Schutt happens 2022

Wo kann man schon nach Herzenslust Dreck, Staub und Lärm machen und sich anschließend wieder verdrücken? Aktuell natürlich beim Hansa.

Während unter der Woche die Bauleitung mit Rolf und Gerd sowie weiteren HelferInnen sich einen Durchbruch zu den Umkleideräumen des jeweiligen anderen Geschlechts freistemmte, rückten am Samstag die Hilfstruppen an, um den Bauschutt in den Container zu befördern.

In einer gnadenlosen Eimerkette wurden innerhalb weniger Stunden die Steine, Fliesen und Dreck auf den Parkplatz befördert.

Während die Generation „Rücken“ langsam ihren Rythmus gefunden hatte, flitze die Piraten- und Laserjugend flott die Treppen rauf und runter.

Wie geht es weiter? Ab Dienstag 29.11.22 werden wieder vormittags Stemmarbeiten durchgeführt. Hierzu bitte Rolf kontaktieren, Kontaktdaten findet Ihr im letzten E-Hanseaten. Am Samstag 03.12.22 ab 09:00 Uhr muss wieder die Eimerkette aktiviert werden. Jede Hand, egal welche Altersklasse oder Bootsklasse, wird gerne gesehen. Reinhart kümmert sich wieder um eine ausgewogene Verpflegung. Freuen wir uns gemeinsam auf moderne, helle, saubere und artgerechte Sanitärräume.

Thomas K.

Themenabend 1.12.2022

Die SHM-Themenabende WS 22/23 sind gestartet!
In der Einführungsveranstaltung am 24.11. im Clubraum wurden zunächst Historie, Hintergründe und Motivation kurz vorgestellt.
Anschließend ging es dann zwar stichwortartig, aber mit realem Hintergrund um die für die Wintersaison geplanten Einzelthemen.
Über Allem stand der weit reichende Begriff Seemannschaft.


Einladung zum 1.12.2022 um 19:30 in den Clubraum

Arbeitstitel: Medizinische Probleme an Bord
– Bin ich vorbereitet?
– Was gehört in die Bordapotheke?
– Was kann ich tun im Notfall?
– Wie bekomme ich Rat und Hilfe?

Diese Jahr wird nicht Manfred als Referent fungieren. Ihm danke ich hier für die sehr vielen Jahre, die er jeweils den 1. Themenabend der Wintersaison mit immer wieder neuen kleinen praktischen Übungen im Anschluss an das „Pflichtprogramm“ Bordapotheke gestaltet hat.
Zwar ist dieser Termin als Präsenzveranstaltung im Clubraum konzipiert, jedoch können sich Mitglieder alternativ per Zoom zuschalten.

Mit vorweihnachtlichem Mast- und Schotbruch
Ekkes

Lasertraining am Gardasee 2022

Auch in diesem Jahr haben sich die Laser des Landesleistungsstützpunktes wieder am Gardasee für ein gemeinsames Training getroffen. Die Vorfreude auf die sieben Trainingstage war groß. Der gute Wind am ersten Trainingstag wurde von allen genutzt, um sich an das Revier zu gewöhnen.

Am zweiten Tag drehte der Wind nachmittags nicht, sodass wir unsere zweite Einheit abbrechen mussten. Stattdessen machten wir mit dem Motorboot einen kleinen Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall, was für uns alle als ein schönes Highlight in Erinnerung bleiben wird.

Der nächste Trainingstag brachte wieder ordentlich Wind, so konnten wir uns vor dem Pausentag noch einmal richtig auspowern. Den Pausentag verbrachten die Segler unterschiedlich. Manche machten mit ihren Familien Ausflüge, andere gingen Katamaran- und Waszp-segeln.

Am Mittwoch hatten wir guten Wind und konnten weiterhin ordentlich an unserer Wellentechnik arbeiten. Ein weiteres Highlight der Gruppe war der Vorwindtag am Donnerstag. Wir segelten morgens mit Vento los und kamen bis Limone, als dann der Wind einschlief. Dort machten wir mit leckerer Pizza eine Mittagspause auf dem Wasser, bis der Wind gedreht hatte um am Nachmittag mit Ora wieder zurück zu segeln.

