Yates Mallorca Cup 2018

Hansa-Segler erneut erfolgreich vor Mallorca

Nach einem erfolgreichen dritten Platz im letzten Jahr war beim diesjährigen im Rahmen der internationalen Segelwoche Mallorca 2018 erneut eine Crew vom Segelclub Hansa-Münster erfolgreich und erkämpfte sich einen Platz unter den Top 5.

Der Yates Mallorca Cup wurde in diesem Jahr zum 24. Mal ausgetragen und findet traditionell in der Bucht von Palma de Mallorca statt. Nach einer Qualifikationsregatta über eine Langstrcke von 25 Seemeilen und der Qualifikation für die Goldfleet der besten 15 Schiffe wurden die Münsteraner nach fünf Wettfahrten Vierter von insgesamt 29 Startern.

“Für uns war es nun die zweite Teilnahme und erneut eine Top-Plazierung”, betonte Steffen Bersch, der Steuermann der Hansa-Crew. “Mit den Erfahrungen aus diesem Jahr werden wir auch im nächsten Jahr wieder an den Wettfahrten teilnehmen und hoffen, dass sich vielleicht noch mehr Crews aus dem SHM für diese Veranstaltung finden.

Mit an Bord der 38 Fuß-Segelyacht La Primera waren Steffen Bersch, Oliver Venherm, Thorsten Klüsener und Wolfgang Rogalski.

Weitere Informationen gibt es unter:

https://www.yates-mallorca-charter.de/yates-mallorca-cup/?lang=en

Hansa Flottille Mittelmeer 2018 – Ionische Inseln

Zunächst ein Rückblick: schon seit etwa 2006 kam bei einigen Fahrtenseglern des SHM der Wunsch auf ergänzend zum traditionellen Sommertörn in der Ostsee und dem damaligen Fahrtenseglertreffen im Herbst auf dem IJsselmeer auch den eher sonnenhungrigen Seglern des Clubs einen Mittelmeertörn zu ermöglichen. Mit dem Wechsel zum neuen Fahrtenseglerobmann, der selbst mehr Mittelmeer- als Ostseeerfahrung hatte, wurde es immer mehr diskutiert und im Herbst 2009 war es dann so weit: gleich 26 Segler des SHM flogen nach Preveza und übernahmen in Lefkas 5 Yachten. (vgl. Im Reich des Odysseus 2009)
In diesem Oktober fand die Mittelmeerflottille zum zehnten Mal in Folge unter der organisatorischen Leitung unseres Fahrtenseglerobmann Klaus Mechler erneut in diesem Revier statt, nachdem zwischenzeitlich mehrfach auch verschiedene Reviere Italiens, Kroatiens, der Türkei sowie auch der Ostseite Griechenlands besegelt wurden – in 2018 erneut mit 5 Yachten ausgehend von Lefkas, aber mit insgesamt mehr als doppelt so vielen Seglern, mit teilweisem Wechsel der Crews auf Korfu und insgesamt zwei Wochen Segel- und Traingszeit.
Die Yachten hörten auf die Namen „Allegria“ Beneteau Oceanis 45, „Ariadni“ Bavaria C 46,  „Melody“ Jeanneau Odyssey 449, „Queen Dina“ Bavaria C 46 und „Vega“ Jeanneau Odyssey 469.

Die Eindrücke und Erfahrungen zur ersten Woche von Hans-Christoph von der Melody sind jetzt fertig – Einiges davon scheint nur für Insider verständlich … dann muss man die eben fragen  …. anschließend  steht nach wie vor der Bericht von Christian zur 2. Woche  „Hansa Flottille Mittelmeer 2018 – Ionische Inseln“ weiterlesen

Yates Mallorca Cup 2017

Hansa Segler erfolgreich auf Mallorca

Beim diesjährigen Yates Mallorca Cup im Rahmen der International Segel­woche Mallorca hat eine Crew vom Segelclub Hansa Münster einen erfolg­reichen dritten Platz erkämpft. Im Rahmen der ein­wöchigen Veranstaltung konnte sich die Münsteraner Crew damit als beste deutsche Crew in dem internationalen Regatta­feld durchsetzen.

Der Yates Mallorca Cup wurde in diesem Jahr zum 24. Mal ausgetragen und findet traditionell in der Bucht von Palma de Mallorca statt. Nach 2 Qualifikationsregatten und der Qualifaktion für die Goldfleet der besten 15 Schiffe wurden die Münsteraner nach sieben Wettfahrten dritter von insgesamt 29 Startern und mussten sich nur zwei Schweizer Crews geschlagen geben.

„Für uns war die Regatta ein Riesenerlebnis, da dies unsere erste Teilnahme bei einer Dickschiffregatta war und wir vor den Wettfahrten nicht wirklich wussten, wie wir in dem internationalen Feld zurecht kommen werden“, betonte Steffen Bersch, der Steuermann der Hansa Crew. „Mit den Erfahrungen aus diesem Jahr werden wir auch im nächsten Jahr wieder an den Wettfahrten teilnehmen.“

Mit an Bord der 38 Fuß-Segelyacht waren Oliver Venherm, Natalie Frese, Mehdi Ghiassi und Maximilian Bersch.

Weitere Informationen gibt es auf Facebook

 

Flottille Sizilien 2017 – 2. Woche

Flottille MM Sizilien 2017

Mittelmeertraining auf der PA – Sicilia 22.10. -28.10.

Der Crewwechsel in der Halbzeit des diesjährigen Mittelmeertörns erfolgte in Catania. Da bei uns an Bord kein Wechsel erfolgte, hatten wir Zeit, uns Catania anzuschauen.
Am 22.10. wollten wir zunächst alle tanken. Das Erreichen der Tankstelle war nicht ganz einfach, da der Hafen nicht ganz so tief war, wie im Hafenführer angegeben war und wir schon bei der Ankunft eine leichte Grundberührung hatten. Unser erstes Ziel der Woche war Riposto. Der Hafen von Riposto ist groß, aber leider zum Teil sehr verfallen und vernachlässigt. Aber es gibt dort einen sehr schönen Sanitärbereich, der für vieles entschädigt hat.
Bei der Ankunft im Hafen dort hat ein Blick von Elke auf unser Heck gezeigt, dass wir eine ca.200 Meter lange Angelleine mit Angelhaken hinter uns her gezogen haben. Zum Glück hatte sie sich nicht in unserer Schraube verfangen, so dass wir sie langsam und vorsichtig aus dem Wasser ziehen konnten. Der Angler war über den Verlust seiner Leine sicher nicht erfreut.
Für den nächsten Tag war ein riesiges Sturmtief von Südfrankreich nach Südosten unterwegs und mit 7-9 Bft in der Strasse von Messina angesagt. Eine Wetterbesserung war erst für den 25.10. vorhergesagt. Von den Skippern wurde daher beschlossen, dass wir zwei zusätzlich Nächte in Riposto bleiben müssten. Ein Boot wollte vor dem Hafen Manöver üben, hat den Versuch abzulegen aber spontan abgebrochen. Durch den starken Wind gelangt es der Crew nicht, aus der Box zu kommen. Am Morgen des zweiten Tages in Riposto suchten etwa 30 Boote der Rolex-Midsea-Race Regatta Schutz in unserem Hafen. Etliche Boote hatten auf dem Vorwindkurs ‚gen Süden durch die Strasse von Messina bei guten 8 Windstärken und reichlich 5 Meter Welle erhebliche Schäden an Segeln und Ausrüstung zu verzeichnen und mussten daher die Regatta aufgeben. Wir waren daher sehr froh, dass wir nicht in diese Wetterküche hinein gefahren sind.
Die Tage wurden daher mit Touren nach Taormina, Catania oder mit einer Fahrt auf dem Etna verbracht. Unsere Crew und einige andere haben eine Fahrt mit der Schmalspur-Eisenbahn rund um den Etna bis auf 1000 Höhenmeter gemacht. Wir haben riesige erkaltete Lavafelder, Orangenplantagen und vor allem das schöne und bergige Hinterland von Sizilien gesehen.
Wind und WellenDer 25.10. versprach ein schöner Segeltag mit dem Ziel Reggio di Calabria zu werden. Vorhergesagt waren 5-6 Bft aus Norden. Das bedeutete, dass wir kreuzen mussten. Jedes Boot hatte seine eigene Strategie für den Weg. Einige Boote blieben unter Land und kreuzten erst gegen Ende Richtung Festland. Andere kreuzten direkt Richtung Festland und erreichten dann entlang der Festlandküste Italiens den Hafen in Reggio di Callabria. Unser Ziel war es, möglichst wenig zu motoren. Das hat aber dazu geführt, dass wir als letztes Boot in Reggio di Callabria ankamen. Trotzdem waren wir nach acht Stunden an der Kreuz sehr zufrieden. Und da der Begriff Ausbildungstörn bei uns an Bord wörtlich genommen wurde, durften trotz des böigen Windes und 1-1,5 Meter Welle auch nicht so versierte Segler an das Ruder. Mit gerefften Segeln bei schönem Sonnenschein und dem Blick zurück auf den Schnee bedeckten Gipfel des Etna war das ein Erlebnis.
In Reggio di Callabria hat sich eine Crew entschieden, nochmals nach Lipari zu segeln. Die übrige Flottille hat sich Richtung Melazzo, einem Industriehafen im Norden Siziliens aufgemacht. Dazu mussten wir wieder wie in der Vorwoche das Verkehrstrennungsgebiet beachten. Wir sind zunächst an der Küste des Festlandes nach Norden bis zum Ende des Verkehrstrennungsgebietes unter Motor gefahren. An dieser Stelle konnten immer wieder durch Gezeitenströme erzeugte Wirbel im Wasser beobachtet werden.
Nachdem wir die Strasse von Messina an ihrem nördlichen Anfang gekreuzt haben, ging es unter Segeln Richtung Westen nach Melazzo.
Mit 3-4 Bft und Sonnenschein war es ideales Ausbildungswetter. Und da wir genügend erfahrene Segler an Bord hatten, konnten die nicht so erfahrenen Segler immer wieder fragen und Manöver üben. Erneut bemerkten wir eine Angelleine, sich am Kiel verfangen hatte. Das Manöver, dass wir dann unter Segeln gefahren sind, um die Leine wieder los zu werden und gleichzeitig darauf zu achten, dass sie sich nicht in der Schraube verfängt, war beeindruckend.
MilazzoAlle Crewmitglieder waren aufmerksam und haben gut zusammengearbeitet. Sofort waren ein Bootshaken, ein Messer und viele helfende Hände zur Stelle. Und wieder haben wir einen unglücklichen Angler zurückgelassen, der uns sogar noch eine Zeit gefolgt ist.
Wohin ..Zur Ansteuerung vom Stadthafen von Melazzo führt der Weg am Industriehafen von Melazzo vorbei. Alle Crewmitglieder mussten also auf die Fähren und vor allem auf die Tanker, die dort auf Reede lagen, achten und sich sofort melden, wenn ein Tanker in Fahrt kam. Gleichzeitig haben der Rudergänger und eine weitere Person auf dem Kartenplotter die AIS- Signale der vorhandene und kommenden Schiffe, wie Fähren von den Inseln kommend, verfolgt. Ein Tanker fuhr z.B. begleitet von Schleppern los und kurzzeitig war nicht eindeutig zu erkennen, wohin das Schiff fährt, so dass wir schon ein Ausweichmanöver geplant haben, dieses aber dann nicht nötig war, da der Tanker und die Schlepper schließlich in Richtung Industriehafen fuhren.
letzter SegeltagAm letzten Tag erwarteten wir noch einmal einen sehr schönen Segeltag, so dass wir auf das Shoppen in Melazzo verzichtet haben. Bei wenig Wind sind wir zunächst Wenden und Halsen gefahren. Gleichzeitig haben immer einige Crewmitglieder auf ausgelegte Fischernetze, von denen es zahlreiche gab, und auf die an- und abfahrenden Fähren geachtet. Auf dem Weg nach Portorosa frischte dann der Wind auf, so dass das Segeln richtig viel Spaß machte. Plötzlich flog ein Fender mit Fangleine über Bord. Alle Crewmitglieder waren sofort zur Stelle. Die Aufgaben mussten gar nicht verteilt werden, da beim Üben in der ersten Woche sich schon gezeigt hat, wer welche Aufgabe am besten übernehmen kann. SegelfreudeSo haben wir den Fender auch beim ersten Versuch des Fender-über-Bord-Manövers wieder an Bord geholt. Nach einer kurzen Diskussion waren wir uns einig, dass eine Person besser in Luv wieder an Bord geholt würde, weil das Schiff doch einen sehr hohen Freibord hatte. Zwischenzeitlich wurde dann noch Segeltrimmen oder die Navigation geübt. Außerdem konnte jeder je nach Gegebenheit An- und Ableger fahren.
Da wir vier Segellehrer an Bord hatten, konnten die nicht so geübten Segler immer jemanden fragen und es gab sehr viele Möglichkeiten um Sicherheit beim Segeln zu gewinnen. Außerdem konnte jeder je nach Gegebenheit An- und Ableger fahren.
Es war aber auch genügend Zeit, um zu quatschen oder zu lesen, Musik zu hören, zu fotografieren oder einfach nur zu schlafen. Im Hafen angekommen, besuchten sich die Crews jeweils auf den anderen Schiffen, um die Erlebnisse des Tages auszutauschen. und die Skipper trafen sich zur Skippersitzung, um den nächsten Tag zu planen.
P.S. Das Essen aus der Bordküche und in den Lokalen war natürlich auch immer sehr lecker. (Gunda)

Flottille Sizilien 2017

Dieses Jahr lagen die Herbstferien in NRW recht spät. Darum ging die Flottille Mittelmeer des SHM in die erste, die Vor-Ferien-Etappe, erst am 14.10. per Eurowings nach Catania, um ab Portorosa 5 Yachten zu übernehmen. Auch diese Mal war eine Flottillen-Neuling dabei, der gerne berichtet:

Flottille MM Sizilien2017

Segeln – die teuerste Art langsam unbequem zu reisen?
Was macht die Faszination Segeln aus? Gedanken und Gefühle eines Anfängers!

Sicilia 14.10. -21.10.2017

Ich schreibe auf Wunsch von Klaus (gern) diesen Bericht. Ich bin aber kein erfahrener Segler und empfehle allen, die seglerisch-technische Leckerbissen erwarten, den Bericht zur zweiten Woche zu lesen. Mein Bericht ist kaum ein nautisch exakter Reisebericht – dafür fehlen mir einfach die Kenntnisse – als vielmehr die Beschreibung von Erfahrungen, Gedanken und Eindrücken. Ich will einfach die Fragen der Überschrift beantworten.
Das RevierWas mir im Kopf herumging, als ich mich entschloss, am diesjährigen Mittelmeertörn teilzunehmen, waren wohl Van Morrisons Ratschlag ‚Smell the sea, and feel the sky – let your soul and spirit fly‘, oder die Frage ‚I am sailing‘. Was meinte der gute alte Rod damit? ‚Mir reichts. Ich geh segeln!‘ (Seglerspruch) hatte ich mal gelesen. Muss ja was besonderes dran sein, am Segeln! Oder nicht?
Solche Gedanken haben mich sicherlich getrieben, es mal auszuprobieren. Dazu kam das romantische Bild, in den Sonnenuntergang zu segeln oder dem Fliegenden Holländer (nicht Arjen Robben!) zu begegnen, oder gar Stürmen zu trotzen, und das nicht vom Sofa aus. All das waren wohl meine unterschwelligen Beweggründe, mich den Seglern des SHM anzuschließen und den diesjährige Dickschifftraining Mittelmeer/Sizilien mitzumachen.
Die drängenden Fragen, die mir zu Beginn der ganzen Unternehmung durch den Kopf gingen, “Warum mache ich das?“. „Wie sind die Leute im Hansa?“ oder „Werde ich seekrank? Und wenn ja, wohin? Oder auf wen?“, lösten sich im Verlauf einer wunderbaren Woche nach und nach von selbst auf, und ich kann bereits an dieser Stelle sagen, dass sich für mich völlig neue und erfrischende Lebenserfahrungen ergeben haben.
Also los dann!

Blick auf den Südteil der Starße von messina vom Bus aus.Am frühen Morgen des 14.10.2017 gegen 6:00 Uhr trafen sich dann bei 51° 56,55’N 007° 55,84’E etwa 35 mehr oder weniger müde Segler, um den Transferbus nach Düsseldorf zu besteigen. Im Bus gelang es vielen dann, erst einmal einige Mützen Schlaf nachzuholen. Der Flug nach Catania startete mit einer akzeptablen Verspätung von nur 40 Minuten um 11:20 Uhr. In Catania stand dann minutiös pünktlich der Bus für den Transfer nach Portorosa bereit (sehr gute Organisation!). Schon die Busfahrt war ein Erlebnis, was neben dem recht risikofreudigen Fahrer besonders an der Aussicht über die Straße von Messina zum italienischen Festland (an der engsten Stelle nur 3 km entfernt) lag.
Nach ziemlich anstrengender Anreise verzögerte sich das Einquartieren für unser Schiff, die ILIOS, (Jeanneau Odyssey 449) wegen verspäteter Bootsübergabe bis 20:30 Uhr. Den beiden Verantwortlichen (Skipper Christopher und Co-Skipper Ekkes) war anschließend noch die Anspannung der Übergabe anzumerken. Auf jeden Fall nutzten zwischenzeitlich 4 Crewmitglieder die Zeit um Proviant zu bunkern. Das klappte für alle 5 Schiffe (neben unserer Ilios waren da die SPRITZ (Ozeanis 48) mit Skipper Kalle, die AGATHOS (Ozeanis 45) mit Skipper Ingo, die PA (Ozeanis 45) mit Skipper Volker und die C’EST LA VIE (Cyclades 50.4) mit Skipper Thomas) reibungslos, da das Charterunternehmen Spartivento – wahrscheinlich völlig uneigennützig! – einen ‚Shuttle Service‘ (Hafen-Supermarkt-Hafen) organisiert hatte. (Tipp: Die Beobachtung der Proviant bunkernden Einkäufer ist ein Betätigungsfeld, das für viele Psycho- und Soziologen Themen für Doktorarbeiten in Hülle und Fülle hergeben würde.) Aufteilung Jeanneau 44

Etagenkojen JeanneauSo betrat ich dann gegen 20:30 Uhr zum ersten Mal im Leben ein Schiff von der Größe der ILIOS (44ft) um sofort festzustellen, dass es an Bord eng war wie bei einem BVB-Heimspiel im Signal-Iduna Park, nur dass man im Fußballstadion weniger Gepäck hat. Mein Schlafplatz war natürlich der obere in der Doppel­stock­kajüte und hatte in etwa die Ausmaße eines engen Mittelklassesarges. Da aber mein Mitbewohner Horst, der das Kabinenschicksal mit mir teilte, mit beeindruckender Ruhe und Gelassenheit anfing, die Koje herzurichten, war für mich klar, dass auch ich das hinkriegen würde. Mein ‚Beischläfer‘ Horst hat mir sowieso in vielen Dingen geholfen und mir schnell meine Anfängerunsicherheit genommen. Großer Dank an dieser Stelle! Der erste Tag endete schließlich mit einem oder zwei (?) verspäteten Bieren im Cockpit. Danach fühlte sich der Akrobatikakt, in die obere Koje zu kommen, etwas geschmeidiger an. Trotzdem stand erstmal der Kampf gegen eine gewisse Platzangst und Luftnot an, da wir die Luke nicht öffnen konnten (Dinghy lag drauf). Schließlich verhalf aber die durch die Biere verstärkte Bettschwere doch noch zu ein paar Stunden Leichtschlaf.

Sonntag, 15.10.: Gegen 11:00 Ablegen von Portorosa mit Kurs Vulcano.
Ziel Vulcano vorausGegen 12:30 Uhr bestimmte dann Skipper Christopher, dass es elf Uhr war und somit Rasmus wartete, der dann durch gemeinsamen Schluck besänftigt wurde. Es konnte zwar zunächst etwas gesegelt werden, wenngleich mit niedriger Geschwindigkeit und nicht so recht in Richtung unseres Zieles, aber es bot dem Skipper die Gelegenheit Funktion und Unversehrheit dessen zu erkunden, was ein Segelschif ausmacht.
Später konnte wegen der Windstille nur unter Motor gefahren werden. Dabei ergaben sich erste Gelegenheiten, Erfahrungen als Rudergänger zu sammeln. Beim Blick nach hinten wurde mir dabei ziemlich schnell klar, dass der Kommentar „Du bist einen Aal gefahren, und der hat sich das Rückgrat gebrochen.“ kein Lob war. Erste Fahrstunde für BerndSchnell jedoch entwickelte sich ein recht sicheres Gefühl für das exakte Einhalten des Kurses (+/- 5 Grad), verbunden mit der Erkenntnis, dass das Hauptkriterium für einen zuverlässigen Rudergänger, zumindest bei 5 Knoten unter Motor, wohl die durchgängig hohe Konzentration und weniger das nautische Geschick ist. Nach und nach nahm sich Skipper Christopher die ‚Landeier‘ vor und bat zur Knotenschule, die durch Co-Skipper Ekkes zu vielen Gelegenheiten dann noch vertieft wurde. Nach knapp 25 Seemeilen gegen 16:00 Uhr dann Ankern in einer malerischen Vulcanobucht Porto de Ponente. Als sehr angenehm empfand ich sofort das offensichtlich in Stein gemeißelte Gesetz, dass dem Festmachen des Bootes unmittelbar das Anlegebier folgen muss, wohl um gemeinsam zu kontrollieren, ob die Leinen wirklich fest sind. Im Sinne der Sicherheit des Bootes fand ich auch die zwei- und dreifache Kontrolle durchaus angebracht. Die Bordküche brachte schließlich ein tolles Abendessen auf den Tisch (zwei Sterne für alle Beteiligten). Unmerklich ging beim und nach dem Aufräumen, Reinigen und Spülen das Abendessen in den gemütlichen Teil des Abends über. Überraschenderweise fühlte ich mich anschließend in meiner Koje richtig wohl. Unbequemlichkeit und Enge hatten sich irgendwie verflüchtigt. Die Luke war offen, die Tür der Kabine blieb offen, und kein Wasser lief mehr an den Wänden herunter.

