Flottille Mittelmeer 2019 – Sardinien – 2. Woche

Sardinien 19 Woche 2 TrackÜber die zweite Woche berichten dieses Mal „Wiederholungstäter“ (Hermine & Gerd). Wir waren mit Ellen und Michael (vgl. Bericht zur 1. Woche) zusammen auf der „Bartok“. Ekkes war unser Skipper. . . . .

Samstag, den 12.10.2019 – Porto Pollo (Porto Puddu)

Delphine als Begleiter
Delphine als Begleiter

Nachdem die neuen Crews an Bord waren, gilt es Überlegungen für die zweite Woche zu treffen. Die Betreiber der Marina in Cannigione waren nicht sehr freundlich, die sanitären Anlagen waren auch schon dicht. Die Skipper haben dann in Ihrer täglichen Runde entschieden am gleichen Tag auszulaufen und nach Porto Pollo (Geheimfunk = Hühnchenbucht) zu gehen.

Ellen nicht zu bremsen

Auch die „Alveranga“ hat sich nach langem Zögern aufgrund der Vielzahl an Neulingen diesem Plan angeschlossen.
Zunächst unter Segel, dann unter Motor ging es hinaus aus der Bucht. Ein Delfin begleitete unsere Ausfahrt. Am Ende der Bucht kommt Wind auf und Ellen verfällt alsbald in einen Halsenrausch.

Stille in der Ankerbucht
Stille in der Ankerbucht

In Porto Pollo heißt es zunächst erst einen sicheren Platz zum Ankern zu finden. Die Karten waren nicht sehr genau. Auch im laut Karte tiefen Wasser fanden sich nicht gekennzeichnete Unterwasserhügel bis auf 2 Meter. Die Karten schweigen hierzu. Wir haben uns mit der Bartok in die Nähe von nicht benutzen Bojen gelegt. Um das Swojen in der Nacht zu unterbinden, brachten wir einen zusätzlichen Heckanker aus. Spannend! Das habe ich bisher noch nicht erlebt.
SonnenuntergangNach getaner Arbeit genießen einige noch ein Bad in der untergehenden Sonne. Überall auf den Booten werden die Fotoapparate gezückt um den tollen Sonnenuntergang im Bild fest zu halten. Es sollte nicht der letzte sein! Die Neuankömmlinge sind ziemlich platt und es geht früh in die Kojen.

Sonntag, 13.10.2019 – Auf nach Bonifacio

Das Wetter für den Sonntag verheißt Gutes, wir können nach Bonifacio. ZweitankerSo kommen auch die neuen Crewmitglieder in den Genuss dieses Highlights. Nach einer ruhigen Nacht und einem schönen Sonnenaufgang heißt es kräftig frühstücken, denn es liegt noch Schwerarbeit vor uns. Der recht große Heckanker mit 15m Kette muss von Hand aufgeholt werden. Bloß wie, ohne größere Schäden an Badeplattform anzurichten. Michael hatte die zündende Idee. Unsere Laufplanke war ein längeres Schalbrett. Wir legen die Planke auf die Plattform und ziehen die Kette dann über die Kante der Planke. Der Plan war gut, wir haben den Anker dann ohne Beschädigung der Plattform aufholen können. Zweit-Anker in der Backskiste verstauen, Buganker auf und auf geht es nach Bonifacio.

Bonifacfestung bei Nacht
Bonifacfestung bei Nacht

Der Wind steht gut und wir erreichen schon gegen Mittag Bonifacio. Die Einfahrt in den Hafen ein absolutes Highlight, man muss es einmal erlebt haben. Alle Boote finden einen passablen Liegeplatz und gehen auf Erkundungstour. Man hat ja beim ersten Mal noch nicht alles gesehen. Gegenüber der ersten Woche gibt es dieses Mal leider mehr Wolken. Geblieben ist das markante Pink der angestrahlten Oberstadt.

Montag 14.10.2019 Cala Liscia

Unser Ziel ist heute die Bucht Cala Liscia auf Sardinien. Sollte der Wind nicht mitspielen, hatten die Skipper noch zwei weitere Alternativen ins Auge gefasst. Nach dem Frühstück sind Hermine und Georg noch kurz verschwunden um unsere Verpflegung zu ergänzen. Georg kocht heute Abend. Der Wind steht gut, unter gerefften Segeln geht es wieder zurück nach Sardinien.