Zum perfekten Abschluss kam am letzten Tag nochmal sehr viel Wind. So konnten wir bei mehreren Rennen umsetzen, was wir bei Christoph gelernt hatten.

Insgesamt war das Training unter der Leitung von Christoph Möhring auch dieses Jahr wieder sehr gut, und wir konnten wertvolle Segelerfahrungen sammeln. Wir bedanken uns auch beim Landesleistungsstützpunkt für die gute Organisation und bei unseren Eltern für die gute Verpflegung und Organisation.

Ole Stappen

2022: Die Boote sind raus, neue Herausforderungen warten

Ruhe vor dem „Sturm“

Die Suppe am Samstagmittag im Hansa-Clubraum tat den vielen HanseatInnen gut, sicher auch das für sie bestimmte, verdiente Lob aus dem Munde von Olivier Kirchner, der in diesem Jahr „Boote aus dem Wasser“ prima organisiert hatte. Von der jugendlichen Piratengruppe bis zum erfahrenen Fahrtensegler – alle packten am vergangenen Freitag und Samstag mit an: die Boote sind im Winterlager, die Schwimmstege aus dem Wasser, die Außenanlagen und Clubräume aufgeräumt und gereinigt.

Es blieb auch noch genügend Zeit, um die Spinde, Garderoben und Bänke in den Segelkeller zu verfrachten, damit in Kürze Hammer, Meißel, Schaufel und Schubkarre zum Einsatz kommen können. Bekanntlich steht eine umfangreiche Sanierung in diesem Winter an.

Aufgeräumt.

Am Ende des gemeinsamen Essens gab es noch wichtige Infos:

Trotz herbstlicher Ruhe im Hansa-Hafen – gerade in diesem Herbst und Winter wird es viele aufregende, manchmal auch anstrengende Aktivitäten für die Hansa-Familie geben.

Geschafft!

Text: Karl-Heinz Kötterheinrich
Fotos: TeilnehmerInnen

Müde und voller Vorfreude – Absegeln 2022

06.11.2022
Bereits gegen 12 Uhr wurden die ersten ambitionierten Segler:innen am Hafen gesichtet, ein RS Aero lag segelklar am Laser-/Opti-Steg, Windfinder hatte mit 4-5 Bft nicht unrecht. Der Trubel in Umkleiden, Optikeller sowie auf und um den Steg kam zur Steuermensch-Besprechung gegen 13:30 Uhr kurz zum Stillstand, dann stand fest, es werden zwei Wettfahrten à zwei Runden gesegelt. 21 Boote hatten sich gemeldet – von Conger, c55, Laser bis Zugvogel nahezu alle Aasee-heimischen Bootsklassen. Besonders erfreulich waren die Meldungen von vier Laserseglerinnen unter dem internen Code „female power on laser“.

Der Trubel verlagerte sich langsam aufs Wasser. Trotz großzügiger Startlinie wurde es zu 14 Uhr merklich eng. Einige hatten mit den Böen zu kämpfen, an Peilung oder bevorteilte Startseite war zumindest für mich nicht mehr zu denken. Vor der Tonnenrundung die erste Kenterung eines Lasers (trocken!), zwei weitere folgten während des ersten Laufes. Die Raum-Rufe wurden auf dem langen Vorwindkurs hörbar weniger. Wenn nicht gerade durch die Bugwelle der Erstplatzierten ins Schwanken gebracht, bestand hier etwas Zeit zum Durchatmen und Genießen. Da die herbstliche Flaute schon vor drei Wochen den Aasee erreicht hatte, war ich fast nicht mehr an so viel Schotarbeit und Trimm gewöhnt. Mit rund 30 bis 40 Minuten Segelzeit je Lauf, langer Kreuz und Krängung kamen ganz sicher alle Teilnehmenden auf ihre Kosten.

