Fahrtensegeln macht glücklich!

Es ist Freitag, und ich bin eine Woche von einer weiteren Segelreise zurück. Der Reisebericht für die Webseite ist veröffentlicht, die Renonanz darauf toll, ich sitze flankiert von einer angenehmen Brise bei 29° C im Garten und hänge trotzdem noch der vergangenen Segelwoche nach. Dabei frage ich mich, warum das so ist. Und stelle fest, dass auch andere Segelveranstaltungen einen ähnlich intensiven Eindruck hinterlassen haben.

Ein Mitsegler schrieb, und ich habe seine Worte gern in meinen Bericht übernommen, dass er schon immer dafür plädiert habe, Segeln bzw. Segelurlaube auf Krankenschein zu verordnen. Als weltfremd empfinde ich den Gedanken nicht. Auch von anderen Segelreisenden habe ich gehört, dass positive Nachwirkungen über beachtliche Zeiträume andauerten.

Was verursacht also diesen bemerkenswerten Nachhall? Bei der Betrachtung setze ich voraus, dass SeglerInnen vorher wissen, dass sie mit engen Raumverhältnissen an Bord klarkommen müssen, wenig Spielraum für ausgeprägte Indivudualität haben, kaum Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind, und ja, auch „kompatibel“ sein sollten, sprich, sich einfügen können. Und natürlich: es kann auch ganz anders laufen auf Segelreisen, aber das blende ich jetzt aus.

Bei mir wirkt Segelurlaub unmittelbar: kaum an Bord, ist das sonstige Leben ausgeblendet. Geht es doch um Überlebensfragen wie: Wohin mit der ganzen Kleidung und den Monstertaschen? Ist der Kühlschrank groß genug für die empfindlichen Lebensmittel? Was ist wo an Bord und wie funktioniert das? Und nicht zuletzt, wo schlafe ich die nächsten Tage? Und mit wem als zweiter Person in der Kabine??

Sofort am ersten Bordmorgen geht es los mit 7, 8, 9. Gemeint sind die Zeiten für das Aufstehen, Frühstücken, Ablegen. Je nach Reiseplanung natürlich auch anders oder wenn die Übergabe noch bevor steht, mit einer späteren Abfahrt. Daraus resultieren so raumgreifende Überlegungen wie: ist die Bordtoilette gerade frei, lässt das Wetter eine Dusche in den Facilities an Land zu, so vorhanden, und wie schaffe ich es, in der Enge der Kabine meine Bordklamotten zu besteigen. „Wer trinkt Kaffee zum Frühstück?“, tönt es zwischendurch, man kennt sich ja noch nicht (so gut).

Wenn der erste (Eu-)Stress vorüber ist, haben Skipper, Co-Skipper und ggf. der Flottillen“admiral“ schon ernsthafte Überlegungen oder Entscheidungen getätigt zum Wo-fahren-wir-heute-hin. So geht es flottweg weiter, scheinbar plötzlich sind die Leinen los, und wir fahren mit ein paar Leuten in einer Nussschale auf dem Wasser.

Es ist wenig Zeit und Platz für Alleinsein und Stille. Eine Stunde ungestört am Mastfuß oder Bugspriet zu sitzen ist Luxus. Wenn die Besatzungsmitglieder – wie meist – zupackender Natur sind, harmonieren und gut gelaunt, stellt sich aber schnell ein scheinbar mit der Wellenbewegung synchroner Bordrhythmus ein, in dem alle ihren gelegentlich wechselnden Platz finden. Auch die Seefahrerbeine wachsen zügig und ohne weiteres Zutun.

Auf einem Segler läuft fast alles recht gemächlich ab. Eine Reisegeschwindigkeit um fünf Knoten ist normal, das Wasser ist nicht nur blau, andere Wasserfahrzeuge haben auch Ziele, Wind und Wetter bedürfen der Beobachtung, Seeluft macht hungrig, Segelmöglichkeiten wollen ausgelotet werden, Sonne bräunt oder rötet schneller als einem lieb ist, Beobachtung von Tieren, Land, Hafenein- und -ausfahrten, Fahrwasserbetonnung, schwimmenden Objekten (Fischereimarkierung, Treibgut, Vogel?) usw. fordert Aufmerksamkeit, der nicht nur Steuermann oder Skipper allein nachkommen.

Außerdem umgibt das Segelboot eine ungeahnte Lichtfülle, faszinierende Sicht bis zur Kimm und Ruhe. Nur das Wasser plätschert, der Wind macht sich akustisch in unterschiedlichen Tönen bemerkbar, gelassene Gespräche über Wichtiges und Nichtigkeiten verkürzen die Zeit. Unterbrochen wird die Entspannung durch Fragen nach Wassertiefe, Kurs oder Geschwindigkeit. Manchmal heißt es dann, kaum wahrnehmbare Aktivitäten unter und an Deck gingen voraus, Segel setzen, Segel trimmen, Segel runter und Motor an, Kursänderung. Schon wieder ist eine Viertel Stunde vorbei. Und ehe wir uns versehen, sind es nur noch drei Meilen bis zur Hafeneinfahrt. In Vorbereitung zum Anlegen und dem Danach tauchen wieder ganz neue Fragen auf.

