es ein langer Weg: Nach der Einrichtung des hinteren Dachgeschosses 1982 kam es Ende der 80er Jahre zu ersten Aus- und Umbauarbeiten durch die Jugend, die in verschiedenen Phasen zum heutigen Aussehen geführt haben.
Es begann mit der nicht ganz einfachen Zersägung eines alten Piraten, dessen Steuerbordhälfte zur Theke umfunktioniert wurde.
In der Folgezeit wurden in mehreren Etappen Wasser- und Abwasserleitungen gelegt, Elektroinstallationen und eine Spüle eingerichtet, Herd und Kühlschrank von edlen Spendern gestiftet und Regalfächer eingebaut.
Ebenfalls gestiftet wurden zwei Getränkeautomaten, die stets Erfrischungsgetränke bereitstellen. Diese werden von der Jugendabteilung im Rollsystem betreut und aufgefüllt.
Weiterhin wurde eine Stereoanlage aufgestellt und in die Decke eine aufwendige, computergesteuerte Lichtanlage installiert. Im Zuge des jüngsten Umbaus wurde durch das Herausbrechen einer Seitenwand zusätzlicher Dachraum erschlossen, der mit einer gemütlichen Sitzecke mit langem Tisch krönend bestückt wurde.
Demnächst wird ein maritimer Zapfhahn aus einem alten Zugvogel-Knarrpoller die Theke zieren (hergestellt und designed von Holger Vietor).
Zwar hat der Jugendraum heute schon ein beachtliches Stadium der Perfektion erreicht, die Jugendabteilung freut sich jedoch jederzeit über kreative Vorschläge und aktive Mithilfe.
Bei zahlreichen Partys, Festen, gemütlichen Treffen und dem regelmäßigen Jugendtreff wurde und wird dieser Jugendraum ausgiebigst dankbar genutzt.
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Die SHM -Jugend trifft sich jeden Dienstag um 18 Uhr im Jugendraum. Aufgelockert werden diese Treffs oft durch ein attraktives Programm, das entweder spontan initiiert oder vorher von einigen Jugendlichen vorbereitet und durch die "What's Up" angekündigt wird.
So gibt es z.B. Diavorträge, Spieleabende, Grillen im Sommer (allerdings im Hafen!), gemeinsames Kochen oder Waffelbacken sowie Videoabende. Hierbei ist erwähnenswert, daß beim Jugendtreff nicht nur eine Altersklasse, sondern das gesamte Altersspektrum der jungen Clubmitglieder vertreten ist.
Besonders erfreulich ist es, wenn bei den Jugendtreffen neue Mitglieder oder am Club Interessierte erscheinen. An dieser Stelle deshalb ein Appell an alle Interessierten: Die Jugendabteilung freut sich über jeden Neuzugang und wird ihn herzlich in ihre Gemeinschaft aufnehmen.
Also Mut zum ersten Schritt!!!

Um Neulingen und ganz jungen Mitgliedern diesen ersten Schritt zu erleichtern, wird auf die Jüngstenarbeit im SHM besonderer Wert gelegt.
Neben der Jüngstenausbildung sind von seiten der Jugendabteilung vor allem die auf vielfachen Wunsch neu eingeführten Opti-Freizeiten zu nennen.
Im vergangenen Jahr wurden zwei Freizeiten von Andre Venherm, Judith Leckebusch und Jan Vahrenhold im sauerländischen Brilon gestaltet und durchgeführt, die für alle ein tolles Erlebnis waren.
Feste werden überhaupt großgeschrieben: Seien es alljährlich stattfindende Partys anläßlich von Hafenfesten, Clubmeisterschaften, anderen Regatten, bei Geburtstagen oder sonstigen Anlässen - die Jugendabteilung ist stets mit von der Partie!
Eine feste Größe für die SHM Jugend stellt natürlich auch die große, alljährliche Sommer-Ferien-Freizeit dar.
Egal, ob es an den Chiemsee, nach Elahuizen in Friesland, oder wie dieses Jahr, an die dänische Seite der Flensburger Förde geht, immer sind ereignisreiche, lustige und unvergeßliche Tage gewährleistet.
Die Fahrten werden meist mit mehreren privaten Pkw bzw. Wohnmobilen durchgeführt.
Damit das Segeln nicht zu kurz kommt, sind stets einige Segelboote, meistens Laser, Zugvögel und Piraten, mit dabei.
Logiert wird meist auf einem Campingplatz am jeweiligen Segelrevier. Tägliches Zusammensein und die Selbstverpflegung fördern den Gemeinschaftssinn und erfordern von jedem Teilnehmer aktive Mitarbeit (spülen, kochen, einkaufen).
All dies wird durch viel Spaß und den Stolz auf das selbstfabrizierte Essen belohnt. Als Ansprechpartner und zur Unterstützung auf Land und See sind immer einige kompetente und erfahrene ältere Jugendliche dabei. In den vergangenen Jahren hat Holger Vietor diese Freizeiten vorzüglich geleitet und organisiert.