Kaffee, Kuchen und Suppe zur Siegerverkündung runden meine erste Regatta ab. Danke an die Wettfahrtleitung und alle helfenden Hände. Ich habe ein faires, durchaus anspruchsvolles Segeln erlebt – so können wir verdient, müde und voller Vorfreude in die Winterpause gehen.

Text: Alex
Fotos: Sandra

Winterblues 2022? Der SHM hat etwas dagegen!

  • Die Tage werden kürzer. Bereits vor 17 Uhr geht die Sonne unter.
  • Das Wetter wird kühler und nasser, windiger, usseliger. Die Blätter fallen in Massen.
  • In einer Woche werden die Aaseeboote aus dem Wasser geholt und der Hafen winterfest gemacht.
  • Zeit für die Wintertristesse, den Winterblues, die Dunkelzeitdepression. JETZT unbedingt WEITERLESEN! Nicht betroffen davon? Trotzdem weiterlesen.

Denn wie in den „Asterix und Obelix“-Comics ein gallisches Dorf Widerstand gegen die römischen Besatzer leistet, so ist es auch beim Segelclub Hansa-Münster. Der SHM tut nämlich viel für’s Gemüt und leistet Widerstand, in diesem Fall gegen das schwarze Loch und das Einrosten!

Gestern war der Auftakt dazu. Die Vorbesprechung für die Segeltrainings 2023 fand trotz ungewohnten Wetters (es regnete) bei starker persönlicher und digitaler Beteiligung statt. Fahrtenseglerobmann Klaus Mechler, der die Veranstaltung organisierte und moderierte, war das Strahlen in den Augen auch noch in der hinteren Stuhlreihe des Clubraumes und für die per Zoom zugeschalteten Afficionados anzusehen, als er über den letzten Mittelmeer-Ausbildungstörn bei Levkas berichtete. Deutlicher und authentischer kann die Motivation für diese Clubaktivitäten nicht ausfallen.

Die Perspektive lautet: Saisonauftakt Ende März 2023 mit den bekannten „Hafenmanövern“ in Lemmer. Weniger als fünf Monate nur noch. Zahlreiche bekannte und neue Highlights schließen sich an. Jedes Mitglied ist herzlich eingeladen, sich das passende Training auszusuchen und sich anzumelden (im „eHanseaten 2022/53“ vom 2.11. gab es entsprechende Information). Aber aufgepasst: die Nachfrage ist riesig, wie ich bei meiner Anmeldung feststellte. Und die Anmeldelisten werden Mitte November geschlossen.

Nebenbei, aber nur scheinbar nebenbei, fiel gleich mehrfach der Begriff „Themenabende“, weil es auch obligatorische Veranstaltungen für die TeilnehmerInnen von „Hafenmanöver“ und „Rette sich wer kann“ geben wird. Ekkes schraubt schon fleißig am Programm, und es verspricht gewohnt abwechslungsreich und interessant zu werden. Demnächst soll es wieder losgehen. Neugierig geworden? Dann ist dieser Link goldrichtig.

Und weitere Deprikiller sind erhältlich beim SHM: Scheine, Scheine, Scheine. Ja, Geld wäre auch gut, aber es geht um Segelscheine, Funkscheine und die mysteriösen Pyroscheine. Und damit um die Voraussetzungen für neue Segelhorizonte und -erlebnisse, privat bzw. im Verein. Mehr Info hierzu gibt es auf unserer Webseite. Auch hier gilt: nicht lange fackeln, die Kurse gehen dieser Tage los.

Last but not least birgt auch der SHM-Kalender Abhilfemöglichkeiten gegen den Winterblues. Ich lese da z.B. „Winterfest“ Ende November und vieles mehr.

Leute, tummelt euch, gebt dem Winterblues keine Chance.

Hans-Christoph T.

Aaseepokal 2022

Ein gelungener Festakt

Nachdem auch der Aaseepokal in den letzten Jahren unter Corona-Einschränkungen gelitten hat, kehrte er dieses Jahr in seinem alten Glanz zurück!