Was ist mit dem Anlegerbier? Wer kocht heute, und wo sind die Kartoffeln verstaut? Brauchen wir wegen starken Windes zusätzliche Leinen? Wo sind Klos und Duschen („Hast du den PIN für die Tür?“), wann hat die Hafenmeisterei geöffnet, brauchen wir Landstrom (immer!) oder Frischwasser; wie sieht es mit Tanken aus? Lohnt ein Landgang bzw. ist Zeit dafür im Hellen? „Habt Ihr den tollen Strand gesehen?“ und „Schaut Euch den Sonnenuntergang an!“. Gegen halb elf kommt dann der Sandmann, eine halbe Stunde später ist meist Ruhe an Deck, gelegentliche Schnarchgeräusche ausgenommen. Und so weiter, Tag für Tag.

Ein Knüller für mich: kaum bis kein Handy-Empfang und Smartphone unter Deck, damit es nicht schwimmen lernen muss. Ich glaube, das nennt man „zeitlos“. Sogar die häuslichen und weltlichen Ereignisse und Sorgen verwischen: als uns mittags mehrere Kriegsschiffe begegnen und Militärjets akustisch aufdringlich werden, taucht die Frage auf, ob es neue Spannungen in Sachen Ukrainekrieg und umzu gäbe. Keiner weiß Näheres und schwupp ist die Frage wieder untergetaucht – wie ein Fisch oder Kormoran im Wasser. Schlauer sind wir aus temporärem Desinteresse heraus auch tags darauf nicht.

Gelassenheit macht sich breit. So ärgert zwar der dritte Versuch, beim Anlegen in die schmale Box zu kommen, im Moment, ist aber kurz darauf wieder vergessen. Andere können es ja oft auch nicht besser. Und „Hafenkino“ mit wechselnden Rollen gehört an Bord einfach zum Programm.

So dümpeln Boot und Tage vor sich hin, plötzlich und völlig unerwartet wirft der Zielhafen seinen Schatten voraus. Packen der Kleidung und der restlichen Lebensmittel, Ordnung an Bord wieder herstellen, Mängelliste vervollständigen, letzten Logbucheintrag tätigen, alle von Bord, damit Skipper und Vercharterer die Schlussübergabe machen können. Wagen packen, pinkeln, rasch-rasch. Tschüß, war toll mit euch. Dann nach Hause fahren. Das war’s.

Traumloser Tiefschlaf danach im eigenen Bett und eine bekannte Dusche am Morgen, viel mehr Platz als an Bord. Hach, das Leben zu Hause kann so schön sein! Und schneller als das Frühstück auf dem Tisch steht, geht die Routine des Alltags wieder los.

Wie schön ist es dann, einige Zeit davon ausspannen zu können und den Erinnerungen nachzuhängen. Übrigens, wo ist die Anmeldung für die nächste Segelreise?

Text: Hans-Christoph T.
Bilder: Besatzung der Yucabay 2022

Ostseetörn 2022: Segelurlaub auf Krankenschein?

Ende Juli 2022 war es so weit: das Ostsee-Flottillentraining von und nach Heiligenhafen rund Falster und Lolland startete. Elf Clubmitglieder waren auf den Booten „Neela“ und „Yucabay“ , beides Bénéteau Oceanis 38.1 Segelyachten, eine Woche unterwegs.

Um es mit den Worten eines Besatzungsmitgliedes vorweg zu nehmen: „Das war ein richtig schöner Törn. Ich bin noch ganz voll davon, und mich hat das – endlich – wieder auf andere Gedanken gebracht. … Und vielen Dank an alle für Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft und das unermüdliche Hervorsprudeln guter Laune!“ Vielleicht sollten unsere Krankenkassen ernsthaft überlegen, Segelurlaube auf Krankenschein zu verordnen angesichts so viel positiver Resonanz.

Garniert mit einem Foto (Wasser, geblähte Segel, Kumulanten am Himmel, Land im Hintergrund), könnte ich den Bericht nun schließen. Aber dann vermag ich meinen VÖLLIG ERNST GEMEINTEN Ländervergleich nicht darzulegen.

Verglichen werden Frankreich, Deutschland und Dänemark. Wie erwartet, sticht unser westliches Nachbarland u.a. durch Eleganz, optische Harmonie und wohlklingende Namen hervor: schön anzuschauende Segelyachten, Hingucker halt, und fließende Wörter wie „Bénéteau“ (langes und leicht nach oben gezogenes O am Ende), der Werft der gecharterten Yachten. Wie spröde klingt da doch „Bavaria“ (abgehackt, hart gesprochen, Stimme nach unten). Bei genauer Betrachtung hingegen stellt der geneigte Deutsche (m/w/d usw.) fest, dass alle Bordtüren für Menschen unter 180 cm geschaffen wurden, die Achterkabinen für zwei Personen nur in horizonaler Position geeignet sind (oh lálá) und das Umkleiden darin an die Verrenkungen der Laokoon-Gruppe erinnert. Dagegen legten die französischen Designer Wert auf große Betten, den hochgelobten Navigationstisch, eine große Vorderkabine mit Flügeltür und eine geräumige Plicht, letzte im krassen Gegensatz zur Enge der Sitzgruppe im Salon.

Unsere nordischen Nachbarn, deren Revier wir überwiegend befuhren und dort Häfen wie Gedser, Stubbeköbing, Femö, Spodsbjerg und Rödbyhavn anliefen, verstehen offensichtlich etwas anderes unter Begriffen wie „moderne Sanitäreinrichtungen“, „großzügig“ und „kräftiger Schwell der Fähren“ als unsereins. Das von uns getestete dänische Nationalgericht „Biksemad“ hingegen hat uns positiv überrascht.

