Segelfreizeit Heeg 2018

Wer möchte so etwas nicht erleben?

Ideale Segelbedingungen mit sicher ausgerüsteten Polyvalken, Unterkunft in modern eingerichteten Ferienwohnungen und gesellige Abende im Kreis von Segelbegeisterten. Wie in den letzten Jahren haben Hedwig Hörbelt-Grantzow und Klaus Veelker diese Tour wieder professionell vorbereitet. Herzlichen Dank für die lückenlose Organisation und Ausarbeitung der Segeltouren.

Am Freitag den 25.05.2018 trafen sich 33 Teilnehmer im Alter von 10 bis 70 Jahren in Pharshoeke zur 23. Segelfreizeit Heeg. Die Anreise erfolgte individuell im Auto, auf eigenem Kiel oder in Fahrgemeinschaften. Nach dem Bezug der Ferienwohnungen dem Verholen der acht Polyvalken gab es das erste gemeinschaftliche Abendessen. Bei einer Auswahl von drei verschiedenen Suppen war für jede Geschmacksrichtung etwas dabei. Nach Einholung erster Wetterprognosen und Bekanntgabe des Törnziels für Samstag unternahmen wir den ersten Schlag zur Rakkenpolle. Unter Nutzung des Außenborders erreichten wir mit 3,5 Knoten Marschfahrt die Insel in ca.15 Minuten. Bei Sonnenuntergang am romantisch knisternden Lagerfeuer erklangen Shantys von Wind, Meer und Bärten. Als wir die Rückfahrt antraten war eine leichte Brise zu spüren, sofort wurden die Segel gehisst. Außenborder aus und Ruhe. In Pharshoeke angekommen klang der Abend gesellig aus.

Am nächsten Tag Wind Nord Ost, drei Beaufort in Böen vier, zum Abend zunehmend fünf, strahlender Sonnenschein, Temperaturen über 25° Celsius, Regen ade. Nach einem reichhaltigen Frühstück fand um 10.00 Uhr die Skipperbesprechung für den heutigen Törn statt. Leinen los um 10:30 Uhr. Der Nord-Ost-Wind füllte die Segel. Raumschots und vor dem Wind trieben wir Richtung Treffpunkt. Die Navigation auf dem Heegermeer war relativ einfach. Man schaue auf die Fahrwassertonne und las die Zahlen ab. Die roten Backbord Tonnen haben gerade Zahlen, die grünen Steuerbordtonnen haben ungerade Zahlen. Danach wird in der Seekarte, die im Boot befestigt ist, die Zahl gesucht. Und schon hat man seinen Standort. Die 4,2 Seemeilen raumschots zum Treffpunkt Nieuwe Kreispolle waren erholsam, wenige Schiftmanöver und Fachgespräche übers Segeln füllten die Zeit. Nach einer stärkenden Pause von ca. 60 Minuten segelten wir als Flottille in das Fahrwasser Swarte Walde Richtung Koudemer Far. Die Dönkes flogen von Boot zu Boot und es wurde viel gelacht. Kurz vor der Autobrücke wurde der Mast gelegt. Unter Außenborder fuhren wir in den Stadthafen von Koudum. Nach dem Anlegen gingen wir in die beschauliche Innenstadt zum Mittagesen. Hier gab es für jeden Hunger das Passende. Nach 90 Minuten hieß es Abschied nehmen. Aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit mussten wir dann den geplanten Besuch in Elahuizen streichen, um unseren Zeitplan einhalten zu können. Wir freuten uns alle auf das Grillen in Pharshoeke. Um 15:40 Uhr legten wir in Koudum ab. Beim Mastsetzen hinter der Autobrücke wurde auch Reff Zwei eingebunden. Die Wetterprognose mit Böen fünf Beaufort machte Eindruck. Der längste Schlag der Segelfreizeit mit 14 Seemeilen stand an. Auf der Höhe von Elahuizen wurde es nass durch das Einsetzen des Bugs in die Wellen kam ein leichter Spray übers Deck. Glücklich die, mit Ölzeug unterwegs waren. Um 19:00 Uhr trafen alle körperliche müde aber gut gelaunt in Pharshoeke ein. Jetzt standen die Vorbereitungen für unser Grillfest an. Von Steaks, Würstchen, Putenbrustfiles bis hin zu Pilzen, Zuchini und Gemüsespießen war für jeden was dabei. Leckere Soßen und Salate rundeten das Essen ab. Es wurde spät, der Abend unvergessen.