Die Hansa Crews stapelten sich vor der Veranstaltung auf den noch verfügbaren Piraten, insgesamt sieben Crews verteilten sich auf fünf Booten. Und das Regattawochenende begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, kräftigen Böen und nur ein paar gelegentlichen Schauern. Nun ja, diese Schauer brachten zwischendurch auch Flautenfelder, welche während Melinas und meinen Wettfahrten am Samstag ihre Pracht präsentierten.

Doch der See war uns immer noch gut gesonnen, und wir konnten einen sechsten und siebten Platz ersegeln. Damit standen wir mit Jan-Bernd Hövener fast punktgleich … welcher auch auf unserem Piraten segelte.

Kleine Unterbrechung: Die Feier des Abends steht bevor und diese konnte sich sehen lassen. Nach gewohnter Tradition stand der Aaseepokal unter einem Motto, in diesem Fall das allseits beliebte Dschungelcamp. Somit verwandelte sich der Segelclub für einen Abend in einen Dschungel, bevölkert von exotischen Tieren, fragwürdigen „Prominenten“ und Meistern, die gefeiert werden mussten.

Nachdem die tropische Nacht erfolgreich geschlagen wurde, mussten die finalen Wettfahrten und Platzierungen eingefahren werden. Die Flautenfelder vom Vortag hatten sich ebenfalls verabschiedet, und bei Sonne und einer Vielzahl kräftiger Böen wurde der Dschungelkönig ausgefochten. Dieser bewegte sich wie ein Panther durch sein Territorium, denn Carsten Wiegel (SCM) zusammen mit Thorsten Krug (SCM), ließ mit einem 1., 1. und 3. Platz keine Zweifel, wem die Krone zusteht. Das bootsinterne Duell gegen Jan-Bernd und Katrin Schützendorf konnten Melina und ich noch knapp für uns entscheiden, und wir belegten den 10. Platz, direkt vor Jan Bernd und Katrin auf dem 11. Platz.

Ein schönes Wochenende mit spannenden Wettkämpfen, einer großfamiliären Stimmung an Land und einer sehr gelungenen Feierabendstimmung. Danke an die Organisatoren, und wir freuen uns auf die nächste Saison!

Nur noch die „Letzten Helden“ werden im November in Hamburg gefunden, und danach endet die Saison für die Hansapiraten. Ein ausführlicher Bericht erscheint wieder in der Druckversion des HANSEATEN.

Josh und Melina (GER 4398)

„Abwechslungsreiche“ und gelungene Premiere des Hansa Cup 2022

Punktesammeln für Deutsche Meisterschaft und Münsteraner Segel-Stadtmeisterschaft

Am vergangenen Wochenende begrüßten wir 13 Crews aus Duisburg, Krefeld und von den beiden Aasee-Segelvereinen aus Münster. So unterschiedlich die Ambitionen der Segelnden, so unterschiedlich zeigte sich auch das münstersche Wetter. Es sollten bis zu fünf Wettfahrten mit möglichst drei Runden auf dem Up-and-down-Kurs gesegelt werden. Die erste Wettfahrt startete bei böigem Wind von drei bis vier Windstärken am Samstag gegen 14 Uhr. Die bestplatzierten Boote erzielten Geschwindigkeiten bis zu sieben Knoten (ungefähr 14 Km/h). Es wurde taktiert und um Positionen gekämpft. Jury-Obmann Markus Jenki konnte dennoch von allen Beteiligten faires Segeln beobachten.

Steuermann Benjamin Auerbach und Vorschoter Uwe Horstmann von der Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen e.V. (WRK) konnten die Runde für sich entscheiden. Gefolgt von unserer Hansa-Crew Martin Klüsener / Oliver Venherm, die sich zudem berechtigte Hoffnungen auf die Verteidigung der Stadtmeisterschaft machte. Zusammen mit der Wertung bei der Regatta „Westfälischer Friede“ Ende September auf dem unteren Aasee beim Segelclub Münster (SCM) wurde der Titel nach 2007 erstmals wieder bei der Premiere des Hansa Cup ausgesegelt.