Auch die Skipperkonzepte auf den Booten variierten. Auf der Yucabay war eher „in die Karten gucken lassen“ und Teilhabe an Skipper-Überlegungen angesagt. Auf der Neela hieß das Motto oft „Skipper of the Day“, will heißen, dass (fast) jeder sich einen Tag so fühlen durfte wie der wirkliche Skipper. Beide Ansätze haben etwas für sich, eine Wertung fällt mir schwer.

Völlig einig dagegen war sich die Neela-Besatzung, dass der zweite Platz bei der Ankunft im Hafen nicht erstrebenswert ist, also machte Yucabay eifrig mit beim Hase und Igel Spiel. Das Bild sagt in etwa aus: „Machen die den Anleger auch richtig? Aber bloß nicht schneller als wir!“

Das Inselhopping in der dänischen Südsee war je nach Sichtweise anstrengend oder sportlich, da sich die Meilensumme auf 213 nautische Einheiten belief. So erlebten wir Vieles unterwegs, und die Hafen(frei)zeit fiel entsprechend kürzer aus. Das Wetter war vielseitig, oft anders als noch Stunden vorher prognostiziert und des Öfteren verkehrt herum: sprich, die Windrichtung entsprach nicht den Segelwünschen, kreuzen hätte zu lange gedauert, und manchmal traf auch der Begriff Wind für die Luftbewegung nicht wirklich zu. 2,2 Knoten sind wohl eher als Hauch zu bezeichnen. Wenngleich dieses Ereignis die richtige Richtung aufwies, half auch der (nicht ganz flugs) gesetzte pinke Gennaker kaum.

Unterwegs wurden wir fleißig begleitet von Schweinswalen, Kormoranen, unzähligen schnabbelsüchtigen Schwalben in Hafennähe, Untiefen, Felsen, Fähren, Übungs- und anderen Sperrgebieten, Baustellen (Stichwort „Schweizer Käse“) mit Meldepflichten und sorgsamen, speedboat-fahrenden Baustellenwächtern (echte Kerle!!!), die der gerade an Oberdeck befindlichen weiblichen Crew äußerst charmant erläuterten, dass wir am Rand einer solchen Baumaßnahme führen, aber auf der richtigen Seite! Schwupp, waren sie wieder weg. Ich hörte noch: „Wenn bei denen ein Platz frei gewesen wäre, hätte ich ihn genommen“; und kurz darauf eine andere Stimme: „Zu spät“.

Auch zahlreiche echte Schiffe zwischen 100 und 300 m Länge, viele Segel- und das eine oder andere Sport- bzw. Fischerboot trugen stets zu wechselnden Horizonten bei. Sogar das Militär gab sich einen Tag geballt die Ehre, mit fünf großen Einheiten bis hin zum Flugzeugträger zu Wasser und einigen Kampfjets in der Luft.

Zwei heftige Unwetter sorgten in Burgstaaken für Hektik und nasse Klamotten. Einige Boote hatten weniger Glück als unser Flottillchen, das rechtzeitig festgemacht hatte. So leiteten wir einen Mayday-Ruf erfolgreich weiter und vernahmen einen weiteren, ohne wegen unverständlicher Koordinaten helfen zu können. Zwischen der Fehmarnsundbrücke und Heiligenhafen hat es zuvor einen Segler auf Legerwall an den Kiesstrand geschlagen, wo er mit 45° Schlagseite hoch auf dem Trockenen lag.

Was zählt? Viel neu erlangtes bzw. aufgefrischtes Wissen (Segelmanöver und -trimm, Gennaker setzen/bergen, An- und Ablegen, Umgang mit dem Kartenplotter, Kurse festlegen, Hindernisse erkennen und umschiffen, Logbuch schreiben, Tampenarbeit, Anlegen im Päckchen, Quer- und Fährverkehr beobachten und einschätzen), sehr viel gute Laune, trotz teils unpassender Winde viel Segelstrecke und nie Langeweile.

Text: Hans-Christoph T.
Fotos: Segelbesatzungen

HelgaCup 2022

In diesem Jahr haben wir uns gleich mit zwei Hansa-Teams beim HelgaCup angemeldet. Der HelgaCup ist die weltgrößte Frauenregatta und wurde zum 5. Mal in Hamburg auf der Außenalster vom NRV ausgerichtet. 50 Crews aus 10 Ländern waren dabei. Ein Team sogar aus den USA. Es bedarf keiner Qualifikation, einzige Bedingung, um dabei sein zu dürfen, ist das passende Geschlecht. Segelkenntnisse sind jedoch definitiv von Vorteil. Die „Hansa-Sailsisters“ meldeten mit Bärbel als Steuerfrau, Steffi, Petra U. und Susann, alle bereits alte Hasen (das zweite Mal dabei) und die „Aaseekalinen“ mit Melina als Steuerfrau, Julia, Talke, Petra H. und Kerstin als Greenhorns. Da das mit den Segelkenntnissen auf Vier-Frau Gennakerbooten zumindest bei den Aaseekalinen noch nicht so ausgereift war, haben wir versucht, über den Winter uns in die Theorie des Regattasegelns auf Gennakerschiffen einzuarbeiten. YouTube Videos wurden unsere besten Freunde und die Wettfahrtregeln lagen jede Nacht unter dem Kopfkissen. Besonders hervorzuheben waren aber die Theorieeinheiten der HelgaAkademie. Lustigerweise wurden zweimal einstündige Privataudienzen mit Silke Basedow, der mehrmaligen Siegerin des HelgaCups, verlost und beide Teams haben je eine private Videokonferenz gewonnen.