Montag, 16.10.: Die Planung für diesen Tag gab ein recht freies Programm her:
Blick vom Vulcano in die Porto di Polente

Ersteigen des Vulkans, Bad im Schlamm, Erkundung der Ortschaft oder ähnliches. Da ich mich entschlossen hatte, an Bord zu bleiben, fiel mir eine unerwartete und unbekannte Aufgabe zu, nämlich die Landgänger mit dem Dinghy an Land zu bringen und wieder abzuholen. Gemäß dem Motto ‚Wer nicht wagt…‘ machte mir meine Jungfernfahrt wenig Angst. Allerdings muss etwas mit dem Dinghy nicht gestimmt haben, denn auf der Rückfahrt wollte das Teil nicht immer so wie ich. Das Anlegen an unsere ILIOS gestaltete sich zum Kampf Mensch gegen Maschine, interessiert und fachmännisch beobachtet von zwei erfahrenen Mitseglern auf dem Nachbarschiff. Ich rechne den beiden hoch an, dass sie nach gelungenem Anlegen weder applaudiert noch für mich ob der Vorstellung Geld gesammelt haben. Gegen 14:00 Uhr legten wir ab, um in einstündiger Fahrt nach Lipari zu fahren. Die 5 Seemeilen wurden mit Motor zurückgelegt. In Lipari dann machte ich das erste Anlegemanöver mit, wieder für mich, nach dem Ankern am ersten Abend, eine neue Erfahrung. Mir wurde klar, dass das Anlegen eine Phase höchster Konzentration ist und sich der Skipper zu 100% dabei auf Gewürze auf Lipari's hauptstarßeseine Crew verlassen können muss. Das Anlegebier scheint mir daher auch die Funktion zu haben, die Auflösung der Anspannung beim Anlegen und die Erleichterung, dass alles gut geklappt hat, auszudrücken. Ich bemerkte nebenbei, dass ich bereits ein überzeugter Verfechter dieses Brauches geworden war. Absolut positiv in der Marina in Lipari war, dass in den Anlegegebühren ein Hin- und Rücktransfer nach Lipari-Stadt enthalten war. Dieses nutzend ging unsere Crew im wunderschönen Lipari spazieren, wobei sich die Suche nach einem geeigneten Restaurant wie üblich gestaltete: Je mehr Leute suchen, desto ungesteuerter ist die Suche, einer erwartet die Entscheidung vom anderen, und man endet in einer Pizzeria, die man schon ein paar mal passiert hat. Für mich wurde daher schnell klar, dass ich die Abende an Bord viel gemütlicher, menschlich intensiver und der Gemeinschaft viel förderlicher empfand. Der gemütliche Abend an Bord nach dem Besuch von Lipari litt nur unwesentlich unter der Schreckensbotschaft, die Christopher und Ekkes vom Skippertreffen mitbrachten: Wir legen um 6:00 Uhr ab. Der Report für die nächsten Tage ist etwas knapper gehalten, da ich mich nunmehr schon sauwohl an Bord fühlte und sich die Eindrücke der ersten Tage verstärkend wiederholten.

Dienstag, 17.10.: Ablegen um 6:45. Route: Straße von Messina mit Ziel Messina. Distanz gut 40 sm.
Fahrt in den Sonnenaufgang

Auf dieser Strecke wurden zum ersten Mal richtig die Segel gesetzt, und wir erreichten 4-5 Knoten. Ich lernte, dass der Rudergänger unter Segeln eine weit kompliziertere Aufgabe zu bewältigen hat als beim Fahren mit Motor. Allerdings reicht mein seemännisches Wissen nicht aus, alle Manöver und Kriterien der Fahrt unter Segeln genau wiederzugeben.
Blick zurück in die "Einfahrt" der Starsse von Messina

Jedenfalls legten wir in Messina gegen 16:00 Uhr an.

Mittwoch, 18.10. Vor dem Ablegen gegen 11:00 Uhr wurde noch einmal Proviant gebunkert.
Taormina Ankerbucht

Tagesziel war der nördliche Teil der Ankerbuch Gardini Naxos am Fuße von Taormina, die zurückzulegende Strecke ca. 28 sm. Die Windverhältnisse zwangen uns wieder, unter Motor zu fahren, wodurch sich aber dann die Gelegenheit zur Übung ‚Fender über Bord‘ ergab, die unsere Crew mit mir als Rudergänger meisterhaft (im zweiten Versuch) bewältigte. Dabei drängte sich mir die Frage auf, ob das Kommando ‚Mann über Bord‘ wirklich politisch korrekt nunmehr ‚Mensch über Bord‘ heißt. Ich hoffte inständig, dass sich die Segler gegen diese Albernheit durchzusetzen vermögen und beim Kommando ‚Mann über Bord‘ weiterhin tätig werden. Gegen 16:00 Uhr Ankern in der malerischen Bucht vor Taormina mit Blick auf das Städtchen am Hang und das Bergkloster.

Blick von Taormina in unsere Bucht

Donnerstag, 19.10.: Tag der Besichtigung von Taormina. Dazu wurden wir, d.h. die Crew mit Ausnahme des Skippers und Co-Skippers, gegen 11:00 Uhr mit dem Dinghy an Land gebracht. Natürlich war das Amphitheater DAS Ziel. Leider war der typische Fotoshot durch die Ruinenwände mit dem Ätna im Hintergrund nicht möglich.

Äthna

Der Ätna spielte nicht mit. Vermutlich war er noch verstimmt von dem Foto der G20 Teilnehmer, für das er ungefragt die Kulisse hergeben musste. Er schmollte noch in seinen Wolken. Hätte ich auch getan.

Freitag, 20.10.: 10:30 Ablegen nach Catania, nochmal knapp 25 sm, Dabei konnten erneut die Segel gesetzt. Und mit mäßigem Wind (3-4 Knoten Fahrt) fuhren wir langsam, aber genußvoll ‚gen Catania, wo wir nach Auffüllen des Dieseltanks gegen 16:30 in der Marina Rossi nördlich des Altstadtzentrums anlegten.
Im Mototboothafen Porto Rosso

Sofort zeigte sich Klaus‘ Organisationstalent: innerhalb kürzester Zeit und unter Einsatz mehrerer Sprachen, inklusive Körpersprache, machte er für ca. 40! Leute ein Restaurant klar, nicht zu vergessen einen Bustransfer dorthin und eine anschließende Stadtbesichtigung per Bus. Hochachtung!
Das gemeinsame Abendessen aller Crews empfand ich als wirkliches Muss. Es ergaben sich nochmals Gesprächsgelegenheiten und Begegnungen, die sich natürlich, wenn man ankert, nicht so ergeben können.

Samstag, 21.10.: Obwohl ich von Klaus zum Transfer-Beauftragten für die Rückreise der 10 ‚Einwöchigen‘ ernannt worden war (wer nicht schnell genug im Gebüsch verschwindet…), gab es für mich kaum etwas zu tun, außer Geld für das Taxi einzusammeln und mal zu zählen. Alles war bereits perfekt organisiert, so dass wir pünktlich um 11:00 Uhr im Taxi saßen. Der Flug war wiederum moderat verspätet, der Pilot schaffte es wider Erwarten mit der Maschine über die Alpen, das Gepäck kam vollständig mit.
Crew der ILIOS in der 1. Woche
Als schwierigster und mühevollster Teil des ganzen Mittelmeertörns stellte sich – wenig überraschend – die Fahrt von Düsseldorf nach Münster mit der Deutschen Bahn heraus (Irrungen und Wirrungen, 4 Stunden). Vielleicht sollten die Verantwortlichen der Bahn mal einen Lehrgang bei Klaus besuchen. Gegen 22:00 Uhr kamen dann die verbliebenen 6 Aufrechten (und Aufrechterinnen, oder wie heißt das jetzt?) in MS an. Mein Großer Dank an dieser Stelle geht an Kerstin, die sich erbot, Gaby, Willy und mich zum Aasee zu fahren, wo unser Auto stand. Soviel zu den Leuten im Hansa.

Die Frage, warum ich das gemacht habe, kann ich auch im Nachhinein nicht rational beantworten. Eventuell war es Abenteuergeist, Angst vor dem Stillstand, oder einfach Neugier auf’s Leben, unabhängig vom Alter. Aber viele Fragen benötigen vielleicht gar keine genauen Antworten. Eine einfache Antwort würde den Zauber der Frage zerstören. Die Antworten ergeben sich aus den Erwartungen, Hoffnungen und Wünschen und liegen in uns selbst. Vielleicht geben die DOORS in ihrem Song ‚Ships w/Sails‘ ja die Antwort.
Was ich weiß, ist aber: Ich habe selten in meinem Leben in so kurzer Zeit so vieles durch reines Beobachten gelernt.
Ich habe mich von Anfang an von den Mitgliedern des Hansa, auch von den erfahrenen Seebären, akzeptiert gefühlt. Die Crew war ein gutes Beispiel für die Möglichkeit der ‚Gemeinschaft der Unterschiedlichen‘, zumindest für die Zeitspanne einer kurzen Woche. Nach eineinhalb Tagen gab es keine Unbequemlichkeit mehr, die Enge war plötzlich Nähe (hier ganz großen Dank an Horst, der mit toller Gelassenheit meine Jungfernfahrt begleitete), jede Arbeit an Bord (egal ob an Deck oder in der Küche, ob gemacht oder nicht gemacht!), wirkte sich sofort auf die Gemeinschaft aus und wurde positiv oder negativ wahrgenommen. Alles hatte ein direktes Feedback, alles was jemand tat oder nicht tat, hatte direkte Auswirkungen, jede zunächst unverständliche Charaktereigenschaft des anderen war Herausforderung. Mir wurde aber auch klar, und es gab auch Gespräche darüber an Bord, dass etwa eine sechswöchige Atlantiküberquerung die jeweiligen Eigenschaften, Qualitäten und Fehler der Mitsegelnden weit intensivere Auswirkungen auf die Crew haben als bei einem kurzen Törn von Ort zu Ort. Diese Herausforderung sollte man wohl nur mit gut ausgewählten und vertrauten Leuten angehen, die alle gewillt und in der Lage sind, das Gemeinwohl vor die eigenen Interessen zu stellen. Der Sinn der wohltuend undemokratischen Hierarchien an Bord, die mir (als überzeugtem Demokraten) sehr gefielen, wurde mir deshalb schnell klar, da sie allen das Gefühl vermitteln, sichere Richtlinien und Orientierungen zu haben. Man kann sich auf die anderen verlassen und bemüht sich somit automatisch sich so zu verhalten, dass sich die anderen auch auf einen verlassen können.
Nach und nach ergaben sich auch, trotz des häufigen Ankerns, Begegnungen mit den Leuten der anderen Schiffe. Man gab sich gegenseitig Tipps, tauschte Informationen aus und ich hatte immer das Gefühl, hier hilft jeder jedem. Auch die gegenseitige, durchgehende Aufmerksamkeit aller anderen Crews zu allen Gelegenheiten und Anlässen ‚Wie viele Leute braucht ihr eigentlich für das Ankern‘? zeugten von großem Gemeinsinn.
Mein Fazit kurz gefasst: Segeln ist weder teuer noch unbequem, langsam ja. Aber wer kann sich schon dieses Luxusgut Langsamkeit in unsrer Zeit noch erlauben? Ich habe mit den Leuten vom Hansa sehr positive Erfahrungen gemacht, angefangen von meinem ‚Patenonkel ‚ Christian bis hin zu den Leuten an Bord. Ich werde mich für den nächsten MM-Törn anmelden und hoffe, dass ich mitfahren darf. (Bernhard genannt Bernd)

 

Amalfiküste und Golf von Neapel ’16

AnlegerDer Mittelmeertörn des SHM fand wie in all den letzten Jahren von einer Woche vor und der ersten Woche in den Herbstferien statt (01.10.-08.10.-15.10.2016).
In diesem Jahr wurden vier Yachten von 36 bis 45 Fuß länge besetzt: je eine Dufour 365 und Dufour 455 sowie zwei Sun Odyssey 439.
Ausgangshafen war Salerno, der partielle Crew­wechsel fand auf der Insel Procidia statt.
Wichtigstes kulturelles Ziel waren die Ausgrabungs­stätten von Pompeij. In beiden Wochen war Gelegenheit sie ausgehend von Sorrent mit der Circumvesuviana in heissem Ritt aufzusuchen.

Hier der Bericht von Matthias:

Flottille Hansa Amalfiküste und Golf von Neapel

Am 1. Oktober in aller Frühe um 4 Uhr machten sich 28 Seglerinnen und Segler vom SHM auf, die Weiten der Amalfi-Küste und des Golfs von Neapel zu erkunden. Dom/Kathedrale von AmalfiDie Anreise klappte trotz zweier unterschiedlicher Flug­routen reibungslos, und die beiden Reisegruppen trafen sich nach leichter Zitterpartie wegen des Gepäcks, das etwas lange auf sich warten ließ, vorm Flughafen Capodicino in Neapel. Der Bus wartete schon, und es konnten noch etwa zwei Stunden in Neapel verbracht werden, wo noch zwei weitere Reisende zur Gruppe hinzustießen.
Die Reise ging weiter bis die SHM-Segler in Salerno vier bemerkenswert gut ausgestattete Segelyachten übernehmen konnten. Am Sonntag sollte es losgehen, doch das Wetter war düster und es regnete in Strömen. Gewitter und Regen sollten uns in den Folge­wochen noch öfter begleiten. So verzögerte sich die Abfahrt, und man verständigte sich auf Amalfi als erstes Etappenziel.
Auf dem Wege dorthin führten einige verzweifelte Versuche, Marina Coppola/Amalfidie Segel zu setzen jedoch leider nicht dazu, dass der Wettergott auch nur einen Hauch Wind zur Verfügung stellte, und die Weiterfahrt konnte nur unter Motor erfolgen. Kurz vor Amalfi wurde die Flottille dann vom „Pirata di Porto“ geentert und Schiff für Schiff mit gekonnter Routine in den Hafen Coppola verbracht, wo die Schiffe zwar sicher, aber sehr unruhig bei knapper Wassertiefe an einem Schwimmsteg lagen.
Am nächsten Tag ging es mit genauso viel Wind weiter Richtung Capri, unterbrochen durch einen kurzen Stopp zum Schwimmen in der Bucht Seno di Ieranto nahe dem Punta Campanelle noch auf dem Festland der Halbinsel Sorrent kurz vor Capri.
Tags drauf ging es vom touristisch stark geprägten Capri weiter mit ein wenig mehr Wind, der aber auch nur kurze Segelversuche zuließ. Die Flottille erreichte Isola di Nisida, die sich nicht nur als geschlossen herausstellte sondern auch eine aufgegebene Industrieumgebung aufwies. Das Endlich ..hinderte den „Patrone di Porto“ jedoch nicht daran 200€ pro Schiff zu verlangen, ohne sanitäre Anlagen oder ähnliches. Nach einigem Verhandeln und etlichen Rück­sprachen des Hafe­nmeisters mit seinem Patrone verständigte man sich auf erträgliche 300€ für die gesamte Flottille.
Dann endlich kam der erste richtige Segeltag. Mit Wind um 3-4 Bft aus Richtung Neapel flog die Flotte nur so dahin Richtung Sorrento. Nachdem sich die Mira über Funk zu einer Regatta bekannte, gab es ein heißes Rennen um die Führung. Zunächst setzte sich die Passion in Führung, verschenkte aber deutlich Raum.
Hart, aber fair ...
Ein geschicktes Wendemanöver der Roberta brachte die Passion dann in eine Ausweichsituation, zu der diese jedoch erst durch ein deutliches Achtungsignal der Roberta ermuntert werden musste. Offenbar Segeln ...wollte der Kommodore der Passion mit seiner Crew das Manöver des letzten Augenblicks trainieren. Durch das Manöver setzte sich die Crew der Roberta deutlich in Führung und erreichte die Marina Grande von Sorrent als erste, vor der sie längere Zeit auf die anderen Schiffe wartete und den letzten Wind für Manöver ausnutzte.
Auch ermunterte der Kommodore andere Crew­mitglieder gerne zum fleißigen Funk­training, was jedoch bis Törnende nicht zu prüfungs­tauglichen Seefunk­gesprächen führte.
Ein anschließender Hafentag gab Gelegenheit zum Besuch von Pompeji, wo man sich unter anderem über die sexuellen Gepflogenheiten von damals interessierte. Ein gemeinsames Essen aller Crews schloss den Hafentag ab.
Abschlussessen - Crew der RobertaBei gutem Wind erreichte die Flottille am folgenden, intensiven Segeltag die idyllische, weniger touristenlastige Insel Procida, bei den Italienen auch gerne als „Heiratsinsel“ gebucht, was wir vor Ort auch sofort verstehen und bemerken konnten. Hier ging dann für einige Crewmitglieder die Reise und für andere die erste Woche zu Ende.

Die Nachfolger trafen am frühen Nachmittag ein und übernahmen ihre Kojen. Weiter ging es von dort rund Ischia zum kleinen Porto di Angelo, für einige trotz gutem Wind wieder nur mit Unter­wassergenua, für andere unter Vollzeug mit Bade­stopp in einer kleinen Bucht im Nordwesten von Ischia. BadestoppWir entschieden uns, noch eine Nacht auf der schönen Insel Ischia zu bleiben, jedoch in die Marina Porto di Ischia zu gehen.
Am folgenden Tag freute sich die Crew der Roberta auf einen tollen Segelwind, angekündigt nach Rückfrage per Funk von der Mira: 5-6 bft (oder doch Knoten?!) von dem jedoch nichts vorzufinden war, als die Roberta den Windschatten von Ischia auf dem Weg nach Sorrent verlassen hatte bis hin zur völligen Flaute. Später setzte dann jedoch noch toller Segelwind ein, der die Roberta mit max. 7.7kn nach Sorrent tragen sollte, abrupt gestoppt durch eine längere Starkwindboe, die zu leichteren Schäden führte, so dass die Reise in den Hafen nur unter Fock beendet werden konnte. Der Hafen wurde glücklich bei Einbruch der Dunkelheit erreicht.
Sorrent Hafen und Blick zum Vesuv Pompeij
Leichtere Reparaturen fanden dann am Folgetag statt und stellten die Einsatz­bereitschaft der Roberta wieder her. Von Sorrent aus gab es dann auch für die Crews der 2. Woche die Möglichkeit Pompeji oder Ziele, wie Positano, aufzusuchen.
Der ursprüngliche Plan für die letzten beiden Tage, zunächst Amalfi und dann den Ausgangs­hafen in Salerno anzulaufen, schien zunächst durch ungünstiges Wetter ins Wasser zu fallen, da Amalfi wetterbedingt keine Schiffe aufnehmen wollte. Also segelten wir los, mit dem Ziel, Salerno direkt anzulaufen.
Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht, da bei der Umrundung der Enge zwischen Capri und dem Festland plötzlich heftige Winde auftraten, die alle Schiffe bis ins 3. Reff zwangen. Auch kamen die Winde für die Fort­setzung der Fahrt nach Salerno recht ungünstig, so dass ein Kreuzen unausweichlich war. Comodore
Der Wind beruhigte sich jedoch im Laufe des Tages, so dass gegen Ende wieder mit unter vollen Segeln gefahren werden konnte. Leider drehte der Wind dabei noch ungünstiger und ließ schließlich stark nach. Glücklicherweise öffnete sich der Hafen in Amalfi dann doch noch kurzfristig für die Hansa-Flotte, so dass vor Einbruch der Dunkelheit der sichere Hafen erreicht wurde. Auch hier wieder mit vollem Einparkservice!
Der Empfehlung des Hafenmeister-Piraten folgend, lief die Flotille am kommenden Morgen schon zwischen 8 und 9 Uhr aus, da schweres Wetter kommen sollte. Sie erreichte Salerno bereits gegen 11 Uhr nach kurzem Tank­stopp im Porto Touristico. Das Unwetter zog jedoch weit südlich an uns vorüber. Den Tag verbrachten wir mit Aufräumen, Schiffsübergabe und Stadtbummel bis wir uns um 19:30 Uhr zum gemeinsamen Flottillen-Abschluss-Essen ganz in der Nähe des Hafens trafen.

Die Heimreise am folgenden Tag verlief reibungslos und so erreichten wir gegen Mitternacht im kalten Münster den SC Hansa. Damit gingen dann leider zwei Wochen mit schönen, warmen, sonnigen, stürmischen, gewittrigen, flautigen und aufregenden (für den Kommodore motorlastigen) Tagen zu Ende.
Abschlussessen 2. Woche

Kornatentörn frisch

Auch in diesem Jahr fand die SHM Flottille Mittelmeer mit einer Woche vor und einer Woche in den Herbstferien statt (26.9.-10.10), so dass sowohl Lehrer und Schulpflichtige als auch solche Hanseaten, die in den Ferien schwierig Urlaub bekommen, an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Seglerisch waren die Crews – insgesamt gab es 76 Teilnehmer – sowohl durch Stark- als auch durch Schwachwinde ebenso wie durch das navigatorisch durchaus anspruchsvolle Revier gefordert und es konnte ausgiebig der Austausch nautischer Informationen über VHF erprobt werden. Mooringbojen und Mooringleinen Manöver kamen auch nicht zu kurz. Natürlich war für Viele auch Baden im noch warmen Adriawasser an der Tagesordnung.
FrischFrisch war es trotz Sonne in der ersten Woche infolge der oft kräftigen und kühlen NE Winde, in der zweiten Woche dann, wenn Schauern oder Gewitter nieder gingen.
In diesem Jahr waren besonders viele neue Gesichter unter den Teilnehmern zu verzeichnen. Klaus hat wieder Unglaubliches hinsichtlich der Organisation vor und während des Törns geleistet.

