Bunte Tücher auf dem Aasee

Bei ausgezeichneten Wetterverhältnissen fand am Sa. 11.07./So. 12.07.2020 ein offenes Trainingswochenende für das Spinnaker-/Gennakersegeln im Hansahafen statt. Die Teilnehmer hatten sich zuvor rege bei Markus Jenki (Leiter Leistungsstützpunkt Segeln, Schwertzugvogel-Obmann) angemeldet, um Grundkenntnisse zu erwerben bzw. die eigenen vorhandenen Kenntnisse zu erweitern. Workshopteilnehmer im Alter von 13 bis 70 Jahren folgten zunächst den theoretischen Ausführungen über die Unterschiede zwischen Spinnaker- und Gennakersegeln, um danach die individuell möglichen fahrbaren Kurse der im Training zum Einsatz kommenden Bootsklassen C55, Pirat, Manta 19 und Laser SB3 zu erörtern. Spinnaker- und Gennakersegel sind bauchig geschnittene Vorsegel zur Vergrößerung der Segelfläche auf sog. Vorwindkursen. Das Aufriggen der Segel, Abläufe beim Setzen und Bergen, Vorwindkurse und Trimm erläuterte Markus Jenki mit Unterstützung der Obleute Dirk Paul Mielke (C55) und Olivier Kirchner (SB3) den Teilnehmern zunächst in Theorie und Praxis an Land.

Viele Kursteilnehmer hatten von Spi und Gennaker bereits gehört, aber die Segel mit einer doch imposanten Größe von bis zu 46 m² Segelfläche bisher nicht aus dem „Sack“ gelassen. Noch festgemacht wurden Trockenübungen zum Hissen und Bergen der Segel auf den Booten ausgeführt, die teils akrobatisch anmuteten. Schon jetzt wurde deutlich, dass Standfestigkeit auf den Booten von hohem Vorteil ist. Große Segel sind an langen Schoten angeschlagen und so war es nicht verwunderlich, dass mancher Palstek im laufenden Gut nicht gleich gelingen wollte und manche Schot sich um die Beine des Vorschoters verhedderte. Die Besonnenheit und der geschulte Blick der Obleute verhalf den Crews schnell die nötige Sicherheit im Umgang mit den Segeln und Schoten zu erwerben, bevor die Boote und die Besatzungen klar für den Beginn der Übungen auf dem Aasee waren.

Gute Startpositionen für das Hissen der Spi waren schnell bei mäßigem Wind auf dem Aasee ausgemacht. Bei Kurswechsel auf stabilen Vorwindkurs konnte das Spinnakersegel gehisst werden. Sobald das Segel den Wind einfing, nahm das Boot erstaunlich an Fahrt auf. Steuermann und Vorschoter waren jetzt damit beschäftigt, das Boot auf Kurs und das Spi geschickt auf Vor- bis Halbwindkurs zu halten. Die ersten Manöver erschienen noch ein wenig holprig, doch nicht viel später waren die Abläufe zwischen Steuermann und Vorschoter eingespielt und auch die Zuschauer hatten vom Aaseeuferweg ihre Freude an den voll aufgeblähten bunten Segeln auf dem See.

Teilnehmer, die am Samstag verhindert waren, konnten am Sonntag die Fähigkeiten für das Spinnaker- und Gennakersegeln erwerben und ausbauen. Diejenigen, die schon am Samstag mit von der Partie waren, vertieften ihre Kenntnisse und Fähigkeiten beim Halsen mit gesetzten Spinnakersegeln. Einer suchte die Abkühlung im Aasee.

Insgesamt eine sportlich sehr gelungene Trainingseinheit, die vielen Teilnehmern gut in Erinnerung bleibt. Eine großartige Leistung der Vereinsarbeit!

Leo Schürmann