24 Hafenmanöver (3 Berichte)

Bericht 1 (mit Klick zu Bericht 2 & zu Bericht 3)

Falsch gedacht, dies ist ein Bericht über die Trainingskurse „Hafenmanöver 2024“ in Lemmer/NL. Aber, und deswegen die Überschrift, es könnten auch vierundzwanzig verschiedene Manöver im Hafen sein, über die berichtet wird. Die Meinungen, was davon wichtig ist und wieviele, sind durchaus kontrovers. Und sie sind revierabhängig. Die Zahlen schwanken zwischen „vier“ und „144 Seiten“ eines deutschsprachigen Fachbuches zu dem Thema.

Mit Vorspring an- und abgelegt im Zeitraffer

Zum ersten Mal bot der SHM in diesem Jahr nicht nur ein Übungswochenende an, sondern gleich zwei und jedes auch noch in zwei unterschiedlichen Längen. Der Zuspruch war entsprechend, die nötigen Vorbereitungen dazu waren aber exorbitant – Dank an die Organisatorin Beate T.!

Nach „besch…“ Wetter für die am Mittwoch (3. April) angereisten lernwütigen Saisonstart-Herbeisehnenden wurde es mit der Anreise der Besatzung des Ekkes-Bootes zwei Tage später schlagartig besser (natürlich gibt es hier einen ursächlichen Zusammenhang). Uns erwarteten durchweg vier Windstärken, in Böen auch sechs, in der Nacht auf Sonntag noch einiges mehr an Beaufort, und viel Sonne, verbunden mit für Anfang April äußerst angenehmen Temperaturen. Regen gab es auch, aber nur nachts sowie bei An- und Abreise.

Kabinenbelegung, Bootsübernahme, Einkauf, Sicherheitseinweisung und Abendesssen standen am Freitagabend auf dem Programm. Natürlich auch Anlegergetränke, denn andere hatten ja schon angelegt. „Waris“, eine 41er Bavaria, war uns schnell vertraut und ab nächstem Vormittag auch in Hafen und freiem Wasser. Samstagmorgen wurden wir uns schnell einig, dass nach Kennenlernen der Bootsbesonderheiten die Standardmanöver geübt werden sollten – eben unter verschärften Windbedingungen. Denn Anlegen bei 0 bis 2 Bft. kann ja jede/r, Ausnahmen bestätigen meist die Regel.

Also drehten wir so unsere Runden für Drehen-auf-dem-Teller, Aufstoppen, Rückwärts-fahren usw. bis kurz vor Mittag, um dann die ersten An- und Ableger (in der Box) zu üben. Mittagspause an Bord, oooch eine Viertelstunde Siesta in Windschatten und Sonne gehen doch noch, weiter üben: kleine Box, große Box, mit und gegen den Wind, auch Wind von seitwärts, vorwärts einparken und ebenso rückwärts. Mal vier Leute. Immer im Gespräch: die ominöse Mittelspring.

Der Feierabend war fix da, wir müde und nicht nur wegen der ungewohnten 23 Grad Lufttemperatur ebenso. Abendessen in der weltbesten Kibbeling-Bude in Lemmer-City (ich fühlte mich bei der Bewertung stark an den Bericht über den 23er Törn zu den Liparischen Inseln erinnert…), dann Anlegergetränke an Deck bis halb elf ohne Jacke, sehr angenehm, Besuch des einen oder anderen SHM-Bootes, danach grüßte Hypnos heftig und bald vermischten sich unterschiedlich intensive Schlafgeräusche mit heftigem Regengeprassel und Besuch vom Klabautermann in Form von schwankenden Booten und heulenden Wanten sowie Tampenschlägen an den Masten.