Einen Eindruck von der 1. Woche vermittelt der Bericht von Thomas, von der 2. Woche der von Wolfgang:


Mittelmeer-Flottille aus Kroatien zurück
Die erste Woche

Anflug
Sieben Tage mit sieben Personen auf einem Boot? Das war die Aussicht, wenn ich am Flottillentörn 2015 des SC Hansa Münster in Kroatien teilnehmen wollte. Auf den ersten Blick erschien mir das, der ich bisher immer nur auf Eignerbooten mit guten Freunden gesegelt hatte, doch etwas riskant. Um es aber gleich vorwegzunehmen, meine Bedenken lösten sich nach kurzer Zeit in Luft auf; unsere Crew auf der „Lucina“ (4 Männer, 3 Frauen) war Spitze.
Gepäck im Bus Abfahrt am Samstag, 26.09., um 01:00 Uhr Nachts mit dem Bus vom Segelclub Hansa. Bei dieser Startzeit war natürlich an vorherigen Schlaf nicht zu denken. Der Bus fuhr uns mit 36 mehr oder weniger dösenden Teilnehmern von Münster zum Flughafen Köln, wo der Flieger pünktlich um 6:00 Uhr nach Zadar in Kroatien startete. Da wir die gecharterten Boote aber erst um 14:00 Uhr übernehmen konnten, mussten wir die Zeit von der Landung um 7:40 Uhr bis zur Übernahme der Boote überbrücken. Dank der guten Organisation durch die Flottillenleitung konnten wir das Gepäck im Bus lassen, der uns zur Marina Dalmacija bringen sollte, und den Vormittag lang Zadar, eine Stadt aus der Römerzeit, besichtigen.
Gegen 14:00 Uhr konnten wir dann in der Marina unsere Boote übernehmen. Gechartert waren für die Flottile sechs baugleiche Bavaria Cruiser 45, über 14 m lange Boote mit doppeltem Steuerrad, zwei Ruderblättern und Bugstrahlruder. Es versprach also eine interessante Zeit zu werden, wenn man an Hafenmanöver unter Wind in engen Häfen dachte. (Wer sich selbst einen Eindruck von diesen Booten verschaffen will, braucht nur „Bavaria Cruiser 45 Lucina“ im Internet zu googlen). die YachtenNachdem die Kojen auf unserem Schiff verteilt waren, galt es noch einige Einkäufe zu machen, was sich als schwierig erwies, weil der kleine Markt in der riesigen Marina angesichts der zahlreichen Chartercrews schnell ausverkauft war. Unsere Getränke und andere großvolumigen Ausrüstungsstücke hatte unser Skipper in seiner Weisheit aber vorher bestellt, sie wurden angeliefert, so dass wir sie nicht vom Lidl, dem einzigen großen Supermarkt in der Nähe anschleppen mussten.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich – wenn auch mit Verspätung – los. Der Plotter war nämlich noch auf Russisch eingestellt. Da niemand von uns die kyrillische Schrift lesen konnte, mussten erst die Jungs der Charterfima kommen und ihn auf die deutsche Sprache einstellen. Der „Kommodore“ Klaus Mechler und die übrigen fünf Skipper hatten sich als Ziel für diesen Tag auf ein Mooringfeld in einer Bucht einer dem Festland vorgelagerten Insel geeinigt, von der es dann später in die Kornaten, eine Ansammlung von vorgelagerten Inseln gehen sollte. Die Fahrt ging durch eine wunderschöne Inselwelt voller Abwechslung, verlangte aber wegen der Vielzahl von Inseln, Inselchen und Steinhaufen im Wasser eine aufmerksame Navigation. Der Wind frischte im Verlauf des Tages ordentlich auf, es begann die Bora zu laufen, die uns die nächsten Tage begleiten sollte. Wir hatten zur Eingewöhnung nur das Rollgroß gesetzt, mit dem unser Boot aber eine Höchstgeschwindigkeit von über 6 Knoten erreichte. Mehr Tuch war also gar nicht nötig. Die Crew hatte bei der Gewöhnung an das Schiff keine Schwierigkeiten und auch das Manöver am späten Nachmittag, an die Mooringtonne zu gehen, klappte auf Anhieb. Boje anders
Ein anderes Boot von uns – der Name soll hier verschwiegen werden – hatte dabei offensichtlich mehr Schwierigkeiten und setzte zu unserem Erstaunen für dieses Manöver sogar ein Crewmitglied als Schwimmer ins Wasser. Ob diese Manövertaktik Eingang in das Handbuch der Seemannschaft finden wird, bleibt aber abzuwarten. Unser Beiboot hatte leider, wie sich erst jetzt herausstellte, ein Leck, so dass wir das Restaurant am Ufer nicht aufsuchen konnten. Es wurde deshalb an Bord gekocht (Nudeln mit roter Sauce). Zu unserer Überraschung wurden wir dann aber von einem Boot mit „Parkrangern“ gestört. Wir ankerten nämlich zwar noch nicht im Nationalpark der Kornaten, für den wir bereits die Eintrittsgebühr gezahlt hatten, sondern in dem Naturpark „Telascica“, für den unser Boot ebenfalls eine Eintrittsgebühr von 350 Kuna (entspricht knapp 50,- €) zahlen musste. Zum ersten Mal konnten wir erfahren, dass das Segeln in Kroatien nicht billig ist.
Am nächsten Morgen hatten dann alle „einfachen“ Crewmitglieder unseres Bootes die Möglichkeit, die „Lucina“ unter Motor zu steuern und Rückwärtsfahren, AnlegerAufstoppen und Drehen auf dem Teller zu üben. Das war angesichts der Größe des Bootes, des Doppelruders und des Bugstrahlruder für die meisten Crewmitglieder eine neue Erfahrung. Dann ging es weiter. Ziel war die Kornateninsel Piskera. Die Bora lief mit ordentlich 6 bis 7 Beaufort aus Nordost, so dass wir uns mit kleinem Tuch möglichst unter Land der vielen Inseln und Inselchen hielten. Das abendliche Hafenmanöver verlief bei dem von der Seite kommenden Wind nicht ohne Schwierigkeiten, letztlich aber erfolgreich. Am Abend machten wir in einem „Sommerrestaurant“ – einem Restaurant mit vielen Öffnungen und demgemäß bei Wind sehr zugig – erste Erfahrungen mit der Angewohnheit der kroatischen Gastronomie, Rotwein tiefgekühlt zu servieren. Man muss sich erst daran gewöhnen, aber dann schmeckt der kalte Rotwein auch.
Viel Wind Der nächste Tag versprach spannend zu werden, Die Windvorhersage kündigte starken Nordostwind mit Böen bis zu 8 Beaufort, der sich im Laufe des Tages noch steigern sollte. Wir mussten genau „gegen an“, zunächst zwischen zwei Inseln durch und dann 9 sm über freies Wasser ohne jegliche Landabdeckung zum Festland. Wir entschieden uns angesichts der Windrichtung und dem drohenden weiter Auffrischen des Windes, unter Maschine zu laufen, um möglichst schnell das Festland mit seiner Abdeckung zu erreichen. Es wurde ein kleiner Höllenritt. Zwischen den beiden Inseln, die eine Düse bildeten, drohte unser Boot sich in den Wellen festzustampfen, so dass wir den Hebel mehr auf den Table legen und die Drehzahl erhöhen mussten. Der Windmesser zeigte zwischenzeitlich Windböen in der Spitze von über 40 Knoten, was Windstärke 9 bedeutet. Das immerhin 14 m lange Boot Boot tanzte in den hohen Wellen wie ein Korken auf dem Wasser. Unsere Crew konnte die Schiffsbewegungen aber ganz gut ab; niemand wurde seekrank oder zeigte sonst irgendwelche Ausfallerscheinungen, wenn man einmal davon absieht, dass der Mittagsimbiss auf gemeinsamen Wunsch ausfiel. Trotzdem waren wir froh, als wir heil den Hafen Jezera auf dem Festland erreichten, wo dank der Voranmeldung durch den „Kommodore“ alle sechs Boote der Flottile nebeneinander zu liegen kamen. So konnten sich abends alle Bootsbesatzungen über die Heldentaten des Tages austauschen.
Die Weiterfahrt am nächsten Tag war im Vergleich dazu die reinste Kaffefahrt. Ziel war das Städtchen Skadrin, landeinwärts am zunächst fjordartigen Fluss Krka gelegen. Auf dem Programm stand die Besichtigung der berühmten Wasserfälle des Krka, bei denen der Fluss Krka über 17 Stufen etwa 45 m abstürzt. Bis Skadrin konnten wir auf eigenem Kiel fahren, dann mussten wir in Motorboote umsteigen, die uns die letzten 2 sm zu den Wasserfällen brachten. Die Besichtigung der Wasserfälle – wiederum ein Nationalpark – war ein Erlebnis, das die obligatorische Eintrittsgebühr und die „Flussfahrt“ nach Skadrin rechtfertigte.
Segeln Am nächsten Morgen ging es zurück zum Meer und weiter nach Rogonznica, wo abends der Flottilenabend stattfinden sollte Die Marina, in der wir wieder alle nebeneinander zu liegen kamen, war groß, entprechend groß war das Hafenrestaurant, in dem das gemeinsame Abendessen der Flottile stattfand. Selbstverständlich erschienen die Teilnehmer zu diesem Abendessen wie bei solchen Veranstaltungen üblich im Hansa-Polohemd. Nur Klaus Mechler und seine charmante weibliche Crew tanzten modisch etwas aus der Reihe und trugen ein selbst entworfenes (auch selbst gebatiktes?) T-Shirt, das über die bisherigen ruhmreichen Törns der Crew Auskunft gab. Angesichts seiner Stellung als „Kommodore“ und dem Charme seiner Besatzung sei ihm und seiner Mannschaft aber diese modische Extravaganz verziehen.
Der Törn neigte sich nunmehr leider für die Teilnehmer an der ersten Woche dem Ende zu. Am Freitag segelten wir bei schönem und warmem Wetter mit gutem Wind nach Trogir in der Nähe von Split, wo am nächsten Tag der Crewwechsel stattfinden sollte. Ein abendlicher Besuch der wunderschönen Altstadt von Trogir (Weltkulturerbe) war der krönende Abschluss. Am Samstag hatte das Wetter umgeschlagen. Es begann zu regnen, was den Abschied für die abreisenden Teilnehmer leichter machte. Für die anreisenden Teilnehmer an der zweiten Woche bedeutete dies aber wohl einen etwas traurigen Start.
AbschiedInsgesamt betrachtet war dieser Wochentörn, bei dem wir eine Strecke von fast 190 sm zurückgelegt hatten, eine runde Sache. Wir haben ein wunderschönes Segelrevier im Mittelmeer mit gutem Wetter und im Vergleich zur Ost- und Nordsee warmen Temperaturen kennengelernt und auch die Bora gemeistert. Der Zusammenhalt sowohl der Crews als auch der Flottille ist durch den Törn gewachsen. Wer bisher noch nicht auf Booten dieser Größe gesegelt hatte, konnte seine seemännischen Erfahrungen ausweiten. Man kann nur jedem Vereinsmitglied empfehlen, bei einem entsprechenden Törn des Vereins im nächsten Jahr einfach einmal mitzufahren und selbst solche Erfahrungen zu machen. ( Thomas M.)


Mittelmeer-Flottille aus Kroatien zurück

Update für die Seemannschaft

 Der Fahrthebel steht auf „neutral“. Vorsichtig schalte ich in den Rückwärtsgang – da bewegt sich wenig. Zwölfeinhalb Tonnen Leergewicht fordern offensichtlich mehr Kraft. Also: mehr Gas. Langsam schiebt sich jetzt „Lavsa“, eine Bavaria 45, auf die rote Tonne in knapp 100 Metern Entfernung zu. Das Steuern fällt schwer, dauernd muss ich korrigieren. Warum fährt der „Kahn“ nicht geradeaus?
Manöver 2 Manöver 1 Die Antwort von Skipper Christoph und seinem „Co“ Ekkes ist einfach: Unter dem Heck stehen zwei Ruderblätter. Anders als ein einziges Blatt in der Mitte des Schiffes sorgen sie erst bei kräftigem Tempo für eine ruhige Geradeausfahrt. Das passende Tempo muss gefunden werden. Übung macht den Meister, sagt ein Sprichwort, oder, mit anderen Worten, Training tut not. navigare necesse est Schoten dicht Auch beim Flottillensegeln im Mittelmeer. Ob die Auffrischung von Knoten, der Kontrollblick für den richtigen Stand der Segel, die Kursbestimmung oder am Abend das Anlegen an der Mooring – das alles fordert Routine und Erfahrung. Der Urlaub unter Segeln wird mit kleinen Trainingseinheiten gewürzt. Wo ginge das besser als im Segelclub?
Plotter Stärkung  Über 70 Aktive haben das genutzt. In der ersten Woche von Zadar nach Split, in der zweiten Woche zurück nach Zadar. Sechs große Yachten vom Typ Bavaria 45 standen zur Verfügung – die Skipper Bernhard Wuth, Christopher Wessling, Volker Bertermann, Jürgen Middeke, Klaus Mechler und Ralph Matschke blieben die gesamte Zeit über an Bord, die Mehrzahl der Crewmitglieder wechselte in Trogir bei Split. Gute Stimmung begleitete die Fahrt – bis hin zum gemeinsamen Abendessen in Mulje, wo die Wirtsleute einen riesigen Thunfisch in beachtliche Steaks aufteilten und als Alternative einen Grillteller mit Fleisch anboten. „Lecker!“, war das am meisten gehörte Urteil im Laufe des Abends, den Club-Chef Klaus Mechler in seiner Eigenschaft als Kommodore der Flottille mit einer kurzen und zufriedenen Bilanz eröffnet hatte.
Nachdenklich Front  Kapriolen bot lediglich das nur sehr bedingt sonnige Herbstwetter. Es wurde von einem Tief über der nördlichen Adria beeinflusst. So musste unser Start in der malerischen Bucht Vrulje angesichts der Gewitterwarnungen der Wetterdienste kurzerhand um anderthalb Stunden verschoben werden – bis Blitz und Donner an unserem Standort (eher weit) vorbeigezogen waren. Der Weg bis Sali war dann auch am Nachmittag noch leicht zu schaffen und belohnte die Hanseaten mit guten Segelbedingungen. Ähnlich schön hatte sich gleich der erste Schlag von Seget nach Sibenik mit knapp 30 Seemeilen angefühlt.
Sibenik Krka  Für die gute Stimmung der Crews sorgten auch gemeinsame Unternehmungen am Abend. In Sibenik brachte uns ein Wassertaxi in die malerische Innenstadt, die sich in der Dämmerung vor dem Abendessen besonders reizvoll präsentierte. Spektakuläres Naturschauspiel boten dagegen gleich am nächsten Tag die Wasserfälle des Flusses Krka, die wir von Sibenik aus per Bus besuchten. Ihre Kraft reichte früher sogar für die Stromproduktion aus. Unser gut einstündiger Rundweg brachte uns an die besten Ausguckplätze – Foto- und Filmmotiv waren die tosenden Wasser allemal.
Einsatz  Bei eher schwachem Wind erreichten wir nahe Zadar die Riesen-Marina Sukosan – den Endpunkt unseres diesjährigen Flottillentörns im Mittelmeer. Die Abnahmen gingen schnell und reibungslos vonstatten. In Zadar besichtigten wir noch die Altstadt und die urige Wellenorgel, bevor der Rückflug nach Düsseldorf und die Ankunft am Aasee in Münster endgültig den ziemlich kalten Schlusspunkt setzten. „Wo geht’s eigentlich nächstes Jahr hin?“, fragte irgendwer am Flughafen. Die Flottille scheint anzukommen. (Wolfgang)


Infos zum Törn
Der gesamte Törn ging über zwei Wochen (26.9. – 10.10.). Wie in den Vergangenen Jahren auch waren einige Seglerinnen und Segler beide Wochen dabei, andere nur jeweils eine. Der Törn ging von der Marina Sukosan nahe Zadar über die Nationalpark Telascica und Kornati nach Trogier der UNEXSCO Weltkulturerbestadt nahe Split. Zurückgelegt wurden in dieser ersten Etappe knapp 140 Seemeilen überwiegend unter Segeln. In Trogier verließ ein Teil der Gruppe nach einer Woche die sechs Schiffe und wurde mit Bussen zum Flughafen gefahren.
Die neue aus Deutschland angereiste Gruppe kam kurz drauf zur Marina Seget, von wo aus es erneut durch die Kornaten mit neuen Buchten und Marinas zurück ging. Jetzt konnten knapp 120 Seemeilen im Kielwasser gelassen werden und es musste mangels Wind mehr motort werden.
Die erste Woche war von kühlen nordöstlichen Starkwinden mit Sonnenschein geprägt, die zweite von milden eher schwachen Winden unterschiedlicher Richtungen mit viel Regen.

SHM Flottille Mittelmeer – Griechenland 2014

Akropolis

Auch in diesem Jahr hat die Organisation und Durchführung wieder hervorragend geklappt! Insgesamt 58 Segler, davon 33 in der 1. Woche und 41 in der 2. Woche, nicht alle aus Münster und nicht alle mit dem Flugzeug angereist, sowie diverse Transfers zu den Hotels und fünf bzw. sechs Yachten, deren Proviantierung etc. etc. .
Dieses Mal galt es zudem kurzfristig noch Einiges umzudisponieren! Ein weiteres Meisterwerk vom Fahrtenseglerobmann!
SegelnGeniessen konnten die Hansa-Segler wahlweise eine bzw. zwei Wochen bei warmen, bisweilen etwas mehr als frischen Brisen in den Gewässern des Saronischen Golf und dessen Inseln ausgehend von Athen.
Neben Segeln gabe natürlich auch altgriechische Kultur ebenso wie aktuelle griechische kulinarische Genüsse.

 

 


SHM – Griechenland 2014 – die Erste

Mein erster Segeltörn: vom 28.9. – 4.10.2014 durch den Saronischen Golf.
Am 28.9. kamen meine Mutter und ich in der Marina Kalamaki an und trafen dort auf Gunda, Volker und auf Elke und Lutz, die das Schiff schon am Vortag übernommen hatten.
AnkunftWellcome on bord
Wir bekamen erstmal einen Kaffee und etwas zu essen. Danach wurde uns das Schiff gezeigt.
Bei der Sicherheitseinweisung durch den Skipper Volker haben wir den Umgang mit den Rettungswesten und die wichtigsten Gefahrstellen kennengelernt. Wir räumten dann erstmal unsere Taschen aus, was eine große Herausforderung war, da Frauen ja immer zuviel mitnehmen und der Stauraum ziemlich klein war. 😉
TaverneBei einem schönen Abendessen lernten wir auch Mitglieder von den anderen Crews kennen und wir wurden von allen sehr herzlich aufgenommen. Nach einem Absacker auf dem Schiff von Herrmann fielen wir müde in unsere Koje.
Am nächsten Morgen musste Proviant für die große Fahrt aufgenommen werden und so gingen Gunda, Elke, meine Mutter und ich zum Einkaufen. Mit 2 vollen Einkaufswagen gingen bzw. rumpelten wir die Straße zur Marina hinunter. Durch die vielen Schlaglöcher gingen ein paar Bierdosen hoch und als wir am Schiff ankamen, umgab mich ein Geruch aus schalem Bier.
PorosDa die Wettervorhersage für die gesammte Woche sehr stürmisch (6-8 Bft) war, konnten wir die eigentlich geplante Route von Kalamaki nach Mykonos nicht segeln. Es wurde dann entschieden, dass wir statt nach Mykonos durch den Saronischen Golf segeln und einige Insel anlaufen wollten. Unser erstes Ziel war die Insel Poros. Es war meine erste Fahrt auf einem Segelschiff und ich war begeistert. Bei nordöstlichen Windstärken um 5 konnte das Vorsegel gesetzt werden. Es war ein tolles Erlebnis. Am Abend liefen wir in den Hafen von Poros ein und nach einiger Zeit fanden wir auch einen Liegepatz. Der Hafen war nicht groß, aber es gab dort einige Cafés und Restaurants.
Was'n das?KettnwuhlingNach einem schönen Abend segelten wir am nächsten Morgen zu der Insel Hydra. Da wir keinen Liegeplatz in dem sehr beliebten und sehr kleinen Hafen bekamen, segelten wir etwas weiter und übernachteten in einer geschützten Bucht bei Ermioni, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebten und einen tollen Abend verbrachten. Für mich persönlich war es der schönste Abend.
Am nächsten Morgen waren die Ankerketten von Hermanns und unserem Schiff ineinander verschlungen, so dass sie nur mit viel Geduld entwirrt werden konnten. Da es uns auf Poros so gut gefallen hatte, segelten wir am nächsten Morgen noch einmal dort hin. Wir kamen am frühen Nachmittag an und hatten genügend Zeit, uns den Ort genauer anzusehen und shoppen zu gehen.
Das nächste Ziel war die Insel Aegina. Wir übernachteten in der südlich der Stadt Aegina gelegenen Bucht Marathonos. Am Abend frischte der Wind so auf, dass wir uns die Nacht über abwechselten und Ankerwache hielten.
Sun downKeine der Crews wollte den letzten Abend in Kalamaki verbringen. So fuhren wir am nächsten Morgen in den Hafen von Aegina und bekamen dort mit etwas Glück alle auch einen Liegeplatz. Am Abend ging die gesamten Flottille gemeinsam in einem Restaurant zum Essen und ließ die vergangene Woche nochmal Revue passieren. Viel zu schnell kam der letzte Tag, an dem wir zurück nach Kalamaki und somit auch nach Hause mussten. Die Überfahrt war nochmal richtig schön. Wir hatten sehr guten Wind mit 4-5 Bft und konnten alle Segel setzen.
Es war eine tolle Woche und ich würde immer wieder gerne mit euch mitkommen.
Vielen Dank auch an Klaus für die tolle Organisation! (Vivian)

 

 

 

 

 


