Im Reich des Odysseus

26 Segler sind vom Mittelmeer-Flottillensegeln zurück. Eine Woche noch mal Sonne schnuppern, baden und eine leichte warme Brise die Segel füllen lassen, stand auf dem Plan der SHM Flotte bestehend aus 5 Schiffen. Ausgehend vom Hafen Lefkas ging es gen Süden mitten in die Ionischen Inseln, in deren Zentrum Ithaka, die Heimatinsel von Homers Odysseus, liegt.
Traumhafte Ankerbuchten lockten zum Baden, idyllische kleine Häfen mit urigen Restaurants unmittelbar am Heck der Yachten, kleine Ausflugsziele auf den verschiedenen Inseln, aber natürlich auch schöne Schläge unter Segeln verwöhnten die Münsteraner.
Marion, Elke & Winfried haben aber daraus schon einen Reim gemacht:

Die Hanseaten fuhren fort
an einen wohlig warmen Ort.
Sie suchten ihn in Griechenland
wo man ihn überwiegend fand.
12 Kerle waren’s und 14 Frauen,
es hat sie förmlich umgehauen.
5 Schiffe, die teils ramponiert,
am Heck da wurde schamponiert.
Denn in den Häfen gab es kaum
für Klos und Duschen einen Raum.
Statt dessen gab es viel Tavernen,
man mocht‘ sich abends kaum entfernen.
Salate griechisch, Lamm und Fisch
kamen reichlich auf den Tisch.
Am End‘ ein Ouzo gut gekühlt,
die Seemannschaft sich wohl gefühlt.
Segeln, ankern, navigieren,
Schoten ziehen, Leinen fieren,
da machten alle fleißig mit –
Flottillensegeln ist der Hit!
Fiskardo und auf Kalamos,
beim Baden auch auf Atokos,
im Süden noch Eufimia,
da fand’s die Flotte wunderbar!

SHM – Flottillentörn Griechenland 2009

Im Revier des Odysseus
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26 Münsteraner Segler im Alter von 10 bis 63 Jahren, davon 14 Nixen und 12 Seebären sind vom Mittelmeer-Flottillensegeln zurück.
Eine Woche noch einmal Sonne schnuppern, im warmen und salzigen Meerwasser baden und eine freundliche Brise die Segel füllen lassen, stand auf dem Plan der SHM Flotte bestehend aus 5 Schiffen, 3 Bavaria 37 Cruiser, einer nahezu neuen Bavaria 38 sowie einer Bavaria 39 Cruiser.
Schon im Frühjahr war es notwenig verbindliche Zusagen zu erhalten, damit Gruppenweise die Flüge nach Preveza gebucht und die Charterverträge unterzeichnet werden konnten.
Doch welch Schock: wenige Wochen vor dem gebuchten Abflugstermin wurden etwa die Hälfte der Flüge seitens der Fluggesellschaft auf einen einige Stunden späteren Termin umgelegt. Die Gemeinsamkeit und auch der vorgesehene Auslaufenzeitpunkt waren gefährdet. Nur mit erheblichem Aufwand gelang es unserem Flottenadmiral Klaus die von unterschiedlichen Anbietern, aber ursprünglich für dieselbe Maschine gebuchten Flüge wieder zusammen zu legen. Als positives Abfallprodukt entfiel nunmehr das Umsteigen in München. Genialerweise buchte Klaus auch einen Reisebus für den gemeinsamen Transfer von Preveza zum 17km entfernten Ausgangshafen von Lefkas.

Tatsächlich lief dann auch alles wie geplant, wenn man einmal vom Konfiszieren des lebenswichtigen Nutellaglases und langen Diskussionen über den Kartenzirkel als Waffe bei der Sicherheitskontrolle absieht, und wir kamen am frühen Nachmittag bei angenehmen, sommerlichen Temperaturen an.
Wie üblich bei der Übernahme von mehreren Schiffen waren nach Ankunft in Lefkas längst nicht alle Bavarias fertig zur Übernahme. Die Zeit wurde genutzt, um Einkaufstrupps loszuschicken und die Skipper die Formalitäten erledigen zu lassen. Bis auch das letzte Schiff übernommen, die Mängelbeseitigung in Auftrag gegeben und Gepäck und Proviant verstaut war, hatte sich die Dämmerung schon eingestellt und man traf sich nach und nach zufälligerweise im selben Restaurant an der Hafenpromenade wieder.

Tags drauf ging es vom Hafen Lefkas auf der gleichnamigen Insel ‚gen Süden, zunächst durch den Lefkaskanal mitten in die Ionischen Inseln, in deren Zentrum Ithaka liegt, die Heimatinsel von Homers Odysseus. Als Tagesziel war trotz der vorherrschenden recht schwachen Winde aus Süd die Nordspitze von Kefalonia angesagt, um gleich zu Anfang ein Stück weiter zu sein, als die vielen anderen Charterschiffe, die für diese Woche das Gebiet der Ionischen Inseln bereisen. Mit unterschiedlicher Ausdauer wurde von der SHM-Flotte auf verschiedenen Kursen gesegelt, Manöver gefahren oder auch Badestops eingelegt – die einen östlich um Skorpio und Meganesi, um eher freien Wind zu haben, die anderen westlich dieser beiden Inseln, um eine kürzere Strecke bewältigen zu müssen.