Im Verlauf der zweiten Wettfahrt schlief der Wind nahezu ein und die Wettfahrtleitung um Fabian Eustermann entschied sich zu einer Bahnverkürzung. Aus den geplanten drei Runden wurden eineinhalb und die Nerven der Segelnden ordentlich strapaziert. Ganz andere Rahmenbedingungen, aber gleicher Sieger. Wiederum segelte das Boot der Crew um Benjamin Auerbach als erstes über die Ziellinie nun nahe der Torminbrücke.

Im Gegensatz zu ausgeschlafenen SeglerInnen konnte der Wind am Sonntagmorgen nicht begrüßt werden. Zum großen Bedauern, nicht nur von SHM-Organisator Richard Höpper und seinem Team, mussten die Wettfahrten drei bis fünf leider mangels Windes ausfallen. Alles Hoffen und Flehen nützte nichts. Bei dem erzwungenen Verweilen an Land herrschte jedoch keine Flaute an Lob für Organisatoren und Ideen für die kommende Saison.

Nicht nur die Premierensieger Auermann / Horstmann wollen auch bei der zweiten Auflage des Hansa Cup 2023 wieder an den Start gehen. Auch das erfolgreiche Stadtmeisterduo Klüsener / Venherm will seinen Titel erneut verteidigen. Nach drei Jahren coronabedingter Pause dürften sich einige Teams auch auf der Landes- und Deutschen Meisterschaft in 2023 erneut messen.

Text: Petra U.
Fotos: TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen

Hier gibt es eine Bildergalerie auf Google Drive (Link ist bis Ende November gültig).

Aasee 2022

Nicht ernst gemeinte Gegendarstellung zum Beitrag Kanada 2022

„Es ist kalt draußen“, meinte meine Frau, als sie durchgefroren vom Fahrrad stieg. Ich fühlte ihre Hände und beschloss, die wärmere Jacke, winddicht als Zusatzeigenschaft, anzuziehen. Auf dem Aaseetörn, wir schreiben den 19. Oktober mittags, stellte sich heraus, die brauche ich gar nicht: die Sonne schien mit aller Herbsteskraft, der Wind war irgendwo in den entfernteren Seegefilden. Und wenn er sich auf das Wasserniveau herniederließ, brauchte es bekanntermaßen und gewässertypisch nur wenige Minuten, bis auch der „Schattenmann“ an Bord nach dem nächsten Manöver wieder in der wärmenden Sonne saß.

Skipper und Vorschoter erlebten auf der „Luna“ von jetzt auf gleich einige vorhersehbare und einige besondere Vorkommnisse. Wind von 0 Bft (spiegelglatt) bis 4 Bft (sagenhaft) in Böen – ja, da mussten wir schon aufpassen mit Vollzeug. Spaß inklusive, wann passt das bei uns mal so zusammen? Anluven, abfallen, am Wind, mit halbem, raumem und vor dem Wind, geplant und ungeplant wenden, sogar Halsen und Q-Wenden kamen zur Anwendung. Nur so wird man Manövermeister.

Foto (siehe unten)

Farbenrausch wie im indian summer des stärkst besuchten Nationalparks weltweit, dem Great Smoky Mountains National Park. Himmelsfarben wie auf den Seychellen, die wir gerade im Status von Freunden sahen, aber hier verfeinert mit Wolken- und Zirrengebilden, die mich an die New Yorker U-Bahn-Station Oculus am One World Trade Center erinnerten. Landende Gänseschwärme in 20 Metern Nähe und auf Augenhöhe, wie mit einem Spektiv beobachtet. Silbrig schimmernde Mövenansammlungen, die Norderneyer neidisch machen würden. Kranichschwärme im Viertelstundentakt, akustisch und optisch erlebbar wie in der Diepholzer Moorniederung oder in Mecklenburg-Vorpommern. Kirchendreifaltigkeit von Überwasser, Dom und Lamberti in sanften Herbsttönen, umrahmt von wohlgeformten bis spirrigen Bäumen entlang des Sees, Bildern der Malergruppe „Der blaue Reiter“ Konkurrenz machend. Auch einige der afrikanischen big five ließen sich ob der goldenen Herbsteszeit nicht lumpen und artikulierten sich lautstark. Ach so: und schneegleich fallendes Laub auf den Rasenflächen. Dazu übermütige Passanten, die aus lauter Lust am Wetter einen kleinen Stein auf der Wasseroberfläche zum Hüpfen bringen wollten.