SHM – Griechenland 2014 – die Zweite

 Am 4.10. rauschte kurz vor 16:00 Ortszeit die letzte Yacht der SHM-Flottille zu ihrem Anlegeplatz in der Marina Alimos1 in Athen. Die Seglerinnen und Segler, die nur in der ersten Woche teilnehmen konnten, wurden gebührend verabschiedet und gleichzeitig die Neueinsteiger begrüßt.
Windkarte Für die zweite Woche kam eine weitere Yacht zum Einsatz, so dass ab Sonntag die Flottille aus sechs Yachten von 42 bis 46 Fuß bestand. Sonntag erst, da wegen der Wetterlage das avisierte Ziel Mykonos in der ersten Woche nicht erreicht werden konnte und die Yacht nach Athen überführt werden musste.
ALEXANDRA (Volker), AMORGOS (Bernhard), AQUILA (Hermann), KASSANDRA (Klaus), VIRGIN GORDA 2 (Christopher) und als Neuzugang die TO A TOA (Ralf) mischten das Wasser im Saronischen Golf in der nun beginnende Woche mächtig auf und bewiesen, dass im SHM nicht nur der Jollensport gepflegt wird sondern auch mit Dickschiffen Furore gemacht werden kann.
Am 5.10. ging es bei Sonnenschein und nördlichen Winden zwischen 4 und 6 Bft los zum ersten gemeinsamen Ziel, der Ankerbucht Marathonos2 auf der Westseite der Insel Aigina.
Ankern in der Marathon Bucht Es war die Entscheidung der jeweiligen Skipper, ob sie die Bucht aus nördlicher oder aus südlicher Richtung anfahren wollten, die Distanzen waren ungefähr gleich. Wahrschauen Baden in der Marathonos Buchthieß es im Gebiet südlich von Alimos, da ein Verkehrstrennungsgebiet die seglerische Freiheit ein wenig beeinträchtigte. Es konnte insgesamt aber gut manövriert werden; Segel heißen, fieren, anholen, reffen, einholen, wenden oder halsen, die Crews konnten nicht nur die Sonne genießen! Und am späten Nachmittag kamen dann ja noch die Ankermanöver, die nach einigem Hin und Her jeder Yacht einen sicheren Liegeplatz ermöglichten. Im Oktober einfach so mit der Badehose oder dem Bikini an ins Wasser zu springen und ein Bad zu genießen, das hat schon was! Kurz vor Mitternacht überprüfte die Crew der AQUILA nebst einigen Gästen getreu dem Motto „Only action brings satisfaction“ den sicheren Sitz des Ankers durch rhythmisches Aufschaukeln der Yacht bei gleichzeitigem Shantygesang – der Anker hielt bombenfest.
Der 6.10. bescherte ähnliches Wetter und ermöglichte wieder eine Vielzahl von Manövern. Bei der täglichen SkipperBesprechung war der Hafen Poros3 als Tagesziel bestimmt worden. Der Ort Poros liegt am südlichen Rand der gleichnamigen Insel und ist einer der sichersten Häfen im saronischen Golf.
RK1 RK2 RK3 Wir lagen hier römisch-katholisch vor ausgebrachtem Buganker an der Kaimauer und Poros konnten ausgiebig das schmucke Städtchen erkunden, einen guten Platz für das Abendessen ausmachen und hatten zum Teil Wasser und Strom am Kai. Sanitäre Einrichtungen sind dort wie an vielen anderen Häfen auch allerdings nicht vorhanden und SPA fand an geheim gehandelten Hoteladressen oder unter den bordeigenen Duschen statt. Sicherlich sind die unbefriedigenden sanitären Bedingungen für verwöhnte Ostseesegler eine Einschränkung des Wohlbefindens, aber die Liegegebühren waren dem geringen Komfort angemessen: 2,46 Euro pro Platz und etwa 4,50 Euro für Strom – da gehen einem die Augen über! Auf Mallorca beispielsweise wird man pro Nacht locker 80,00 Euro für einen Platz mit Elektroanschluss los.
Track der Virgin Gorda 2  Mit dem 7.10. zeichnete sich ein Bruch in der bis dahin reibungslosen Woche an. Bei guten Rahmenbedingungen ging es los in Richtung Vathy4 an der Westseite der Halbinsel Methanon, die zum Peloponnes gehört. Einige Yachten bevorzugten den kürzeren Weg durch die Bucht von Poros um dann nordwärts auf der östlichen Seite von Methanon hoch zu laufen und im kühnen Schwung über die Nordküste auf die westliche Seite nach Vathy zu kommen. Die anderen Yachten gingen durch das enge Fahrwasser zwischen Poros und dem Peloponnes durch, kreuzten an der Süd-Ost-Küste hoch und hatten einen längeren Schlag vor sich. „Wenn schon ein Holebug, dann aber nur ein kurzer!“ war die klare Anweisung der Frau des Taktikers auf der AQUILA, die von der Crew auch befolgt wurde. Veränderungen im Wolkenbild deuteten darauf hin, dass entgegen aller Wettervorhersagen (die ein Thema für sich sind) dieser Tag noch anstrengend werden konnte, also Gas geben Richtung Vathy.
Aber Poseidon war uns offensichtlich für die nächsten Stunden nicht wohl gesonnen. Es frischte kräftig auf, es wurde immer dunkler, Reffs wurden gesteckt, Schwerwetterzeug wurde klargehalten und angezogen – und dann ging es rund. Ein heftiges Gewitter mit stürmischem Wind, Böen, bei denen der Windmesser Gewitterboebei der AQUILA deutlich über die 30, bei einigen anderen näher am Unwetter deutlich über die 40 Knoten, hinausging, Regen, der den Rudergängern die Sicht nahm und Seegang, wie wir ihn bis dahin nicht hatten. Einfach ohne Segel unter Maschine gegenan halten, Abwettern, Kurs halten oder Umkehren, Blitze, die kaum 100 Meter entfernt unter infernalischem Getöse in das Wasser krachten – die Flottille wurde gesprengt.
Die Skipper trafen ihre Entscheidungen gemeinsam mit den Crews, Safety first, vier Yachten landeten schließlich im vereinbarten Hafen, zwei Yachten drehten ab und nahmen im Hafen von Methanon5 Zuflucht. So war auch in dieser unvohergesehenen Situation kein Schiff ohne potentiellen Beistand. Die beiden Häfen liegen zwar nur etwa 3 Meilen voneinander entfernt, aber das ist Luftlinie, der Seeweg betrug ungefähr 12 Meilen. Wie sich später herausstellte, hatte eine Yacht in diesem Wetter eine leichte Grundberührung und wurde am Ende des Törns dafür zur Kasse gebeten.
Die Skipperbesprechung am 8.10. fand zum Teil am Funkgerät statt. Das Wetter hatte sich deutlich beruhigt und es wurde vereinbart, die Insel Aigina anzulaufen, wobei es drei Optionen gab.
Abend in Aeginia Obst & Gemüse
Der Hafen im Ort Aigina6, die Ankerbucht Marathonos oder der Hafen des kleinen Ortes Perdika7 in der Nähe der Bucht Marathonos. Es kam dann leider zu der Situation, dass die Flottille auch an diesem Abend gesprengt blieb. ALEXANDRA und AQUILA gingen in Perdika vor Buganker an den Kai, der allerdings auch nur für zwei Schiffe Platz bot. Die übrigen Yachten fanden Platz im Hafen von Aigina. So wurden an dem Abend zwei Orte auf Aigina von den Crews heimgesucht, wer dabei das schönere Örtchen oder das bessere Restaurant erwischt hatte, ist Ansichtssache.
Die Zusammenführung der Flottille sollte am 9.10. in der Bucht Salamis8 auf der Westseite der Insel Salamina stattfinden. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. AMORGOS berichtete Segeln purüber Funk von massiven Problemen im Bereich Maschine / Getriebe, einer kritischen Situation mit der Fähre und gab bekannt, in den Ausgangshafen Alimos zurückzusegeln, um dort gegebenenfalls in den Hafen geschleppt zu werden. AQUILA bot daraufhin Begleitschutz für den Fall der Fälle an und so segelten bei bestem Segelwetter diese beiden Yachten zurück nach Athen, die restlichen vier kreuzten nordwärts auf und trafen sich im Hafen von Salamis. AMORGOS bekam die Maschine kurz vor der Hafeneinfahrt an und es gelang, den Rückwärtsgang einzulegen so dass sie tatsächlich mit eigener Kraft an den Steg gehen konnte. Die Begutachtung durch Mechaniker und Taucher ergab am nächsten Tag, dass sich eine Angelschnur um die Welle / durch den Propeller gewickelt hatte und dadurch der normale Umgang mit Maschine und Getriebe gestört war.
Flott segeln  Am letzten Segeltag, dem 10.10., ging AQUILA noch auf einen sportlichen Schlag Richtung Insel Salamina und retour, die vier anderen intakten Yachten kamen unter vollen Segeln zurück nach Athen, nur AMORGOS konnte diesen Tag nicht mehr nutzen und so machte diese Crew sich landgestützt auf einen Ausflug.
Um 16:00 Uhr begann die Übergabe der Yachten und die Vorbereitung auf das abschließende gemeinsame Abendessen. Klaus hatte einen Tisch für die gesamte Meute geordert, konnte sich dann auf dem Weg zum Restaurant aber nicht mehr an den Namen erinnern, also wurde ein am Weg liegendes Lokal überrannt und im Sturm genommen. Bei Ouzo, Wein und Bier – auf die Gabel gab es auch ein wenig – wurde der Abschluss des MMTörnsSHM 2014 erst im Lokal von allen gemeinsam, später auf einigen Yachten in kleinerer Besetzung gefeiert. Klaus Rede
Klaus vergaß in seiner kleinen Abschlussansprache nicht, den anwesenden und nicht anwesenden Helfern ausdrücklich seinen Dank auszusprechen. Ohne sie, die als Quartiermeister, Transportobleute, Wettergurus, Rechnungsführer, Skipper und in weiteren organisatorischen Funktionen tätig waren, ist eine solche Aufgabe nicht zu stemmen. Winni von der AQUILA ließ es sich nicht nehmen, anschließend in wohlgesetzten Reimen einen kleinen Rückblick auf die Woche und ein großes Dankeschön an die Organisatoren, besonders an Commodore Klaus, zu Gehör zu bringen.
Die Nacht, oder besser gesagt den Rest der Nacht konnten wir noch auf den Yachten an den Matratzen horchen bevor der definitiv letzte Tag dieses außergewöhnlichen Törns anbrach. Einige Schiffe wurden am 11.10. erst später wieder aufgehübscht, sie konnten als Lagerstätte für die Koffer, See- und Rucksäcke dienen bis gegen 16:00 Uhr der Bus kam, der uns zum Flughafen Athen verfrachtete. Einige nutzten die Zeit zu einer weiteren Tour durch Athen, andere suchten verzweifelt ein schönes oder vernünftiges oder sinnvolles Mitbringsel für die lieben daheim Gebliebenen zu erstehen, wieder andere trieb es zu einem ausgiebigen Bummel durch den riesigen Hafen Alimos, in dem sowohl Segel- als auch Motoryachten ungeahnter Preisklassen zu finden waren.
Rückflug: Über Athen Der Rest ist schnell erzählt: Flug 1 von Athen nach München, Flug 2 von München nach Düsseldorf, Probleme am Kofferband in D’dorf, Bus 2 von D’dorf nach Münster, Ankunft am SHM gegen 01:45 und dann von lieben Mitmenschen oder etlichen Taxifahrern gefahren ab nach Hause.
Diese zwei Wochen erlebter Freundlichkeit, Kameradschaft, Verlässlichkeit und guter, durchaus sportlicher Seemannschaft haben gezeigt, dass trotz aller modernster Technik an Bord das Segeln ein Sport in der Natur ist, der mit den Gegebenheiten der Natur (Wetter) umgehen muss; bei dem Risiken, Chancen und die Sicherheit der Crew gegeneinander ausgelotet werden müssen und bei dem das Team (die Crew) ein ganz großer Faktor für das Gelingen oder das Misslingen des Vorhabens ist.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass am Ende des Törns die einzelnen Bootsbesatzungen in der Tat zu einer Crew zusammengewachsen sind, was sicherlich auch mit ein Verdienst der eingesetzten Skipper ist. Ich bedanke mich bei allen, die – in welcher Form auch immer – Verantwortung für diesen Törn übernommen haben, insbesondere allerdings bei Klaus und den anderen Skippern Bernhard, Christopher, Hermann, Ralf und Volker und freue mich auf das Jahr 2015, egal wohin es dann gehen wird.

Jürgen von der Aquila

Fußnoten, ungefähre geografische Positionen

1 Alimos Athen
37°54’45“ N
023°42’16“ E
2 Marathonos
37°41’54“ N
023°28’00“ E
3 Poros
37°30’02“ N
023°27’08“ E
4 Vathy
37°35’37“ N
023°20’20“ E
5 Methanon
37°34’49“ N
023°23’35“ E
6 Aigina
37°44’45“ N
023°25’40“ E
7 Perdika
37°41’27“ N
023°27’08“ E
8 Salamis
37°57’42“ N
023°29’40“ E

Infos zum -Törn
Der gesamte Törn ging über zwei Wochen (26.9. – 11.10.). Einige Seglerinnen und Segler hatten zwei Wochen gebucht, andere nur die eine oder die andere Woche.
Am Anreisetag war jeweils eine Übernachtung im Zentrum von Athen vorgesehen und es blieb bis zum Samstag Nachmittag genügend Zeit, um den Stadtkern mit Akropolis sowie das Akropolis-Museum zu erkunden.
Nach Bustransfer zur Marina Alimos Kalamaki, die auch gut mit der Straßenbahn vom Zentrum zu erreichen ist, Übernahme der Yachten.
Für die erste Woche waren 5 Yachten gechartert. Das ursprünglich angestrebte Ziel Mykonos konnte wegen außerhalb des Saronischen Golfs auch nachts andauernder Starkwinde bis Sturmstärke und starkem Seegang nicht angelaufen werden, und so blieb die Hansa Flottille im Saronischen Golf. Als Wechselhafen wurde daher wieder Athen auserkoren.

Links stehend ein Bericht zur zweiten Woche.
Nach einer Woche verließen 17 Segler die Schiffe, wurde mit Bussen wieder zum Flughafen gefahren. Der Rest blieb an Bord der fünf Yachten. Die neue, aus Deutschland schon am Freitag nach Athen angereiste Gruppe, wurde am Samstag wiederum mit Bustransfer zur Marina gebracht. Dort füllte ein Teil die dezimierten Crews wieder auf, ein anderer Teil übernahm die zusätzliche Yacht, so dass sich am Sonntag insgesamt sechs Schiffe auf Tour im Saronichen Golf machten. Diese Gruppe kehrte am 11.10. wieder nach Münster zurück.

Kroatientörn 2013

Zwei Wochen (12. – 26.10.), drei Törns.
Wie geht das? Zwei mal eine Woche und ein mal zwei Wochen!
Ein logistisches Meisterstück hat unser Fahrtenseglerobmann Klaus da vollbracht: 12 Segler, die auf vier Yachten in einer ersten Woche mit 12 weiteren „Einwochen-Seglern“ von Kastela (nahe Split) nach Komolac (nahe Dubrovnik) segeln und von dort mit zwei weiteren Yachten und 32 neuen Seglern zurück nach Kastela schippern. Das Ganze unter Berücksichtigung zweier mit dem PKW anreisender Gruppen und vollendet mit den Transfers von Münster zum Flughafen Köln und zurück, sowie den Transfers in Kroatien, wobei die beiden einwöchigen Crews noch eine eindrucksvolle Busfahrt entlang der Küste mit dem Reisebus inklusiv hatten.
Daneben gab es natürlich in der Perfektion von Klaus noch diverse weitere organisatorische Schmankerl, aber die noch zu beschreiben, an dieser Stellen den Rahmen sprengen würde.
DalmatienDer Törn durch die Süddalmatinischen Inseln vor den Herbstferien (11 Seglerinnen & 13 Segler) hatte sehr abwechlungsreiche Wind- und Wetterverhältnisse, der in den Herbstferien (16 Seglerinnen, 21 Segler & 7 Kinder) ausnahmslos Sonne bei schwachen bis mittleren Winden.
Es steht je ein Bericht zur ersten und zur zweiten Woche zur Verfügung.
Ein Blick auf die kommentierte Route der „Stipan“ in maps.google, Klick auf Datum oder Routenabschnitt öffnet Kommentar.

Ankern


Kroatien-Törn 2013 des SHM – Kroatien Woche 1

Infos zum -Törn
Der gesamte Törn ging über zwei Wochen (12. – 26.10.). Einige Seglerinnen und Segler hatten zwei Wochen gebucht, andere nur jeweils eine. Der Törn ging von Split nach Dubrovnik. Hier verließ ein Teil der Gruppe nach einer Woche die Schiffe, wurde mit Bussen wieder nach Split zum Flughafen gefahren. Der Rest blieb an Bord der vier bereits in Split gecharterten Yachten. Die neue aus Deutschland nach Split angereiste Gruppe wurde am Samstag wiederum mit Bustransfer nach Dubrovnik gebracht. Dort füllte ein Teil die dezimierten Crews wieder auf, ein anderer Teil übernahm zwei zusätzliche ab Dubrovnik gecharterte Yachten, so dass sich am Sonntag insgesamt sechs Schiffe wieder an die Rückfahrt von Dubrovnik nach Split begaben. Diese Gruppe kehrte am 26.10. wieder nach Münster zurück.Bei Maps-google ist ein kommentierter Bericht der Route der Stipan einzusehen.Zum Bericht der zweiten Adriawoche 

Vollmond und Sonnenaufgang begleiten den Rückweg

VollmondLangsam folgen zwei Kleinbusse der Linie der gewundenen und auf- und absteigenden Küstenstraße von Dubrovnik nach Split. Es ist kurz nach sechs Uhr am Samstagmorgen, noch dunkel und die 14 Fahrgäste noch etwas müde. Das ändert sich, als nach ein paar Kilometern der Blick frei wird auf eine großartige Kulisse: auf der linken Seite die hintereinander gestaffelten Silhouetten der der kroatischen Küste vorgelagerten Inseln, getaucht in helles Mondlicht, das sich im Wasser spiegelt, rechts die dunklen Bergrücken, unterbrochen von den einzelnen Lichtern in den kleinen Hafenstädtchen. In den Linkskurve wird dann der Blick der Businsassen zur Seite gelenkt auf den beginnenden Sonnenaufgang in leuchtend roten und gelben Farbtönen, aufgelockert durch zarte Wolkenformationen und die deutlich sich abzeichnenden Kondensstreifen der Ferienflieger. Einzelne Fischerboote auf dem frühen Weg zur Arbeit scheinen auf dem goldfarbenen Wasser direkt in die Sonne hineinzufahren. Zu schön und zu real, um kitschig zu sein. Mit diesen imposanten Eindrücken geht langsam, aber unaufhaltsam der ereignisreiche und erholsame Segelurlaub zumindest eines Teils der SC-Hansa-Segler dem Ende entgegen. In Split warten sie auf den Flieger nach Köln-Bonn. Genau eine Woche vorher hatte in der Marina „Kastela“ in der Nähe von Split das Abenteuer „Fahrtensegeln in Kroatien“ seinen erwartungsfrohen Anfang genommen. Vier Segelyachten von 37 bis 46 Fuß Länge hatten auf ihre 26 Segler gewartet, um sie von Split nach Dubrovnik zu bringen.

Kreative Törnplanung und Top-Logistik im Hintergrund

Die hohen Erwartungen an das zum wiederholten Male stattfindende Segelevent des Segelclubs Hansa sind voll erfüllt worden. Das war kein Zufall, sondern gewollt und geplant, war doch der Törn in den sonnigen Süden seit Monaten und Wochen von vielen Händen und Köpfen bestens vorbereitet worden: die Reservierung und Buchung Mechlerdes Fluges und der Segelyachten, die Einteilung und Information der einzelnen Crews, die Abbuchung und Überweisung der Flug- und Chartergebühren, die Transfers zu den Flughäfen und Marinas, die Berechnung, Bestellung und Anlieferung der Nahrungsmittel und Getränke, die Planung des Törnverlaufs einschließlich alternativer Routen, das Herausfinden der touristischen Highlights, und, nicht zu vergessen, die vielen Kleinigkeiten, auf die situativ vor Ort reagiert werden musste. Klaus Mechler, Hansa-Vorsitzender und Fahrtenseglerobmann versäumte es daher auch nicht, sich ganz herzlich bei den zahlreichen Hansa-Mitgliedern zu bedanken, die viel Zeit und Arbeit in Vorbereitung und Durchführung des Törns gesteckt hatten. Der sich anschließende laute und ehrlich gemeinte Applaus der Hansa-Segelgemeinde war daher mehr als gerechtfertigt.
Die erfahrenen Skipper und Co-Skipper (Klaus/Gabi, Ekkes/Christopher, Bernhard/ Manfred, Volker/Lutz), törnerfahren und engagiert, waren gut vorbereitet, hatten Route, Wetterdaten, und das Geschehen an Bord im Griff und konnten Tag für Tag nach nur kurzer gemeinsamer Skipper-Besprechung ihren Crews das jeweils neue Tagesprogramm erläutern. Es gab keinen Widerspruch und zum Moppern oder gar für Meutereiversuche boten die Kapitäne keinerlei Anlass.

Blaues Wasser, idyllische Buchten und architektonische Kleinode

Okuklje

Mit Törnbeginn tauchte die Hansa-Flottille ein in eine dalmatinische Postkartenidylle: stille, geschützte und versteckte Buchten, bewaldete, z.T. felsige Hügel und Bergketten, blaues, klares Wasser, einsame Segler am Horizont, weiße Fähren mit blauem Schriftzug auf dem Weg zur nächsten Insel, die Umrisse der kleinen Küstenorte mit Häusern aus hellem Naturstein und roten Dächern, die schmalen und spitzen Kirchtürme.
Horizont
Und dann natürlich die traditionsreichen Städte und Städtchen mit einer Fülle architektonischer und städtebaulicher Schätze: Palast
Dubrovnik Festungsmauerdie Altstadt von Split mit dem zweitausendjährigen Diokletian-Palast, das sich malerisch in eine Bucht schmiegende Städtchen Hvar mit der beleuchteten Burgruine im Rücken, der komplett erhaltene, mittelalterliche Innenstadtkern der weit ins Wasser ragenden Festung Korcula, die abgeschiedene Bucht von Okuklje auf Miljet, das 150-Seelendorf Sudurak auf der Insel Sipan mit seinem verschlafenen Charme und natürlich als Höhepunkt das Weltkulturerbe Dubrovnik.
KorculaDer Rundgang am Freitag auf der mächtigen, die Altstadt komplett umschließenden Stadtmauer erlaubte faszinierende Blicke und immer wieder wechselnde Perspektiven auf die Kirchen, Straßen, Plätze, Häuser und den Hafen der Stadt sowie auf das Meer und die vorgelagerten Inseln. Gekrönt wurden diese Eindrücke am Ende des Fußmarsches noch durch einen Bilderbuch-Sonnenuntergang, der die Stadt kurz in ein warmes Licht tauchte, bevor die Straßenlaternen eine ganz andere, romantische Stimmung in die alte, aber sehr belebte und lebendige Stadt zauberten.
Hvar

Bedrohliche Böen, Badestops und Bikinisegeln

FlotteDer Wind hielt sich, jedenfalls für diejenigen, die am liebsten acht Stunden am Tag unter Vollzeug gesegelt hätten, dann doch zu oft zurück, dafür hatte die Sonne noch ein paar wärmende Herbst-Gastspiele parat; diese wurden ausgiebig genutzt für ein Sonnenbad in der Plicht oder auf dem Vordeck. Sogar ein kurzer textilfreier Badestopp im offenen Meer oder ein paar erfrischende morgendliche Schwimmzüge in den Häfen bei Wassertemperaturen knapp über 20 Grad Celsius boten da eine gewisse Entschädigung für die ausbleibenden höheren Beaufort-Werte.
Dass Wind, Welle und Wolken auch anders können, haben die Crews allerdings auch hautnah in der Mitte der Woche miterlebt. Bei Regen, schlechter Sicht und tiefhängenden Wolken hatte die kleine Hansa-Flotte das schöne Fleckchen Korcula am Morgen verlassen, bei achterlichem bis raumen, aber böigem Wind konnten zeitweise die Genuas gesetzt werden. Dann sorgte eine ohne Vorwarnung einsetzende Gewitterfront mit heftigen Böen, Blitz und Donner, Starkregen und stark verminderter Sicht für einen Adrenalinstoss bei Skippern und Besatzung. Gegen starken Winddruck nur mit der Winsch zu bergende Vorsegel, das eingerissene Vorliek einer Genua, ein sich selbständig machendes Dinghi, das Fast-Eintauchen der Lee-Winsch in die Wellen – diese seglerischen Herausforderungen der heftigen Wetter-Attacke riefen allen mal wieder in Erinnerung, dass mit den Elementen nicht zu spaßen ist. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, die Schiffe waren ohne größere Schäden geblieben und die Crews zwar völlig durchnässt, aber ansonsten wohlauf. Der Himmel klarte auf, die Sonne ließ sich wieder blicken und es konnte bei moderaten Wind noch eine gute Weile gesegelt werden, bis die Flotte die versteckt liegende Einfahrt in die Bucht von Okuklje und den kleinen Steg direkt vor einem idyllisch gelegenen Restaurant erreicht hatte. Das eingerissene Vorsegel wurde am Steg notdürftig repariert und an Gesprächsstoff für den abendlichen Plausch im Restaurant oder in der Plicht war gesorgt. Die kroatische Gewitterfahrt wird sicherlich auch am Hansa-Steg in Münster in den nächsten Wochen und Monaten – in unterschiedlichen Versionen und Ausschmückungen – Stoff für Erzählungen und Einschätzungen bieten, wahrscheinlich mit der Zugabe einer kleineren oder größeren Portion Seemannsgarn.
Auch wenn der Wind die Crews nicht gerade verwöhnte, konnten doch an jedem Tag zumindest für eine kurze Zeit die Segel gesetzt werden. Auf dem überschaubaren Schlag von Okuklje nach Sudarak gab es sogar das Verwöhnpaket mit Rauschefahrt unter vollen Segeln und Sonnenschein.
Sudurak

Segeln macht hungrig (und durstig)

Das auf den Booten (ja, gelegentlich auch auf dem reinen „Männerboot“!) der eine oder die andere den Umgang mit Bratpfanne und Gewürzmischungen nicht nur aus den Fernseh-Kochshows kannte, bewiesen allein die Duftwellen, die aus den Kombüsen über Boote und Stege wehten und die den Appetit auf kulinarische Leckerbissen weckten. Dank vorausschauender Verproviantierung und der Ergänzung der Vorräte durch den Kauf frischer Zutaten wie Tomaten, Zwiebeln, Auberginen, Gurken, Schafskäse und Schinken auf dem Wochenmarkt am Samstag in Split, war die Versorgungslage für das Abendessen oder den kleinen Zwischenimbiss sehr komfortabel.
Aber auch in den Konobas, wie die Kneipen und Restaurants in Kroatien genannt werden, oder in den kleinen Straßencafes fand sich auf den Speisenkarten genug, um den Kalorienverlust des anstrengenden Segeltages auszugleichen: Renner waren hier Tintenfische in gebackener, gegrillter, gedünsteter oder marinierter Form, anderes Meeresgetier , aber auch Lamm oder der bekannte gemischte Grillteller. Auch das „Karlovacko“, das zumeist von den Crews getrunkene einheimische Bier, konnte dem Vergleich mit deutschem Karlsquell oder Krombacher gut standhalten (na ja, fast jedenfalls). Ein kleineres, aber lösbares logistische Problem bestand darin, ausreichenden Stauraum für die großzügig bemessenen Trinkvorräte zu finden und diese dann auch noch in der benötigten Menge gekühlt vorzuhalten.

