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SEGELCLUB HANSA MÜNSTER e.V.
Seesegeln - Flottillentörn 2 - Bericht 2
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SHM Flottillensegeln 2012 - Türkei - Bericht 2

Sail away - Türkei 2012

Es ist wieder soweit - ein neuer Segeltörn, und wieder geht es an die wunderschöne ägäische Küste der Türkei.
Diesmal ist der Starthafen Bodrum, eine kleine, vom Tourismus geprägte Stadt an der Westküste der Türkei in der, neben Bozburun, noch die traditionellen Gulets gebaut werden. Der große Yachthafen mit dem malerische St. Peters Kastell bildete somit einen guten Auftakt für einen schönen und erholsamen, und das sei schon vorweg genommen, eher windarmen Segelurlaub.

1. Tag: Anreise
Die Anreise nach Bodrum verlief dieses Jahr ohne weitere Komplikationen, obwohl wir diesmal sogar mit 43 Seglern und Seglerinnen einen erneuten Rekord aufgestellt haben. Vor der komfortablen Anreise zum Flughafen in Düsseldorf mit dem Charter Bus wurden vor dem Einsteigen vorsorglich alle Personalausweise geprüft, so konnten wir in diesem Jahr alle gemeinsam die ersten Sonnenstrahlen bei unserem Zwischenstopp in Instanbul genießen. GepäckAuch der Inlandflug nach Bodrum-Milas und der Transit zum Yachthafen von Bodrum verliefen angenehm, auch wenn es in den Minibussen etwas eng und die Klimaanlage in die Knie gezwungen wurde.
Nachdem alle mit schwerem Gepäck ihre Schiffe gefunden hatten - diesmal waren es sieben Schiffe und einige lagen in einem anderen Hafenteil - sowie alle nötigen Einkäufe besorgt und an Bord verstaut waren, konnten wir nun bei einem Glas Wein und gutem Essen den ersten Abend genießen.
ChecklisteNicht so unsere Skipper. Die mussten noch bei Kerzenschein den Törn für den nächsten Tag besprechen und sämtliche Formalitäten, vom Einklarieren bis zur Abrechnung der Charterbusse, erledigen.
Nachdem der nächste Tag besprochen und die ersten Türkischen Lira über den Tisch gegangen waren, konnten wir nun endlich die erste wohlverdiente Nachtruhe an Bord verbringen. Die anstrengende Anfahrt, das Verstauen des Gepäcks und der Einkäufe, aber auch der Wein ließen uns schnell ermüdet einschlafen.

2. Tag: Bodrum-Yaka Köyü
Am nächsten Morgen wurden wir unsanft durch den Ruf des Muezzin geweckt. Die Meisten kannten dies schon aus dem letzten Jahr doch für einige war das doch etwas ungewohnt. Es gab aber auch den ein oder anderen, der davon nicht das Geringste mitbekommen hat, vielleicht ein Beweis für den anstrengenden Tag zuvor.
StandersetzenMehr oder weniger ausgeschlafen wurde erstmal ein kräftiges Frühstück an Bord zubereitet. Die aufgehende Sonne über Bordrum, der schöne Blick auf das Kastell und den Hafen, mit seinen vielen Yachten und den türkischen Gulets, versprachen einen schönen ersten Segeltag. Nachdem die Schiffe Seefest gemacht wurden und der Kommodore die Flaggen gehisst hat, sind wir dann gegen Mittag mit allen sieben Schiffen ausgelaufen mit dem Ziel Yaka Köyü auf der Halbinsel Datca.
Der 1. Schlag war einer der längsten, leider auch mit wenig Wind gesegnet, obwohl wir, wie es sich gehört, Rasmus mit einem ordentlichen Schluck aus der Flasche um Wind und Sonnenschein gebeten haben. Den Sonnenschein hat er uns auch ausreichend gebracht nur beim Wind hat er nicht richtig zugehört. Um rechtzeitig den kleinen Hafen von Yaka Köyü zu erreichen mussten wir also überwiegend Motoren. An Bord begann dann auch die Bordroutine. Alle Positionen wurden besetzt, der Kurs gesteckt, die Segel gesetzt (leider auch schnell wieder geborgen) und das Steuerrad von jedem mal besetzt. Auch wenn wir nur wenig segeln konnten, war dieser erste Schlag sehr schön. Die Sonne schien und das Meer glitzerte wie eine Grube Diamanten und wir konnten wieder das Salz auf den Lippen schmecken.
Im kleinen und idyllischen Hafen von Yaka Köyü angekommen, war es erstmal vorbei mit der dortigen Ruhe. Mit sieben Schiffen und 43 Menschen wurde der Ort schnell lebendig, worüber sich die Restaurantbesitzer natürlich sehr gefreut haben, wohl weniger die Besatzungen anderer Schiffe im Hafen, die sich einen ruhigen Abend gewünscht haben. Bei Abendsonne und einem guten Essen im Restaurant direkt am Strand ging dann auch der erste Tag erfolgreich zu ende.

