
Vom 7. bis 9. März fand in Faaborg (Dänemark) die Winner Team Clinic statt. Faaborg liegt an der Ostsee, auf der Insel Fünen in der sogenannten „dänischen Südsee“, die ich bisher nur von der Wasserseite kannte, etwa zwei Stunden von Flensburg entfernt. Es ist die Heimat der Winner Optimisten, die hier gebaut und in die ganze Welt verkauft werden. Das dreitägige Training, welches Winner jedes Jahr für seine Winner-Team-Segler veranstaltet, wurde dieses Jahr von rund sechzig Segler*innen aus verschiedenen Ländern besucht. Hier segeln die Winner-Team Mitglieder normalerweise erstmalig ihre neuen Boote. Auch ich segelte an diesem Wochenende erstmalig meinen neuen Opti, der mir von meinem Verein vor wenigen Tagen zur Nutzung für dieses Jahr übergeben wurde. Denn: ein paar Plätze stehen bei dem Training auch Seglerinnen und Seglern zur Verfügung, die nicht im Winner Team sind. So kam es, dass dank der Unterstützung von Gerd Eiermann sowohl Lars Rohde (ETUF) als auch ich dort teilnehmen durften und uns auf den Weg zum gut 500 km entfernten Trainingsort machten.
Schon bei der Einreise gab es eine kurze Aufregung: dänische Grenzbeamte winkten uns heraus und fragten, was wir hier machen und wo wir hinwollen. Doch nach kurzer Kontrolle von Personalausweis und Führerschein durften wir dann einreisen.

In der Nacht hatte es gefroren, und am ersten Morgen befand sich im Hafen eine dünne Eisschicht auf dem Wasser. Los ging es mit einem Treffen, an dem sich die Trainer (welche aus Dänemark und Griechenland kamen) vorstellten und mit uns den Plan für das Training besprachen. Das Briefing sowie das gesamte Training fand übrigens auf Englisch statt – hier musste ich noch schnell ein paar Vokabeln lernen (tack – wenden, jibe – halsen, more angle – höher zum Wind…).

Die Wettervorhersage meldete viel Sonne, blauen Himmel, sowie (leider nur) leichten Wind. Nach dem Briefing ging es dann direkt auf Wasser. An diesem Tag sollte es zwei intensive Einheiten auf dem Wasser mit Mittagspause an Land geben, jedoch merkten wir, als wir zur zweiten Einheit rausfuhren, dass der Wind weg war, sodass wir dann an Land Theorie mithilfe von am Vormittag gemachten Drohnen-Aufnahmen machten.

Am Morgen des nächsten Tages war zu Beginn der Wind noch zu schwach zum Segeln, daher gab es zunächst einen intensiven Rigg- und Trimm-Check. Jedes Boot wurde hinsichtlich seines Trimms gründlich durchgeschaut und es gab viele wichtige Tipps. Dann kam endlich Wind auf und wir fuhren weit aufs Wasser raus zu einer langen Trainingseinheit. An diesem Tag machten wir drei Wertungsläufe. Auch heute gab es nach der Wassereinheit an Land ein intensives Debriefing, wieder auch mit den von den Trainern gemachten Video- und Drohnenaufnahmen.

Im Anschluss daran wurden wir eingeladen, eine Tour durch die Winner-Fabrik zu machen, in der uns alles über die Herstellung eines Winner-Optimisten erklärt wurde. Es war sehr spannend, die unterschiedlichen Schritte in der Herstellung eines Optis zu sehen. Der Abend endete am Club mit einem leckeren Dinner und im Anschluss daran gab es einem Wettbewerb „e-sailing“, einem Segelsimulationsspiel auf dem iPad, bei dem man seine Taktik und Strategie verbessern konnte.

Am letzten Tag – bei etwas mehr Wind – machten wir wieder eine lange Einheit auf dem Wasser inklusive eines weiteren Wertungslaufs. Gegen 14:30 Uhr kehrten wir in den Hafen zurück, bauten zunächst unsere Boote ab und verluden diese für den Heimtransport, bevor es zum letzten Debriefing (mit vielen weiteren Tipps der Coaches und nochmals mit an diesem Tag gemachten Drohnen- und Videoaufnahmen) und zur Siegerehrung der vier Wertungsläufe ging.
Ich finde, es waren – trotz etwas wenig Wind – anspruchsvolle drei Tage mit Top Segler*innen aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande, Schweiz, Irland, Tschechien und Deutschland. Ich bin sehr zufrieden mit dem Training und mit meiner Leistung, da ich mich in dem starken Feld der Winner-Team Segler im vorderen Drittel einsortieren konnte. Müde, aber glücklich haben wir uns dann am Nachmittag auf den Heimweg begeben.

Eine kleinere Überraschung gab es dann noch: anstatt den längeren Weg über die Brücke zu nehmen, erwischten wir rechtzeitig die Fähre und konnten so noch die Fährüberfahrt über den Kleinen Belt genießen.


Ich danke dem Segelclub Hansa Münster, dass er mich in diesem Jahr mit einem neuen Boot unterstützt, und freue mich riesig auf diese Segelsaison!
Carl-Anton Stollner