Wie üblich am Sonntag: sieben – acht – neun. Naja, es wurde dann doch später. Was aber nicht daran lag, dass wir uns uneinig gewesen wären, auf jeden Fall bei den Kaiserwetter-nahen Rahmenbedingungen mindestens einmal das Groß setzen zu wollen. Gesagt, getan. Raus aus dem Hafen, vor der großen Schleuse fix längsseits anlegen geübt mit und gegen Wind in Kanalrichtung. Mal vier Leute. Rückwärtsanlegen, wie im Mittelmeer verbreitet, bei gut 20 kn Wind plus Böen von querab waren dann selbst für Ekkes am Rande der Möglichkeiten. Wir anderen haben gern verzichtet.

Dann in die Schleuse nach kurzer Wartezeit. Noch eine Viertelstunde unter Motor, Groß etwas raus, Genua ebenfalls, am-Wind-Kurs, Maschine aus und zwei Stunden perfekt gesegelt. Mit so wenig Tuch völlig entspannt und mit geringer Krängung auch unspektakulär. Andere Segelboote zogen durchaus das eindrucksvollere Segeln mit Vollzeug vor bei Seitenneigungen, die in Böen von 30 Grad kaum entfernt waren; einem Boot ist das wohl nicht so gut bekommen: es bekam die Roll-Genua nicht rein, weil es teils im Wasser war und sich vermutlich am Anker vertüddelt hatte. Nach einiger Zeit hatte die Besatzung das Boot Gott-sei-Dank unter Kontrolle und fuhr unter Maschine mit flatterndem Vorsegel Richtung Anleger bzw. Windschatten.

Gerade hatten wir den Nachmittagsverlauf geplant, als ein Handy klingelte. Kalle K. war dran und fragte, ob wir Marcus B. für den Nachmittag „verleihen“ könnten, da er mit Kerstin W. allein an Bord geblieben war wegen früher Rückreise der Restcrew. Und zu zweit war es den beiden doch zu windig. Wir verabredeten uns für eine Stunde später auf der Binnenseite der großen Schleuse, die beiden aus Lemmer kommend und wir vom IJsselmeer. Leckerer Kaffeeduft umwehte Kalles Boot, begleitet von einem reichhaltigen Kekssortiment und einer Tüte „Osterkollektion“ eines bekannten Gümmibärchenherstellers. Netter Klönschnack, etwas Fachsimpelei und – schwupp – war eine weitere Stunde vorbei. Wir entschieden, dass es genug für beide Tage war und motorten zum Anleger zurück.

Nach dem Festmachen genossen wir eine weitere Stunde Sonne und Aussicht in das Schilfröhricht, gelegentlich unterbrochen von vorbei fahrenden Segel- und Motorbooten, und begleitet von: jawoll, Anlegergetränken und einer Nussauswahl. Dann wurde sich fix umgezogen und gepackt, Innenreinigung des Bootes entfällt bekanntermaßen. Ekkes nahm übrig gebliebene Lebensmittel mit auf sein Anschlussboot, da er für zehn Tage gebucht hatte. Noch eine kurze Verabschiedung der vor Ort bleibenden SHM-Mitglieder und nun ging es auch schon auf die dreistündige Rückfahrt, die dank der fortgeschrittenden Zeit ruhig und völlig stressfrei verlief.

Das war ein wirklich gelungener Saisonstart und bereitet heftige Vorfreude auf kommende Segelereignisse.

Text: Hans-Christoph T.
Fotos: Kerstin W. und andere Teilnehmer*innen

Manövertraining Lemmer 2024 (Bericht 2)

Ein tolles Paket

Auch diesmal hatten Beate und die Skipper ein tolles Paket geschnürt – Euch vielen Dank dafür! Themenabende zur Theorieauffrischung, variable Teilnahmezeiten und eine reibungslose Organisation haben die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg werden lassen. Nur diesen individuellen Zeitfenstern zwischen dem 5.4. und dem 14.4. ist es geschuldet, dass es kein gemeinsames Gruppenfoto gibt – man kann eben nicht alles haben.

Das Wetter bot Sonnenschein, Wolken, einen kurzen Regenschauer und viel Wind (WNW, 4-5, in Böen 6), und leicht unterkühlte Temperaturen.