3. Tag: Yaka Köyü - Datca
Der 3. Tag begann dann erstmal mit einem guten Frühstück und einer anschließenden Erkundung des kleinen Ortes, was sich mit einer 500m langen Promenade dann auch schon erledigt hatte. Während sich danach die einen eine Massage von Horst oder einen türkischen Kaffee gönnten haben sich andere ein Taxi organisiert, um zu der riesigen Ausgrabungsstätte der antiken Hafenstadt Knidos zu fahren, aus der die berühmte Aphrodite von Knidos stammt.
Gegen Mittag hieß es dann wieder "Anker auf und Leinen los" für den nächsten Schlag nach Datca. Nach und nach verließ ein Schiff nach dem nächsten den Hafen und steuerte individuelle Ziele an. Die Meisten hatten sich einen Badetag entweder direkt vor der Küste oder in einer der malerischen Buchten gegönnt. Manche machten das Dingi klar, um sich eine der vielen Höhlen mal genauer anzusehen. Das ein oder andere Schiff begegnete sich auch unterwegs, spätestens aber im Hafen von Datca trafen sich dann alle wieder.
Datca liegt auf der gleichnamigen Halbinsel über die man auf dem Landweg nach Marmaris, unserem Zielhafen, kommt. Der Ort ist nicht sehr groß, dafür aber sehr belebt. Die neu errichtete Marina ist sehr ansprechend und liegt direkt im Ort. Nachdem alle Schiffe Hafenfest gemacht wurden, glücklicherweise haben wir für alle Schiffe einen Liegeplatz bekommen, ein Vorteil, wenn man in der Nebensaison in dieser Region segelt, konnte die Stadt dann kurzerhand erobert werden. Neben einer gemütlichen Sightseeing und Shoppingtour konnte auch der Bedarf nach einem starken türkischen Kaffee in einem der zahlreichen Cafès gedeckt werden.
Während sich am Abend die einen um einen Tisch im Restaurant bemüht haben, haben es sich andere Crews an Bord gemütlich gemacht und dort das Abendessen zubreitet und dabei dem Treiben auf der Promenade zugesehen.