Sonntag, Törnziel Elahuizen. Bei Wind Nord Ost drei in Böen vier ging es zu Kaffe und Appelgebak mit Schlag. Wieder super Segelwetter und alle waren dabei. Mit 4,5 Knoten fahrt segelten wir die 8,5 Seemeilen mit Reff zwei an der Kreuz zurück nach Pharshoeke. Nach der Ankunft reisten einige schon um 16:00 Uhr ab. Der Beruf, die Schule oder anderer Verpflichtungen riefen. Das Wetter blieb nicht stabil. Um 17:30 Uhr waren Gewitterwolken in Pharshoeke zu erkennen die über Woudsend lagen. Das passte uns gar nicht, da wir bei „De Waterport“ in Woudsend Tische bestellt hatten. Schnell wurden Wetterprognosen eingeholt, die Gewitterzelle zog Richtung Woudsend. Sollten wir es wagen? Alarmablegen, alle auf die Polyvalken. Schnell waren die Polyvalken Seeklar. Segel hoch und Richtung Gewitter, Richtung Woudsend. Vom Heegermeer in dem Waldseinster Rakken. Die Wolken wurden immer dunkler, der Wind fegte die Pollen aus den Bäumen. Man konnte glauben, es würde schneien. Anlegen vor der Klappbrücke direkt vor dem Restaurant, schnell über Straße schon waren wir in der Gaststätte und hatten Platz genommen. Keine Minute zu spät Plötzlich kam Starkregen und unerwartet erbsengroße Hagelkörner vom Himmel. Die Gewitterfront hätte uns mit voller Wucht erwischen können. Gut das wir bei „De Watersport“ auf Getränke warteten. Nach Spareribs und anderen Köstlichkeiten, war vom Gewitter nichts mehr zu spüren, bei Sonnenuntergang machten wir uns auf den Heimweg zu unseren Ferienhäusern. Der letzte Abend wurde noch lang.

Am Montag stand die Rückfahrt an. Wie jedes Jahr besuchten wir auch diesmal eine besondere Stadt: Leeuwarden, die Kulturhauptstadt 2018. Sie beeindruckt durch ihren mittelalterlichen Kern mit über 600 Denkmälern und den Grachten, sowie Ihrem schiefe Turm. Gaststätten luden zum Verweilen ein. Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang traten wir den langen Heimweg an. Ein erlebnisreiches Wochenende ging zu Ende. Wer möchte so etwas nicht erleben?

(Bernhard B.)