Die 37er Bavarias von Enjoy Sailing waren für unsere Zwecke gut geeignet. Das „Boxen-Karussel“ des Vercharterers bot vom ersten Tag an ein variables Übungsgelände mit „Wind nach Wahl“. Enjoy Sailing führte parallel zu uns ebenfalls Manövertraining durch – so war das Hafenkino („So machen wir das aber nicht …“) abwechslungs- und lehrreich.

„Läuft!“ (Foto Christian V.)

Essen hält Crew und Schiff zusammen

Rührei zum Frühstück hatte sich bei uns an Bord schnell zum Standard entwickelt, die Restaurantbesuche in Lemmer und Medemblik führten die Crews, die ja sonst unabhängig voneinander operierten, zusammen. Das Chili con Carne von Richard stellte aber an Bord der „Annika“ alles in den Schatten – das muss hier auch erwähnt werden! Marmelade und Bier erwiesen sich als geeignete Tauschwährung und ein Anlegerbier Heck an Heck war ein starker Auftakt für einen gemütlichen Abend in Medemblik.

Übung macht Skipperin oder Skipper …

Der Manöverplan stand – und wurde doch den Bedingungen von Wetter und Hafensituation immer wieder angepasst:

  • Drehen auf dem Teller (Gibt es einen Radeffekt oder nicht oder nur ein bisschen?)
  • Rückwärts fahren (Da gibt es ja unterschiedliche „Schulen“: Vom „Ich seh‘ bugwärts nix, aber achteraus Blick bis zum Horizont“ bis zum „Ich schubber mir während des Rückwärtsfahrens den Rücken am Ruderrad“)
  • Gezieltes Aufstoppen (Kein „Puschelaufstoppen“! oder heißt es „Puschen ausstopfen“?)
  • Ein- und ausparken in enge Boxen mit sehr engem Fahrwasser (So lange man sich das enge Fahrwasser nicht mit anderen Schiffen teilen muss – safety first!)
  • Drehen an der luvwärtigen Achterleine (Gedreht wurde um diverse Poller – nur quietschen durfte nichts!)
  • Längseits anlegen über Achterleine und Vorspring (Als Einhandmanöver gerne genommen)
  • Boxentraining mit Rückwärts-Hosenträger bei Querwind und vorwärts mit Eindampfen in die Achterleine (Wind hatten wir reichlich, so dass auch die Hosenträger der Seglerhosen ordentlich beansprucht wurden)
  • Schleusenfahrten (Auch bei geringem Hub gilt abwärts: Leinen mitfieren)
  • Und last but not least Leinen werfen aus jeder Position (Das Werfen ist ja nicht das Problem – treffen muss man …)
Brückentag!

Ein solches Programm erzeugt natürlich auch Reibung: Gequietscht hat meines Wissens nach niemand, aber die kritischen Anmerkungen vom Skipper müssen auch verdaut werden. Und mancher wird gegrummelt haben „Hab ich doch gemacht … vielleicht nicht so … aber hat doch geklappt … fast …“. Schon die Bedienung des Gashebels hat bei uns an Bord die Frage ausgelöst, ob Werften die Dinger als letztes lästiges Übel behandeln und darum irgendwo, gerne auch in der Nähe der Bilge einbauen, wo noch etwas Platz ist. Auf manchen Schiffen brauchte es, sollte die Übersicht nicht verlorengehen, schon einen sehr laaaangen Arm. Die Leinenführung bot immer wieder Anlass für intensive Diskussionen und Fachsimpeleien und die Wahl des richtigen Winkels zur Pier sollte uns alle mittelfristig für Billardmeisterschaften qualifizieren – aber ohne Abpraller.

Heck an Heck ! (Foto Christian V.)

Die letzte Herausforderung waren bei uns an Bord MoB-Manöver bei Windstärken zwischen 4 und 5, in Böen 6. Ein zufällig gesichteter, von irgendwem verlorener Kugelfender konnte im dritten Anlauf geborgen werden – ganz ohne vorbereitetes Auge im Tampen. Die zu Übungszwecken gewasserten Fenderpaare trieben so schnell, dass die besprochenen Manöver (Q-Wende, „Münchener“) auch mit Blick auf die (weitab) in Lee liegende „Steile Bank“ vor Lemmer ad hoc angepasst wurden – und die Geschwindigkeit des Schiffs im Moment der Bergung sich hartnäckig bei 2,5 Knoten einpendelte.

