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SEGELCLUB HANSA MÜNSTER e.V.
Seesegeln - Flottillentörn 2 - Bericht 1
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SHM Flottillensegeln 2012 - Türkei

Segeltörn mit Flottille Hansa Oktober 2012

Am Samstag, 13.10., stehen bei totaler Dunkelheit (fast Neumond) einige Gestalten gegen 3:45 Uhr am Parkplatz vorm Segelclub-Hansa. Nach und nach stoßen mehr und mehr Leute dazu. Einige kommen uns bekannt vor, fast alle aber sind uns fremd: Bald sind alle 44 Mitglieder dieser großen Segler-Familie bereit für die Busfahrt nach DUS – Der Trip in die Türkei ist entspannt, die Airline (Türkisch Airline) erfreulich angenehm was Service und Angebot angeht. (Auch wenn Katharina den Flug vom Vorjahr noch besser fand)

In Bodrum dann das Unangenehme: Katharina steht als einzige ohne Gepäck da! Nach einigem Hin und Her schafft es die Gesellschaft, den Koffer vor unserem Ablegen am nächsten Morgen an Bord zu bringen. So müssen die Teetrinker das 1. Frühstück an Bord mit Kaffee vorlieb nehmen.
Zurück zur Ankunft in Bodrum. Ich genieße die "Einfahrt" in den Ort, erkenne vieles von unserem Türkeitrip vormals wieder.
Bliss CrewIn der Marina unser Zuhause für die nächsten Tage die "Bliss", eine Beneteau Oceanis 43. Für uns "Nichtsegler" (mein A-Schein von 1968 zählt nicht) ein Riesenkahn, mit zwei Steuerrädern! Katharina und Ekkes kriegen die Kajüte steuerbords, Klaus und ich backbords und die Jungs verteilen sich im Bug: Horst kriegt die Doppelstockkabine, Olaf und Christoph dürfen sich die kurz/engen Kojen in der Spitze teilen.
Unsere Lebensmittelvorbestellung ist wohl nicht so gut rüber gekommen: Es fehlt das BIER!
So ziehen wir nur mit je 1 kg Tomaten und Zwiebeln ab. Was wollen wir in 1 Woche mit 1 kg Zwiebeln? Die schwarzen und grünen (braunen?) Oliven sehen nicht sehr vertrauensvoll aus …
Kleiner – nötiger Einkaufsausflug zu einem winzigen Lädchen an der Strandpromenade – diese Idee hatten wohl mehrere. Kaum Milch, wenig Bier, einige Flaschen Wein – und etwas Obst und Mineralwasser können wir in den Einkaufswagen zum Schiff karren.
Der Einkaufsgang zum großen Supermarkt am nächsten Morgen endet erfolgreicher, wenn auch beschwerlicher. Die Schlepperei durch den halben Ort gestalten wir echt türkisch: die Frau hat die Verantwortung für die Einkäufe – auf dem Rücken.

Baden
Gegen frühen Mittag des 14.10. sind wir endlich bereit, in See zu stechen. Nur der Wind will nicht so recht stechen, dann muss der Motor ran. An Bord freuen wir uns über die Sonne, den blauen Himmel, die gemütliche Fahrt und die netten Lästereien. Wie schön, dass in allen Klubs so viel Ähnlichkeit herrscht… Irgendwann ist es Zeit für unser tägliches Plümpsen im warmen Wasser. 3 Fender hängen im Schlepp und wir an ihnen, werden von Ekkes und Klaus mehr (Klaus) oder weniger Motorkraft gezogen.

Palamut
Unser erstes Ziel ist ein kleiner Hafen an der Halbinsel Datca - Palamut. Für Archäologen: in der Nähe von Knidos. Olaf wird uns am nächsten Morgen verlassen und sich die Ausgrabungen ansehen.
Wieder finden wir für unsere große Gruppe Plätze für's Abendessen.
Komisch, sind wir etwa in Italien? Sehr oft fallen Pizza- und Nudelgerichte auf der Speisekarte ins Auge. Nicht nur in diesem Ort.