Gut, Wale haben wir nicht gesehen. Geschenkt, die passen ja auch nicht in unser Flachgewässer. Baumstämme schon. Auch treibend. Denn wenige Meter neben uns, nahe der Flachwassertonne, knickte eine Windbö einen dicken Baumstamm ab, der dicht neben uns unter Getöse ins Wasser klatschte. Dafür konnten wir den daneben sitzenden Angler dabei beobachten, wie ihm die Farbe aus dem Gesicht wich.

Ansonsten Ruhe. Wie in der arabischen Rub-al-Chali oder im Steinwüstennachbau des Bremerhavener Klimahauses. Gelegentlich unterbrochen, Revierkenner ahnen es, durch Autogehupe und Rettungsfahrzeuge mit Martinshorn: willkommen Realität. Sonst – windabhängig – stumme oder raschelnde bis rauschende Bäume im Wind, Geglucker am Bug bis hin zu veritablem Geplätscher entlang des Rumpfes bei schneller Fahrt. Vogellaute aller Art, immer und überall.

Und das i-Tüpfelchen: kein anderes Boot, keine „Soolaris„, ja doch am unteren Seeteil einige – weit weg. Jedenfalls bis halb vier, dann wurde es voll auf dem Wasser, auch ohne Gruppentraining. Selten gesehene 7 (in Worten „sieben“) Boote gleichzeitig unter weißen Segeln auf manchmal karibisch bläulich schimmerndem Wasser; oder leuchten die Farben in der Bretagne so? Nach 180 Minuten Einsamkeit, die Klaus Imbecks „GEO„-Bericht 1989 über die australische Outback Police entnommen zu sein schienen, in dem er Constabler Mark Butler zitierte, der über den verdammten Verkehr fluche, wenn ihm in vier Stunden zwei Fahrzeuge begegneten, wurde uns das zu trubelig, und wir strichen die Segel. Zu Beginn des Heimweges in Münsters Südosten fragte ich mich zunächst, wo die restlichen über 300.000 Münsteraner wären, stellte dann aber fest: alles beim alten, sie sind auf den Straßen unterwegs.

So toll kann Aaseesegeln sein! Wir berichten übrigens nicht im gedruckten HANSEATEN.

Text: Hans-Christoph T.
Foto: entfällt, Handy war im Spind, so ein Mist

Gewitter & andere Überraschungen – Dümmer Finale 2022

Die Wettervorhersage für das Wochenende des Dümmer Finales der Piraten und Conger (1.-3.10.) sorgte bei uns für Vorfreude und Befürchtungen. Zum einen sollte wunderbarer Wind sein: 5-6 Windstärken, also perfekt für viel Spaß. Zum anderen war dauerhafter Starkregen angesagt, und wir litten bereits letztes Jahr unter vollgelaufenen Zelten. Doch kurz vor der Abreise wendete sich die Regenvorhersage, und es sollte nur noch vereinzelte Schauer geben und nachmittags vielleicht ein Gewitter vorbeiziehen. Also fuhren Josh und ich, Melina, frohen Mutes samstags zu der dreitägigen Regatta. Die einzige Ungewissheit war, ob der See genügend Wasser hatte, um nicht mit dem Ruder aufzusetzen. Von einem ganz runtergelassenen Schwert hatten wir uns innerlich schon verabschiedet. 

Nachdem das Boot flott abgeladen und aufgebaut war, konnten wir sogar noch im Trockenen das Zelt hinstellen. Auf dem Wasser indes dauerte es nicht lange, bis die ersten Tropfen fielen. Das störte aber nicht weiter, da wir mit einem Mordsspaß gerade mit Spi den See entlang flogen. 