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Segelfreizeit Heeg ’17

Die Segelfreizeitleute„Alle Jahre wieder“ könnte auch das Motto der traditionellen Segelfreizeit des SHM nach Heeg sein, die immer am Wochenende nach Pfingsten stattfindet. So machten sich auch dieses Jahr vom 9.-12. Juni wieder etwa 30 Frauen und Männer sowie ein paar Jugendliche auf den Weg ins niederländische Friesland, um gemeinsam die Gewässer um Heeg mit Polyvalken unsicher zu machen.
Eine gute Mischung zwischen langjährigen TeilnehmerInnen und Neulingen machten auch diese Freizeit zu einem angenehmen Ereignis. Wie immer war auch diesmal alles von Hedwig Hörbelt-Grantzow perfekt vorbereitet und organisiert, inklusive des Wetters. War die Anreise der meisten TeilnehmerInnen am Freitag noch von starkem Regen begleitet, öffnete sich am Nachmittag der Himmel und lud die ersten Ungeduldigen zum Segeln ein.
Nach dem gemeinsamen Abendessen mit der mittlerweile ebenfalls traditionellen kräftigen Suppe gab es dann einen Ausflug auf die Rakkenpolle, Hubertus an dem Klapfeder kleinen Heeg vorgelagerten Insel, die zuvor von den Crews mehrmals umrundet wurde. Nach und nach fanden sich die Boote dann in dem kleinen Inselhafen ein und einige SeglerInnen machten sich daran ein Lagerfeuer zu errichteten. Als letztes traf dann auch noch das Proviantboot ein. Hubertus Deuerling hatte seine Gitarre und Liedertexte im Handgepäck, so dass der Versuch gestartet wurde gemeinsam zu singen. Mit gewissem Erfolg wurden dann mit Klassikern wie „Kaperfahrt“ und „Bolle“ gegen eine Motorbootcrew angesungen, die die Insel mit Lautsprechermusik akustisch zumüllte.
Mit Einbruch der Dunkelheit ging es dann unter Segeln und mit einigen weiteren Inselumrundungen zurück zu den Unterkünften, wo der Abend einen gemütlichen Ausklang fand.
Für den Samstag hatte Klaus Veelker dann wieder eine Tour vorbereitet – ebenfalls wie immer perfekt vorbereitet –, die bei Traumwetter und gutem Wind von 3-4 Beaufort erfolgte. Dabei ging es zuerst über das Heeg"Kanalfahrt"er Meer in den Woudsenderrakken, wo kreuzen im Kanal angesagt war. Einige Crews nutzten dabei die Gelegenheit „Schilfmanöver“ zu üben. Vor Woudsend mussten dann die Masten gelegt werden, um die Brücke des Städtchens zu passieren. Nach dem Durchfahren der Brücke und Wiederaufrichten der Masten ging es dann noch eine kurze Strecke unter Motor durch den Kanal, bevor im Sloter Meer wieder die Segel gesetzt werden konnten. Dort ging es unter kräftigen 4 Beaufort nach Balk. Ein herrlicher Segelspaß! Im Hafen mussten dann wieder die Masten gelegt werden, denn nun stand eine längere Kanalfahrt an. Um direkt nach Balk hereinzufahren, waren zunächst einige sehr niedrige Brücken zu passieren. Hierbei waren die Boote mit großem „Crewgewicht“ klar im Vorteil, denn sie konnten wegen des größeren Tiefganges den Mast auf der Maststütze belassen. Nach geringen Schwierigkeiten vor allem der „leichten Crews“ bei der Brückendurchfahrt wurde dann im dem kleinen Städtchen Rast gemacht, wo sich die Crews mit „Kibbeling“ und anderen Köstlichkeiten der niederländischen Küche stärkten. Nun folgte eine lange Kanalfahrt unter Motor, die durch offene Felder und Wälder und gelegentlich an Straßen vorbei führte und zum gemütlichen Entspannen oder auch einem Nickerchen einlud. Die GrillmanschaftVor Galamadammen ging es dann