4. Tag: Datca – Agil Koyu
Nach dem wie immer ausgiebigem Frühstück, wurden die Leinen geworfen und ein neuer Segeltag stand uns bevor. Ziel war eine kleine Bucht in der Provinz Mugla, die vom Landweg abgeschnitten nur mit dem Schiff erreichbar ist.
Obwohl auch an diesem Tag der Wind nur schwach wehte, haben wir die Weite und die Ruhe auf dem Meer genossen. Dennoch versuchten wir Rasmus mit dem traditionellen Bittruf "Rasmus altes Rübenschwein, schenk uns Wind und Sonnenschein, bei allerschönstem Wetter gibt's auch kein Gemecker. Drum nimm den Schluck und lass ihn Dir schmecken, zum nächsten Gläschen werden wir Dich pünktlich wecken" uns doch noch etwas mehr Wind zu bringen. Entweder mochte er unseren Raki nicht, oder er war gerade anderweitig beschäftigt, jedenfalls blieb der Wind aus und der Motor musste Überstunden machen.
DirsekNachdem wir an der griechischen Insel Simi vorbei waren, fuhren wir am Nachmittag dann in die traumhaft schöne und ruhige Bucht ein. Dort gab es neben dem Restaurant mit Wohnhaus nur noch ein Zelt für die Angestellten um das zahlreiche Hühner liefen. Nachdem alle Schiffe festgemacht hatten, ging es direkt zum Baden ins angenehm frische Meer. Am Abend haben dann alle Crews in dem idyllischen Restaurant gegessen, als plötzlich ein Aufschrei die Ruhe störte. Grund war ein außergewöhnliches (weil uns unbekanntes) Tier über den Arm von Steffi krabbelte. Nachforschungen der eigens dafür mitgenommenen Biologen, brachte mangels präziser Beschreibung keine endgültige Klärung. Für einige war wahrscheinlich ein entspanntes Essen danach wohl nicht mehr möglich. Diese Attacke ist aber schadlos überstanden worden und konnte sogar durch ein anderes Tier in Vergessenheit treten. Ein Kellner aus dem Restaurant brachte am Abend einen lebenden Tintenfisch mit, der in einem Wasserbecken begeistert beobachtet wurde. Der Rest des Abends wurde dann auf den Schiffen bei einem gemütlichen Glas Wein oder Bier verbracht und ein weiterer schöner Tag ging zu ende.

5. Tag: Agil Koyu - Daraçya Yarımadası
Am nächsten Morgen wurde direkt vor den Schiffen in einem offenen Ofen frisches Brot gebacken. Der Duft hat uns schon das Wasser im Munde zergehen lassen und das Frühstück mehr als bereichert.
FlottilleGut gestärkt ging es dann auf den nächsten Schlag in die lange Bucht Daraçya Yarımadası. Der Tag sollte uns dann auch endlich etwas mehr Wind bringen, immerhin 2-3 Beaufort.
Es war zumindest möglich, den überwiegenden Teil der Strecke unter Segeln zurückzulegen. Ein wenig Regatta Spaß kam auch auf, als einige Schiffe sich ein Kopf an Kopf Rennen lieferten, was bei diesen Bedingungen aber eher einem Schildkrötenrennen glich.
Der Spaß war dennoch groß und so liefen wir dann unter Segeln in die Bucht von Daraçya Yarımadası ein. Hier bekamen wir sogar durch die hohen Berge ringsum einen starken Fallwind zu spüren, der uns die Wahl des Liegeplatzes zunächst nicht einfach gemacht hat.
Bozburun Der geplante Anleger in der Bucht war bereits fast voll und wir mussten an den nicht geschützten Anleger am Ende der Bucht festmachen. Dies erwies sich aber als unproblematisch und gegen Abend ließ auch dieser Wind nach. Das war auch gut so, denn die Crew von Bernhard musste an einem anderen Anleger festmachen und die ganze Bucht mit dem Dingi zurücklegen. Bei Dunkelheit und für Dingiverhältnisse hohe Wellen, war das eine nasse Angelegenheit was durch ein "nasses" Getränk dann auch wieder schnell vergessen wurde. Die Bucht selbst war sehr schön und bot auch für unsere archäologisch interessierten Segler einiges. An der Einfahrt zur Bucht von Daraçya Yarımadası liegt die alte Festung von Loryma, einer antiken Stadt aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit Mauern bis zu 8m Höhe. Einige haben sich dann auch auf den Weg gemacht, die Festung zu erklimmen, angetrieben durch die vielen Ziegen die es dort gibt. Neben den Ziegen gibt es auch ein kleines Restaurant am Anleger dessen Betreiber sich als etwas hartnäckig erwiesen, uns davon zu überzeugen, bei Ihnen Essen zu gehen. Da wir mit sechs Schiffen am Anleger waren, taten das dann auch einige. Die, die an Bord geblieben sind, haben sich dann für ein gemeinsames Bier noch dazugesellt, sodass wir auch diesen Tag gemütlich beschließen konnten.