Unvollendete „Wettfahrten“ und spannendes Dinghi-Rennen

Zugegeben, das sportliche Segeln, unter einem Wettbewerbsgedanken gar nicht im Vordergrund. Doch am ersten Segeltag, dem Sonntag, wurden, sobald sich etwas mehr als ein Lüftchen regte, die Segel gesetzt und der Schiffsdiesel bekam eine Ruhepause. Und dann ging es, zwischen den Besatzungen der einzelnen Yachten unabgesprochen, aber doch sicht- und spürbar, los mit der Optimierung von Geschwindigkeit und Kurs: direkt an der Windkante wurde die bestmöglichen Höhe gesegelt, das Unterliek noch etwas fester durchgesetzt (oder gefiert), die Holepunkte versetzt, der günstigste Zeitpunkt errechnet, um vom Holebug wieder auf den Streckbug zu wechseln, Winddreher präzise ausgesegelt und natürlich der Gegner und seine Manöver genau beobachtet und bewertet. Mit anderen Worten: in Wirklichkeit wurde eine inoffizielle und nicht gestartete, „heimliche“ Wettfahrt gesegelt. Die einsetzende Dunkelheit brach diese dann allerdings ab und der Motor übertönte wieder die angenehmen Geräusche von Wind und plätschernden Wellen. Am Abend nach erfolgreichem Anlegen in Hvar wurde dann engagiert darüber gestritten (oder zumindest gefachsimpelt), wer denn wohl der Sieger gewesen sei oder bei Beendigung der Fahrt unter Segeln hätte sein können („Wir waren viel schneller und haben mächtig aufgeholt!“ „Ja, aber dafür habt Ihr viel Höhe verloren“).
Einen klaren, unangefochtenen Sieger hatte dagegen das Dinghi-Rennen der Co-Skipper, das in diesem Jahr in der dritten Auflage stattfand. Mit ausgefeilter Technik und dosiertem Krafteinsatz konnte Manfred Müller von der PORER einen komfortablen Start-Ziel-Sieg erringen und damit seine jüngere Konkurrenz auf die hinteren Plätze verweisen.

Hafenkino und verbesserte Seemannschaft

Anlegen 1Die Crew, die den jeweiligen Zielhafen als erste erreichte, hatte die besten Aussichten auf spannendes Hafenkino und eine kostenlose Lehrstunde in die Ausführung diverser Hafenmanöver, konnte diese doch das Anlegen mit Hilfe von Mooringleinen bei den drei nachfolgenden Schiffen genauestens unter die wohlwollende bis kritisch-skeptische Lupe nehmen („mal sehen, wie die das hinkriegen“). Das zuletzt einlaufende Schiff hatte dann die ungeteilte Aufmerksamkeit der drei anderen fachkundigen Crews für sich. Hvar BojenfeldAber alles in Allem klappte im Ergebnis alles gut oder zumindest zufrieden stellend: hoch konzentriert, ohne Hektik und laute Kommandos wurden die Festmacher klariert, das Boot im richtigen Winkel (meistens jedenfalls) rückwärts an den Steg manövriert, die Achterleinen übergeworfen, die Mooringleine aufgeholt und belegt und das abschließende Feintuning durchgeführt – dann Maschine aus und dem obligatorischen Anlegerbier stand nichts mehr im Wege. Die Hansa-Skipper und Crews konnten zeigen, dass sie seemännisch was drauf haben. Aber auch sonst gab es immer mal wieder selbst für die alten Hasen neue Situationen, auf die reagiert werden musste und die das seglerische Wissen und Können ein Stück verbessern halfen. Das galt natürlich erst recht für diejenigen, die noch am Anfang ihrer Segelkarriere stehen.

Flottillentörn ist mehr als Schiff plus Schiff plus Schiff, …

KontakteWaren die einzelnen Crews tagsüber weitgehend mit sich allein beschäftigt, gab es abends am Steg einen munteren Besuchsverkehr zwischen den einzelnen Booten; da konnte selbst die Plicht einer 46er Oceanis schon mal eng werden. Das Sitzen auf Tuchfühlung tat der Stimmung aber überhaupt keinen Abbruch – im Gegenteil. Es wurden Tageserfahrungen ausgetauscht, Tipps gegeben, gefahrene Manöver durchgehechelt, manch lockerer Spruch in die Runde gegeben. So erlebten alle ihre Mitseglerinnen und Mitsegler von einer anderen , vielleicht weniger bekannten Seite. Gekühlte Getränke (meistens), kleine Snacks und kalorienhaltige Knabbereien rundeten die gelöste Chill-Out Atmosphäre an Bord ab. Einmal klappte es sogar mit einem gemeinsamen Essen aller Hansa-Seglerinnen und –segler: der Abend auf der Terrasse in der versteckt liegenden, fast kreisrunden Bucht von Okuklje auf der Insel Mljet wird sicher bei allen in lebhafter Erinnerung bleiben: die Boote am improvisierten Steg in Sicht- und Reichweite, die Köstlichkeiten vom offenen Freiluftgrill auf dem Teller, angeregte Gespräche mit den Tischnachbarn, der sich auf dem Wasser spiegelnde (Fast-)Vollmond.
Okuklje LebenDie Nächte wurden dann doch oft kürzer als gedacht und als am Morgen noch geplant („Heute geh ich mal früher ins Bett“): für die, die sich bei bester Laune viel zu sagen hatten, sowieso, aber auch für die, die in den ja nicht sonderlich schallgedämmten Kojen ihrer Schiffe Anteil nahmen, oder besser, nehmen mussten, an den Gesprächen und am Gelächter der Nachtschwärmer. Dabei sollen sich, so hörte man, einige der Nachteulen besonders dadurch ausgezeichnet haben, dass sie mit besonders lautem Lachen und sehr vernehmbarer Stimme die Dezibel-Zahl nochmal höher geschraubt hätten. Dichtung oder Wahrheit? Wie auch immer, zumindest spricht dies für einen gelöste und lockere Stimmung im Hansa-Lager. Eine Mitseglerin brachte es auf den Punkt: „Diese Woche ersetzt einen kompletten Lach-Yoga-Kurs zu Hause“.
Am nächsten Morgen zeugten dann kleine Augen, verzögerte Bewegungen, herzhaftes Gähnen und manchmal auch schon mal übliche Kater-Beschwerden von den Anstrengungen der Nacht – aber im Urlaub, an viel frischer Luft waren die morgendlichen Beschwernisse schnell vergessen und die Lust auf das unweigerlich kommende Anlegerbier wuchs stündlich.

Nach dem Törn ist vor dem Törn

Crew Woche1Der Rest ist schnell erzählt: nach Mondschein- und Sonnenaufgangsintermezzo endete für die erste Hansa-Gruppe die Busfahrt wenig spektakulär am Flughafen, auch Rückflug und -fahrt nach Köln-Bonn bzw. Münster liefen ohne Probleme ab. Mittlerweile ist auch der Rest der Gesamtgruppe wieder in heimatlichen Gefilden angekommen. Aber: nach dem Törn ist vor dem Törn und viele Hansa-Hansa StanderUrlauber werden schon bald die ersten Gedanken auf das Jahr 2014, auf den hoffentlich wieder stattfindenden neuen Törn in südliche Gefilde, richten. Vorsicht, Hansa-Flotilllentörns können süchtig machen; es besteht Ansteckungs- und Wiederholungsgefahr. Also, auf ein wahrscheinliches Wiedersehen, wohl in einer anderen Ecke des Mittelmeeres im Herbst 2014!

Münster, 27.10.2013
Karl-Heinz K.


Kroatischen Adria 2013 des SHM – Woche 2

Rasmus, altes Rübenschwein, blas‘ den Wind in Schüben rein!

Rasmus war uns Teilnehmern der zweiten Woche der diesjährigen Mittelmeer-Flottille gnädig. Er bewahrte uns mit einer milden und sonnigen Wetterlage vor der Seekrankheit. Doch hatte dies auch seine Schattenseite. Ihr seglerisches Können konnten die sechs Crews nicht an jedem Tag so unter Beweis stellen, wie sie und unsere Skipper sich das Flug im Morgengrauengewünscht hätten. Das tat aber der guten Stimmung und dem hohen Erlebniswert unserer Fahrt keinen Abbruch.
Nach einem ruhigen Flug im Morgengrauen von Köln nach Split ging es mit dem Bus weiter nach Dubrovnik. Die Fahrt entlang der Küstenstraße machte mit der atemberaubenden Landschaft Lust auf mehr/Meer. Nachdem die Crews ihre Segelyachten bezogen und Vorräte geordert hatten, ging es aber zunächst mit dem Linienbus in die Altstadt von Dubrovnik. Wer zum ersten Mal dorthin kam, dem verschlug es den Atem ob der Schönheit dieser Stadt. Die Crew der MIHA durfte den Sonnenuntergang in einem einzigartigen „Fels-Küsten-Bistro“ mit Blick aufs Meer genießen.

Dubrovnik mittendrin

Am Sonntagmorgen wollten die Crews den Yachthafen von Dubrovnik voller Ungeduld zügig verlassen. Wir hatten aber die Rechnung ohne unseren verantwortungsvollen, auf Sicherheit bedachten Skipper gemacht. Insbesondere die Unerfahrenen unter uns mussten sich einem Crash-Kurs im Leinenwerfen und anderen seglerischen Handgriffen unterwerfen. Aber es machte Spaß, insbesondere die Modenschau mit den Schwimmwesten. Die Crew der MIHA durfte in der Bucht vor Dubrovnik noch ein Segelmanöver üben: „Mütze über Bord!“ hieß es, als unserem Skipper Klaus die Hansa-Mütze vom Kopf wehte. Das Manöver verlief tadellos; nur ließ uns die Mütze im Stich – sie konnte nicht schwimmen.
Zwischen Anleger und Bier ..Den zweiten Abend verbrachten wir nach gelungenem Anlegemanöver (Klaus: „Zwischen Anlegen und Anlegebier passt kein Blatt Papier“) in einer kleinen Bucht bei Sobra auf der Insel Mljet. Die Bucht lud zum Schwimmen ein; Helmut und Gunnar ließen Poseidon vor Neid erblassen. Das Abendessen nahmen wir in einem Restaurant ein, das direkt am Steg lag. Fischgerichte dominierten die Speisekarte, z. B. eine frisch gefangene, gegrillte Zahnbrasse. Der Abend klang aus mit den zur Gewohnheit werdenden Besuchen der Schwester-Crews untereinander.
Korcula Abendessen im FreienBei der Weiterfahrt zum Städtchen Korcula auf der gleichnamigen Insel ließ uns Rasmus im Stich. Die anfangs hoffnungsvoll gesetzten Segel mussten wegen Flaute geborgen werden. Unter Motor erreichten wir unser Ziel. Im Städtchen Korcula, in der unser großes Vorbild Marco Polo geboren sein soll, bestiegen einige den Glockenturm von St. Markus und wurden mit einem traumhaften Blick bei Sonnenuntergang belohnt. Mehrere Crews aßen in einem Restaurant unter freiem Himmel an der Stadtmauer. Die Insel Korcula wurde auf der MIHA übrigens „Stiletto-Island“ getauft (Eingeweihte wissen Bescheid).
Ankerbucht mit Landfeste

Am nächsten Vormittag segelten wir weiter. Unser Ziel, eine unbemannte Bucht auf der kleinen Insel Scedro, in der wir vor Anker gingen, erreichten wir durch Kreuzen; da ging das Segler-Herz auf. Beim Ankern wurde zusätzlich eine Achterleine (Landfeste) an einem Poller befestigt. Dingi-Käpt’n Helmut erfuhr, dass nicht alles, was von Weitem nach Poller aussieht, auch ein Poller ist. Die Bucht selbst lud zum Schwimmen ein und natürlich auch zu Besuchen der anderen Crews mit dem Dingi-Shuttle. Das Abendessen mit anschließender geselliger Runde fand an Bord statt.
An unserem nächsten Zielort, St. Klement auf einer kleinen Insel vor Hvar, erwartete uns an der Rückseite der Landzunge, an der der Hafen liegt, ein traumhafter Badestrand, von dem viele Gebrauch machten. Einige Crews gingen anschließend zum Essen in die Restaurants auf dieser Landzunge, andere bereiteten das Abendessen in der Kombüse. Am Morgen Dinghyrennenwurde der Hafen zur Wettkampfstätte. Im ersten Wettkampf paddelte aus jeder Crew ein männliches Mitglied seine weibliche Fracht. Nach erbittertem Kampf siegte Peter mit seiner Katharina als Passagier. Aber auch die anderen Teams, vor allem die Passagiere, machten eine gute Figur. Im zweiten Wettkampf durften sich unsere Kinder, die schon in der „Anker-Bucht“ das Dingi-Paddeln geübt hatten, beweisen. Sieger im Einer-Dingi wurde Jobst.
Der eigentliche sportliche Höhepunkt der Flottille fand aber erst am anderen Morgen auf hoher See statt. Nachdem Rasmus im Zuge der Gleichberechtigung seiner Frau den Vortritt hatte lassen müssen („Rasmusa, alte Rübensau, wir grüßen dich, Rasmus‘ Frau„), erblickte unser MIHA-Skipper Klaus bei leidlichem halben Wind von Steuerbord auf der Backbordseite die von Susann und Ekkes geführten Schiffe. Sofort blitzte sportlicher Ehrgeiz in seinen Augen auf. Nach erbittertem Thunfisch neben GrillKampf der gesamten Crew, zunächst gegen Susann, dann gegen Ekkes – unser Schiff nahm den auf der Lee-Seite liegenden Schiffen den Wind –, zog die MIHA souverän davon. Die Hackordnung im Hansa-Klub wurde nicht in Frage gestellt. Wir erreichten unser Ziel, das malerische Städtchen Milna auf der Insel Brac mit seinem morbiden Charme, und landeten direkt am Steg in einem Restaurant, das uns u. a. einen frisch gefischten Tunfisch mit kapitalen Ausmaßen anbot. Direkt neben dem Grill aufgehängt, wurden diesem die Steaks aus der Seite geschnitten und aufs Rost gelegt; frischer und leckerer geht es nicht. Übrigens gingen an diesem vorletzten Abend alle Crews gemeinsam essen. Klaus hielt eine kleine Ansprache, in der er sich u. a. für das Engagement aller Beteiligten, besonders der Skipper, bedankte. Der Abend blieb dem Feiern der durcheinander gemischten Crews vorbehalten („Rasmus, alter Kugelblitz, bring‘ uns neuen Slivovitz!„).
FlottilleUnsere letzte Fahrt mit leidlichem, später nachlassendem Wind führte uns nach Split. Zuvor wurde mit allen Crews noch ein Gruppenfoto der zweiten Woche der Kroatien-Flottille geschossen. In Split sahen wir im Stadthafen ein riesiges Kreuzschiff, wie wir sie auch schon in Dubrovnik gesehen hatten. Wir waren uns einig, dass unsere Art der Seefahrt mit dem ihr eigenen Naturerleben und der überschaubaren Geselligkeit (44 inklusive zweier Meerjungfrauen statt 1500 oder gar 3000 Passagiere) vorzuziehen ist.Kreuzfahrtschiife in Split Im Yachthafen angekommen, erwartete uns ein Heer an Masten, das ahnen lässt, wie viele Segelyachten im Sommer unterwegs sind. Die Crews fuhren mit Sammeltaxen oder dem Bus in die sehenswerte Altstadt von Split. Sie ist die einzige Stadt der Welt, die aus einem Kaiserpalast hervorgegangen ist, nämlich aus dem von Diokletian.
Abends saßen einige Crews in einem Restaurant im Yachthafen und durften neben dem leckeren Essen auch das Schauspiel feiernder russischer Crews mit großen Pokalen, herausgeputzten Damen und hochprozentigen Getränken verfolgen. Meiner Gaby sollte das zu mitternächtlicher Stunde noch zugute kommen. Der schmale „Laufsteg“ der MIHA zum rettenden Ufer war diesmal besonders lang. Zum Austreten reichte es noch. Dann schwand ihr aber der Mut, die allzu schmale Brücke aufs Schiff zu betreten. Da bot sich ihr unvermittelt die Chance zur Völkerverständigung: Ein junger Russe half ihr galant an Bord.
Mit Wehmut fuhren alle Flottillen-Teilnehmer (bis auf die Autofahrer) am nächsten Morgen zum Flughafen Split. Auf dem Rückflug nach Köln und der Busfahrt nach Münster konnten wir uns eines gelungenen Urlaubs zu Land, zu Wasser und in der Luft erinnern. Unser Dank gilt dem Hauptorganisator und Skipper Klaus sowie seinen Mit-Skippern Bernhard, Ekkes, Ralph, Volker und nicht zuletzt der Skipperin Susann. Ohne das Wohlwollen von Rasmus wären aber auch unsere Skipper machtlos gewesen.
Deshalb: „Rasmus, altes Rübenschwein, please, hold the line!“ (Willy K.)

Zurück aus warmen Gefilden – SHM Mittelmeerflottille 2012

Die Begeisterung der Teilnehmer der Mittelmeerflottille des SHM für die Türkei im Jahre 2011 drückte sich in der nochmals gestiegenen Teilnehmeranzahl in diesem Jahr aus: obwohl es ganz kurzfristig vor dem Abflugtermin wegen Krankheit zwei Ausfälle gab, übernahmen 43 Segler in Bodrum am 13. Oktober sieben Segelyachten von 39 bis 45 Fuss, um auf dem Weg nach Marmaris noch einmal richtig Sonne zu tanken, das warme und klare Mittelmeerwasser beim Baden zu geniessen und eine laue Brise die Segel füllen zu lassen. Drei Berichte aus unterschiedlicher Sicht:


Segeltörn mit Flottille Hansa Oktober 2012

Am Samstag, 13.10., stehen bei totaler Dunkelheit (fast Neumond) einige Gestalten gegen 3:45 Uhr am Parkplatz vorm Segelclub-Hansa. Nach und nach stoßen mehr und mehr Leute dazu. Einige kommen uns bekannt vor, fast alle aber sind uns fremd: Bald sind alle 44 Mitglieder dieser großen Segler-Familie bereit für die Busfahrt nach DUS – Der Trip in die Türkei ist entspannt, die Airline (Türkisch Airline) erfreulich angenehm was Service und Angebot angeht. (Auch wenn Katharina den Flug vom Vorjahr noch besser fand)

In Bodrum dann das Unangenehme: Katharina steht als einzige ohne Gepäck da! Nach einigem Hin und Her schafft es die Gesellschaft, den Koffer vor unserem Ablegen am nächsten Morgen an Bord zu bringen. So müssen die Teetrinker das 1. Frühstück an Bord mit Kaffee vorlieb nehmen.
Zurück zur Ankunft in Bodrum. Ich genieße die „Einfahrt“ in den Ort, erkenne vieles von unserem Türkeitrip vormals wieder.
Bliss CrewIn der Marina unser Zuhause für die nächsten Tage die „Bliss“, eine Beneteau Oceanis 43. Für uns „Nichtsegler“ (mein A-Schein von 1968 zählt nicht) ein Riesenkahn, mit zwei Steuerrädern! Katharina und Ekkes kriegen die Kajüte steuerbords, Klaus und ich backbords und die Jungs verteilen sich im Bug: Horst kriegt die Doppelstockkabine, Olaf und Christoph dürfen sich die kurz/engen Kojen in der Spitze teilen.
Unsere Lebensmittelvorbestellung ist wohl nicht so gut rüber gekommen: Es fehlt das BIER!
So ziehen wir nur mit je 1 kg Tomaten und Zwiebeln ab. Was wollen wir in 1 Woche mit 1 kg Zwiebeln? Die schwarzen und grünen (braunen?) Oliven sehen nicht sehr vertrauensvoll aus …
Kleiner – nötiger Einkaufsausflug zu einem winzigen Lädchen an der Strandpromenade – diese Idee hatten wohl mehrere. Kaum Milch, wenig Bier, einige Flaschen Wein – und etwas Obst und Mineralwasser können wir in den Einkaufswagen zum Schiff karren.
Der Einkaufsgang zum großen Supermarkt am nächsten Morgen endet erfolgreicher, wenn auch beschwerlicher. Die Schlepperei durch den halben Ort gestalten wir echt türkisch: die Frau hat die Verantwortung für die Einkäufe – auf dem Rücken.

Baden
Gegen frühen Mittag des 14.10. sind wir endlich bereit, in See zu stechen. Nur der Wind will nicht so recht stechen, dann muss der Motor ran. An Bord freuen wir uns über die Sonne, den blauen Himmel, die gemütliche Fahrt und die netten Lästereien. Wie schön, dass in allen Klubs so viel Ähnlichkeit herrscht… Irgendwann ist es Zeit für unser tägliches Plümpsen im warmen Wasser. 3 Fender hängen im Schlepp und wir an ihnen, werden von Ekkes und Klaus mehr (Klaus) oder weniger Motorkraft gezogen.

Palamut
Unser erstes Ziel ist ein kleiner Hafen an der Halbinsel Datca – Palamut. Für Archäologen: in der Nähe von Knidos. Olaf wird uns am nächsten Morgen verlassen und sich die Ausgrabungen ansehen.
Wieder finden wir für unsere große Gruppe Plätze für’s Abendessen.
Komisch, sind wir etwa in Italien? Sehr oft fallen Pizza- und Nudelgerichte auf der Speisekarte ins Auge. Nicht nur in diesem Ort.

Datca anlegen Das ändert sich zum Glück beim nächsten Anleger im Städtchen Datca. Unser „Restaurantführer“ an Bord schlägt das „Culinarium“ vor. Die ehemalige Lehrerin Ulrike Böhmer-Dinc und ihr Mann Faruk Dinc führen auf ihrer Dachterrasse ein vorzügliches Restaurant. Faruk interpretiert alte anatolische Rezepte mit Kräutern und Zutaten aus der Umgebung. Sehr lecker!
Sonnen
Unser Urlaubsleben gestaltet sich harmonisch (7 Individuen auf engstem Raum!), wenig aufregend und ausgeglichen:
Durch die notwendigen Einkaufstouren lernen wir die kleinen Orte kennen. Auf das tägliche Bad im Meer freuen wir uns, aber ebenso auf das gemeinsame Schwimmen an den Anlegestellen mit den anderen Flottillienmitgliedern morgens und abends.
Dass wir viel unter Motor laufen, ärgert wohl nur den (die) Skipper; Klaus und ich nutzen ausgiebig die Möglichkeiten, unseren Vitamin-D-Speicher noch vor der Kälte auf zu laden – da würde die Genua oder das Groß doch wohl etwas stören ….
Baden Diersek
Die restliche Crew käbbelt sich derweil, wer die begehrten Schattenplätze nutzen darf…
Mittags wird Brigitte in die Kombüse geschickt, den Mittagsimbiss zuzubereiten.
Ein kleines Missverständnis zwischen Verpflegungscrew und Skipper verschafft uns einen Überhang an Brot: „An unseren beiden nächsten Zielen gibt es keine Geschäfte, in den kleinen Buchten können wir nur das einzige Restaurant besuchen“. Irgendwie geht bei mir unter, dass Brot im Steinofen immer frisch gebacken angeboten wird.
Diersek
Überhaupt die kleinen Buchten: ein einfaches Steingebäude dient als Küche, wo teils leckere Vorspeisen und Fisch/Fleischgerichte zur Auswahl stehen. Das einfache Klo- und Duschgebäude ist natürlich ständig umlagert. Die Anwohner scheinen nur während der Saison in Zelten oder Verschlägen zu wohnen. Zugang zu Bucht nur übers Meer.
Nachmittags gehören neben den Schwimmgängen auch Trips mit den Dingis zum Vergnügen. Einen Abend besucht uns ein Oktopus. Der fühlte sich aber wegen der Taschenlampen unserer Meute wohl ziemlich genervt.
Bozuk Koyu
Kleine Aufregung für mich: den einzigen Tag mit sehr schönem Wind suche ich aus, zu Mittag die Tomaten zu schmoren. Ein Drittel schimmelte leider vor sich hin- also weg damit und den Rest verarbeiten. Als mir die Küchenrolle und einige andere Utensilien halb um die Ohren fliegen und das Abstützen mit den Füßen etwas mühsam wird, Katharinas Schrei nach unten dringt, will ich die Schräglage an Deck genießen. Aber schon wird es wieder etwas ruhiger und die nächste Bucht wird wieder unter Motor angelaufen.
Die Namen aller Flottilliensegler lernen wir auch zum Ende unserer Tour nicht, obwohl bei den Landgängen, während der Schwimmaktionen sich das ein oder andere Gespräch ergibt. Wir werden an Deck besucht, ebenso gucken wir bei den anderen, wie sie so leben. Das sind dann nette Runden. Leider lässt mein Namensgedächtnis doch ein wenig nach.