Damit außerhalb der Ferien der Alltag nicht zu langweilig wird, gibt es neben dem Segeln auch vielfältige andere Programmpunkte: Orientierungsfahrten mit Fahrrädern, Schwimmbad-und Kinobesuche, Fahrten zu Bootsausstellungen, etc.
Ein weiterer neuer Höhepunkt bei den seglerischen Jugendaktivitäten ist das Seeseglertreffen.
Zum ersten Mal, seit es dieses Treffen gibt, nahm 1997 auch eine große Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen daran teil.
Das Interesse der Jugendlichen an diesem Treffen machte deutlich, daß hier noch eine Lücke im Programmangebot war.
Aufgrund der hohen Anmeldezahl mußte sogar noch ein größeres Schiff als geplant gechartert werden, nämlich die 24-Meter-Aak Fokkelina.
Dank einer unerschrockenen Jugendmannschaft und des unerschütterlichen Skipperehepaares Linda und Arian nebst Bordhündin "Moos" war unser Jugendschiff sogar das einzige, das sich bei dem frischen Wind und üppigen Wellen unter Segeln den kniffligen Aufgaben stellte, die das Organisationsteam für die Quizregatta vorbereitet hatte.
Besonders interessant auf dem Traditionssegler war, daß alles noch per Hand erledigt werden mußte und es somit nur im Teamwork ging.
Gerade die Erfahrung, dieses große Schiff dennoch allein segeln zu können, war ein beeindruckendes Erlebnis für alle und besonders für diejenigen, die bisher nur Jollensegeln auf kleinen Binnenrevieren kannten. Alles in allem unser Tip für die folgenden Jahre:,,Unbedingt mitmachen!"

Abschließend ist sicher zu erwähnen, daß ein Großteil der Jugendlichen aktive Regattasegler sind oder zumindest gelegentlich an Regatten teilnehmen.
Für die Jüngsten ist natürlich der Optimist das Sportgerät, für das der SHM auch ein wöchentliches Training mit kompetentem Trainer sowie Trainingslager anbietet.
Aber auch für die etwas älteren Aktiven in Laser, Europe 420er, Pirat und Zugvogel stehen solche Angebote zur Verfügung.
Das regelmäßige Angebot von Konditions- und Krafttraining trägt zur gern genutzten Ertüchtigung, nicht nur der Regattasegler, bei.
Geförderten Jugendregattaseglern werden somit vom Club nicht nur Boot und Ausrüstung zur Verfügung gestellt, sondern auch sämtliche Möglichkeiten gegeben, dazuzulernen und damit ihre sportlichen Aktivitäten zu optimieren.
Die vielen Erfolge durch SHM-Jugendliche zeigen, daß dieser Aufwand gerechtfertigt ist.

Leider mußten wir im Dezember 1992 von unserem Segelfreund Markus Bartels, der tödlich verunglückte, Abschied nehmen.
Wir denken noch oft an unseren ,,Mecki".
Sebastian Skawran, Philipp Meurer
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