Datca anlegen Das ändert sich zum Glück beim nächsten Anleger im Städtchen Datca. Unser "Restaurantführer" an Bord schlägt das "Culinarium" vor. Die ehemalige Lehrerin Ulrike Böhmer-Dinc und ihr Mann Faruk Dinc führen auf ihrer Dachterrasse ein vorzügliches Restaurant. Faruk interpretiert alte anatolische Rezepte mit Kräutern und Zutaten aus der Umgebung. Sehr lecker!
Sonnen
Unser Urlaubsleben gestaltet sich harmonisch (7 Individuen auf engstem Raum!), wenig aufregend und ausgeglichen:
Durch die notwendigen Einkaufstouren lernen wir die kleinen Orte kennen. Auf das tägliche Bad im Meer freuen wir uns, aber ebenso auf das gemeinsame Schwimmen an den Anlegestellen mit den anderen Flottillienmitgliedern morgens und abends.
Dass wir viel unter Motor laufen, ärgert wohl nur den (die) Skipper; Klaus und ich nutzen ausgiebig die Möglichkeiten, unseren Vitamin-D-Speicher noch vor der Kälte auf zu laden – da würde die Genua oder das Groß doch wohl etwas stören ….
Baden DiersekDie restliche Crew käbbelt sich derweil, wer die begehrten Schattenplätze nutzen darf…
Mittags wird Brigitte in die Kombüse geschickt, den Mittagsimbiss zuzubereiten.
Ein kleines Missverständnis zwischen Verpflegungscrew und Skipper verschafft uns einen Überhang an Brot: "An unseren beiden nächsten Zielen gibt es keine Geschäfte, in den kleinen Buchten können wir nur das einzige Restaurant besuchen". Irgendwie geht bei mir unter, dass Brot im Steinofen immer frisch gebacken angeboten wird.
DiersekÜberhaupt die kleinen Buchten: ein einfaches Steingebäude dient als Küche, wo teils leckere Vorspeisen und Fisch/Fleischgerichte zur Auswahl stehen. Das einfache Klo- und Duschgebäude ist natürlich ständig umlagert. Die Anwohner scheinen nur während der Saison in Zelten oder Verschlägen zu wohnen. Zugang zu Bucht nur übers Meer.
Nachmittags gehören neben den Schwimmgängen auch Trips mit den Dingis zum Vergnügen. Einen Abend besucht uns ein Oktopus. Der fühlte sich aber wegen der Taschenlampen unserer Meute wohl ziemlich genervt.
Bozuk KoyuKleine Aufregung für mich: den einzigen Tag mit sehr schönem Wind suche ich aus, zu Mittag die Tomaten zu schmoren. Ein Drittel schimmelte leider vor sich hin- also weg damit und den Rest verarbeiten. Als mir die Küchenrolle und einige andere Utensilien halb um die Ohren fliegen und das Abstützen mit den Füßen etwas mühsam wird, Katharinas Schrei nach unten dringt, will ich die Schräglage an Deck genießen. Aber schon wird es wieder etwas ruhiger und die nächste Bucht wird wieder unter Motor angelaufen.
Die Namen aller Flottilliensegler lernen wir auch zum Ende unserer Tour nicht, obwohl bei den Landgängen, während der Schwimmaktionen sich das ein oder andere Gespräch ergibt. Wir werden an Deck besucht, ebenso gucken wir bei den anderen, wie sie so leben. Das sind dann nette Runden. Leider lässt mein Namensgedächtnis doch ein wenig nach.

Unterm Strich gefällt uns der Urlaub gut. Wir lassen uns ohne schlechtes Gewissen übers Mittelmeer schippern, bewundern zum Schluss das Tankmanöver von Ekkes (Kleines Missverständnis beim Ablegen, der Tankwart wollte anders als der Skipper), aber alles läuft glatt. Auch die unrunde Übergabe löst Ekkes mit Geduld und vielen Diskussionen telefonischer und persönlicher Anwesenheit.
Das letzte Treffen mit den anderen Schiffsbesatzungen muss ausfallen. Wir sind zu weit weg, dafür aber direkt an der Altstadt von Marmaris. Die Restaurants (viele!) unterscheiden sich nicht sehr vom Angebot der Speisekarten. Wir suchen uns eins mit vielen besetzten Tischen.
Obwohl keine Campingfreunde haben wir das Leben an Bord gerne erlebt. Mich freuen die funktionell gestalteten Räume und Einrichtungen in so begrenztem Umfeld (Auch wenn Katharina sagt, beim vorjährigen Trip sei die Nutzung der Fläche besser durchdacht gewesen).
In Istanbul empfängt uns Nieselregen.
Rückflug und Rückfahrt per Bus sind perfekt abgestimmt. (Brigitte)

 

 

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