in die kleinen Gewässer der „Alde Karre“, „De Holken“ und „De Oarden“. Dort wurden die Masten gesetzt und der Rückweg nach Heeg unter Segeln angetreten, der von raumen Wind mit etwa 3 Beaufort und viel Sonne begleitet wurde. Nach Durchfahren einer Engstelle ging es dann in das große Gewässer des „Fluessen“, wo sich die Boote allmählich trennten. Einige Crews packte dabei das Rennfieber und es wurde versucht alles aus den Polyvalken heraus zu holen. Andere segelten noch in der Gegend herum und einige machten noch einen Stopp in Elahuizen, um sich an kühlen Getränken zu erfreuen. Nachdem nach und nach alle Boote wieder an den Stegen direkt vor der Unterkunft angekommen waren, ging der Abend in das traditionelle gemütliche Grillen über.
Für den Sonntag war vormittags ein Ausflug nach Elahuizen angesagt. Dabei ging es auf der Kreuz an einer mehr als eindrucksvollen Plattbodenschiffregatta vorbei, die bereits am Tag zuvor begonnen hatte. Die „Rennboote“ konnten wir schon seit Freitag bewundern, da sie direkt gegenüber von unserem Quartier im Pulk lagen. Am Sonntag offenbarte sich aber erst das ganze Spektakel, da nun recht nahe an dem Regattakurs vorbei gesegelt werde konnte. Gegenüber den Segelkünsten der Crews auf diesen Schiffen kam man sich dann auf den Polyvalken sehr klein und bescheiden vor. Gegen Mittag trafen sich die Crews dann in dem kleinen Hafen von Elahuizen, um sich dort in „De Nieuwe Melkfabriek“ mit Kaffee und „appeltaart“ oder auch einer Leeze zu stärken. Danach wurde die Boote neu verteilt und die TeilnehmerInnen, die sich am Nachmittag wieder auf die Heimreise nach Münster begeben wollten bzw. mussten, segelten zurück nach Heeg. SegelnDer Rest tobte sich noch bei herrlichem Segelwetter auf dem Flüssen aus. Abends gab es für die verbliebenen TeilnehmerInnen dann noch einen Ausflug zum gemeinsamen Abendessen nach Woudsend in das „Café Restaurant de Watersport“. Nach üppigem und gutem Mahl erfolgte die letzte Segelfahrt zurück nach Heeg. Dabei stand zunächst eine Fahrt durch den Kanal unter schwierigen, im Windchatten der Bäume, teils flauten haften Windverhältnissen an. Bei einigen Booten brach dann plötzlich das Regattavirus wieder aus und es wurden sich aufregende Rennen im Kanal geliefert. Interessanterweise wurden auch hierbei wieder von einigen Crews spontane „Schilfmanöver“ ausgeführt. Auf dem Heeger Meer ging es dann weiter, wobei aufkommende heftige Regenböen das Ende der Segelfreizeit ankündigten. Wegen Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Siegers der spontanen Wettfahrten bleibt dieser Punkt hier ausgespart und wird zur weiteren Diskussion an den Heimatsteg verschoben.
Am Montag erfolgte dann das Aufräumen und die Abreise. Dieses Jahr haben einige Crews intensiv „Schilfmanöver“ geübt und den Erfahrungshorizont erweitert. Darüber hinaus gab es noch einige schmerzhafte Begegnungen mit den Bäumen der Polyvalken, die aber zum Glück keine ernsteren Verletzungen zur Folge hatten. So kehrten schließlich alle wohlbehalten und zufrieden nach Münster an unserem geliebten kleinen Aasee (seufz!) zurück und freuen sich sicherlich schon auf die nächste Segelfreizeit in Heeg und auf dem Heeger Meer. (Dirk Paul M.)
Die Red: Legerwall ist das Ufer auf der Leeseite des Bootes. „Schilfmanöver“ = das Manöver sich vom Legerwall freizuhalten bzw. wieder freizukommen.