Voll mit all dem neu erworbenen Wissen ging es dann zu ersten Trainingseinheiten an den Möhnesee, dabei lernten wir schnell demütig zu sein, denn die Umsetzung allen Wissens sah in der Praxis oft ganz anders aus. Außerdem war es nicht so einfach, sich als Team zusammen zu finden. Alle doch eher aus dem Ein- oder Zweihand Boot kommend, mussten lernen, dass es auf jede ankommt und man nur im Team gut funktioniert. Fehler gibts genug bei einem selbst, da muss man nicht bei anderen suchen. Insgesamt haben wir vier Tage am Möhnesee trainiert und zwei Tage in HH eine J70 gechartert und alleine geübt. Das war wenig Vorbereitung, und wir fühlten uns damit auch nur mittelmäßig sicher für die Regatta. Manöver waren nicht wirklich in Fleisch und Blut gegangen, klappten gelegentlich aber auch ganz gut.

Voller Vorfreude auf die Regatta, gab es 1,5 Tage vor Start einen herben Dämpfer: Kerstin und Petra fielen krankheitsbedingt für die Regatta aus: wo also auf die Schnelle eine vierte Frau hernehmen. Einen Tag lang sämtliche Segelbekanntschaften angeschrieben auf der Suche nach einer Frau, die im besten Fall auch schon einmal J70 gesegelt ist. Glücklicherweise fand sich in Insa vom Mühlenberger Segelclub Hilfe für die Kalinen. Zwar bestand keine Möglichkeit, sich vorher einmal einzusegeln, aber todesmutig fügten wir uns unserem Schicksal und starteten in die Regatta. Ein zweiter Schrecken kam gleich dazu: eine Woche vor Start wurde bekannt, dass nicht nur auf J70, sondern auch auf RS 21 Booten gesegelt wird. Alle gingen von einer gerechten Verteilung aus, aber das Schicksal meinte es nicht gut mit den Kalinen: sie mussten sechs von acht Läufen auf der RS21 segeln. Also super Bedingungen: Wechsel in der Crew und unbekanntes Boot. Plötzlich erschien es gar nicht mehr so schlimm, dass wir vielleicht nicht genug J70 trainiert haben. Trotz all der Probleme gingen wir gut gelaunt in die Rennen. Ein ganz großes Dankeschön auch dafür noch einmal an Insa! Die Rennen gingen über drei Tage. An allen Tagen zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Gut Wind und Sonnenschein, dabei nicht zu heiß, was will man mehr? Am Ende der Regatta freuten wir uns über einen 33. Platz, die Hansa-Sailsisters waren durch eine Verletzung der Steuerfrau etwas gehandicapt und belegten den 48. Platz. Gewonnen hat, wie im vergangenen Jahr, das HSC Women Team um Silke Basedow.

Neben den seglerischen Herausforderungen steht die soziale Komponente beim HelgaCup genauso im Vordergrund: in den Pausen kam man mit anderen Teams ins Gespräch, abends gab es für alle ein gemeinsames Essen, am Freitag auch noch eine spontane große Party. Diese Kontakte zu vielen großartigen Frauen machen die Regatta besonders, besonders bereichernd. Sowohl vom seglerischen Know-how, als auch vom Alter der Teilnehmerinnen war die Bandbreite enorm, alle einte aber die Freude am Segeln.

Wir haben sehr viel gelernt und sehr viel Spaß gehabt. Für viele von uns, wird es nicht das letzte Mal sein, am HelgaCup teilzunehmen.

Ganz herzlichen Dank an alle im Verein, die uns mental und praktisch unterstützt haben und an den NRV für die Ausrichtung dieser tollen Regatta.

Talke

IDMa ILCA Dinghy 2022

Vom 08. bis zum 10. Juli haben sich die Masters im ILCA am Walchensee (Kochel am See) zur Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDMa) getroffen. Insgesamt haben 51 ILCA 7 (Laser Standard) und 46 ILCA 6 (Laser Radial) aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Brasilien und den Niederlanden teilgenommen.

Dabei konnten am Freitag zunächst bei mäßigem, später perfektem Wind und am Samstag bei Sonne und ebenfalls perfektem „Laser“-Wind jeweils drei Wettfahrten durchgeführt werden. Am Sonntag war der Wind dann leider komplett eingeschlafen, und es wurde kein Rennen mehr gesegelt.

Leider bin ich die ersten beiden Wettfahrten taktisch und seglerisch schlecht gesegelt. Höhepunkt war eine Beinahe-Kenterung, als ich mit der Schwimmweste im Baum hängen geblieben bin. Dann lief’s aber im dritten Rennen mit etwas mehr Wind besser, so dass ich mit dem hinteren Mittelfeld ins Ziel gefahren bin.

Auch am Samstag bin ich dann bei dem stärkeren Wind ganz gut gesegelt und konnte im hinteren Mittelfeld mitsegeln, bis mir dann in der dritten Wettfahrt des Tages zwei Nieten am Baum gebrochen sind und ich aufgeben musste. Mit Hilfe der netten Gastgeber konnte der Schaden schnell repariert werden, aber leider fanden ja dann am Sonntag mangels Windes keine Wettfahrten mehr statt.

Gewonnen haben im ILCA 6 Eva Deichmann und im ILCA 7 Christoph Marsano.