Der erste Start wurde recht pünktlich angesagt und Josh, nach Ewigkeiten nochmal am Steuer, fasste den Plan, am Startschiff zu starten. Etwa 20 Sekunden vorm Start, ich zählte gerade laut die Zeit runter, waren wir noch immer leicht rechts vorm Startschiff mit einigen Booten links, die auch dort starten wollten. Plötzlich hörte ich nur von hinten ein „Passt das?!“ von Josh und trotz meines vehementen Neins schoss er zwischen Booten und Startschiff durch die Lücke zur Linie – leider 10 Sekunden zu früh, denn abfallen oder bremsen ging nicht mehr. Und schon war klar, dass wir gerade einen Frühstart vom Feinsten hingelegt hatten, immerhin ohne jemandem wirklich behindert zu haben. Entsprechend bedröppelt waren wir, als wir nach der Rückkehr zur Startlinie als Vorletzte über die Linie segelten (ein anderes Team war viel zu spät zum Start gekommen und winkte uns fröhlich zu, während auch sie starteten).

So war der Start zwar ein kleines Fiasko, aber wir ließen uns den Spaß nicht nehmen und hatten bereits kurz vor der Luvtonne das eine oder andere Boot eingeholt. Optimistisch baute ich also den Spibaum an. Da kam schon wieder eine Überraschung von hinten: wieso zögerte Josh, den Spi zu ziehen? Zu viel Wind? Nicht in meiner Welt! Schließlich hatte ich in diesem Jahr schon bei mehr Wind den Spi oben, vertraute vollkommen auf unser beider Fähigkeiten und überzeugte Josh, einfach das Teil hochzuziehen (Dass nur ich den Trockenanzug angezogen hatte, ignorieren wir mal geflissentlich). Ab da ging es bergauf; nicht nur die Laune stieg mit jeder Welle, auf der wir entlang bretterten, sondern auch unsere Platzierung wurde immer besser und wir rasten an allen ohne Spi oder ohne Welle vorbei. Nach drei Runden hatten wir den zehnten Platz erreicht und waren sichtlich stolz, aber auch etwas überrascht, dass der Frühstart keine Hürde gewesen war. 

In der Pause zum zweiten Lauf entdeckten wir eine schwarze Wolkenwand am Himmel. Kein gutes Zeichen, aber es schien, als würde sie vorbei ziehen. Einige Zeit später sahen wir jedoch plötzlich AP über H am Startschiff, also ab in den Hafen. Die Wettfahrtleitung hatte scheinbar Infos, die wir nicht sahen. Entsprechend versuchten wir, zügig zum Hafen zu segeln. Ein kleiner Umweg musste jedoch sein, da wir abseits des Wertfahrtgebietes sonst mit dem Ruder aufsetzen würden. Etwa 100 m vorm Hafen holte uns dann das Gewitter ein, und wir holten schnell die Segel runter. Währenddessen kenterten einige Piraten und Conger; der Wind wurde unglaublich stark, die Blitze gleichzeitig mit Donner, und der Regen verwandelte sich in Hagel. Insgesamt war es also so laut, dass der zwei Meter weiter in luv stehende Josh mich absolut nicht mehr verstehen konnte. Zum Glück kam der Wind weiterhin auflandig, und so trieben wir flott in den Hafen und mussten nicht gegen den Wind schieben (paddelnd hätten wir keine Chance gehabt).

Insgesamt war es eine Erfahrung, die ich ungern wiederholen möchte. Es ist letztlich nichts Ernsteres als ein kaputtes Deck bei einem anderen Piraten passiert. Trotzdem war der Anblick von etlichen gekenterten Booten während eines Gewitters recht beklemmend. Mir war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, ob die Boote absichtlich gekentert waren, um einem Blitzschlag abzuwenden oder ob die Böen alle umgerissen hatten. Gut, dass Josh super kompetent ist und das Boot stets im Griff hatte. 

Die nächsten Tage verliefen ruhiger; wir segelten mal mehr, mal weniger zufriedenstellend, und der Wind war auch etwas gezähmter. Einige Winddreher sorgten für Haareraufen, da eine Wettfahrt in einem Straßenbahnrennen endete, da der Wind so weit gedreht hatte, dass viel taktisches Segeln nicht mehr möglich war. Auch zerrte ein Lauf an unseren Nerven, da manchen die Bedeutung von Bahnmarkenraum plötzlich fremd geworden war.