Es war ein großes Rad, das Beate da gedreht hat – Danke für die gründliche Organisation und die Flexibilität bei der Dauer der Manövertrainings! So hatten wir uns an Bord der „Annika“ von Mittwoch bis Sonntag eingebucht und damit genug Zeit, uns vielfältige Herausforderungen zu suchen. Wir waren uns einig: Nächstes Jahr gerne wieder genau so!

Holger H.

Hafenmanöver 12. – 14.04.2024 (Bericht 3)

In Gesprächen mit anderen Vereinsmitgliedern über das vielfältige Angebot Fahrtensegeln hörte ich immer wieder: „Das Training Hafenmanöver musst du unbedingt mal mitmachen, da lernst du richtig was“. Große Überredungskünste waren nicht nötig. Ich war sofort begeistert und habe mich gefreut, dass es mit der Anmeldung geklappt hat. Eine Veranstaltung, bei der der Umgang mit dem Schiff im Hafen im Fokus steht. Wer will schon Hauptdarsteller im Hafenkino sein?! Offensichtlich geht es vielen anderen Mitgliedern genauso, die Resonanz war groß. Verteilt über zwölf Tage, wurden insgesamt sieben Schiffe gechartert!

Nach der umfangreichen Theorie mit zwei Themenabenden und dem Workshop Leinenarbeit im März sowie einer Crewbesprechung via Zoom ging es für mich am 12.04.24 los in Richtung Lemmer. Für den Hinweg haben sich verschiedene Fahrgemeinschaften zusammengefunden; wir sind um 13:30 Uhr in Münster gestartet. Besten Dank nochmals an Richard H., der uns souverän ans Ziel gebracht hat! Nach gemütlicher Überlandfahrt sind wir am Freitagnachmittag bei leichtem Wind und angenehmen Temperaturen angekommen. So kann´s weiter gehen, haben wir uns gedacht. Und das ging es auch, der Wettergott hatte uns wohl gehört. Am gesamten Wochenende waren Sonnencreme und Sonnenbrille angesagt!

Die Übernahme des Schiffes hat wegen einer Vielzahl an kleinen und größeren Mängeln einige Zeit gedauert, es gab Vieles zu protokollieren. Unser Skipper Stefan hatte vom Vercharterer den Hinweis bekommen, dass unser Schiff Diesel bunkern müsste, tanken wäre bis 19:00 Uhr möglich. Die Uhren des Vercharterers gingen aber wohl anders: Um kurz vor Sieben haben wir an der Tankstelle festgemacht, wurden dann aber auf den nächsten Morgen vertröstet. So hatten wir zumindest schon das erste Ab- und Anlegemanöver absolviert. Nach dem Hick-Hack hatten wir uns eine erste Hopfenschorle redlich verdient. Der Freitag klang beim gemeinsamen Abendessen mit allen Crews im Restaurant aus.

Nach einem Frühstück an der frischen Luft stand am Samstag erst einmal Schiffsgewöhnung auf dem Programm: Vollkreis fahren, Aufstoppen, Radeffekt, Drehen auf dem Teller… Dann ging es richtig los: An- und Ablegen in der Box mit Wind von unterschiedlichen Seiten, vorwärts, rückwärts und eindrehen über die Achterspring. Nach der Mittagspause ging es mit längsseits anlegen weiter. Hierzu sind wir zur großen Schleuse gefahren, im Wartebereich war ausreichend Platz für uns. Auch hier wurden verschiedene Varianten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen besprochen und direkt geübt. Alle hatten reichlich Praxiszeit, Stefan hat uns zusätzlich mit viel theoretischem Wissen versorgt. Am späten Nachmittag hatten wir genug, die Köpfe rauchten. Es ging zurück zum Hafen. Stefan hat sich als Smutje angeboten und uns ein leckeres Abendessen kredenzt. Nach dem Spülen saßen wir noch im Salon zusammen und haben über dit und dat geklönt.