Segelfreizeit Heeg

Auch in diesem Jahr machten sich wieder mehr als 30 Frauen und Männer sowie ein paar Jugendliche auf den Weg in die friesischen Gewässer um Heeg.
Zu diesem Event gibt es drei Berichte von Dirk, Martin und Christian
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Segel- und Kenterfreizeit Heeg 2016

Auch in diesem Jahr machten sich wieder mehr als 30 Frauen und Männer sowie ein paar Jugendliche auf den Weg in die friesischen Gewässer um Heeg. Die tollen Unterkünfte direkt am Wasser mit eigenen Bootstegen und den obligatorischen Polyvalken waren wie immer perfekt von Hedwig organisiert.
Am Freitag, den 20. April reisten die meisten TeilnehmerInnen gegen Nachmittag an. Einige Leidenschaftliche nutzen die Gelegenheit für einen ersten Ausflug mit den Polyvalken auf dem Heeger Meer. Am Abend gab es dann erst einmal ein gemeinsames Abendessen und danach konnten dann fast alle bei 3-4 Beaufort noch einmal aussegeln und einen schönen Sonnenuntergang genießen.
Für den Samstag war ein gemeinsamer Ausflug in die kleine Ortschaft Oudega geplant. Die schöne und interessante Strecke führte über einige, durch Kanäle verbundene kleinere Seen, wie das Gaastmeer, das Sanmeer, das Flakke – und das Aldegeaster Brekken. Heftiger Wind mit 5-6 Beaufort sorgte jedoch dafür, dass die Strecke über das offenen Heeger Meer, die gegen den Wind gesegelt werden musste, für die Crews mit viel Spritzwasser verbunden war. Mit Reff bereitete dies den meisten aber auch viel Spaß. Danach wurde es zwar etwas ruhiger, doch war durch ständige starke Böen stets Vorsicht geboten.
Gegen Mittag trafen sich dann alle im Hafen von Oudega und gingen zum gemeinsamen Essen in das nette Örtchen. Nach der Stärkung wurde bei nun sonnigem Wetter, aber immer noch starkem Wind der Rückweg angetreten.
Auf dem Flakke Brekken gab es aber dann ein unerwartetes Zusatz­programm, denn einer der Valken ist dort Opfer unglücklicher Umstände sowie der heftigen Böen geworden und gekentert
(Details s. Bericht von Christian F.).
Die Crew konnten von unseren und holländischen Booten vergleichsweise schnell geborgen werden, doch stellte sich die Aufrichtung des Polyvalken als schwierig heraus, da er schon sehr viel Wasser geladen hatte. Schließlich gelang dies nach hartnäckigen Aktionen und das Boot wurde dann vom zu Hilfe gerufenen Vercharterer nach Heeg geschleppt.
Insgesamt war dies eine sehr lehrreiche Aktion, die mahnt eine Kenterung mit einem Polyvalken nicht zu unterschätzen. Nach diesem abenteuerlichen Intermezzo stand am Abend dann das gemeinsame Grillen an. Es gab neben vielen Leckereien nach diesem Tag natürlich auch viel zu erzählen, so dass der Abend schnell herumging. Nur das Pokalfinale sorgte bei den mehrheitlich vorhandenen BVB-Sympathisanten für etwas Verstimmung.
Am Sonntag war dann schlechtes Wetter mit reichlich Regen angesagt. Doch hielt sich der Vormittag vergleichsweise gut mit wenig Regen und gutem Wind. Einige Boote segelten nach Woudsend andere nach Elahuizen und einige nur auf dem Heeger Meer bzw. Fluessen. Gegen Mittag flaute der Wind dann stark ab und ab Nachmittag setzte schließlich starker Regen ein.
Nun machten sich auch die meisten TeilnehmerInnen wieder auf den Nachhauseweg. Einige blieben jedoch noch und fuhren mit den verbliebenen Booten zum Abendessen aus.
Am Montag, den 23. April reisten dann auch die letzten HanseatInnen zurück. Auch diese Heegfreizeit war wieder sehr schön und vor allem ereignisreich, so dass bestimmt noch lange darüber gesprochen wird.
(Dirk Paul)