Ein herzliches Dankeschön für die tolle Veranstaltung gebührt dem Segelclub Walchensee für die super Organisation an Land und auf dem Wasser. Und für die vorbereitenden Fitnesseinheiten bedanke ich mich beim Team vom Sports Place, Feel Fit und bei Melisa.

Thomas

Fotos: Anna Schmidt

Störtebeker Opti Cup 2022

Am Freitag, den 15.07.2022, ging es erstmal nach Cuxhaven. Dort angekommen stellten wir den Motorboottrailer an der Straße vor dem Frachthafen ab, wo er von den Leuten vor Ort auf den Frachter verladen und am nächsten morgen um 5 Uhr rübergeschifft wurde. Für uns ging es am nächsten Morgen zum Glück erst um 10 Uhr los. Das Gepäck wurde in 2 Container verstaut, dann konnte es endlich losgehen.

Die Überfahrt war etwas ungemütlich, da es relativ kalt war und die Wellen durch den starken Wind noch höher waren. Ein paar Leute, die sich unten in der Fähre aufgehalten hatten, wurden seekrank. Unsere Gruppe von zehn Optikindern mit ihren Eltern und unseren Trainern Christoph.

Auf Helgoland angekommen, sind wir erstmal zur Zeltwiese gegenüber der Lesehalle gegangen. Eigentlich sollten die Container dorthin gebracht werden, doch es gab Komplikationen, da ein paar Leute die Container schon am Hafen geöffnet hatten. Zum Glück konnten die Organizatoren schnell einen Gepäckdienstwagen auftreiben, so das zumindest die allermeisten Taschen, die keine Rollen hatten, transportiert wurden.

Nachdem wir endlich die Zelte aufgebaut hatten, mussten wir wieder zum Anleger, wo die Bootstrailer abgeladen wurden. Das sah wirklich cool aus, da die Trailer mit Krähnen vom Schiff gehoben wurden. Bevor wir dann zum Abendessen gehen konnten, mussten wir noch die Boote abladen. Frühstück wie Abendessen wurden am Regattazentrum für uns zur Verfügung gestellt.

Der nächste Tag war wie ein normaler Regattatag, jedoch waren die neuen Bedingungen erst einmal ungewohnt. Die Ströhmung war stärker als erwartet, woran man sich erstmal gewöhnen musste. Die Wellen waren im Gegensatz datz grandios. Anders als bei anderen Revieren waren die Wellem zum einen höher, aber auch viel weiter gestreckt. Deshalb war das Runter- bzw Hochsurfen viel angenehmer als sonst.

Als wir am ersten Segeltag vom Wasser kamen, mussten wir uns beeilen. Da die öffentlichen Toiletten keine Duschen hatten, mussten wir im Schwimmbad um die Ecke duschen, in das wir mit dem Seglerpass kostenlos reindurften. Dieses schloss jedoch um 18 Uhr. Nach dem Abendessen hat unsere Gruppe mit den Eltern zusammen einen Ausflug zur “langen Anna” gemacht. Die lange Anna ist ein langer Fels neben einer Klippe. Auf dem Weg dorthin haben wir ganz viele Lummeln (Vogelart) mit ihren Küken gesehen sowie viele Schafe, über die uns eine Helgoläderin vieles Interessantes erzählt hat. Auf dem Rückweg konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern und Robben beobachten, die im Wasser auf dicken Felsen lagen.

Der nächste Tag fing früh an. Ab 7:30 Uhr gab’s Frühstück und um 10 Uhr war der erste Start. Da wir früher angefangen hatten, konnten wir auch früher aufhören und so hatten wir ausreichend Zeit, noch ins Schwimmbad zu gehen. An dem Abend sind wir mit der Fähe rüber zur Düne gefahren. Auf unserem Weg entlang des Strandes lagen ca. 10 Kegelrobben und haben sich gesonnt. Das war echt sehr süß. Noch süßer war jedoch ein Kegelrobbenbaby, das im Hafenbecken hin und her schwamm.

Der nächste Tag began wieder so früh. Leider war sehr wenig Wind, weshalb wir nur eine Wettfahrt gefahren sind. Nachdem wir anschließend die Boote verpackt, aufgeladen und abgegeben hatten, nochmal im Schwimmbad waren und unsere Sachen schon grob gepackt hatten, gab es die Siegerehrung. Jeder bekam eine medailie sowie ein Los mit einer Nummer drauf. Vor der Trebüne standen nämlich viele Taschen mit unterschiedlichsten Preisen von einer riesen Mentosstange über eine Schwimmweste bis hin zu einem Longjohn. Deine Nummer auf dem Zettel bestimmte dann die Tasche, die du im Endefekt bekommst.

Am Abend fand dort, wo wir immer gegessen haben eine Party statt. Alle waren auf der Tanzfläche, kleine Geschwister wie auch die Eltern. Es war eine echt gute Stimmung und der Abend hat megaviel Spaß gemacht. Am nächsten Tag mussten wir dann bis 11 Uhr alles gepackt haben, da dann alles wieder in die Container wanderte. Die restliche Zeit, bis die Fähre ablegt hat, haben wir uns dann mit Schwimmen und Bummeln vertrieben. Um 16:15 legte dann die Fähre nach Cuxhaven ab. Am frühen Abend kamen wir dort an. Nachdem unsere Trailer alle wieder vom Frachter runtergeholt worden waren, kam dann der Abschied von den Leuten aus unserer Gruppe. Mit dabei und von Paul und Christoph betreut waren Luisa und Felix vom ETUF, Rosalie und Eric vom YCRE, Constantin und Laurenz vom SVG, Jonathan vom SKBUE, Jan vom YCL und Benita und ich vom SHM.