Der Sonntag startete mit Vertiefung, alle durften nochmals an- und ablegen in der Box üben. Anschließend stand das Schleusen an. Zuerst durch die Prinses-Margrietsluis, dann sind wir ein Stück durchs Fahrwasser in Richtung Industriehafen motort und durch die Lemstersluis ins Stadtgebiet von Lemmer gefahren. Bei bestem Wetter war eine Menge Betrieb im Ort, wir wollten uns das Treiben in aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee von Land aus ansehen. Nach kurzem Suchen haben wir eine Stelle zum Festmachen gefunden. Leo hat die SY „Vidare“ souverän angelegt. Auf dem Rückweg zum Hafen durften wir an einer Brücke nochmals, mehr oder weniger freiwillig, Aufstoppen und längsseits Festmachen üben. Inzwischen waren wir schon etwas spät dran. Zurück im Hafen haben wir fix unsere persönlichen Sachen zusammengepackt, noch schnell etwas gemeinsam gegessen und den restlichen Proviant aufgeteilt. Dann ging´s schon wieder in Richtung Heimat.

Es war ein tolles Wochenende. Wir hatten eine Menge Spaß und haben viel gelernt. Das Ganze gibt es auch noch zu einem wirklich günstigen Preis. Ich werde ganz bestimmt wieder teilnehmen! Zum Abschluss nochmals herzlichen Dank an Beate für die Organisation und an alle Skipper für die Geduld und die Bereitschaft, Wissen und Erfahrungsschatz zu teilen!

Thorsten N.

Optis und ILCAs 2024 wieder auf dem IJsselmeer unterwegs

Wir stehen auf der Mole vom Yachthafen Andijk. Laut ertönt vom Wasser her ein Pfiff aus einer Trillerpfeife. Gute 10 bis 15 Sekunden später ein weiterer. Und noch einer. Bei einem Blick raus auf das aufgeschäumte IJsselmeer tanzen die Optis und ILCAs durch Wind und Welle und fahren bei jedem Pfiff zeitgleich eine Wende. Es sieht fast so aus, als folgten sie einer Choreografie. Tatsächlich trainieren die jungen Seglerinnen und Segler im Optimisten und ILCA, die Übung heißt „Wenden auf Pfiff“.

Ungewöhnlich, zu dieser Jahreszeit 45 Boote auf dem Wasser zu sehen. Wir werden gefragt, was hier los ist: hier findet bereits zum vierten Mal in Folge das zweitägige Training für Optis und ILCAs in Andijk vom Landesstützpunkt Münster statt, dieses Mal zeitgleich mit dem Training der Landesgruppe aus NRW und Niedersachsen (Team West). Die 25 Seglerinnen und Segler vom Landesstützpunkt und weitere 15 vom Team West werden von fünf Trainern in fünf Motorbooten begleitet.

Der erste Tag des Trainings gibt bereits einen guten Vorgeschmack: Es ist mit knapp 8 Grad recht kalt, es weht ein konstanter, kalter Wind um gut 4 Beaufort. Alle meistern gut die Durchfahrt aus der engen Hafenausfahrt. Bei nur geringer Welle stimmen sich alle Seglerinnen und Segler unter der Anleitung der erfahrenen Trainerinnen und Trainer Paul Beumker, George Blaschkiewitz, Sönke Hermann, Judith Maucher und Chris Möhring ein. Nach der verdienten und stärkenden Mittagspause kehren die Boote erst in der Dämmerung wieder in den Hafen zurück und freuen sich auf ein warmes Abendessen.

Am zweiten Tag des Trainings weht der Wind mit gut 17 Knoten aus Ost. Die durchziehenden Böen von bis zu 27 Knoten fordern die Segler*innen zu Konzentration, Achtsamkeit und der ständigen Bereitschaft, das Boot voll auszureiten. Die wiederum fünf Trainingsgruppen (2x ILCA und 3x Opti) schließen sich bei den herausfordernden Bedingungen zum Teil für gemeinsame Trainingseinheiten und Läufe zusammen und können so auch die hin und wieder gekenterten Boote ausreichend unterstützen.