Segelfreizeit am Heeger Meer 2016

Die Wimple sind zu hissen
Die Segelfreizeit am Heeger Meer findet traditionell am Wochenende nach Pfingsten statt. Der Berichterstatter nahm zum 3. Mal daran teil und hatte beim letzten Mal erlebt, dass einige Teilnehmer schon für 20-jährige Teilnehme vom Vorstand geehrt wurden. Also eine eingefahrene Freizeit mit eingespielten Abläufen, die Hedwig Hörbelt-Grantzow für das leibliche Wohl und Klaus Veelker für den seglerischen Part hervorragend organisiert haben.
Dazu gehört nach individueller Anreise am Freitag und Verteilung auf 5 Ferienhäuser, die gemeinsame Einnahme einer kräftigen Suppe, mit der man gestärkt in die anregenden Gespräche bei einem Glas Bier oder Wein gehen konnte. Es gibt nichts, was sich nicht noch verbessern ließe, so hat der Vorsitzende Klaus erstmals angesichts mehrerer neuer teilnehmenden Mitglieder nicht nur die Verteilung von Namensschildern vorgeschlagen, sondern auch persönlich übernommen. Neu war auch die Verteilung der max. 5 Crewmitglieder auf die 8 Polyvalken, deren Skipper Heiner Wieder, Anette Ernst, Klaus Veelker, Bernhard Wuth, Christian Fehr u.a. waren, durch Eintragen in vorbereitete Listen.
Damit war man auch schon vorbereitet auf den Samstag mit der gemeinsamen Segeltour. Diese hatte Klaus V. nach Oudega vorgesehen. Dazu hieß es erstmal Reff setzen, einige entschieden sich für 1, andere für 2-, denn wir wollten erstmal bei bedecktem Himmel und 4-5 bft bei westlichen Winden über das Heeger Meer den Inthiema Slot finden. Nachdem man unter Motor die freie Wasserfläche erreicht hatte, war das Segelsetzen schon eine Herausforderung, die man unterschiedlich bewältigte, so dass sich die Flotilie schon über das Heeger Meer verstreute, als der Letzt loskam. Es galt hart am Wind auch noch ein Regattafeld zu umsegeln und auch durch Backhalten der Fock gelang nicht jede Wende im ersten Ansatz. Durch den Wellengang kam auch schon mal Wasser über, so dass es sogar dem Vorsitzenden in den Kragen ging, wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde.
Das Anlegen an einer kleinen Insel vor dem Inthiema Slot brachte erstmal ein bisschen Verschnaufen, Sammeln und Durchzählen. Dann ging es mit etwas ruhigerem Wasser, aber nach wie vor gleicher Windstärke durch Kanäle, teilweise mit dem Motor, in den Oudegaasterbrekken. Hier lag man vor dem Wind und bekam auch den Schmetterling hin. Dann war auch schon Oudega erreicht und nach und nach trudelte die Flottille ein und fand ausreichend Platz zum Anlegen. Jetzt war es aber auch Zeit und Gelegenheit für eine kleine Stärkung bei Appelgeback oder Süppchen und einen kleinen Gang durch das Örtchen.
Da der Wind kaum nachgelassen hatte, wurde für die Rückfaht von Klaus V. das 2. Reff für alle vorgegeben. So ging es in der Kreuz erstmal wieder über den Oudegaasterbrekken. Diesmal war die Flottillie näher beisammen, so konnte auch beobachtet werden, wie sich ein Polyvalk im Halbwind langsam, aber doch unaufhaltsam auf die Seite legte und dann vollständig kenterte und an dem Hansawimpel eindeutig zu erkennen war, dass es einige von uns waren, die da im Wasser schwammen. Über die außergewöhnlichen Besonderheiten und Umstände dieses Kentern wird separat berichtet werden.
Wir über­nahmen dann zwei der Gekenterten und konnten noch mit etwas warmer Kleidung aushelfen. So ging es dann durch die Kanäle mit heftigen Diskussionen über das Erlebte, wobei alle auch langsam wieder herunterkamen. Zurück über das Heeger Meer zeigte sich dann versöhnlich auch noch die Sonne.
Den Tag beschloss ein gemeinsames Grillen mit gemeinsamen Gesprächen, mit oder ohne Fernseher in dem das Pokalendspiel übertragen wurde. Generell konnte jeder seine Teamfähigkeit im Boot auf die Ferienhäuser übertragen und sich im Helfen beim Vor- und Nachbereiten der Malzeiten und Boote erproben.
Mit dieser Einstellung hatte jeder am nächsten Sonntagmorgen sein passendes Frühstück als auch Boot parat und konnte gestärkt den zweiten Segeltag angehen. Dieser stellte sich deutlich geruhsamer dar, bei schwachem Wind, aber deutlich mehr Sonne ging es nach Woudsend, wobei der Motor doch mehrmals aushelfen konnte. Zurück auf dem Heeger Meer gelangen dann doch noch einige Schläge und Vorwindkurse. Dann hieß es für einige zurück in die Arbeitswoche, sie durchfuhren den sich dunkel ankündigenden Starkregen , kamen aber wohlbehalten zuhause an. Für die Montagsheimkehrer gab es noch eine Abendfahrt nach Woudsend zu einem Fischlokal, die aber unter Motor zurückgelegt wurde. Am Montag wurde in den Häusern „klar Schiff“ gemacht und es beginnt das Abwarten auf die nächste Pfingstwoche, wenn es wieder heißt: Heeger Segelfreizeit kommt. (Martin W.)


Segefreizeit Heeg 2016

Sind Polyvalken kentersicher?