6. Tag: Daraçya Yarımadası – Alarga
Der vorletzte Tag begann wieder mit einem guten Frühstück und ein paar Badeeinheiten. Nach der täglichen Skipperbesprechung, in der der nächste Zielhafen abgesprochen wurde, ging es auch schon wieder weiter. Vorbei an der alten Festung hieß es nun Kurs Nordnordost auf die schöne Bucht Alarga zu. Auch an diesem Tag war uns der Motor ein guter Freund, der wieder seinen Einsatz bringen musste. Ab und an konnte auch gesegelt werden, wenn man das so nennen möchte. Da nun schon kein Wind war, hofften wir wenigstens ein paar Delfine oder einen Finnwal zu sehen. Aus diesem Grund haben wir unseren Bittruf an Rasmus erweitert aber er scheint dafür nicht zuständig zu sein, denn auch die besten Augen konnten nichts dergleichen ausmachen. Einzig das Schiff von Volker hatte wohl mehr Glück, denn sie berichteten, dass Sie Delfine gesehen haben, wenn auch der Beweis noch ausgeblieben ist.
CiftlikIn der sehr schönen Bucht von Alarga angekommen, einmal abgesehen von einem riesigen Betonklotz was mal ein Hotel gewesen ist und heute leer steht, haben sich die meisten dann direkt ein erfrischendes Bad gegönnt. Andere haben sich zuerst den wirklich guten sanitären Anlagen gewidmet (eher selten in den Buchten anzutreffen), die zum Anleger gehörten. Eine schöne Anlage mit Pool und Bar sowie einem netten Restaurant.
Am Nachmittag hieß es dann für alle Co-Skipper antreten zum Dingi Rudern. Ein schon traditioneller Wettkampf aller Flottillen Schiffe, indem es um Ehre und Ruhm des Skippers und der ganzen Besatzung geht. Neben den 43 Flottillenseglern standen auch zahlreiche Segler anderer Schiffe am Steg, um die motivierten Co-Skipper anzufeuern. Mit Paddelbruch, Schürfwunden und durchnässt bis auf die Knochen war es wieder ein hart umkämpftes Rennen, dass am Ende das Schiff des Kommodore gewonnen hatte, aber am Ende hatten dennoch alle Spaß. Auch die Kinder und Jugendlichen konnten noch in einem Rennen ihr Bestes geben, bei dem der Jüngste zeigen konnte, dass das Alter nicht immer zählt.
Schließlich wurde der Tag dann mit einem guten Essen bei Wein und Bier gemütlich beendet.

7. Tag: Alarga – Marmaris
Der letzte Segeltag stand bevor und auch die letzte Hoffnung doch noch einmal richtig segeln zu können. Aber auch an diesem Tag hielt sich der Wind zurück und der Motor tat wieder seine Dienste. Dennoch haben wir die letzten Seemeilen noch richtig genossen und die schöne Landschaft der ägäischen Küste bewundert.
Schließlich sind wir in Marmaris eingelaufen, wo wir in einem abgelegenen, aber sehr schönen Hafen festgemacht haben. Dabei wäre es zwar fast noch zum Auflaufen an einer nicht markierten Untiefe am Anleger gekommen, aber glücklicherweise konnte dies noch rechtzeitig verhindert werden.
Nun hieß es erstmal Schiffsübergabe und Betankung der Schiffe. Nachdem das erledigt war, konnten sich alle noch den Rest des Tages einteilen. Einige sind nach Marmaris gefahren, um dort noch das ein oder andere Mitbringsel für Zuhause einzukaufen während andere sich den heißen Dämpfen im Hamam ausgesetzt haben. Der letzte Abend wurde dann in gemeinsamer Runde im Restaurant verbracht. Der Kommodore ehrte die Gewinner des Dingi Wettbewerbes der Kinder und Jugendlichen und konnte wieder einmal einen erfolgreichen Törn resümieren.

EndeAbschließend kann gesagt werden, dass es auch in diesem Jahr wieder ein ausgesprochen gemeinschaftlicher und perfekt geplanter Flottillentörn war. Der Dank gilt allen Organisatoren und ganz speziell Klaus Mechler. (Michael S.)

 

 

Es gibt 2 andere Berichte zu diesem Törn:
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