Am Nachmittag kehren alle wieder wohlbehalten in den Hafen zurück. Nun gilt es, alles wieder zu verladen und alle 45 Boote, die 40 Seglerinnen und Segler, die fünf Trainerinnen und Trainer sowie die begleitenden und betreuenden Eltern wieder nach Hause zu bringen.

Das Fazit der Seglerinnen und Segler nach den beiden Tagen: ein anstrengendes und anspruchsvolles Training, bei dem alle wieder viel lernen konnten. Auch Trainer*innen und Organisator*innen zeigten sich zufrieden. Dank des Stützpunktkonzeptes kann ein hochwertiges, vereinsübergreifendes Training mit 25 Segler*innen angeboten werden, dieses Mal mit Mitgliedern vom RSCZ, SCM, SCE, SCSI, SCV, SKBue, YCBL und vom SHM. Das nächste Andijk-Training wird voraussichtlich im November 2024 stattfinden.

Mischka S. (Landesstützpunkt Segeln am Aasee / Segelclub Hansa Münster e.V.)

Wind und Welle – Wintertraining 2023 in Andijk am IJsselmeer

Nach der Saison ist vor der Saison – das dachten sich insgesamt 32 Opti- und ILCA-Segler*innen aus NRW und Niedersachsen und folgten vom 17. bis zum 19. November dem Winter-Trainingsangebot des Landesstützpunkts Aasee nach Andijk ans IJsselmeer.

Dort fanden sie beste Bedingungen vor. Viel Wind sowie eine ordentliche Welle, und das gleich an beiden Trainingstagen! Los ging es schon am Freitagabend, ein ganzer Tross von Autos und Hängern bevölkerte den bereits winterfesten Jachthaven Andijk. Nach und nach nahmen die Optis und ILCAs (früher: Laser) sämtliche Lücken zwischen den Wintertrailern der Yachten ein und bereiteten ihre Boote für den Trainingsstart am Samstag vor. Geschlafen wurde im nahegelegenen Ferienpark IJsselhof, dort gab es auch abends ein erstes gemeinsames Abendessen und ein „Get together“ der drei verschiedenen Trainingsgruppen.

Der erste Trainingstag begann für die jungen Segler*innen mit einer Dusche von oben. In strömendem Regen und bei üsseligen 5 Grad Lufttemperatur ging es zur ersten Einheit aufs Wasser. Dort blies es mit 22 Knoten im Mittel schon ordentlich. Tapfer kämpften sich die Schützlinge von Opti-Trainer Paul Beumker, Opti-Trainerin Lena Voigt und ILCA-Coach Christoph Möhring durch Startübungen, Läufe sowie Wellentraining auf Kreuz und Vorwind. Nachmittags frischte es noch weiter auf, bis zu 35 Knoten erreichte der Wind. Das sorgte dafür, dass vor allem die leichteren und jüngeren Optikids Theorieprogramm absolvierten, während sich die Größeren und die ILCAs in einer kurzen Wassereinheit nochmal Wind und Welle stellten.

Am zweiten Trainingstag wurden die 32 jungen Segler*innen von der Sonne begrüßt, der Wind hatte sich allerdings noch nicht verabschiedet – im Gegenteil! Zunächst wartete das Trainerteam noch ab, die morgendlichen 36 Knoten sollten sich noch ein wenig auf 27 bis 30 Knoten abschwächen. An Land wurde nochmals Material gecheckt und wild getrimmt, in der Gewissheit, dass der Wind draußen keine Gnade kennen wird.

