19.10.20
Beer Can Racing

Beer Can Racing

Tja, wir können leider nicht behaupten, es erfunden zu haben: beer can racing. Vermutlich waren es Neuseeländer oder auch Amerikaner, die zuerst auf die Idee gekommen sind, statt langer schwerer offshore Regatten kurze Rennen in Küstennähe oder sogar im Hafenbecken um die Tonnen zu veranstalten (daher auch „round the cans“). Kurze Rennen in geschützten Gewässern, an denen kleine und große Boote, Rennyachten und Familiencruiser gleichermaßen teilnehmen können. Das unterschiedliche Geschwindigkeitspotential der Boote wird über einen Verechnungsfaktor ausgeglichen. Um die Arbeitswoche erträglich zu machen, finden diese oft in der Mitte der Woche statt als Mittwochsregatta (wednesday night races). Am Aasee ist die Wochenmitte allerdings am Sonntag. Eine andere berühmte Mittwochsregatta hingegen ist am Donnerstag, vor Newport Beach. Berühmt auch deshalb, weil die örtliche Harbor Patrol regelmäßig dem halben Regattafeld Strafzettel wegen Geschwindigkeitsübertretung im Hafenbereich gab, bis man einen Kompromiss fand: die Segler nutzten die Hafeneinfahrt der Harbor Patrol nicht mehr als Zielmarke und die Polizisten lernten segeln.

Europe, Laser, SZV, Conger, Fam und 470er am Sonntag bei der Mittwochsregatta; alle rechtzeitig an die Startlinie

Ein großes Segelmagazin hat einmal 10 wichtige „Gebote“ für die Mittwochsregatta aufgestellt. (Latitude 38: 10 Commandmends of Beercan Racing, http://www.latitude38.com/misc/10Command-opt.pdf). Am Sonntag segelten 12 Boote im Geist dieser Mittwochsregatten: ernsthaft und ambitioniert auf dem Wasser, intensiv jeden übersehenen Winddreher oder taktischen Fehler im Nachhinein diskutierend, zugleich aber mit Spaß und Guter Laune und immer offen für neue Segler und Kontakte im Verein. Also wer möchte, einfach anmelden unter -> Regatten -> Yardstick und mitmachen.

Das zweite „Gebot“ der Mittwochsregatten erlebbar gemacht: „Du sollst die Regattaregeln ehren, wenn Du sie denn kennst.“