[Hier geht es zur Einführung und zu Teil I, Teil II, Teil III]
Teil 4: Fyrudden (Schweden) bis Vänisborg

Sorry, dass wir solange nichts von uns hören ließen.
Seit den Fyrudden sind wir sehr weit gekommen. Der nächste Hafen Arkösund war wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber wir waren so nett, und haben trotzdem bezahlt, was wir gar nicht brauchten. Das Schild dazu haben wir erst hinterher gesehen….. Die nächsten Stationen waren Öxelsund und Trosa. Von Trosa sagt man, dass das ein super schöner Ort sei. War für uns aber zu touristisch.

Weiter ging es von Trosa nach Nynäshamn. Hier finden die meisten Crewwechsel statt. Wir sind mit dem Zug nach Stockholm gefahren, und haben dort das Mittsommerfest gefeiert. Neben dem Mitsommerfest waren auch Besuche im Vasa- und Abbamuseum angesagt. Stockholm hat uns sehr gefallen. Nur den Yachthafen direkt in Stockholm können wir nicht empfehlen.
Über Dalarö, ein sehr netter kleiner Hafen mit einem schönen Ort ging es nach Sandhamn. Die Stadt / der Ort dürfte bekannt sein von dem Film “Mord im Mittsommer“. Der Hafen war wegen einer Regatta gesperrt und wir mussten in dem Ausweichhafen Telegrafenholmen an Mooringleinen festmachen. Von diesem Hafen pendelte eine kostenlose Fähre nach Sandhamn und zurück.
Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl ein sicheres, betonntes Fahrwasser zu verlassen, um nach einer App „querfeldein“ zu fahren…. Ähnlich der Navigation mit einem Pkw. So ging es für uns weiter durch die Schären. Es funktionierte sehr gut.

Wir peilten den nächsten Ort der Filmgeschichte an, nämlich Bramskär. Auf der gegenüberliegenden Insel wurde die Serie „Ferien auf Saltkrokan“ gedreht. Die Anfahrt war sehr tricki und wir waren die einzige Yacht neben kleinen Motorbooten im Hafen. Wir sind weitergefahren nach Gräddö. Hier wetterten wir an Heckbojen 7 bis 8 bft ab.
Da dies Zeit kostete, überlegten wir, wir schreiben mittlerweile den 01. Juli, dass wir es bis nach Haparanda in diesem Tempo nicht schaffen würden. Also beschlossen wir, uns die Alandinseln in Ruhe anzusehen. Dort war Mariehamn unser erster Anlaufhafen. Mariehamn hat neben dem West- und Osthafen einen sehr schönen Museumshafen, wo auch einige Gastliegeplätze zu finden sind. Der nächste Anlaufhafen Rödshamn war mein Plumpsklohafen. Man liegt an Heckbojen an den Schären. Die ganze Insel ist eine Schäre. Die Plumpsklos waren aber nett dekoriert und sehr sauber. Dafür war der Hafen auch nicht der billigste….

Die weiteren Häfen Degerby, Sottunga und Sandvik auf den Alands waren super schön.
Hier fiel dann für uns die nächste Entscheidung. Wir werden uns einen weiteren Traum erfüllen: den Götakanal mit Vettern- und Vänernsee durchfahren, um anschließend über den Trollhättankanal nach Göteborg zu gelangen.
Vom letzten Alandhafen, meinem Plumpsklohafen, segelten wir über die Ostsee zurück nach Gräddö. Den Hafen Trosa ließen wir auf unserer Weiterreise aus, sodass wir nach Nynäshamn und Öxelesund wieder in Arkösund anlegten. Da wir beim ersten Besuch bezahlt hatten, obwohl der Hafen geschlossen war, wurde uns dieses mal anständiger weise die Gebühr verrechnet. Hier steppte der Bär, es war super viel los. Kein Wunder, mittlerweile hatten wir Hauptsaison.
Auf dem Weg nach Stegeborg überraschte uns dicker Nebel. Wir konnten gerade noch den Bugkorb erkennen. Aber Dank unserer App, der ich mittlerweile voll vertraute, fuhren wir mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Es war irre. Schären tauchten unvermittelt direkt neben dem Boot auf. Aber es ging gut.
Über Stegeborg, führte unser Weg nach Mem, der Einfahrt zum Götakanal.

Wir bekamen in Mem an der ersten Schleuse eine gute Einweisung und bezahlten ca. 900 €. Lohnt sich aber, da die Häfen im Götakanal in der Kanalgebühr enthalten sind. Man kann fünf Tage in jedem Hafen kostenfrei liegen.
Nach den ersten Schleusen, hatten wir unseren Rhythmus gefunden. Auch die Schleusentreppen, z.B. in Berg, machten uns nichts mehr aus.

Es ging ganz schön ab in den Schleusenkammern, wenn das Wasser einströmt.
Der Götakanal verläuft zwischen grünen Wiesen, Wäldern und Feldern hindurch, und hat manche Engstellen. Uns begegneten die Fahrgastschiffe, Diana, Wilhelm Tham und die Juno, das älteste registrierte Kurzfahrtschiff der Welt. Zwischen Borensberg und Motala lag die höchste Schleusentreppe und zwei Eisenbahnbrücken. In Motala wetterten wir eine längere Zeit ab, da wir den Vätternsee überqueren wollten.

Über Karlsborg, Forsvik und Toreböda kamen wir in Sjötorp an. Sjötorp ist der Beginn, für uns das Ende des Götakanals. Sjötorp liegt am Vänernsee, der dreimal so groß wie der Bodensee ist.
Die Strecke von 64 sm segelten wir in drei Etappen. Von Sjötorp über Spiken nach Dalbergsa. Dort lagen wir mitten in der Natur. Ein kleiner Ort ohne Einkaufsmöglichkeiten. Aber superschön. Von hieraus war Vänersborg unser nächstes Ziel. Vänersborg liegt am Eingang zum Trollhättankanal, der in Trollhättan beginnt.
Fazit: Es war für uns die richtige Entscheidung, Haparanda nicht anzulaufen. Wir haben hier tolle Segelcrews und sehr schöne Orte kennengelernt. Wir genossen die Zeit auf dem Götakanal.
Seemeilen seit Fyrudden: 665 sm
Wetter: auf den Alands durchwachsen. Auf dem Götakanal zeitweise sehr warm.
Herzlichst Eure Heike und Klaus