Ab 18 Uhr empfing uns der idyllische kleine Hafen Fiskardho auf Kefalonia mit netten Tavernen unmittelbar am Heck der Yachten. Hier hieß es aber zunächst vor Buganker an den wenigen noch freien Plätzen „römisch katholisch“ anzulegen. Ein Blick ins Hafenhandbuch klärte darüber auf, dass teils dicke Felsen oder auch Betonklötze nahe der Pier liegen und daher wegen Gefahr für das Ruder erhöhte Vorsicht geboten ist.
Am nächsten Morgen blieb genug Zeit, um durch die niedlichen Gassen des Ortes zu schlendern sowie auch im nicht unmittelbar zu findenden Hafenbüro die knapp 2 € Hafengebühr zu entrichten.

Eufimia, kaum mehr als 10 Seemeilen Luftlinie südlicher auf der gleichen Insel, war das Etappenziel für den nächsten Tag. Durch Aufkreuzen gegen den schwachen SSE-lichen Wind wurde es dennoch später Nachmittag, bis die Leinen an der Uferpromenade festgemacht werden konnten. Hier war uns empfohlen worden wie auch schon andere Yachten längseits der Pier festzumachen, da starke Winde aus West zu erwarten wären.
Das kristallklare warme Wasser verführte nahezu alle Segler noch bis Sonneuntergang zu einem Bad direkt von Bord.

Da für den kommenden Tag ein Gewittertief mit Stürmböen von 8 Beaufort angesagt waren, beschlossen die 5 Skipper, nicht zuletzt mit Rücksicht auf die weniger erfahrenen Crewmitglieder, einen Hafentag einzulegen. Es gab schließlich auch die 22 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Grotte Drongarati mit ihrem See oder die Seewasser gespeiste Höhle Mellisani sowie die Ruinen des 1953 zerstörten Örtchens Tarkasata über einen recht anspruchsvollen Wanderweg zu besuchen. Die Mannschaften teilten sich je nach Lust und Interesse auf eines der Ziele auf neue Gruppen auf, um den Tag zu verbringen.

Nach diesem abwechslungsreichen Tag sollte es um die Südspitze Ithakas herum nach Nordost bis Kalamos gehen. Unterwegs musste natürlich eine Ankerpause in der „one House Bay“ vor Atokos gemacht werden, um im türkis leuchtenden Wasser ein Bad vor den künstlerisch anmutenden Kalkstein-Kulissen zu nehmen, die mit ihren wellenförmig geschwungene Schichtungen steil die Südseite der Bucht begrenzen. Mancher wäre hier gerne länger geblieben.

Es waren aber bei zunächst noch schönem Segelwind gut 10 Seemeilen Luftlinie bis zum Tagesziel Kalamos zu segeln. Etwa das letzte Drittel war jedoch die Eisengenua gefragt, da gegen 19 Uhr die Dämmerung einsetzt und das manövrieren in kleinen schlecht befeuerten fremden Häfen im Dunkeln nicht erstrebenswert ist. Im Hafen des kleinen Ortes Kalamos wurde die Flotte dann kurz vor der Dämmerung hilfsbereit und freundlich von einem vermeintlichen Hafenmeister zunächst an der Pier, dann auf seinem offenen Boot empfangen. Im schon recht vollen Hafen war kaum noch ein Platz frei, geschweige denn 5 Plätze für unsere Flottille – denn auch andere Yachten waren mittlerweile auf dem Rückweg. Nach einigem Hin und Her sollten wir 5 Yachten noch längsseits zu einem Katamaran gehen, wobei der „Hafenmeister“ unsere Buganker abwechselnd Richtung Land bzw. Richtung Mole mit seinem Boot ausbrachte.
In der urigen Taverne, die nur einem Teil der Segler Sitzplätze offerieren konnte, gab es vielerlei schmackhafte authentische Speisen und unser „Hafenmeister“ entpuppte sich dort als der Wirt.

Am Folgetag, auf dem Schlag nach Nidrion, konnten die Crews nachvollziehen, was Odysseus bezüglich der Winde alles durchmachen musste. Entgegen allen Windvorhersagen setzte der Wind unvermittelt aus anderer Richtung oder – noch viel schlimmer – blieb er bisweilen vollends aus, so dass solch ein windstiller Fleck mit Motorkraft überwunden werden musste. Danach ging es vorbei an den einladenden Ankerbuchten von Meganisi und auch durch die Anlegebucht der kleinen Privatinsel Skorbios, die im Privatbesitz der Onassis Familie ist. Vor Nidrion konnten die ganze Fottille nahe beieinander vor Buganker an den Schwimmstegen festmachen. Manche Crew hatte ihre Vorräte zum Abendessen aufzubrauchen, andere trafen sich in einem Restaurant, in dem man nicht wirklich wählen konnte, was man speisen wollte, auch keinen Blick in die Kochtöpfe werfen konnte, sondern nur die Wahl, Fleisch und/oder Fisch nach einer Serie von Vorspeisen hatte.

Der letzte Tag vor dem Rückflug verwöhnte die Münsteraner Segler, die nunmehr unabhängig voneinander den Rückweg nach Lefkas ansteuerten, noch einmal mit wunderbarem Segelwetter vor herrlicher Kulisse, viel Sonne und unterschiedlichen Badebuchten für mehr oder weniger lange Zwischenstopps.
Das Tanken, das Aufklaren und die Rückgabe der Yachten war vollkommen unproblematisch, das fertig Machen des Gepäcks schnell erledigt, so dass sich alle 26 Segler erneut im gleichen Restaurant an der Hafenpromenade zu abschließender Tafel treffen konnten.
Der Transfer am kommenden Morgen zum Flughafen sowie der Rückflug mit Zwischenstopp in München gingen reibungslos.
Ein wenig länger hätte es schon sein dürfen war die Meinung vieler, aber Schule und Arbeit riefen die Hanseaten nach Münster zurück.

Mast- und Schotbruch Ekkes
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