Es war ein megatolles Event und ich kann es jedem und jeder weiterempfehlen!

(Jule)

Die Ergebnisse für Opti A und Opti B findet ihr bei Manage2Sail

Kanalinseln-Törn 2022

UTC, BST und MESZ

Mit diesen drei Zeitangaben musste sich die Crew um Michael Milivojevic die letzten zwei Wochen im Segelgebiet der Bretagne, den Kanalinseln und der Isle of Wight beschäftigen.

Ein Törn von St. Malo in Frankreich zu den vorgelagerten Inseln Jersey und Guernsey sowie eine Kanalüberquerung nach Portland. Ein interessanter Törn, der uns 454 sm durch anspruchsvolles Tidengewässer geführt hat. Trotz der teilweise langen Segelschläge blieb noch genügend Zeit für entspannte Landausflüge und ausgiebige Wanderungen an Englands Steilküsten.

In der gedruckten Hanseatenversion werden wir mehr berichten über unsere Erfahrungen mit 10 m Tidenhub, gesperrten Häfen, Linksverkehr, Maydays vor England, Segelregatten mit über 1.000 Segelyachten, der Queen Mary 2 und Crewmitgliedern, die Funkwache halten mussten.

Thomas K.

Young Europeans Sailing 2022

Vom 04. bis zum 06.06.2022 fand in Kiel die Young Europeans Sailing (YES) Regatta statt. Der Hansa war mit insgesamt 13 Seglern und 7 weiteren aus anderen Vereinen – die bei uns am Stützpunkttraining teilnehmen – mit einer großen Gruppe vertreten.

Viele Teilnehmer reisten bereits am Mittwochabend zum zweitägigen Vortraining in Kiel-Schilksee an. Am ersten Tag des Vortrainings war viel Wind, was auch hohe Wellen mitbrachte. Deshalb fuhren unsere Trainer Christoph Möring und Paul Beumker weit mit uns auf die Ostsee hinaus, um gut Wellentechnik und Starts üben zu können.

Am zweiten Tag ließ der Wind nach, so dass wir „nur“ eine Einheit Theorie mit der geänderten Regel 18 und Bootsarbeit machen konnten. Am ersten Renntag war kaum Wind, so dass sämtliche gestarteten Läufe abgebrochen wurden. Der zweite Tag war deutlich besser, so dass bei den ILCA 4 eine Finalserie zustande kam. Diese wurde am dritten Wettfahrttag ausgerichtet und lief für alle Hansa-Segler und Stützpunktmitglieder recht gut. Insgesamt eine große, aber trotzdem gut organisierte Regatta.

Moritz

Ergebnisse bei manage2sail

Piraten bei der internationalen deutschen Meisterschaft 2022

Vergangene Woche fand die Internationale deutsche Meisterschaft (IDM) der Piraten am Dümmer See statt. Insgesamt waren 58 Teams beteiligt, vom Hansa fuhren zwei Teams zur Seglervereinigung Hüde: Aike & Gerrit, sowie ich (Melina) mit meinem Bruder Sebastian vom Aachener Boots Club.

Bereits der Wetterbericht ließ einiges an Wind vermuten, sodass wir am Vorabend das Boot noch umtrimmten, für eine lange Schleppleine sorgten und die etwas älteren Regattasegel anschlugen. Mittwochmittag fuhren wir direkt nach der Steuermannsbesprechung raus und segelten den Kurs ein paarmal ab. Neben dem normalen Aufwärmen hatten wir dabei noch die Hürde zu bewältigen, dass Sebastians aktive Piratenzeit acht Jahre zurücklag und auch ich zuletzt mehr an Aaseewinde als an Sturm gewöhnt war.

Zum ersten Start waren schließlich 57 Teams versammelt; ein Steuermann hatte noch Pflichttermine in der Uni. Der Kurs war gut gelegt, Dreieck-Schenkel-Zielkreuz, und zwei Läufe für den Tag angesagt. Für den Hansa lief es an diesem Tag leider nicht optimal: Aike & Gerrit hatten im ersten Lauf eine unglückliche Situation mit einem SCM-Boot an der Leetonne, dem sie nicht ausweichen konnten und nach Verhandlung in einem DSQ endete. Dafür machten sie das im zweiten Lauf mit einer Top-Platzierung als 8. wieder wett. Wir wiederum übersahen nach einem erfolgreichen Lauf bei der letzten Wende des Tages eine starke Bö und kenterten direkt vorm Ziel, sodass etliche Boote an uns vorbeifuhren.

Der zweite Tag brachte noch mehr Wind und noch mehr Spaß beim Surfen auf den Wellen. Vier Läufe wurden angesetzt, da für den nächsten Tag Sturm vorhergesagt war und es nicht sicher war, ob dann gesegelt werden könnte. Die ersten beiden Läufe verliefen recht ereignislos; wir verloren bei den Kreuzen aufgrund mangelnden Kompass etwas, holten das beim Vorwind dafür wieder auf. Im dritten Lauf wurde langsam klar, dass der starke Wind bei allen Teams seinen Tribut forderte. Der Kurs war nun um ein Dreieck länger, doch die Raumtonne lag leider zu spitz und die meisten Boote nahmen den Spinnaker nach einigen Metern wieder runter oder kenterten. Auf der Kreuz darauf konnten wir so einige verloren gegangene Segler im Wasser rumstehen oder gekenterte Boote und flatternde Spis begutachten. In der letzten Runde zogen wir, geprägt von den Erfahrungen zuvor, den Spi erst kurz vor der Raumtonne und flogen dann an einigen Booten, die sich das nicht getraut hatten, vorbei. Sicherlich einer der schönsten Momente an diesem Tag und eher ungewöhnlich, den Spi mitten in Gleitfahrt auf einer Welle abbauen zu müssen. Zum vierten Lauf Flaute der Wind etwas ab, sodass wir übrigen auch die letzte Stunde auf dem Wasser durchhielten.