Kitesurfer in Action
Kitesurfer in Action

Auf unserer Route mussten wir zwei Holeschläge einbauen. Unterwegs haben wir mit dem Peilkompass und die Kartennavigation geübt. Wir kamen als zweites Boot in der Bucht an. Unser Ziel war es vor der kleinen Halbinsel Isuledda zu ankern um gegen Wind etwas geschützter zu sein. Die „Czesanne“ hatte schon geankert und wir versuchten in der Nähe unser Glück. Nach vier Fehlversuchen mit viel Kraut am Anker sind wir etwas mehr Richtung Strand gegangen. (Ja, Ekkes beim nächsten Male machen wir nur drei Versuche.)

Windsurfer auf dem Foil
Nur fliegen ist schöner

Hier hielt der Anker sofort im ersten Versuch im Sand. Die restlichen Boote fanden nach diversen erfolglosen Versuchen in der Nähe der „Czesanne“ dann auch schnell eine sandige Stelle in unserem Umfeld zwischen dem Seegras. Es gab noch reichlich Wassersportaktivitäten in der Bucht. Begrüßt wurden wir von einem lässigen Surfer mit einem Foil.
Die Zeit bis zum Abendessen wurde für Schwimmen und Dinghifahren genutzt. Michael und Hermine konnte eine Dinghicrew vor einem längeren Rudermanöver bewahren und schleppten sie zurück zum ihrem Boot. Abends zaubert Georg für uns ein leckeres Abendessen. Wir fallen müde und gesättigt in unsere Kojen.

Dienstag 15.10.2019 La Maddalena – Gala Gavetta

Spur der Bartok beim Manövertraining
MOB und Bojen Manöver

Für Donnerstag ist eine Schlechterwetterfront mit Böen bis 8 Beaufort angesagt. Die bisherigen Wetterberichte stimmten immer, die Skipper entscheiden sich daher für einen sicheren Hafentag in La Maddalena. Unser Commodore in Person von Klaus hat für uns Liegeplätze im geschützten Hafen von Cala Gavetta gesichert.
Es ist ein kurzer Schlag und fast Flaute. Wir üben ein Boje über Bordmanöver unter Motor und das rückwärts Anlegen an einer Boje. Über Bonifacio türmen sich Wolke auf und die Front kommt auf uns zu.

Wolkenbruch
kurz aber sehr heftige Schauer

Wir beenden die Manöver überlegen wirklich nur ganz kurz, ob wir in einer Bucht noch Ankermanöver fahren können. Der Blick nach achtern besagt nichts Gutes. Wir sehen zu, dass wir nach La Maddalena kommen.
Kaum haben wir festgemacht, da entlädt sich das Gewitter mit Starkregen und Blitzen rund um den Hafen. Nach 30 Minuten ist alles vorbei.

Inspiriert vom vorherigen Abend erklärt sich Ekkes bereit ein Abendessen mit Fisch und einem Stück Fleisch für den Nicht-Fisch-Esser zu gestalten. Fischessen mit Ekkes ist in der Flottille bekannt. Er zauberte uns Tintenfischringe, Doraden, Schwertfischsteaks und Lachs auf den Tisch. Dazu ein guter sardischer Weißwein – ein wundervoller Abend. Nachts frischt der Wind auf. Gut, dass wir unser Boot mit zusätzlichen Heckleinen gesichert haben.

Mittwoch 16.10.2019 La Maddalena – Cala Gavetta

Hafentag, es weht ein kräftiger Wind. Wir teilen uns auf um den Tag zu verbringen. Steffi und Karsten suchen ein Restaurant für das Flottillen Essen, Georg erkundet den Ort, Ekkes besucht andere Boote. Ellen, Michael und wir beiden entscheiden uns für eine E-Bike Tour rüber nach Caprera. Andere Boote gehen wandern auf Caprera oder erkunden die Insel mit dem Motorroller. Über die Brücke geht es hinüber nach Caprera. Die E-Bikes bewähren sich schon auf den ersten Anstiegen. Wir fahren zunächst fast bist zur Südspitze. In der Bucht Cala Andreani machen wir eine Badepause.

Ausflug
Ausflug auf Maddalena – Traumbucht

Eine Traumbucht – mit weniger Wind hätten wir dort länger verweilt. Weiter geht es gen Norden. Bei einem Kaffeestop treffen wir einen Teil der „Brahms“ Crew, die mit dem Motorroller unterwegs sind. Auf einer abenteuerlichen nicht asphaltierten Abfahrt geht es wieder hinunter in Richtung Brücke und vor dort zurück zum Boot. Eine schöne Tour, die sich Michael ausgedacht hat und eine willkommene Abwechslung.