Unterm Strich gefällt uns der Urlaub gut. Wir lassen uns ohne schlechtes Gewissen übers Mittelmeer schippern, bewundern zum Schluss das Tankmanöver von Ekkes (Kleines Missverständnis beim Ablegen, der Tankwart wollte anders als der Skipper), aber alles läuft glatt. Auch die unrunde Übergabe löst Ekkes mit Geduld und vielen Diskussionen telefonischer und persönlicher Anwesenheit.
Das letzte Treffen mit den anderen Schiffsbesatzungen muss ausfallen. Wir sind zu weit weg, dafür aber direkt an der Altstadt von Marmaris. Die Restaurants (viele!) unterscheiden sich nicht sehr vom Angebot der Speisekarten. Wir suchen uns eins mit vielen besetzten Tischen.
Obwohl keine Campingfreunde haben wir das Leben an Bord gerne erlebt. Mich freuen die funktionell gestalteten Räume und Einrichtungen in so begrenztem Umfeld (Auch wenn Katharina sagt, beim vorjährigen Trip sei die Nutzung der Fläche besser durchdacht gewesen).
In Istanbul empfängt uns Nieselregen.
Rückflug und Rückfahrt per Bus sind perfekt abgestimmt. (Brigitte)


Sail away – Türkei 2012

Es ist wieder soweit – ein neuer Segeltörn, und wieder geht es an die wunderschöne ägäische Küste der Türkei.
Diesmal ist der Starthafen Bodrum, eine kleine, vom Tourismus geprägte Stadt an der Westküste der Türkei in der, neben Bozburun, noch die traditionellen Gulets gebaut werden. Der große Yachthafen mit dem malerische St. Peters Kastell bildete somit einen guten Auftakt für einen schönen und erholsamen, und das sei schon vorweg genommen, eher windarmen Segelurlaub.

1. Tag: Anreise
Die Anreise nach Bodrum verlief dieses Jahr ohne weitere Komplikationen, obwohl wir diesmal sogar mit 43 Seglern und Seglerinnen einen erneuten Rekord aufgestellt haben. Vor der komfortablen Anreise zum Flughafen in Düsseldorf mit dem Charter Bus wurden vor dem Einsteigen vorsorglich alle Personalausweise geprüft, so konnten wir in diesem Jahr alle gemeinsam die ersten Sonnenstrahlen bei unserem Zwischenstopp in Instanbul genießen. GepäckAuch der Inlandflug nach Bodrum-Milas und der Transit zum Yachthafen von Bodrum verliefen angenehm, auch wenn es in den Minibussen etwas eng und die Klimaanlage in die Knie gezwungen wurde.
Nachdem alle mit schwerem Gepäck ihre Schiffe gefunden hatten – diesmal waren es sieben Schiffe und einige lagen in einem anderen Hafenteil – sowie alle nötigen Einkäufe besorgt und an Bord verstaut waren, konnten wir nun bei einem Glas Wein und gutem Essen den ersten Abend genießen.
ChecklisteNicht so unsere Skipper. Die mussten noch bei Kerzenschein den Törn für den nächsten Tag besprechen und sämtliche Formalitäten, vom Einklarieren bis zur Abrechnung der Charterbusse, erledigen.
Nachdem der nächste Tag besprochen und die ersten Türkischen Lira über den Tisch gegangen waren, konnten wir nun endlich die erste wohlverdiente Nachtruhe an Bord verbringen. Die anstrengende Anfahrt, das Verstauen des Gepäcks und der Einkäufe, aber auch der Wein ließen uns schnell ermüdet einschlafen.

2. Tag: Bodrum-Yaka Köyü
Am nächsten Morgen wurden wir unsanft durch den Ruf des Muezzin geweckt. Die Meisten kannten dies schon aus dem letzten Jahr doch für einige war das doch etwas ungewohnt. Es gab aber auch den ein oder anderen, der davon nicht das Geringste mitbekommen hat, vielleicht ein Beweis für den anstrengenden Tag zuvor.
StandersetzenMehr oder weniger ausgeschlafen wurde erstmal ein kräftiges Frühstück an Bord zubereitet. Die aufgehende Sonne über Bordrum, der schöne Blick auf das Kastell und den Hafen, mit seinen vielen Yachten und den türkischen Gulets, versprachen einen schönen ersten Segeltag. Nachdem die Schiffe Seefest gemacht wurden und der Kommodore die Flaggen gehisst hat, sind wir dann gegen Mittag mit allen sieben Schiffen ausgelaufen mit dem Ziel Yaka Köyü auf der Halbinsel Datca.
Der 1. Schlag war einer der längsten, leider auch mit wenig Wind gesegnet, obwohl wir, wie es sich gehört, Rasmus mit einem ordentlichen Schluck aus der Flasche um Wind und Sonnenschein gebeten haben. Den Sonnenschein hat er uns auch ausreichend gebracht nur beim Wind hat er nicht richtig zugehört. Um rechtzeitig den kleinen Hafen von Yaka Köyü zu erreichen mussten wir also überwiegend Motoren. An Bord begann dann auch die Bordroutine. Alle Positionen wurden besetzt, der Kurs gesteckt, die Segel gesetzt (leider auch schnell wieder geborgen) und das Steuerrad von jedem mal besetzt. Auch wenn wir nur wenig segeln konnten, war dieser erste Schlag sehr schön. Die Sonne schien und das Meer glitzerte wie eine Grube Diamanten und wir konnten wieder das Salz auf den Lippen schmecken.
Im kleinen und idyllischen Hafen von Yaka Köyü angekommen, war es erstmal vorbei mit der dortigen Ruhe. Mit sieben Schiffen und 43 Menschen wurde der Ort schnell lebendig, worüber sich die Restaurantbesitzer natürlich sehr gefreut haben, wohl weniger die Besatzungen anderer Schiffe im Hafen, die sich einen ruhigen Abend gewünscht haben. Bei Abendsonne und einem guten Essen im Restaurant direkt am Strand ging dann auch der erste Tag erfolgreich zu ende.

3. Tag: Yaka Köyü – Datca
Der 3. Tag begann dann erstmal mit einem guten Frühstück und einer anschließenden Erkundung des kleinen Ortes, was sich mit einer 500m langen Promenade dann auch schon erledigt hatte. Während sich danach die einen eine Massage von Horst oder einen türkischen Kaffee gönnten haben sich andere ein Taxi organisiert, um zu der riesigen Ausgrabungsstätte der antiken Hafenstadt Knidos zu fahren, aus der die berühmte Aphrodite von Knidos stammt.
Gegen Mittag hieß es dann wieder „Anker auf und Leinen los“ für den nächsten Schlag nach Datca. Nach und nach verließ ein Schiff nach dem nächsten den Hafen und steuerte individuelle Ziele an. Die Meisten hatten sich einen Badetag entweder direkt vor der Küste oder in einer der malerischen Buchten gegönnt. Manche machten das Dingi klar, um sich eine der vielen Höhlen mal genauer anzusehen. Das ein oder andere Schiff begegnete sich auch unterwegs, spätestens aber im Hafen von Datca trafen sich dann alle wieder.
Datca liegt auf der gleichnamigen Halbinsel über die man auf dem Landweg nach Marmaris, unserem Zielhafen, kommt. Der Ort ist nicht sehr groß, dafür aber sehr belebt. Die neu errichtete Marina ist sehr ansprechend und liegt direkt im Ort. Nachdem alle Schiffe Hafenfest gemacht wurden, glücklicherweise haben wir für alle Schiffe einen Liegeplatz bekommen, ein Vorteil, wenn man in der Nebensaison in dieser Region segelt, konnte die Stadt dann kurzerhand erobert werden. Neben einer gemütlichen Sightseeing und Shoppingtour konnte auch der Bedarf nach einem starken türkischen Kaffee in einem der zahlreichen Cafès gedeckt werden.
Während sich am Abend die einen um einen Tisch im Restaurant bemüht haben, haben es sich andere Crews an Bord gemütlich gemacht und dort das Abendessen zubreitet und dabei dem Treiben auf der Promenade zugesehen.

4. Tag: Datca – Agil Koyu
Nach dem wie immer ausgiebigem Frühstück, wurden die Leinen geworfen und ein neuer Segeltag stand uns bevor. Ziel war eine kleine Bucht in der Provinz Mugla, die vom Landweg abgeschnitten nur mit dem Schiff erreichbar ist.
Obwohl auch an diesem Tag der Wind nur schwach wehte, haben wir die Weite und die Ruhe auf dem Meer genossen. Dennoch versuchten wir Rasmus mit dem traditionellen Bittruf „Rasmus altes Rübenschwein, schenk uns Wind und Sonnenschein, bei allerschönstem Wetter gibt’s auch kein Gemecker. Drum nimm den Schluck und lass ihn Dir schmecken, zum nächsten Gläschen werden wir Dich pünktlich wecken“ uns doch noch etwas mehr Wind zu bringen. Entweder mochte er unseren Raki nicht, oder er war gerade anderweitig beschäftigt, jedenfalls blieb der Wind aus und der Motor musste Überstunden machen.
Dirsek
Nachdem wir an der griechischen Insel Simi vorbei waren, fuhren wir am Nachmittag dann in die traumhaft schöne und ruhige Bucht ein. Dort gab es neben dem Restaurant mit Wohnhaus nur noch ein Zelt für die Angestellten um das zahlreiche Hühner liefen. Nachdem alle Schiffe festgemacht hatten, ging es direkt zum Baden ins angenehm frische Meer. Am Abend haben dann alle Crews in dem idyllischen Restaurant gegessen, als plötzlich ein Aufschrei die Ruhe störte. Grund war ein außergewöhnliches (weil uns unbekanntes) Tier über den Arm von Steffi krabbelte. Nachforschungen der eigens dafür mitgenommenen Biologen, brachte mangels präziser Beschreibung keine endgültige Klärung. Für einige war wahrscheinlich ein entspanntes Essen danach wohl nicht mehr möglich. Diese Attacke ist aber schadlos überstanden worden und konnte sogar durch ein anderes Tier in Vergessenheit treten. Ein Kellner aus dem Restaurant brachte am Abend einen lebenden Tintenfisch mit, der in einem Wasserbecken begeistert beobachtet wurde. Der Rest des Abends wurde dann auf den Schiffen bei einem gemütlichen Glas Wein oder Bier verbracht und ein weiterer schöner Tag ging zu ende.

5. Tag: Agil Koyu – Daraçya Yarımadası
Am nächsten Morgen wurde direkt vor den Schiffen in einem offenen Ofen frisches Brot gebacken. Der Duft hat uns schon das Wasser im Munde zergehen lassen und das Frühstück mehr als bereichert.
Flottille
Gut gestärkt ging es dann auf den nächsten Schlag in die lange Bucht Daraçya Yarımadası. Der Tag sollte uns dann auch endlich etwas mehr Wind bringen, immerhin 2-3 Beaufort.
Es war zumindest möglich, den überwiegenden Teil der Strecke unter Segeln zurückzulegen. Ein wenig Regatta Spaß kam auch auf, als einige Schiffe sich ein Kopf an Kopf Rennen lieferten, was bei diesen Bedingungen aber eher einem Schildkrötenrennen glich.
Der Spaß war dennoch groß und so liefen wir dann unter Segeln in die Bucht von Daraçya Yarımadası ein. Hier bekamen wir sogar durch die hohen Berge ringsum einen starken Fallwind zu spüren, der uns die Wahl des Liegeplatzes zunächst nicht einfach gemacht hat.
Bozburun Der geplante Anleger in der Bucht war bereits fast voll und wir mussten an den nicht geschützten Anleger am Ende der Bucht festmachen. Dies erwies sich aber als unproblematisch und gegen Abend ließ auch dieser Wind nach. Das war auch gut so, denn die Crew von Bernhard musste an einem anderen Anleger festmachen und die ganze Bucht mit dem Dingi zurücklegen. Bei Dunkelheit und für Dingiverhältnisse hohe Wellen, war das eine nasse Angelegenheit was durch ein „nasses“ Getränk dann auch wieder schnell vergessen wurde. Die Bucht selbst war sehr schön und bot auch für unsere archäologisch interessierten Segler einiges. An der Einfahrt zur Bucht von Daraçya Yarımadası liegt die alte Festung von Loryma, einer antiken Stadt aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit Mauern bis zu 8m Höhe. Einige haben sich dann auch auf den Weg gemacht, die Festung zu erklimmen, angetrieben durch die vielen Ziegen die es dort gibt. Neben den Ziegen gibt es auch ein kleines Restaurant am Anleger dessen Betreiber sich als etwas hartnäckig erwiesen, uns davon zu überzeugen, bei Ihnen Essen zu gehen. Da wir mit sechs Schiffen am Anleger waren, taten das dann auch einige. Die, die an Bord geblieben sind, haben sich dann für ein gemeinsames Bier noch dazugesellt, sodass wir auch diesen Tag gemütlich beschließen konnten.

6. Tag: Daraçya Yarımadası – Alarga
Der vorletzte Tag begann wieder mit einem guten Frühstück und ein paar Badeeinheiten. Nach der täglichen Skipperbesprechung, in der der nächste Zielhafen abgesprochen wurde, ging es auch schon wieder weiter. Vorbei an der alten Festung hieß es nun Kurs Nordnordost auf die schöne Bucht Alarga zu. Auch an diesem Tag war uns der Motor ein guter Freund, der wieder seinen Einsatz bringen musste. Ab und an konnte auch gesegelt werden, wenn man das so nennen möchte. Da nun schon kein Wind war, hofften wir wenigstens ein paar Delfine oder einen Finnwal zu sehen. Aus diesem Grund haben wir unseren Bittruf an Rasmus erweitert aber er scheint dafür nicht zuständig zu sein, denn auch die besten Augen konnten nichts dergleichen ausmachen. Einzig das Schiff von Volker hatte wohl mehr Glück, denn sie berichteten, dass Sie Delfine gesehen haben, wenn auch der Beweis noch ausgeblieben ist.
Ciftlik
In der sehr schönen Bucht von Alarga angekommen, einmal abgesehen von einem riesigen Betonklotz was mal ein Hotel gewesen ist und heute leer steht, haben sich die meisten dann direkt ein erfrischendes Bad gegönnt. Andere haben sich zuerst den wirklich guten sanitären Anlagen gewidmet (eher selten in den Buchten anzutreffen), die zum Anleger gehörten. Eine schöne Anlage mit Pool und Bar sowie einem netten Restaurant.
Am Nachmittag hieß es dann für alle Co-Skipper antreten zum Dingi Rudern. Ein schon traditioneller Wettkampf aller Flottillen Schiffe, indem es um Ehre und Ruhm des Skippers und der ganzen Besatzung geht. Neben den 43 Flottillenseglern standen auch zahlreiche Segler anderer Schiffe am Steg, um die motivierten Co-Skipper anzufeuern. Mit Paddelbruch, Schürfwunden und durchnässt bis auf die Knochen war es wieder ein hart umkämpftes Rennen, dass am Ende das Schiff des Kommodore gewonnen hatte, aber am Ende hatten dennoch alle Spaß. Auch die Kinder und Jugendlichen konnten noch in einem Rennen ihr Bestes geben, bei dem der Jüngste zeigen konnte, dass das Alter nicht immer zählt.
Schließlich wurde der Tag dann mit einem guten Essen bei Wein und Bier gemütlich beendet.

7. Tag: Alarga – Marmaris
Der letzte Segeltag stand bevor und auch die letzte Hoffnung doch noch einmal richtig segeln zu können. Aber auch an diesem Tag hielt sich der Wind zurück und der Motor tat wieder seine Dienste. Dennoch haben wir die letzten Seemeilen noch richtig genossen und die schöne Landschaft der ägäischen Küste bewundert.
Schließlich sind wir in Marmaris eingelaufen, wo wir in einem abgelegenen, aber sehr schönen Hafen festgemacht haben. Dabei wäre es zwar fast noch zum Auflaufen an einer nicht markierten Untiefe am Anleger gekommen, aber glücklicherweise konnte dies noch rechtzeitig verhindert werden.
Nun hieß es erstmal Schiffsübergabe und Betankung der Schiffe. Nachdem das erledigt war, konnten sich alle noch den Rest des Tages einteilen. Einige sind nach Marmaris gefahren, um dort noch das ein oder andere Mitbringsel für Zuhause einzukaufen während andere sich den heißen Dämpfen im Hamam ausgesetzt haben. Der letzte Abend wurde dann in gemeinsamer Runde im Restaurant verbracht. Der Kommodore ehrte die Gewinner des Dingi Wettbewerbes der Kinder und Jugendlichen und konnte wieder einmal einen erfolgreichen Törn resümieren.

Ende
Abschließend kann gesagt werden, dass es auch in diesem Jahr wieder ein ausgesprochen gemeinschaftlicher und perfekt geplanter Flottillentörn war. Der Dank gilt allen Organisatoren und ganz speziell Klaus Mechler. (Michael S.)


Von Bodrum nach Marmaris – one way – Türkei 2012

AbfahrtSamstag, 13.10., 04:00: Noch lange vor Aufstehens-, geschweige denn Sonnenaufgangszeit versammeln sich gut 40 mit großen Bordtaschen versehene Gestalten unterschiedlichsten Alters an einer Bushaltebuch in Münster. Nicht Jeder kennt Jeden, aber alle haben ein Ziel: noch einmal vor der endgültig kalten Jahreszeit Segeln, Baden – genießen!
Der Transfer nach Düsseldorf vergeht bei nicht selten geschlossenen Augen scheinbar im Nu und weil der Check-In bei unserer Ankunft auch gleich aktiv wird und keine unvorhergesehene Komplikation auftaucht, kann die Zeit bis zum Take-Off in Ruhe für ein kleines Frühstück und dem Duty-Free Einkauf genutzt werden.

Lostandfound Zwischenstop in Istanbul mit Umsteigen zum Inlandflug. In Bodrum am Flughafen klappt alles recht zügig, bis auf ein Gepäckstück.
Den tröstenden Worten bei „Lost & Found“ unsere Gruppe könne froh sein, dass nur ein Teil fehle, denn oft wären es mehrere, kommen bei Katrin nicht allzu gut an. Die glaubhafte Erklärung, am Abend würden noch ein paar Maschinen aus Istanbul landen und die Ernsthaftigkeit der Aktivitäten lassen aber dennoch Hoffnung aufkommen.
Das Gepäck der Anderen ist rasch im wartenden Reisebus gestaut und es geht über Land nach Bodrum. Kurz vor dem Ziel ist noch ein Fahrzeugwechsel erforderlich, da nur Kleinbusse durch die verwinkelte Altstadt zur großen Milta Marina durchkommen.
Milta marina Sieben gecharterten Yachten warten auf die 22 Seglerinnen und 21 Segler – sechs Bavarias von 39 bis 45 Fuß und eine Beneteau Oceanis 43.
Die meisten von ihnen liegen am Zipfel gleich hinter der Einfahrt zum Hafen, nahe dem Steg A, der die luxuriösen Motoryachten beherbergt, Ralphs 44er liegt an Steg B und Ekkes Oceanis, die auf den Namen „Bliss“ hört, an Steg C.
Die Schiffe sind weitgehend fertig, und die Segler können sich schon ein wenig damit vertraut machen, doch die Formalitäten gehen nicht bei allen so zügig über die Bühne, wie es sich unser Commodore Klaus wünscht.
Dessen ungeachtet können die Crews die Zeit zum Stauen der persönlichen sieben Sachen sowie zum Proviantieren der „Überlebensrationen“ und ein wenig Bummeln nutzen. PaperworkÜberwiegend ist Essengehen angesagt, doch für’s Frühstück und den Snack zwischendurch sowie natürlich reichlich Getränke muss gesorgt werden, denn eine Seefahrt macht bekanntlich hungrig und in den warmen Gefilden auch durstig. Es sei am Rande vermerkt, dass Raki an Bord der „Bliss“ nicht zum Überlebenspaket gehört.
Das zahlreiche Angebot an Restaurants entlang der Uferpromenade macht es den Schiffsbesatzungen leicht jeweils das Richtige für die gewünschte Abendmahlzeit zu finden.

Sonntag, 14.10.: Auf der „Bliss“ geht alles zur höchsten Zufriedenheit, denn nach dem Frühstück kommt Katrins vermisste Reisetasche pünktlich um 9 Uhr und der Abschluss der Schiffsübernahme ist auch schnell gemacht, ohne dass eine Frage offen geblieben wäre. Dem Auslaufen steht eigentlich nichts mehr im Wege, denn auch die Sicherheitseinweisung ist längst durchgeführt und der Wetterbericht, der südliche Winde um 2 prognostiziert, gesichtet.
Bodrum
Die verschobene Skipperbesprechung muss noch abgehalten werden, doch endlich kann per Funk der obligatorische Port-Pilot angefordert werden und ist umgehend zur Stelle. Bei diesen Windverhältnissen wäre es allerdings überhaupt kein Problem auch aus dem verwinkelten und zugeparkten Hafenende am Steg C ohne Gefahr für die Schraube oder Ruder durch die Mooringleinen herauszukommen.
Gut 30 Seemeilen liegen für den ersten Tag vor der Flotte, um den avisierten Zielhafen Palamut vor Einbrechen der Dunkelheit in gut sechs Stunden zu erreichen. So bleibt eigentlich nicht allzu viel Zeit zum Trödeln, sprich gemütlich die gelegentlich aufkommende zarte Brise zu nutzen.
Nach gut einer Stunde des Segelns mit anfangs 4 später nur noch 2 Knoten Fahrt – allerdings nicht wirklich in Richtung Ziel, denn da kommt das Windchen meist her – wird es notwendig eine Badepause im 25° warmen Wasser einzulegen. Beim anschließenden Mittagsimbiss harmonieren der immer zuverlässige Kollege Autopilot und die brave Unterwasser-Genua stundenlang sehr gut, nur unterbrochen von noch einmal etwa einstündigem Segeln mit rund 5 Knoten auf der geografischen Breite der naheliegenden griechischen Insel Kos.
LighthouseUm den Zeitverzug zu kompensieren wird nach anfänglich gemütlicher Marschfahrt dem Jockel ein wenig die Peitsche gezeigt. Obwohl es beim Runden des Leuchtturms Deveboynu mit seinem über 100 Meter über dem Wasser stehenden Lichthaus schon 16:30 ist, genießen wir das Runden des Westzipfels „Knidos“ der Datca Halbinsel bei schon relativ niedrig stehender Sonne.
Palamutankern
Pünktlich um 17:30, zeitnah mit den anderen Flottillenteilnehmern, stellen wir uns in die „Warteschleife“ vor dem kleinen Hafen Palamut, denn für die Ankermanöver zum römisch-katholischen Anlegen benötigen 7 Yachten und ein einheimisches Ausflugsboot doch eine gewisse Zeit und auch etwas Raum im kleinen Hafenbecken.
Palamut

Bevor die Sonne unter den Horizont taucht liegt die Hansa-Flotte fest und nach dem notwendigen Plausch mit den anderen Crews, etwas Baden am nahe gelegenen Strand oder Flanieren entlang der wenige Häuser, die großteils auch kleine Gaststädten oder Läden sind, werden je nach Lust und Laune verschiedene Restaurants oder die Pantry für das Abendessen genutzt.
Später werden noch grob Pläne geschmiedet, wer den wohl am nächsten Morgen einen Ausflug zu den Ausgrabungen bei Knidos machen würde.

