Balk, 8. bis 10. Mai 2026
Wer wissen möchte, wie es uns in Balk beim Kielboottraining Anfang Mai gefallen hat, der schaue in unsere fröhlichen Gesichter vom Gruppenfoto am Abschlusstag. Nachvollziehbar wird unsere gute Laune, wenn nun noch Details zu dem Wochenende folgen.

Wir waren mit 16 Personen und einem Begleitboot ans Slotermeer gefahren, um dort in die Geheimnisse des Gennakersegelns eingeweiht zu werden, oder um unsere Kenntnisse zu vertiefen und bei besten Bedingungen anzuwenden.

Wir bezogen Quartier in der Segelschule „De Ulepanne“ in Balk und ließen Freitagabend noch das Motorboot zu Wasser. Nach einer kurzen Testfahrt für einzelne auf dem Slotermeer trafen wir uns abends zum Essen im Teernstra. Dort wurde, nachdem alle gestärkt waren, das Geheimnis um die Crewverteilung auf den Booten gelüftet. Rätselhaft bis zum Ende des Wochenendes blieben die „x“ hinter den Namen, ein bis vier „x“ waren möglich. Vor dem Schlafengehen erhielten wir noch eine Lektion in Gennakersegeltheorie. Das Wissen hatte sich offensichtlich gut über Nacht gesetzt, denn nachdem Samstagfrüh die Boote übernommen worden waren, konnte man schon bald die ersten Gennakermanöver auf dem Slotermeer beobachten. Unter Markus kundiger Anleitung kreuzten wir je zu dritt auf fünf Keus bei konstanten 3 Bft zügig hoch und halsten unter Gennaker zurück. Die einzelnen Crews segelten mehr oder weniger routiniert unter Gennaker; die Handgriffe beim Setzen des Segels wurden im Laufe des Tages immer sicherer. Zur Mittagspause wollten wir in Woudsend einkehren, doch wegen des dort stattfindenden Schlepperfestivals gab es dort zwar viel zu gucken, nur kamen wir leider nicht von Bord, da es keinen Liegeplatz für uns gab. Wir entschlossen uns also, nach Balk zurückzusegeln und dort beim Bademeester einzukehren. Eine Crew hatte so viel Verpflegung an Bord, dass sie auf eine Pause an Land verzichtete. Zum Ende eines tollen Segeltages, an dem dank der tollen Betreuung und Hilfestellung von Markus jeder viel lernen konnte, fuhren wir – die eine Crew mit mehr, die andere mit weniger Erfolg – eine kleine Regatta. Abends kehrten wir beim Italiener ein und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Sonntag hatte der Wind gut aufgefrischt und lag bei 5 Bft. Er stand günstig, um eine Rundfahrt durch die Kanäle von Balk über Woudsend, Heek und Sloten zurück nach Balk zu machen. Noch im Hafen liegend lernten wir die Handhabung des Trapezes. Sobald wir von Balk aus auf dem Slotermeer waren, standen gleich die Ersten im Trapez. Die Bedingungen waren perfekt. Wir kreuzten hoch Richtung Woudsend und nahmen uns noch einmal Zeit, ein paar Schläge mit dem Gennaker zu segeln, bevor wir in den Kanal nach Woudend einbogen. Dort konnten wir wieder die Schlepper bestaunen, fanden aber dieses Mal einen Liegeplatz. Nach einer kleinen Pause fuhren wir gegen den Wind unter Motor weiter nach Heek. Dort bogen wir nach Osten ab und konnten bei halbem Wind gut Strecke machen. Den Jeltesleat hatten wir dann schnell durchfahren. Auf dem nachfolgenden Streckenabschnitt Richtung Lemmer verbarg sich die eine oder andere Herausforderung. Direkt neben dem Fahrwasser wurde es sehr schnell sehr flach. Auch erforderte es große Konzentration, genau vor dem Wind zu fahren, während einem auf dem Prinses Margrietkanal die Berufsschifffahrt entgegenkam. Nicht ohne Grund ist man dort verpflichtet, den Motor mitlaufen zu lassen, wenn man unter Segeln fährt. Durch das Brandemar gelangten wir schließlich nach Sloeten, wo es lekker Kibbeling zu essen gab. Leider war durch die Landabdeckung auf den Kanälen der Wind nicht mehr stark und konstant genug, und auf dem kurzen Schlag von Sloeten nach Balk mussten wir gegen die Welle segeln, sodass es sich nicht mehr ergeben hat, dass alle das Ausreiten mit dem Trapez ausprobieren konnten. Wir müssen also wieder nach Balk fahren, denn es gibt noch viel zu lernen!


Ein großer und herzlicher Dank geht an Markus Jenki für seine hervorragende Organisation und seine zahlreichen Tipps und Tricks zum Gennakersegeln!
Maresca R.