Die Platzierungen in den Wettfahrten waren immer bunt durchmischt, da viele Teams ähnlich gut und erfolgreich waren und auch die besten Teams sich immer wieder von hinten nach vorne kämpfen mussten. Trotzdem können wir auf sechs schöne Wettfahrten und drei Tage mit einer tollen Gemeinschaft und leckeren Buffets beim Abendessen zurückblicken. 

Wir gratulieren herzlich den Siegern Fynn (SVB) und Henrik (ABC), den Zweitplatzierten Andreas und Martin (WVG) und den Drittplatzierten Torsten (SVK) und Tobias (WVG). 

Bericht: GER 4398 (Melina & Josh)

Was lange währt… Segelausbildung 2022

Vor fast einem Jahr fing es im Winterhalbjahr im Vereinshaus bzw. online per Zoom mit der Segeltheorie an, setzte sich im Sommerhalbjahr mit dem Erlangen der Segelpraxis und dem Üben der Manöver und Knoten fort und fand am 8.10.2022 seinen Abschluss: Elf Hansa-Mitglieder wagten den Schritt vor die PrüferInnen des DSV-Prüfungsausschusses Münster und wollten ihre Segelausbildung beim SHM mit dem zu bestehenden Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) krönen. 

Die Prüflinge waren angespannt, die Prüfer wohlgesonnen und die verschiedenen vereinseigenen Prüfungsboote wurden rechtzeitig aufgeriggt, so dass die Prüfungen pünktlich um 12 Uhr beginnen konnten. Dazu kam das Prüferteam sogar zu uns an den westlichen Aaseeteil! Tampen für die Knotenkundeprüfung und ein Motorboot lagen auch bereit – es konnte losgehen.

Das Wetter machte recht gut mit. Es bot Sonne, Wolken, angenehme 15 Grad Lufttemperatur und um drei Windstärken aus West auf, die auf dem Heimat- und Übungsgewässer Aasee wie gewohnt nur teilweise und verwirbelt ankamen. Das Ganze wurde garniert von dem einen oder anderen Schauer…

Zu guter Letzt bestätigte sich wieder der Spruch „Ende gut. Alles gut.“ Denn alle SHM-Aspiranten bestanden die praktische Prüfung! Ob das Resultat souverän oder nicht ganz so erbracht wurde, interessierte nach der Verkündung des Ergebnisses sowieso niemanden mehr; dafür war die Freude viel zu groß. 

Der SHM gratuliert zur bestandenen Segelprüfung:

  • Melih Bayat
  • Christian Daiber
  • Anton Deisel
  • Daniela Gwozdz
  • Etienne Krohmann
  • Luca Krüger
  • Linda-Maria Möller
  • Lukas Nolte
  • Friederike Obracaj
  • David Lukas Stark
  • Nyasha Tim Thiemann

Mögen die neuen SegelscheinbesitzerInnen allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben!

Möglich wurde das alles aber nur mit kräftiger, ehrenamtlicher (!) Unterstützung unserer Theorie- und Praxisausbilder sowie unseres engagierten Ausbildungsleiters. Dafür danken der Verein und die SegelschülerInnen:

  • Thomas Balzer
  • Reinhard Baum
  • Christian Baumgart
  • Henry Fock
  • Richard Höpper
  • André Kemler
  • Rolf Köster
  • Thomas Köster
  • Timo Kösters
  • Ralph Matschke
  • Dirk Mielke
  • Rupert Osterhaus
  • Leo Schürmann
  • Maik Senger
  • Günter Terwey
  • Hans-Christoph Tielbaar
  • Klaus Veelker

Und da nach der Ausbildung vor der Ausbildung ist, starten in den nächsten Tagen die neuen Ausbildungskurse des SHM für unsere Mitglieder. Das Angebot ist gewohnt umfangreich und hat garantiert für jede/n etwas zu bieten.

Weitere Information gibt es hier:

Text: Hans-Christoph T.
Foto: Günni T.