Montag, 15.10.:
SkippermeetingAb jetzt sind nur noch vergleichsweise kurze Etmale abzusegeln und der Bordalltag ist eigentlich schon eingespielt. Ausgiebiges Frühstück in der Plicht, später Planungsgespräch der Skipper.
Tagesziel wird der Ort Datca, größter auf der gleichnamigen langgestreckten Halbinsel.
Die „Bliss“ lässt ein Crewmitglied mit der Gruppe zurück, die den Landausflug zur Ausgrabungsstätte machen wird, und holt um 11:20 den Anker auf. Mit bescheidener Fahrt von unter 3kn ziehen sich die ersten 4 Seemeilen lange dahin und die anschließende Badepause schafft etwas Abkühlung, macht aber natürlich Appetit auf einen kleinen Imbiss. Gut 2/3 der Tagesetappe liegen noch vor uns, daher muss der Jockel erneut eine Stunde arbeiten bevor ab der Huck mit dem Leuchtfeuer Ince die Segel mit der Kraft des Windes gefüllt werden und die „Bliss“ mit zunehmender Fahrt bis vor die Bucht von Datca geschoben wird.
Bliss
Vor Datca merken wir beim in den Winddrehen zum Segelbergen erst richtig, welcher Seitenwind beim Anleger vor Buganker und Heckleinen an der Pier einzukalkulieren sein wird. Dummerweise fällt das Grundeisen der „Bliss“ beim ersten Versuch auf einen Flecken Seegras, so dass das Manöver erneut gefahren werden muss. Beim zweiten Anlauf – den Bügelanker auch schon im tieferen Wasser fallen gelassen – haben wir vor 30 Meter Kette und kräftig durchgesetzten Heckleinen um 15:45 einen sicheren Liegeplatz und 14 Seemeilen mehr auf der Logge. Nach und nach kommen auch die restlichen Schiffe der Hansa Flotte in den Hafen und der Wind nimmt ab.
Datca HafenDie neue Hafenanlage bietet Strom und Wasser, nur haben die wenigsten Yachten den richtigen großen Adapter dabei, so dass die Kreativität des Hafenmeisters bei nach und nach zunehmender Anzahl Yachten immer mehr gefordert wird, um alle mit Landstrom zu versorgen, damit die Kühlschränke weiter brummen können.
Der Ort mit quirligem Leben lädt zum Bummeln ein; er soll sich in den letzten Jahren sehr verändert haben – ob zum Vorteil liegt wohl in den Augen des Betrachters.

Cullinarium BlickUnser Restaurantführer an Bord empfiehlt das „Cullinarium“, das mit der Sicht von der großzügigen Terrasse über die Gullets und den Stadthafen das Auge und mit ästhetisch angerichteten und delikat zubereiteten Speisen Auge und Gaumen verwöhnt. Nur die sonst von den einfachen Gaststätten angebotene Dusche gibt es hier nicht.

Dienstag, 16.10.:
Dieser Tag soll uns aus der Datca Körfezi über die Hisarönü Körfezi nach Agil Koyu, auch Dirsek genannt bringen. Da zumindest für die kommenden Tage geplant ist nur Buchten anzulaufen, die nur einfache Restaurants hinter fantasievollen Anlegestellen beherbergen, sind die Vorräte, insbesondere das Wasser zu checken.
BadenAnkerauf um 11:00, kein auch nur annähernd segelbares Lüftchen, 2 1/2 Stunden mit gemütlicher Kriechfahrt, damit der Jockel schön leise schnurrt, 3/4 stündige Badepause und anschließend nochmals 90 Minuten unter Marschfahrt von 5kn und schon liegen wir gegen 16 Uhr vor dem einzigen, kleinen Restaurant, haben abermals 15 Seemeilen im Logbuch stehen und können noch ein paar Stunden mit Baden und Erkundungsgängen die Zeit bis zur Dunkelheit verbringen.
Dusche
Die sanitären Einrichtungen sind einfach, funktionell, aber sauber: Duschen unter Sternenhimmel. Die Speisekarte des Dirsek Restaurants gut strukturiert auf großer Tafel (inklusive Preisen) schon am Anleger aufgestellt und die Bestellung im Küchenvorraum perfekt und fair organisiert indem man Vorspeisen vom Buffet nimmt und die Hauptspeisen in noch rohem Zustand zusammenstellt. Alle sind äußerst zufrieden.
Abends zur Zeit des Absackers in der Pflicht kommt noch einmal Unruhe auf, weil ein Oktopus im Becken des kleinen Anlegers schwimmt und durch die Taschenlampen der neugierigen Segler irritiert wird.

Mittwoch, 17.10.:
Fladenbrot Der Tag kann ja nur gut werden: Sonne wie immer, tolles Fladenbrot direkt am Hafen im Steinofen frisch für die Yachten gebacken, Wasserspass für alle. Auslaufen kurz vor 12 Uhr und noch in der Bucht die Segel gesetzt. Zwar geht es anfangs durch die Landabdeckung nur zaghaft mit gerade einmal 2kn Fahrt um die Atabol Huck und der gleichnamige betonnte Untiefenstelle vorbei, jedoch wird es ein Tag unter Segeln, ohne Motorgeräusch.
Es wird der einzige Tag, bei dem sich nicht gar so dringend der Wunsch nach einem Mittagsbad einstellt, da das Segeln und das Sehen einfach nur Freude und Kurzweil bringt.
Segeln Wie die Tage zuvor frischt der Wind wenige Seemeilen vor dem avisierten Ziel, mithin bis zum Anlegemanöver auf. Wir erreichen somit eine Durchschnittsfahrt von immerhin 3 Knoten.
Nun, man wird mit der Zeit bescheidener.
Der Ursprünglich vorgesehene Liegeplatz in der Bozuk Bökü (Bozukkale = kaputte Burg) gleich unter der Ruine der Festung, von der aus die Osmanen ihre Belagerung von Rhodos unter Sülyman dem Prächtigen starteten, wird aus unterschiedlichen Gründen, zumindest für sechs Schiffe der Flottille zugunsten des tief in der Bucht liegenden Loryma Restaurants verworfen, bei dem noch reichlich leere Plätze sind.
Der nach wie vor frische Wind bläst – wie könnte es anders sein – natürlich auch beim Anlegen quer von der Seite. Daher gibt es unaufgefordert Unterstützung beim Anlegen an den Mooringplätzen von einem Mitarbeiter des Restaurant mit seinem gut gepolsterten Bugsierboot.
Die Einen nehmen noch ein Bad im warmen Wasser unter der Abendsonne, Andere machen noch Spaziergänge, obwohl außer den Ruinen eigentlich überwiegend Geröll die Landschaft prägt.

VorspeiseDie Sonne verschwindet schnell hinter der die Bucht umschließenden Hügeln und der Wind schläft nach und nach ein.
Auch im hiesigen einfachen Restaurant stehen vielfältige schmackhafte Vorspeisen und leckere Hauptgänge, insbesondere auch mit reichlich Fisch im Angebot zur Auswahl.
Nur war es zumindest für die Crew der „Bliss“ ein Fehler beim Wein nicht nach dem Preis zu fragen.
Aber wer würde sich nach so einem Tag ärgern wollen?
Nur am Rande sei erwähnt, dass an diesem Ort die sanitären Anlagen doch reichlich bescheiden sind.

Donnerstag, 18.10.:
Schon um 10:45 ablegen und unmittelbar drauf stehen schon die Segel. So sehen wir von der leise durch das Wasser geschobenen „Bliss“ aus noch andere Crews aus Münster uns von der Festungsruine zuwinken.
Kaum ist das Kap Degirmen Backbord querab lässt der Wind zunächst nach, stellt sich jedoch nach Passieren der Durchfahrt zwischen dem kleinen Catal Adasi und dem Westzipfel der langen Halbinsel Bozburun wieder ein, bis die Sonne ihren Höchststand erreicht hat. Offenbar will uns Aeolos zum Bad ins Wasser locken. Wir motoren aber erst ein Stündchen um erst zur gewohnte Zeit gegen 13 Uhr die mittlerweile obligatorische Badepause einzulegen.
Auch die restliche Strecke ist leider wieder Dieselwind angesagt, bis die „Bliss“ dieses Mal als erstes Schiff der Hansaflotte in der Ciftlik Limani am Anleger des „Alarga Sail Boutique Hotel and Yacht Club“ festmacht. Bescheidene 16 Seemeilen stehen im Logbuch, davon nur gut 5 unter Segeln.
Nachdem alle sieben Yachten sicher vor Mooring vertäut, der wohl verdiente Anlegerschluck genommen, die Erfahrungen des Tages ausgetauscht sind, ist Zeit die Anlage und deren Umgebung zu sichten und ein Bad im klaren und warmen Wasser zu nehmen.
Die Sonne will bald untergehen und das Restaurant lockt die meisten Crews, nicht zuletzt auch, weil dann keine Liegekosten anfallen.
Zuvor ist aber zumindest für die Co-Skipper und die Kids je ein Dingi-Rennen angesagt, bei dem es mit Muskelkraft und Taktik unter lautstarker moralischer Unterstützung der Crews gilt ausgehend vom Anlegesteg eine persönliche Trophäe vom Hotelbadesteg zu holen und zurück zum Anlegesteg zu bringen.
Kidsrennen
Obwohl laut unseren Unterlagen die gesamte Anlage erst kürzlich ein Refit erhalten haben soll, wirkt die Hotelanlage schon wieder runtergekommen. Es gibt zwar Strom am Steg, aber durch Korrosion an den wenig vertrauensvoll anmutenden Verteilerkästen kommt es immer wieder wegen Sicherungsprobleme zu Ausfällen, bis schlielich in der Dämmerung eine abenteuerliche „Reparatur“ erfolgt.

Freitag, 19.10.:
Anfangs vergeht die Urlaubszeit immer schön langsam, aber heute ist schon der letzte Segeltag angesagt. Die Schiffe müssen bis 17 Uhr zurückgegeben sein, wenngleich Übernachtung bis zum nächsten Morgen noch an Bord vorgesehen ist.
Zum Bedauern aller will uns zum Abschluss keine segelbare Brise verwöhnen. Also erhält der Jockel nur bei unserem allerletzten Mittagsbad sein Ruhepause.
Bis zur Marmaris Limani ist der Weg für alle Yachten gleich, ca. 12 Seemeilen, aber die „Bliss“ muss in der großen nahe am Stadtzentrum gelegenen Netsel Marina mit 700 Plätzen zurückgegeben werden, die entsprechend erst nach Anforderung des Port-Pilot aufzusuchen ist, während der Rest der Flottille zum übersichtlichen Pupa Anleger in der Ostecke der Bucht muss.
GulletsAußerhalb der Netsel Marina liegt die Tankstelle. Hier gilt es erst einmal zu warten bis der Vorgänger mit dem Bunkern des Kraftstoffs fertig ist und abgelegt hat, um dann selbst noch einigermaßen erfreulich wenig Diesel in den Tank laufen lassen zu müssen.
Nach dem Anfordern des Port-Pilots auf Kanal 6 dauert es nicht lange bis er kommt. Doch er will nicht glauben, dass wir zum Ponton „G“ müssen. Erst nachdem er unsere Unterlagen mit der Skizze sieht, bemüht er sich und fragt bei Yüksel Yachting nach, und wir dürfen im hintersten Winkel der Marina festmachen.
Letztes EssenDie beiden Damen im Büro von Yüksel Yachting wollen nur nichts von uns wissen, kennen Schiff und überhaupt nix, sind aber dennoch überrascht, dass in meinen Unterlagen ihre Namen, der Namen ihrer Agentur sowie ihre Telefonnummern und der Steg „G“ für die Rückgabe angegeben sind. Nach einigem Hin und Her, nicht Nachgeben meinerseits und einigen Telefonaten gelingt es zwar nicht das Missverständnis aufzuklären, aber es kommt ein Mensch, der bereit ist die Abnahme der „Bliss“ vorzunehmen. Das geht dann auch zügig über die Bühne.
Nach dem anschließenden Stadtbummel durch Marmaris wird der letzte Abend noch mit einem vorzüglichen Essen in einem Restaurant nahe am Liegeplatz abgeschlossen.

Samstag, 20.10:
Buchten aus der LuftDie sanitären Einrichtungen der Netsel Marina sind top und werden ausgiebig genutzt. Ein letztes Frühstück an Bord, Packen und Durchfegen.
Um kurz nach 10 sollen wir an der Straße stehen, damit uns der Bus mit den anderen 36 Segler schnell aufnehmen kann. Eine letzte Überlandfahrt zum Flughafen Dalaman, ein letzter Blick aus der Luft auf die traumhaften Buchten, eine Zwischenstopp in Istanbul und am frühen Abend wartet unser Bus in Düsseldorf.
Erholung pur liegt zurück.

Mein großer Dank für die perfekte Organisation des Ganzen an Klaus und Hermann. (Ekkes)

Bliss Track

 

Hansa Flottille in der Türkei 2011

Zwar strahlten alle 42 Flottillensegler nachdem sie eine Woche (KW 43) auf den 6 Yachten im Gebiet der Fethiye-Bucht unterwegs waren, um noch einmal Sonne zu tanken, zu baden, die Türkische Küche zu geniessen und natürlich um zu segeln, doch eigentlich wäre man gerne etwas länger geblieben.

Zu Beginn der Herbstferien, Ende Oktober, flogen 35 begeisterte Dickschiffsegler von Düsseldorf via Istanbul nach Dalamann. Nach einer 30-minütigen Taxifahrt hatten wir Göcek, unseren Ausgangshafen für den einwöchigen Segeltörn rund um die Fethiye-Bucht, erreicht. Cayenne S, Baby Beluga II, Mosquito, Sonata, Velga, Sandgroper – so hießen die Charteryachten, die wir nach einer Nacht im Hotel am Samstag in der Marina Göcek Marinturk übernahmen. Bis auf ein Schiff sind das Bavariasegelyachten zwischen 37 und 49 Fuß.

anleger1 festmacher Der Steg an dem wir festmachten, löste bei mir kein großes Vertrauen aus – aber er tat seine Dienste!
Das Anlegen in dieser Woche erfolgte überwiegend mittels Mooring. Nach Einbruch der Dunkelheit trafen die schulisch gebundenen Nachzügler, sieben an der Zahl, mit dem Motorschiff bei uns in der Bucht ein. Da sie stehend, das Gepäck in der Hand auf dem Motorschiff transportiert wurden vermittelten sie uns doch eher den Eindruck von Boatpeople.
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Der Törn ging weiter zu der Ekincik Bükü-Bucht.

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Von hier aus absolvierten wir einen Tagesausflug mit zwei gemieteten Motorschiffen zum Köycegiz-Delta und der Stadt Dalyan. In dem Delta findet die Eiablage der Meeresschildkröten statt. Wir hatten das Glück eine Schildkröte zu beobachten. Weiter den Fluss hinauf sahen wir die antiken Felsengräber, besuchten die antike Stätte Kaunos, aßen zu Mittag in Dalyan und verschnauften schließlich in einem Schwefelbad unter freiem Himmel. Auf dem Rückweg lief unser Motorschiff auf Grund und war durch nichts frei zu bekommen. Schließlich kehrte das zweite Schiff zurück und schleppte uns frei.
Jede Yacht segelte über Tag ihren selbst gewählten Kurs und abends trafen wir uns in der verabredeten Bucht oder Marina.
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Diese reichten von der Ausstattung vom einfachen Restaurant bis zur 4-Sterne-Marina, aber immer mit Toilettenanlagen und Duschen ausgestattet! Der Törn führte uns über die Hamann Koyu-Bucht nach Fethiye / Marina Yacht Classic. Hier nutzten einige Crewmitglieder die Möglichkeit zum Besuch des klassischen Haman in der Altstadt und den Basar, andere besuchten die antiken Stätten der Stadt.
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Am Abend genossen alle Teilnehmer ein gemeinsames Essen unter freiem Himmel in dem Restaurant der Marina.
abendsDas Wetter meinte es die ganze Woche gut mit uns, der Wind weniger, so dass wir große Teile der Strecke unter Motor zurück legten. O-Ton eines Crew-Mitgliedes: „Habt ihr auch Flotillentörns mit Wind?“ Alle Teilnehmer waren von der Aufgeschlossenheit, Professionalität und Gastfreundschaft der Einheimischen begeistert, so dass dies ein rundherum gelungener Segeltörn war – und diese wunderschöne Gegend wird uns bestimmt noch einmal wieder sehen!
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Zurück von den Vulkaninseln

Der manchmal schon etwas strenge „Duft“ nach Schwefel ist schon wieder abgelegt, aber die Erinnerungen daran, noch einmal im Süden Italiens eine Woche Wärme zu tanken bleibt ebenso haften, wie der Blick in den Krater des ständig Schwefel ausdünstenden Vulcano oder den regelmäßig mit kleinen Eruptionen an die Naturgewalten erinnernden Stromboli:
31 Segler erkundeten mit 5 Yachten zwischen 36 und 43 Fuß Länge ausgehend vom Hafen Vibo Marina vom 8.10. bis zum 16.10.2010 die Äolischen Inseln nördlich von Sizilien


Auf den Spuren des Odysseus, Teil 2

(Dieser Bericht ist von unseren Fahrtensegler-„Newbies“ Karin und Felix verfaßt. Da deren Gedanken nicht imer in Einklang stehen, ist Karins Beitrag rot, Felixs in blau und meine Kommentare/Ergänzungen, als Schiffsführer der „Hermes“ in scharz geschrieben. )

Während des letzten gemeinsamen Abendessens aller 31 Hansa-Segler in Tropea nutzte Kommodore Klaus die gute Stimmung, um uns, den beiden Flottillenneulingen Karin und Felix, die Schilderung der Ereignisse anzutragen. Wir haben dies mit Freuden übernommen, da es uns die Möglichkeit bot, alle Einzelheiten dieser beeindruckenden Reise vom Anfang bis zum Ende noch einmal zu durchleben.

Kartenlegende Route der „Hermes“: 1. Tag blau, 2. Tag grün, 4. Tag pink, 5. Tag ocker, 6. Tag gelb.

Freitag/Samstag, 8./9.10.
Durch Verschiebung der Abflugzeit und der daraus resultierenden Umbuchung der Strecke bis München auf die Bahn begann unsere Odyssee bereits am Hauptbahnhof in Münster.
Nach einer unerträglich langen nächtlichen Anreise von 13 Stunden – für diese Zumutung müsste Air Berlin Entschädigung zahlen landeten wir am frühen Morgen in Lamezia Terme (Kalabrien). Ein Bus brachte uns nach Vibo Marina, dem Hafen von Vibo Valencia. Nach Erstürmung des örtlichen Supermarkts übernahmen wir am frühen Nachmittag unsere fünf zwischen 36 und 43 Fuß großen Schiffe („Eau de Soir“ Sun Odyssey 42i , „Feeling“ Dufour 365, „Hermes“ Sun Odyssey 43DS, „Philine“ Grand Soleil 40 und „Smile“ Dufour 405).
Das Einkaufen erwies sich als nicht wie gewohnt unproblematisch, da im ganzen Ort nicht die erforderliche Anzahl Bier in Dosen aufzutreiben war, so dass wir zum einen auf Flaschen zurückgreifen mussten und zum anderen einen Notfallplan wegen Unterversorgung erarbeiten mussten.


Als ich „unsere“ Dufour 405 besichtigte, schick und neu sah sie aus, und einen Blick in die „Doppelzimmer“ warf, wurde mir klar, dass ich über Schlafmöglichkeiten an Bord noch nie nachgedacht hatte. Zweifel an meiner spontanen Entscheidung beschlichen mich. Schließlich fand ich mich damit ab, im Salon zu schlafen (man könnte auch sagen, in der Küche). Die erste Skipperbesprechung beschied, wir sind alle zu müde, um an diesem Abend noch zu segeln. So sank ich denn um 9 Uhr auf die Küchenbank
.

Eigentlich wollte ich mir nichts anmerken lassen, aber angesichts der sparsamen räumlichen Vorgaben, die so ein Schiff gerade in den Ruhezonen bietet (Bett/Toilette), war ich für einen Augenblick irritiert, was meinen besorgten Mitseglern nicht entging. Sie trösteten mich mit der Weisheit, dass Segeln die teuerste Art sei, unbequem zu reisen.

Sonntag, 10.10.
Die Skipper hatten wegen ungünstiger Winde entschieden, das nahe, etwa 13 Seemeilen westsüdwestlich gelegene Städtchen Tropea anzusteuern. Auch sollte der Tag genutzt werden, sich mit Schiff und Mannschaft vertraut zu machen und jedem Gelegenheit zu geben, einige Manöver durchzuführen.
Guter Wind und hoher Wellengang – von vier Metern war die Rede (in meinem Logbuch steht für den ganzen Törn nicht ein Eintrag von über annähernd 2m) – sorgten wohl auf allen Schiffen für „Ausfälle“ in der Crew, wenn auch nicht immer bis zur letzten Konsequenz. Da ich so gut wie gar nichts konnte, versuchte ich es mit dem Steuern. Schließlich kann ich Auto fahren! Dass so ein Dickschiff auf den Wellen nicht ganz so folgsam ist, wie ein Auto auf vier Rädern, hielt mich nicht davon ab, heute und an den folgenden Tagen stundenlang am Ruder der „Smile“ zu stehen. Wir sind nicht mit dem Autopiloten gefahren!
Ich hoffe nicht, dass es ehrenrührig ist, zu erzählen, dass wir auf der „Hermes“ uns durchaus den Autopiloten zunutze machten, was uns die Zeit für anfallende seemännische Arbeiten verschaffte (11h-Sherry, Anlegebier kaltstellen, neue Mittel gegen Seekrankheit ausprobieren, verschiedenlautende Wetterberichte einholen, Funkverkehr kommentieren etc.).
Korrekterweise gilt es auch anzumerken, dass eine gut 10t schwere 43″ Yacht sich etwas ruhiger verhält als etwa die kleinste, gerade einmal 36″ lange Dufour.
Das knapp 7000 Einwohner zählende, auf einer Felsklippe hoch über dem Tyrrhenischen Meer gelegene Städtchen Tropea zog uns sofort in seinen Bann.
Vom Hafen führt eine 200stufige, in den Felsen geschlagene Treppe in die mittelalterlich geprägte Altstadt. Von dort oben bietet sich ein herrlicher Blick auf die Küste mit seinen um diese Jahreszeit unberührten Sandstränden und auf das Ziel der nächsten Tage: die nach dem frühen italischen König Liparus benannten Liparischen Inseln, die nach dem griechischen Windgott Aeolus, der übrigens das Segel erfand, auch die Aeolischen genannt werden.
Die Hafenanlage von Tropea ist modern und inklusive der sanitären Einrichtungen in gutem Zustand. Dafür sind auch in der Nachsaison die Hafengebühren nicht ohne. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist nur wenige 100m weg von der Marina.

Montag, 11.10.
Heute hieß es früh aufstehen, um die Liparischen Inseln, genauer gesagt die südlichste Insel Vulcano zu erreichen. Das 21 km² große Eiland ist die jüngste der sieben Hauptinseln des Archipels, die kleine Halbinsel Vulcanello entstieg sogar erst in historischer Zeit (laut Plinius d. Ä. nat. hist. 2,238 im Jahre 183 v. Chr.) dem Meer.
Abhängig vom Wind wollten die Skipper unterwegs gegen 11 h entscheiden, ob die Strecke (gut 50 Seemeilen) zu schaffen sei (Plan A), oder ob wir auf Plan B (Milazzo auf Sizilien) oder Plan C (Rückkehr nach Tropea) ausweichen müssten. Bei etwa 4 Bft hatten wir schon um 10 h die für 11 h angepeilte Strecke geschafft und entschieden: Wir fahren durch! Gegen Mittag schlief der Wind dann doch ein und wir mussten viele Meilen unter Motor fahren.

