Niederlande, September 2026

Skutsje – diese Variante der Plattbodenschiffe gilt als durchaus gut betucht. Das schwere Schiff und die Ladung mussten auch bei wenig Wind in Fahrt gebracht werden. Auch die traditionellen Plattbodenregatten werden auf Skutsjes gefahren. Bei mehr Wind sind aufmerksames Segeln und frühes Reffen angesagt.
1911 – wurde das Schiff von Hijlke Wiersma gebaut und später vom zweiten Eigner verlängert und weiß gestrichen. 2000 erfolgte der Umbau zum Vergnügungsschiff durch eine komplette Restauration sowie neue Auf- und Einbauten. https://bcw43.jouwweb.nl/klaas-wiersma-1875-sjoerdje-veenstra-1876/hijlke-s-herinneringen-een-nieuw-schip-de-onderneming.

Kojen – vermutlich wie früher Transportkisten im ehemaligen Frachtraum kreuz und quer gestappelt. Mit 0,5 cm Abstand zu Fuß- und Kopfbrett wird der Platz auch optimal genutzt. Da für den Törn aber nicht voll belegt wurde und noch eine zusätzliche Kammer sowie der Salon zum Schlafen Platz boten, lag man bequem. Morgens schängelte man sich durch die Kojen, bog sich unter dem Maststuhl durch und dehnte etwas in der Nasszelle. Somit wurde das sonst bei Vereinstrainings oft angebotene morgendliche Gymnastik- und Yogaprogramm direkt an Bord absolviert. Optimal für Gesundheit und Stimmung der Crew.

Kombüse – der Koch des Tages konnte völlig ungestört arbeiten, während der Rest der Crew am Tisch einen Gang nach dem anderen genießen und eingehend kommentieren konnte. Möglich machten dies die schönen und bequemen Einbauten aus Holz und eine Theke zwischen Herd und Sitzplätzen.

Fahren – erfordert ein gewisses Grundvertrauen, dass der Rumpf schon noch irgendwann dreht, die Kurve auch wirklich da kommt, wo man sie vor einer Weile angesteuert hat, der Ausguck auf dem Vorschiff die Abstände gut signalisiert, die Crew die Schwerter rechtzeitig abwirft und der Fender nicht einfach platzt. Weniger Sorgen scheint man sich um die anderen Boote auf dem Kanal machen zu müssen. Die Grundregel „Stahl vor Holz vor Plastik“ wird von den Plastikbooten fast schon zuvorkommend befolgt.


Woudsend – bei der Anfahrt auf Woudsend zog ein anderes Plattbodenschiff die Segel hoch, legte ab und machte den Liegeplatz direkt vor der Brücke und der großen Caffeeterrasse im Ort frei. Als wir auf die Brücke zuhielten, signaliserten wir dem Brückenwärter deutlich, dass wir anlegen und nicht durch die Brücke wollen. Vielleicht dachte er sich, dass es besser wäre, seine Brücke mal kurz zur Seite zu legen, denn er öffnete die Brücke trotzdem. Geschätzt etwas über 20 m Kanalbreite reichten, um die 16,5 m lange „Onderneming“ unmittelbar vor der Brücke zu drehen und direkt mit der Vorspring anzulegen.


Starteiland – das Regattazentrum im Sneekermeer inspirierte einen Teil der Crew dazu, sich einen Rundkurs um die Inseln vorzustellen. Nachdem der restliche Teil auch nicht abgeneigt war, kreiselte die Skutsje mehrfach über die Bahn, bis sich sogar die Fische wunderten. Immer wieder wurden dabei die Rollen an Ruder, Navigation, Schoten, Schwertern durchgetauscht. Die 40 Tonnen zeigten dabei eine überraschend sensible Seite im Segelverhalten, jede Veränderung an Trimm, Ruder, Höhe usw. war erspürbar. Nach dem Anlegen an einem Marekritte-Steg im Meer musste ein kleiner Drache an einer Schnur ins Wasser. Als er zufriedenstellende Wassertemperatur signalisierte, hüpfte ein Teil der Crew hinterher.
Markus J.





