Am Freitag kam der vom Wetterbericht angesagte Sturm mit dicken Schaumkronen und bis 28 Knoten. Da lohnte sich vorm Umziehen durchaus ein Blick auf den Fahnenmast, um nicht (anders als ich) in voller Montur mit Trockenanzug plötzlich unter AP zu stehen. Statt aufs Boot ging es daher ab in die Hängematte und der Tag wurde von allen zum Erholen und Entspannen genutzt.

Der Samstag war der letzte Segeltag, wieder mit viel Wind. Der Wetterbericht versprach aber zumindest um Mittag herum segelbare Bedingungen. Vor dem Start zogen jedoch noch einige starke Böenfronten durch, von denen wir einer nicht gewachsen waren und mit flatternden Segeln kläglich kenterten. Etwas demotiviert schafften wir es doch noch rechtzeitig zur Startlinie und fuhren einen wunderbaren 0-Start am Startschiff, wo die anderen Piraten glücklicherweise eine Lücke gelassen hatten. Die Kreuz war ein richtiger Kampf mit den Oberschenkelmuskeln, der aber durch einen wunderschönen Raumschotskurs belohnt wurde mit einer riesigen Spaßpartie beim Surfen über den Wellen unter Spi. Nach der Wettfahrt zog eine weitere Unwetterfront durch, welche die Wettfahrtleitung abwartete. Danach flaute der Wind nicht wieder ab, sodass die Meisterschaft mit sieben gesegelten Läufen abgeschossen wurde und wir unter ca. 25 Knoten Halbwind Richtung Hafen heizten.

Internationaler deutscher Meister wurden Frieder Billerbeck und Julius Raithel vom SVWS mit vier herausragenden ersten Plätzen. Glückwünsche gehen ebenso an Aike und Gerrit, die bestes Jugendteam geworden sind.

Melina

Polyvalken-Segelfreizeit Koudum 2022

Weiße Segel, blauer Himmel, grünes Land

Vom 10. bis zum 13. Juni fand die Segelfreizeit in den Gewässern um Koudum/NL statt. Bekannter ist der Event als Segelfreizeit Heegermeer. Dieses Jahr gab es eine grundlegende Änderung: die Übernachtung fand nicht in Heek sondern in Koudum statt, genau gesagt im Vakantiepark de Kuilart.

Nach der Covid-bedingten Pause merkte nicht nur die Hauptorganisatorin Hedwig, wie ausgehungert viele SHM-Mitglieder nach einem Wiedersehen und Segelpraxis waren. Die gemeldete Teilnehmerzahl erreichte nie dagewesene 52 Nasen. Bei einer durchschnittlichen Besetzung der Polyvalken mit vier Segelhungrigen kann man sich die Anzahl der Boote ausrechnen: In den Kanälen glichen die Segelausflüge einer Prozession.

Das Wetter konnte besser nicht sein: Temperaturen um 20° C, Westwind mit 3 bis 4 Bft, garniert mit 5er Böen. Viel Sonne ließ die Haut trotz wirksamer Sonnenkrems fix bräunen, manchen auch zu schnell, konkurrierte doch die eine oder andere ungeschützte Hautstelle mit der Farbe der untergehenden Sonne.

Weiße Schäfchenwolken passten zur Farbe der Segel. Sattes Grün an den Ufern und auf den Grünländern entlang der Route sowie blauer Himmel rundeten den optischen Eindruck ab. Die Krönung war der Sonnenuntergang auf der Fahrt von Stavoren nach Koudum. Alte Heeker-Meer-Hasen meinten unisono, dass es noch nie sooooo tolles Segelwetter gegeben habe.

Auch das gewählte Quartier, sechs neue Häuser mit bis zu acht Personen Belegung, passte hervorragend in das Gesamtbild. Waren sie doch gut ausgestattet, großzügig geschnitten und kein bisschen abgenutzt. Einhellige Teilnehmermeinung: nächstes Jahr wieder hierher.

Die Stimmung war hervorragend, und außer zwei Motorpannen, die zunächst per Abschleppen der Boote durch Vereinskollegen geregelt wurden, gab es keine Negativmeldung. Bereits kurz nach der Ankunft am Freitag – Häuser bezogen, Lebensmittel verteilt, Ankunftsbier getrunken – waren laute Stimmen zu vernehmen: „Lasst uns jetzt die Boote ausprobieren!“ Gesagt, getan. Flugs war ein halbes Dutzend Boote mit SHM-Segelhungrigen unter geblähten Segeln unterwegs, um nach Herzenslust zu wenden, zu halsen, zu trimmen und zu kreuzen. Für einige galt es, auf der ersten diesjährigen Segeltour eingerostete Routinen zu reaktivieren.