Zwischendurch gab es interessante, für das Revier wohl typische Winddreher mit frischer Briese, die zumindest die „Hermes“ unter Vollzeug zügig voran brachten.
Nicht weniger interessant waren aber auch einige Funksprüche, die die „Hermes“ aufschnappen konnte: da ging es etwa um geheime Pläne, die im Klartext im Äther verbreitet wurden, um das Anlocken von Yachten an unruhige Fähranleger oder um rekordverdächtiges Runden von Halbinseln mit Einrumpfbooten in wenigen Minuten.
Mitten im Tyrrhenischen Meer treibend, Inseln und Festland nur verschwommen als schmales Band am Horizont ausmachend, in dem Bewusstsein, sich im Reich der Sirenen und unweit von Skylla und Charybdis aufzuhalten, riss uns eine Stimme wie Donnerhall aus eintöniger Mattigkeit: „Hier Eau de Soir“ (ausgerechnet Klaus bekam das Schiff, das nach einem Damenduft von Sisley benannt ist). Der Kommodore hatte probeweise im östlich gelegenen Hafen = Porto di Levante festgemacht und war unabhängig von Ekkes zu dem Schluss gekommen, doch wie ursprünglich geplant die auf der Westseite gelegene Ankerbucht Porto di Ponente aufzusuchen. So informierte er über Funk die übrigen Schiffe und gegen 17 h ankerten wir in der schatzinselreifen Bucht vor Vulcano am Fusse des Gran Cratere.
Nicht alle Schiffe fanden festen Ankergrund. Zwei mussten Päckchen bilden und die Crew der „Eau de Soir“ war nach zwei Nächten Ankerwache ziemlich geschwächt.
An Bord der übrigen Schiffe war die Lage etwas günstiger, jeder, der des Nachts mal musste, schaute kurz auf Deck und prüfte anhand von Landmarken eine mögliche Abdrift. Der Ankergrund der Porto di Ponente gilt als sehr gut, so dass das Grundeisen der Hermes vor 30m Kette so gut eingegraben werden konnte, dass auch die 75PS Maschine ihn nicht zum Slippen brachte. Landpeilungen und GPS Plots bestätigten den festen Sitz. Keiner der zu erwartenden Winde sollte von der offenen Seite der Bucht kommen. Es gibt aber auch andere Stellen dort. So waren mehrere fremde Yachten zu beobachten, die statt nur ihren Anker aufzunehmen, schweres Geschirr von Fischern mit an die Oberfläche beförderten.

Dienstag, 12.10.
Endlich Urlaub! Oft genug musste ich den Spruch hören: „Hast Du das Kleingedruckte nicht gelesen? Von Urlaub war da keine Rede.“ Vor dem Frühstück (mit Brötchen von Christian) Schwimmen in der Bucht „unter dem Vulkan“, danach „Tanz auf dem Vulkan“. Die einzelnen Besatzungen teilten sich in eine Morgen- und eine Nachmittagsgruppe auf, um die Schiffe nicht unbeaufsichtigt zu lassen.
Beim Aufstieg genießen wir die grandiose Aussicht auf die Ankerbucht und die nur durch die schmale Bocche di Vulcano (Straße von Vulcano) getrennte Nachbarinsel Lipari. Dann sind wir den Schwefelquellen ganz nah! Immer wieder versuchen wir den plötzlich heranwehenden Schwefeldämpfen auszuweichen, aber das gelbe Gestein zieht uns doch magisch an. Schließlich umrunden wir den 391 m hohen Kraterrand, immer wieder fasziniert von den neuen sich ständig verändernden Perspektiven. Der Abstieg unterhalb der Schwefelquellen ist anstrengend und nicht ungefährlich, weshalb wohl auch Warnschilder aufgestellt sind! Das anschließende Bad in der Bucht entfernt den Schwefelgeruch von der Haut und der Nachmittag gehört dem Sonnen und Lesen
und mal wieder dem Einkaufen. Die Versorgungsmöglichkeiten sind nicht üppig, aber reichen für alle Bedürfnisse aus. Neben dem Metzger und dem gegenüber liegenden Bäcker war der kleine Supermarkt mit seiner Wurst-, Käse- und Oliventheke eine unerschöpfliche Quelle kleiner Probierhäppchen, aber auch sonstiger Bordbedarf konnte gedeckt werden.
Die Crew der „Hermes“ musste am Abend des 13.10. feststellen, dass die Bordbatterien leer waren. Rasch war der Grund gefunden: bei laufender Maschine wurden wegen defektem Diodenverteiler die Servicebatterien nicht geladen, so dass die letzte Ladung in der Nacht zum Dienstag erfolgte.

Mittwoch, 13.10.
Am Morgen segelten die meisten Crews zeitig von Vulcano Richtung Salina ab, um noch einen mehrstündigen Stopp auf Lipari, der mit 37,5 km² größten Insel des Archipels, einlegen zu können. An der Marina Lunga wurden wir freundlich empfangen und kühl verabschiedet, weil wir vergessen hatten, die Angelegegebühr zu bezahlen, denn dem Hafenhandbuch war zu entnehmen, dass für einen Einkaufsbummel keine Liegegebühren anfallen. Da hat sich offenbar etwas geändert. Nebenbei sei bemerkt, dass die Schiffe in der offenen Bucht mit den Schwimmstegen sehr an den Murings und Festmachern zerrten.
Lipari Stadt ist ein wunderschöner Ort mit schmucken Häusern, vielen Souvenirläden und einer alten Burganlage, auf der sich die Kathedrale (mit normannischem Kreuzgang), der Nachbau eines antiken Theaters und das Archäologische Museum der Liparischen Inseln befindet. Die Crew der „Hermes“ gönnte sich den Museumsbesuch, der von der Jungsteinzeit bis in die Zeit der Normannenherrschaft führte.
Am frühen Nachmittag ging es weiter nach Salina, benannt nach dem Salzsee an der Südostspitze der 27 km² großen Insel. Mangelnder Wind und Seepockenbefall machten die Hermes so langsam, dass es zwei verspielten Nixen gelang, uns schwimmend zu begleiten (Friederike und Katharina). Nach diesem Augenschmaus warfen wir den Motor an, um noch rechtzeitig im Hellen den Zielhafen zu dern geschmackvoll ausgebauten Südhafen von S. Marina Salina zu erreichen.
Dann setzte gegen 16 Uhr eine unerwartet kräftige Briese mit deutlich über 20kn aus Nord ein, die die „Hermes“ nur unter Genua die letzten 2,5sm mit gut 6kn bis unmittelbar vor die Hafenmole brachte.
Hier waren bis auf „Eau de Soir“, die unmittelbar folgte, schon alle Schiffe nebeneinander mit Heck zur Pier versammelt. Die guten sanitären Einrichtungen wurden nach 2 Nächten vor Anker gerne aufgesucht, rechtfertigten aber die auffällig hohen Hafengebühren (75€ für die „Hermes“ als Nachsaison Preis) in keiner Weise.
Ein Großteil der Flotillenbesatzung ließ den Abend im noblen Restaurant Mamma Santina ausklingen.

Donnerstag, 14.10.
Heute sollte der längste Schlag (56sm) des Törns uns in die Nähe des Zielhafens bringen. Zwei Schiffe, die „Hermes“ und unsere „Smile“ legten pünktlich um 8 h ab, weil man sich den Anblick des 20sm entfernten, 926m hohen Stromboli mit seiner ausgeprägten Lavazunge, der Sciara del Fuoco, und die regelmäßigen Eruptionen in Form einer gräulichen Rauchwolke nicht entgehen lassen wollte.
Und tatsächlich spuckte der Stromboli wie bestellt kleine graue Fahnen in den ihn umgebenden Wolkenkranz, und über die sog. Feuerrutsche rollten kleinere Schlackegebilde direkt ins Meer. Leider konnte nur etwa die Hälfte der Strecke unter Segeln zurückgelegt werden, da vorgesehen war bis spätestens 20 Uhr in Tropea festgemacht zu haben.
Die übrigen Crews schliefen etwas länger und nahmen dann den direkten Kurs auf Tropea.

Wie fast jedes Mal ließ sich das Groß der “Smile” nicht problemlos setzen, so dass wir weit hinter der “Hermes” zurückblieben. Aber wenn der Lappen einmal oben war, erwies sich unsere Dufour als echte Rennziege (Zitat Ralph). So überraschte unser Skipper nach Besichtigung des Stromboli den Skipper Ekkes mit der Anfrage, ob wir rechts oder links überholen sollten. Wir wissen nicht, was Ekkes mehr aufgeregt hat, die Formulierung oder die Tatsache als solche. Antwort: Nichts von beiden, nur die Tatsache, dass ich aus meinem wohlverdienten Mittagsschlaf gerissen wurde.
Die Besatzung der „Hermes“ möchte dazu anmerken, dass solche seglerischen Minimaltriumphe von uns nur marginal wahrgenommen wurden, da wir an Bord zu dieser Zeit wissenschaftlich tätig waren, geologische und meteorologische Forschungen betrieben und einen Sextantenkurs für Fortgeschrittene abhielten. Leider schlief der Wind dann gegen 16 Uhr allmählich ein, wir erreichten nur noch zwei bis drei Knoten und mussten unter Motor weiterfahren um den Zielhafen zum vereinbarten Zeitpunkt zu erreichen.
Nach elf Stunden auf See erreichten wir mit dem Hafen von Tropea wieder das Festland.
Unser Flottillen-Kapitän Klaus hatte bereits Taxis geordert, die uns am Abend in die alte Festungsstadt auf dem Felsen fuhren.
Direkt gegenüber dem normannischen Dom waren im Restaurant „Il Normanno“ 31 Plätze für das große Abschlussessen reserviert. Nach üppiger Tafel und Dank an unseren Kommodore für die ausgezeichnete Organisation und stete Er- und Aufmunterung wurde dann schon mal an der legendenhaften Ausschmückung des Törns gestrickt – ganz im Sinne des homerischen Odysseus.

Freitag, 15.10.
Für den kleinen letzte Schlag zurück hatte sich das Wetter etwas Neues einfallen lassen: Ein frische West-Nordwest Briese schob die Yachten zügig über die See, die ein schönes ausgeprägtes langes Wellenbild zeigte.
Dem vorherigen Abend geschuldet verließen wir den Hafen von Tropea erst gegen 10 h. Die aufgewühlte See verlangte den etwas labileren Mägen noch einmal volle Konzentration ab. Autogenes Training, saure Drops oder unintelligentes Vorsichhinstarren, besser gesagt die genaue Beobachtung des Horizonts, sind dann ja beliebte Strategien. Zurück im Charterhafen von Vibo Marina fuhren wir die Tankstelle an, im Vergleich mit der Motoryacht neben uns tankten wir ein paar Tropfen. Den Abend verbrachten alle Crews an Bord, um den restlichen Proviant zu verzehren. Bei uns auf der Hermes hieß das euphemistisch „Skipperpfanne“. Auch sei vermerkt, dass sich keine Crew geschont hat und auch alle Getränke aufgebraucht wurden.

Samstag, 16.10.
Nachdem die Mannschaften klar Schiff gemacht hatten und die Abnahme durch den Vercharterer erfolgt war, nutzten diesen letzten Tag in Vibo Valentia die einen für eine ausgedehnte Wanderung die Küste entlang Richtung Pizzo, andere entspannten an Bord und bei Spaziergängen im Ort. Ein absolutes Highlight war ein kleines Restaurant, in dem außer vier Seglern vom Hansa nur Einheimische aßen. Bei “Pedro” erlebten wir, wie kalabrische Spaghettisoßen schmecken müssen! Die handschriftliche Rechnung auf zusammengeklebten Notizzetteln unterstreicht, hier geht die Liebe durch den Magen, nicht durch die Kasse.
Den Nachmittag verbrachten wir im traumhaft schönen, zu dieser Jahreszeit verlassenen Strandbad von Vibo, lesend unter duftenden Eukalyptusbäumen oder schwimmend (Friedrike), bis uns um 16 h der Bus abholte.

Die Rückreise gestaltete sich zügig, an die langen Gespräche, die Ekkes mit dem Sicherheitspersonal der Flughäfen dieser Welt bezüglich seiner technischen Ausrüstung führt, gewöhnt man sich mit der Zeit. Pünktlich um kurz vor 22 h landeten wir in Düsseldorf – alle der Meinung, dass zehn Tage vielleicht ein guter Kompromiss wären zwischen einer Woche und für immer weg.

Die 5 Yachten haben jeweils ca. 150sm im Kielwasser gelassen. Die Motorstunden waren für das Revier und die gesteckten Ziele durchaus nicht zu viel und wären nur durch Nachttörn zu umgehen gewesen..

In Vorfreude auf den nächsten Flottillentörn, Karin und Felix

und natürlich einem Mast- und Schotbruch Ekkes

 

Im Reich des Odysseus

26 Segler sind vom Mittelmeer-Flottillensegeln zurück. Eine Woche noch mal Sonne schnuppern, baden und eine leichte warme Brise die Segel füllen lassen, stand auf dem Plan der SHM Flotte bestehend aus 5 Schiffen. Ausgehend vom Hafen Lefkas ging es gen Süden mitten in die Ionischen Inseln, in deren Zentrum Ithaka, die Heimatinsel von Homers Odysseus, liegt.
Traumhafte Ankerbuchten lockten zum Baden, idyllische kleine Häfen mit urigen Restaurants unmittelbar am Heck der Yachten, kleine Ausflugsziele auf den verschiedenen Inseln, aber natürlich auch schöne Schläge unter Segeln verwöhnten die Münsteraner.
Marion, Elke & Winfried haben aber daraus schon einen Reim gemacht:

Die Hanseaten fuhren fort
an einen wohlig warmen Ort.
Sie suchten ihn in Griechenland
wo man ihn überwiegend fand.
12 Kerle waren’s und 14 Frauen,
es hat sie förmlich umgehauen.
5 Schiffe, die teils ramponiert,
am Heck da wurde schamponiert.
Denn in den Häfen gab es kaum
für Klos und Duschen einen Raum.
Statt dessen gab es viel Tavernen,
man mocht‘ sich abends kaum entfernen.
Salate griechisch, Lamm und Fisch
kamen reichlich auf den Tisch.
Am End‘ ein Ouzo gut gekühlt,
die Seemannschaft sich wohl gefühlt.
Segeln, ankern, navigieren,
Schoten ziehen, Leinen fieren,
da machten alle fleißig mit –
Flottillensegeln ist der Hit!
Fiskardo und auf Kalamos,
beim Baden auch auf Atokos,
im Süden noch Eufimia,
da fand’s die Flotte wunderbar!

SHM – Flottillentörn Griechenland 2009

Im Revier des Odysseus
(zur Bildergalerie geht es ganz unten)

26 Münsteraner Segler im Alter von 10 bis 63 Jahren, davon 14 Nixen und 12 Seebären sind vom Mittelmeer-Flottillensegeln zurück.
Eine Woche noch einmal Sonne schnuppern, im warmen und salzigen Meerwasser baden und eine freundliche Brise die Segel füllen lassen, stand auf dem Plan der SHM Flotte bestehend aus 5 Schiffen, 3 Bavaria 37 Cruiser, einer nahezu neuen Bavaria 38 sowie einer Bavaria 39 Cruiser.
Schon im Frühjahr war es notwenig verbindliche Zusagen zu erhalten, damit Gruppenweise die Flüge nach Preveza gebucht und die Charterverträge unterzeichnet werden konnten.
Doch welch Schock: wenige Wochen vor dem gebuchten Abflugstermin wurden etwa die Hälfte der Flüge seitens der Fluggesellschaft auf einen einige Stunden späteren Termin umgelegt. Die Gemeinsamkeit und auch der vorgesehene Auslaufenzeitpunkt waren gefährdet. Nur mit erheblichem Aufwand gelang es unserem Flottenadmiral Klaus die von unterschiedlichen Anbietern, aber ursprünglich für dieselbe Maschine gebuchten Flüge wieder zusammen zu legen. Als positives Abfallprodukt entfiel nunmehr das Umsteigen in München. Genialerweise buchte Klaus auch einen Reisebus für den gemeinsamen Transfer von Preveza zum 17km entfernten Ausgangshafen von Lefkas.

Tatsächlich lief dann auch alles wie geplant, wenn man einmal vom Konfiszieren des lebenswichtigen Nutellaglases und langen Diskussionen über den Kartenzirkel als Waffe bei der Sicherheitskontrolle absieht, und wir kamen am frühen Nachmittag bei angenehmen, sommerlichen Temperaturen an.
Wie üblich bei der Übernahme von mehreren Schiffen waren nach Ankunft in Lefkas längst nicht alle Bavarias fertig zur Übernahme. Die Zeit wurde genutzt, um Einkaufstrupps loszuschicken und die Skipper die Formalitäten erledigen zu lassen. Bis auch das letzte Schiff übernommen, die Mängelbeseitigung in Auftrag gegeben und Gepäck und Proviant verstaut war, hatte sich die Dämmerung schon eingestellt und man traf sich nach und nach zufälligerweise im selben Restaurant an der Hafenpromenade wieder.

Tags drauf ging es vom Hafen Lefkas auf der gleichnamigen Insel ‚gen Süden, zunächst durch den Lefkaskanal mitten in die Ionischen Inseln, in deren Zentrum Ithaka liegt, die Heimatinsel von Homers Odysseus. Als Tagesziel war trotz der vorherrschenden recht schwachen Winde aus Süd die Nordspitze von Kefalonia angesagt, um gleich zu Anfang ein Stück weiter zu sein, als die vielen anderen Charterschiffe, die für diese Woche das Gebiet der Ionischen Inseln bereisen. Mit unterschiedlicher Ausdauer wurde von der SHM-Flotte auf verschiedenen Kursen gesegelt, Manöver gefahren oder auch Badestops eingelegt – die einen östlich um Skorpio und Meganesi, um eher freien Wind zu haben, die anderen westlich dieser beiden Inseln, um eine kürzere Strecke bewältigen zu müssen.

Ab 18 Uhr empfing uns der idyllische kleine Hafen Fiskardho auf Kefalonia mit netten Tavernen unmittelbar am Heck der Yachten. Hier hieß es aber zunächst vor Buganker an den wenigen noch freien Plätzen „römisch katholisch“ anzulegen. Ein Blick ins Hafenhandbuch klärte darüber auf, dass teils dicke Felsen oder auch Betonklötze nahe der Pier liegen und daher wegen Gefahr für das Ruder erhöhte Vorsicht geboten ist.
Am nächsten Morgen blieb genug Zeit, um durch die niedlichen Gassen des Ortes zu schlendern sowie auch im nicht unmittelbar zu findenden Hafenbüro die knapp 2 € Hafengebühr zu entrichten.

Eufimia, kaum mehr als 10 Seemeilen Luftlinie südlicher auf der gleichen Insel, war das Etappenziel für den nächsten Tag. Durch Aufkreuzen gegen den schwachen SSE-lichen Wind wurde es dennoch später Nachmittag, bis die Leinen an der Uferpromenade festgemacht werden konnten. Hier war uns empfohlen worden wie auch schon andere Yachten längseits der Pier festzumachen, da starke Winde aus West zu erwarten wären.
Das kristallklare warme Wasser verführte nahezu alle Segler noch bis Sonneuntergang zu einem Bad direkt von Bord.

Da für den kommenden Tag ein Gewittertief mit Stürmböen von 8 Beaufort angesagt waren, beschlossen die 5 Skipper, nicht zuletzt mit Rücksicht auf die weniger erfahrenen Crewmitglieder, einen Hafentag einzulegen. Es gab schließlich auch die 22 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Grotte Drongarati mit ihrem See oder die Seewasser gespeiste Höhle Mellisani sowie die Ruinen des 1953 zerstörten Örtchens Tarkasata über einen recht anspruchsvollen Wanderweg zu besuchen. Die Mannschaften teilten sich je nach Lust und Interesse auf eines der Ziele auf neue Gruppen auf, um den Tag zu verbringen.

Nach diesem abwechslungsreichen Tag sollte es um die Südspitze Ithakas herum nach Nordost bis Kalamos gehen. Unterwegs musste natürlich eine Ankerpause in der „one House Bay“ vor Atokos gemacht werden, um im türkis leuchtenden Wasser ein Bad vor den künstlerisch anmutenden Kalkstein-Kulissen zu nehmen, die mit ihren wellenförmig geschwungene Schichtungen steil die Südseite der Bucht begrenzen. Mancher wäre hier gerne länger geblieben.

Es waren aber bei zunächst noch schönem Segelwind gut 10 Seemeilen Luftlinie bis zum Tagesziel Kalamos zu segeln. Etwa das letzte Drittel war jedoch die Eisengenua gefragt, da gegen 19 Uhr die Dämmerung einsetzt und das manövrieren in kleinen schlecht befeuerten fremden Häfen im Dunkeln nicht erstrebenswert ist. Im Hafen des kleinen Ortes Kalamos wurde die Flotte dann kurz vor der Dämmerung hilfsbereit und freundlich von einem vermeintlichen Hafenmeister zunächst an der Pier, dann auf seinem offenen Boot empfangen. Im schon recht vollen Hafen war kaum noch ein Platz frei, geschweige denn 5 Plätze für unsere Flottille – denn auch andere Yachten waren mittlerweile auf dem Rückweg. Nach einigem Hin und Her sollten wir 5 Yachten noch längsseits zu einem Katamaran gehen, wobei der „Hafenmeister“ unsere Buganker abwechselnd Richtung Land bzw. Richtung Mole mit seinem Boot ausbrachte.
In der urigen Taverne, die nur einem Teil der Segler Sitzplätze offerieren konnte, gab es vielerlei schmackhafte authentische Speisen und unser „Hafenmeister“ entpuppte sich dort als der Wirt.

Am Folgetag, auf dem Schlag nach Nidrion, konnten die Crews nachvollziehen, was Odysseus bezüglich der Winde alles durchmachen musste. Entgegen allen Windvorhersagen setzte der Wind unvermittelt aus anderer Richtung oder – noch viel schlimmer – blieb er bisweilen vollends aus, so dass solch ein windstiller Fleck mit Motorkraft überwunden werden musste. Danach ging es vorbei an den einladenden Ankerbuchten von Meganisi und auch durch die Anlegebucht der kleinen Privatinsel Skorbios, die im Privatbesitz der Onassis Familie ist. Vor Nidrion konnten die ganze Fottille nahe beieinander vor Buganker an den Schwimmstegen festmachen. Manche Crew hatte ihre Vorräte zum Abendessen aufzubrauchen, andere trafen sich in einem Restaurant, in dem man nicht wirklich wählen konnte, was man speisen wollte, auch keinen Blick in die Kochtöpfe werfen konnte, sondern nur die Wahl, Fleisch und/oder Fisch nach einer Serie von Vorspeisen hatte.

Der letzte Tag vor dem Rückflug verwöhnte die Münsteraner Segler, die nunmehr unabhängig voneinander den Rückweg nach Lefkas ansteuerten, noch einmal mit wunderbarem Segelwetter vor herrlicher Kulisse, viel Sonne und unterschiedlichen Badebuchten für mehr oder weniger lange Zwischenstopps.
Das Tanken, das Aufklaren und die Rückgabe der Yachten war vollkommen unproblematisch, das fertig Machen des Gepäcks schnell erledigt, so dass sich alle 26 Segler erneut im gleichen Restaurant an der Hafenpromenade zu abschließender Tafel treffen konnten.
Der Transfer am kommenden Morgen zum Flughafen sowie der Rückflug mit Zwischenstopp in München gingen reibungslos.
Ein wenig länger hätte es schon sein dürfen war die Meinung vieler, aber Schule und Arbeit riefen die Hanseaten nach Münster zurück.

Mast- und Schotbruch Ekkes
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