Heeg, Samstagmorgen, Törnbesprechung, Oudega ist das Ziel, und ein Reff im Groß scheint den Verhältnissen zu entsprechen. Alle sind bester Laune und freuen sich auf einen schönen Segeltag.
Dass die Hinfahrt ein wenig feuchter und auch ruppiger wird, zeigt sich erst, als wir auf dem Heeger Meer „freien Raum“ vor uns haben, und die Valk auf der Kreuz in den kurzen Wellen immer wieder unsanft eintaucht. (…)
Da wir nach dem Besuch von Oudega alle eine trockenere Rückreise wollten, wurden überall zwei Reff s eingebunden, und so ging es bei leicht böigem Wind auf die „Heimreise“. Kurz vor der ersten Wende im Flakke Brekken passierte es: Unsere Valk legte sich, wie von einer unsichtbaren Hand erfasst, innerhalb von Sekundenbruchteilen auf die Backe, und wir uns ins Wasser. Der Ruf „alle Schoten los“ konnte es nicht mehr verhindern. Glücklich wurden alle Mitsegler von niederländischen Sportseglern, die zu Hilfe gekommen waren, unversehrt geborgen und auf unsere übrigen Boote übergeben. Von der Maststütze bis zur Sitzbank konnte ebenfalls alles geborgen und auch alle Schoten gelöst werden. Der zweimalige Versuch das Boot, ähnlich wie eine leichte Jolle, aufzurichten, scheiterte wohl an den geschätzten 600-800 Litern Wasser in der Plicht, denen ich nichts entgegensetzen konnte – so schnell wie der Mast oben war,versank er auf der anderen Seite wieder im Wasser und im Schlick. (…)
Schließlich wurde ein Hilferuf an den Vercharterer abgesetzt. Die meisten Helfer setzten ihre Reise fort, bis auf zwei unserer Boote. Ich ließ mich von der gut organisierten und gut ausgestatteten (Ersatzkleidung etc.) Crew von Boot 18 nun abbergen, und nach kurzem „Kriegsrat“ versuchten wir noch einmal die Gekenterte aufzurichten: Zuerst nahmen wir zu zweit das Vorstag am Decksbeschlag auf, und hangelten uns langsam zum Masttop vor. Dann drehten wir das Boot langsam in den Wind.
Anschließend zogen wir das Boot wieder zu zweit an der Want, die noch unter Wasser war, langsam zu uns hin und richteten den Mast immer weiter auf. Dabei war bemerkenswert, dass, obwohl der Masttop sich fast 1,5 m über dem Wasser befand, das Boot sich nicht von selbst aufrichtete. Es war doch schon zu viel Wasser drin. So wurde unter Zuhilfenahme des Stakens der Mast von einem weiteren Helfer weiter nach oben gedrückt, während der Steuermann mit Pinne und Motor beide Boote im Wind hielt. Die völlig instabile Valk hielten wir weiter mühsam in der Waage, der Helfer, der vorher den Staken bediente, ging an Bord der „schwangeren“ Valk, barg die Segel und lenzte mit einem Behälter von dem zweiten beiliegenden Boot in einer affenartigen Geschwindigkeit den Rumpf fast leer, während der Steuermann das „Gespann“ weiter im Wind und auf Kurs hielt. Die angeforderte Hilfe rauschte in diesem Moment heran und nahm die noch nicht vollständig gelenzte Valk ins Schepp.
Auf Nachfragen und Analyse des Geschehens vor der Kenterung stellten wir fest, dass mehrere Fehler zu der Kenterung führten: Dem Skipper fehlten Information über Können und Erfahrung der Crewmitglieder und setzte sie falsch ein bzw. instruierte sie unzureichend. Alle Schoten waren in Curry-Klemmen fest, die Schoten jedoch nicht für den Notfall in der Hand zum schnellen Loswerfen. Ob die nicht-gereffte Fock entscheidend zum Geschehen beitrug, sei dahingestellt.
Ich danke noch einmal allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass alle „Schiffbrüchigen“ unbeschadet geborgen und „trockengelegt“ wurden, besonders dem großartigen Einsatz der niederländischen Segelkollegen, die mit zwei Booten ohne Rücksicht auf ihr Material immer ganz nah am eigentlichen Geschehen waren und uns tatkräftig geholfen haben. Es war auch für alle Beteiligten eine wichtige Erfahrung, was bei einer Kenterung zu tun ist und wie man eigentlich relativ einfach einen vollgelaufenen Valken wieder aufrichtet.
(Christian)