Wie alles begann!
Nachdem Rat und Verwaltung der Stadt nach jahrelangem Tauziehen mit den Ruderern um eine 2000 m Regattastrecke den Startschuß zur vergrößerten Planung des neuen Aasees westlich der Tormin-Brücke gegeben hatten, regte sich auch Seglerinteresse. Bereits am 12.3.1972 hatte sich eine Gemeinschaft zur Erlangung von Segel-A- und BR-Scheinen sowie Motorbootführerscheinen gefunden, die sich fortan in der Schule Mecklenbeck und in anderen Schulen unterrichten ließ, am 17.6.1972 mit 25 Bewerbern erfolgreich in die Prüfung ging, in der "Steinburg" tagte und sich bald Gedanken darüber machte, wie nach dem Aaseeausbau das Angebot für Segler erweitert werden könnte.
Da die Stadt verständlicherweise den Aasee nicht einigen Bootseignern überlassen, sondern einer breiten wassersporttreibenden Öffentlichkeit eröffnen wollte, stand bald das Konzept dieser Gemeinschaft: durch clubeigene Boote das Interesse vieler am Segelsport zu wecken und bei maßvollen Mitgliedsbeiträgen, insbesondere der Jugend, das Segeln auf dem Aasee zu ermöglichen. Im Gespräch war auch auf Initiative des Sportamtes der Stadt "Segeln für alle" mit Bezuschussung bei der Bootsbeschaffung durch Stadt und Land, aber mit personeller ehrenamtlicher Betreuung durch die Segler. Die Rettungswache Aasee übertrug später die Stadt den Seglern und der DLRG.
Am 16. Januar 1973 war Gründungsversammlung in der "Steinburg'' mit 25 Gründungsmitgliedern und weiteren 60 Anmeldungen am Gründungstag. Die drei Parteien im Rat der Stadt waren durch die Ratsherren Schmidt, Ete Gehringhoff und Ohlgart vertreten, die sozusagen als Geburtshelfer fungierten und auch künftig das Wachsen und Gedeihen des jungen Clubs Hansa im Auge behielten. Insbesondere Ete Gehringhoff brachte als Vorsitzender des Bauausschusses in der gemeinsamen Sitzung vom 26.4.1973 des Bauausschusses, des Sportausschusses und der Verwaltung den Durchbruch zur 2000 m Regattastrecke auf den Weg, die notwendig eine sehr wesentliche Vergrößerung der Wasserfläche mit allen Vorteilen für den Segelsport darstellte.
Ein gelungenes Konzept: Maßvolle Mitgliedsbeiträge ermöglichen inbesondere der Jugend das Segeln auf dem Aasee
Am 12.3.1973 wurde die Neugründung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Münster eingetragen. Der Club gab sich den Namen Hansa Münster und einen Stander in den Farben der Bundesrepublik Deutschland, Westfalens, der Stadt Münster und der Hanse auf rotem Grund mit in weiß eingefaßtem Balkenkreuz mit dem stilisierten Rathaus der Stadt Münster im oberen Feld. Gastrecht und ein kleines Stück am "Schwarzen Brett" für seine Mitteilungen erhielt der Club im Ruderverein Münster von 1882 am Kanal. Genau 14 Tage nach der Gründung bat der Vorstand die Stadt um Berücksichtigung bei der Vergabe von Liegeplätzen nach Fertigstellung des Aasees u.a. zur Ausbildung von jungen Seglern.
Natürlich stellte sich der Club am 8.5.1973 der münsterschen Presse vor, die künftig den Aufbau Hansas mit wohlwollender Berichterstattung begleitete. Die Westfälischen Nachrichten berichteten am 10.5.1973:
"Neuer Verein gegründet: Das Revier ist die See". Die Münstersche Zeitung wußte zu berichten: "Hansa Münster gedeiht prächtig. Münsters dritter Segelclub hat schon 90 Mitglieder". Ein Jahr später, am 25.5.1974, fanden wir unter "Münster Tag für Tag" unter der Überschrift "Hafenanlage im Bereich des erweiterten Aasees geplant" einen Bericht darüber, daß die Planung mit dem Segelclub Hansa in Übereinstimmung mit den anderen münsterschen Segelclubs abgestimmt sei unter dem Gesichtspunkt der Gemeinnützigkeit mit der Verpflichtung, "Segeln für alle" personell und mit clubeigenen Booten zu betreuen.
Auch der Deutsche Seglerverband beobachtete die Aktivitäten in Münster, zunächst aber wohl mehr skeptisch, da in Münster etwas auf den Weg gebracht werden sollte, was für viele Segler sehr neu war: Segeln in Clubbooten mit deren unbedingtem Vorrang bei der Liegeplatzvergabe und "Segeln für alle".
Dazu schrieb zum 10-jährigen Bestehen Regierungspräsident Schleberger im Grußwort der Festschrift u.a.:
"Als die Erweiterung des Aasees vor 10 Jahren anstand, erkannte sein weitsichtiger Vorstand, daß sich hier eine Chance ergab, auf einer neuen Wasserfläche Segeln als Breitensport zu Preisen anzubieten, die für jedermann erschwinglich sein sollten. Dank finanzieller Unterstützung der Stadt Münster und des Landes Nordrhein Westfalen, dank eines opferbereiten Teams von Übungsleitern und nach vielen Arbeitsstunden der ersten Vereinsmitglieder kann der Verein heute mit Stolz auf ein schönes Clubhaus, auf eine großräumige Steganlage, auf 50 clubeigene Segelboote und ein lebendiges Vereinsleben mit guter Jugendarbeit hinweisen."
Raimund Waltermann ![]()