Schnuckelige Örtchen garnierten den sportlichen Veranstaltungsteil. Mittagspausen in Balk und Elahuizen versüßten den runden Gesamteindruck nicht nur kulinarisch noch weiter. Ein Grillabend mit großer Auswahl an Festem und Flüssigem beschloss den Samstag, nachdem am Freitagabend mitgebrachte Gyros- und Spargelsuppen für gefüllte Mägen sorgten; die traditionelle Rudel-Gesangsrunde verbesserte die Stimmung weiter. Am Sonntagabend fuhren wir per Boot mit dreißig Mann (sagt man doch so!) nach Stavoren, um ins Ijsselmeer zu spucken und uns bei Schleusenblick von kompetentem Restaurantpersonal mit leckeren italienischen und niederländischen Gerichten und Getränken verwöhnen zu lassen. Am Montag ging es nach dem Frühstück – wieder auf der Terrasse – ans Klar-Schiff-machen und Packen und danach Richtung Heimat oder Folgeurlaub.

Und die Segelei? Sie konnte besser nicht sein: mit einem Reff waren wir gut bedient, ab und zu wurden auch zwei gesteckt. Zu viert auf Luv ausgeritten, wagten einzelne Boote den Segeltrip ganz ungerefft. Sportlich war’s, aber ungefährlich und für alle Manöver war trotz reichlichem Bootsverkehr, der zeitweise Autobahndichte erreichte, viel Platz und Zeit zum Üben. Auch die Vorfahrtsregeln konnten umfänglich erprobt werden.

Allen SHM-Neulingen sei gesagt, dass sich diese jährlich stattfindende Segelfreizeit ausgezeichnet für das Kennenlernen von Clubmitgliedern eignet, weil im Gegensatz zu anderen Touren in Häusern übernachtet wird. So kommt es oft vor, dass wir bei der individuellen Anfahrt mit anderen Seglern zusammen sind als in den Häusern und mit noch anderen auf den Booten. Gemeinsame Frühstücks- und Abendrunden beflügeln das ganze natürlich. Und: Trainings wie dieses sind nicht nur für erfahrene Segler*innen, sondern auch für Anfänger*innen hervorragend geeignet!

Dank an alle Teilnehmer und Organisatoren und hoffentlich auf ein Wiedersehen 2023.

Text: Hans-Christoph
Bilder: verschiedene Teilnehmer*innen

Rund Jütland & Fünen – Frühsommer ’22

Bangen bis nach dem Start.

Abstecher „Göteborg“ – Gastlandsflagge Schweden

Der erste Plan war schon etwas her, dann galt es Zeitraum, Crew und Yacht zu finden.
Alles hängt erschwerend mittelbar zusammen: Eine Yacht sollte der Crewgröße entsprechen und auch für den vorgesehenen Zeitraum (bezahlbar) zur Verfügung stehen. Die Crew muss in diesem Zeitraum auch frei nehmen können.
Ach so: der Plan beinhaltete außerhalb der Ferienzeit von Dänemark und NRW einmal Jütland und ggfls. zugehörige Inseln zu umrunden.
Eine rekursive Vorgehensweise führte zu folgender Lösung:
Eine 36″ Yacht ab Heiligenhafen für vier Wochen gechartert. Stammcrew: Ingo als Schiffsführer und Ekkes als Stellvertreter. Drei Mitsegler, Fritz, Peter & Ritchi, sind die ersten zwei Wochen an Bord, und wechseln dann gegen zwei andere, Dirk-Uwe & Marcus. Tauschen dann Koje gegen PKW – Bedingung dänisches Festland.

Charter-Vertrag unterschrieben, Großeinkäufe getätigt, Seesäcke gepackt, Seekarten besorgt (Dank an dieser Stelle für die Unterstützung durch den Fahrtenseglerobmann) sowie Gezeiten-Material und Routen durchgesprochen. Was kann da noch schief gehen?

Kurz vor Abfahrt ist der Schiffsführer „Corona Positiv“ !
Kurzfristig Video-Konferenz einberufen: erneut Pläne von A bis E entworfen und durchgespielt.
(schon mal vorweg: es gibt eine Bildergalerie zum Törn.)

„Rund Jütland & Fünen – Frühsommer ’22“ weiterlesen

Pfingstrosenregatta 2022

Nach Regen kommt Sonne

Pfingstrosenregatta bei bis zu Windstärke fünf!

Traditionell wurde am Pfingstmontag auf dem Aasee die zweite von sieben Regatten zur Vereinsmeisterschaft ausgetragen. In der Yardstick-Wertung traten Crews unterschiedlicher Bootsklassen gegeneinander an. Sechzehn Boote – vom Einhand-Optimisten oder Laser, Zweierteams aus Steuermann/-frau und Vorschoter*in im Schwertzugvogel, Folkeboot und Conger; Dreiercrew in der C55 bis zum Viererteam im Polyvalken segelten alle bei ordentlichem Wind, teilweise starken Böen, Regen und später dann Sonnenschein am heimischen Aasee die Plätze aus. Bei so manchem Zuschauer kam gar schon Nordseefeeling auf. Trotz der teils ruppigen Bedingungen blieben alle Segler*innen und Boote heil und der Spaß stand – wie immer – im Vordergrund. Endlich wieder gemeinsam (wett-)segeln!

Den ersten Platz belegten Martin Klüsener / Oliver Venherm im Schwertzugvogel, der zweite Platz ging ebenso an eine Schwertzugvogelbesatzung: Matthias Letzel / Fabian Eustermann. Den gefeierten dritten Platz errang der jüngste Teilnehmer Johannes Pfennig in seinem Optimisten. Die nächste Yardstick-Regatta findet am 26. Juni ab 14 Uhr statt.

Petra