Flottillenessen Woche 2
Das „I Curciareddhi“ wird besetzt

Abends treffen sich die Boote beim gemeinsamen Flottille Essen im „I Curciareddhi“ in der Nähe des Hafens. Wir besetzen den ganzen Innenraum und genießen Pizza, Pasta und …
Klaus lässt die zweite Woche Revue passieren und bedankt sich den Skippern, Co-Skippern und den Organisatoren. Ohne sie wäre das Alles nicht möglich

Donnerstag 17.10.2019 Cala Di Volpe

Wir vorhergesagt folgt nach dem starken Wind der letzten beiden Tage wieder Schwachwind. Segeln konnten wir erst kurz vor dem Erreichen der Bucht.

Cala Volpe
unsere schönste Ankerbucht

Die Mooringfelder der Saison sind schon eingeholt, so dass wir ankern. Das Ankermanöver gelingt im ersten Versuch und wir genießen den freien Blick in alle Richtungen. Das smaragdgrüne glasklare Wasser lädt zum Plümpsen – wir machen ausgiebig Gebrauch davon. In fünf Meter Tiefe ist der Sandgrund hervorragend zu erkennen.
Was noch fehlt ist das obligatorische Gruppenbild. Ein Ort ist schnell gefunden – der Strand. Mit den Dinghis bringen wir die Crews in mehreren Fahrten an Land. Das Bild am Strand war die Mühe wert.

Gruppenbild
Die 5 Crews

Abends genießen wir unseren letzten spektakulären Sonnenuntergang. Aus den Resten des Proviants zaubert Hermine ein leckeres Essen. Gesättigt und mit dem „Es-ist-schon-leider-wieder-zu-Ende-Gefühl“ fallen alle früher oder später in die Kojen.

Donnerstag 17.10.2019 – Rückfahrt nach Olbia

Baden im Sonnenaufgang
Baden im Sonnenaufgang

Ein herrlicher Sonnenaufgang um 7:30 Uhr lockt Fotografen und Schwimmer früh aus den Federn. Es ist ein Traum in die aufgehende Sonne zu schwimmen, wenn man sich erst einmal überwunden hat, ins Wasser zu gehen (- ein bisschen brrrrrrr war es schon). Nach dem Frühstück zum letzten Mal Anker auf und auf Richtung Olbia.
Wieder einmal Flaute, wir fahren unter Motor. Ellen hat heute die Navigation nach Karte übernommen und gibt die Abweisungen an die Rudergänger. Kaum sind wir um Capo Figari rum, fühlen Georg und Michael Wind, wenn auch nur wenig, aber Wind. Raus mit den Lappen und noch einmal segeln. Mit „Gewichtstrimm“ und allen Finessen holen wir ein paar Knoten Fahrt heraus. Irgendwann ist aber der Punkt gekommen, den Motor anzuwerfen, da wir noch tanken und bis 17 Uhr im Hafen zur Übergabe sein müssen.

Seitlich perfekt in der Marina di Olbia angelegt nehmen wir 45 Liter Diesel auf, ein guter Verbrauch. Ekkes zeigt uns mit einem perfekten Einleinenmanöver, dass ein Bumsfender bei auflandigem Wind so einiges aushalten muss und legt perfekt ab. Noch ein kurzes Stück und zu unserer Marina und der Törn ist beendet.
Knapp 180 Seemeilen liegen hinter uns. Die Crews packen ihre sieben Sachen und gehen alle noch einmal in die Altstadt von Olbia.

Gerd in Action
Gerd in Action

Nach einem guten Essen – Karsten der Tipp war gut – erwartet uns auf dem Rückweg zum Schiff noch Live Musik auf der Straße. Die Sängerin hat eine Stimme wie Gianna Nannini. Alle Crews stehen in der Nähe und wippen im Takt. Gerd legt mit Dagmar ein Tänzchen auf den Asphalt und rockt danach bei „What ever you want“ ab. Einen schöneren Abschluss für unseren Törn konnte es nicht mehr geben (nur ein Lied von Gianna hätte sich Gerd noch gewünscht). Zurück an Bord sind alle Crews früh in den Kojen.

Freitag 18.10.2019 – Rückflug

Bartok Crew Woche 2
Bartok Crew Woche 2

9:35 Uhr geht unser Flieger zurück in die Heimat. Früh aufstehen heißt das für uns. Es ist noch dunkel, als wir abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Der Flug ist pünktlich und der Bus nach Münster steht schon abfahrtbereit am Flughafen Düsseldorf. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Münster. Unser wunderbarer Törn ist vorbei.
Für uns waren die Highlights die tollen Buchten und Strände, Bonifacio und die vielen imposanten Sonnenauf- und –untergänge. Und wir haben viel gelernt!
(Hermine & Gerd)

Bericht der 1. Woche