Und das schon im Hafen, wie sich herausstellte. Bei 30 Knoten ging es raus. Einige Optis schafften nicht mal die knackige Kreuz durch das schmale Hafenbecken, die den jüngsten Segler*innen einen schnellen Wechsel von Wenden und Ausreiten auf engstem Raum abverlangte. Die, die es bis vor die Mole schafften, hörte man dann nur noch laut jauchzen und kreischen – vor Freude! Paul Beumker und Lena Voigt legten ein Dreieck aus, das ihre Schützlinge absolvieren sollten. Die probierten sich bei diesen harten Bedingungen aus und flogen regelrecht über das IJsselmeer. Auch die 13 ILCA-Segler*innen jubelten und nutzen den Wind für ein effektives Windtraining und eine sehenswerte Fotosession.

Nach 2,5 Stunden hatten dann auch die Letzten ihre Kräfte aufgebraucht und kamen abgekämpft, aber sehr happy in den Hafen: „Der Wind war einfach der Knaller. Das hat so einen Spaß gemacht, wir sind echt abgehoben auf dem Wasser.“, resümierten Carl-Anton Stollner (SHM) und Leichtgewicht Marleen Vogel (SHM), die mit ihren 27 Kilo nur so über die Wellen flog: „Ich liebe den Wind da draußen! Ich hätte nie gedacht, dass ich das durchhalte. Aber ich glaub‘, ich kann an den nächsten Tagen nicht so gut laufen. Ich hab‘ jetzt schon Muskelkater.“

Der besondere Dank des Landesstützpunkts Aasee gilt – neben dem Trainerteam Christoph Möhring, Paul Beumker und Lena Voigt – den betreuenden und unterstützenden Eltern vor Ort sowie dem SVNRW, der uns für das Training eines seiner Motorboote zur Verfügung gestellt hat. Ohne die Hilfe, die Leihgabe und die Unterstützung von Mobo-Koordinator Christoph Vogelsang wäre es nicht möglich gewesen, ein qualifiziertes Training für so viele junge Nachwuchssegler*innen anzubieten. Herzlichen Dank!

Alexandra Vogel
Landesstützpunkt Segeln am Aasee

Fahrtensegeln: Infos & Anmeldungen für 2024

Noch hat die Veranstaltng nicht begonnen, es kommen noch Einige!

Wow, was iss’n hier los?
Mitgliederversammlung?
– könnten Unbeteiligte gedacht haben, wenn sie am 26.10.2023 in den großen Clubraum geschaut hätten.
In der Spitze knapp 60 Anwesende konnte ich zählen.
Die sogenannte „Kick-Off“ Veranstaltung, zu der unser Fahrtenseglerobmann Klaus mehrfach eingeladen hatte, war sehr gut besucht. Viele mussten stehend den kurzen Vorstellungen der einzelnen für 2024 angebotenen Veranstaltungen folgen.

Viel Applaus gab es zum Geleisteten des Obmanns, der Organisatoren und der Schiffsführer (und Co’s) der vergangenen Jahre.

Insgesamt 16 online-Anmeldelisten waren zum Termin freigeschaltet. Neben seit Jahren Bekanntem sind für das kommende Jahr Änderungen und auch Neuauflagen eingeplant. So etwa füllten sich die Listen für die Flottille „Familien/Eltern“ Ostseetraining sehr schnell. Oder: Aufgrund der Erfahrungen der letzten Herbstflottillentrainings und der Lage der Schulferien findet der Mittelmeertörn in Griechenland nunmehr 14-tägig ohne Crewwechsel statt (vollständige Liste vergleiche Törnfahrplan 2024).

Die on-line Listen zu den Anmeldungen sind mittlerweile abgechlossen.

Es steht wieder ein abwechsungsreiches Fahrtenseglerjahr bevor!

Ekkes

Bestanden haben 2023 …

Wie, bestanden? Wo bestanden und was überhaupt? Ach so, es geht um Segelscheine und -prüfungen beim SHM.

Schon am 9.9.2023 fanden auf „unserem“ Aaseeteil die praktischen Prüfungen zum Segelteil des SBF-Binnen statt. Einige Aspirant*innen haben ihre Prüfung auch nach diesem Datum abgelegt. Der SHM gratuliert zur bestandenen Prüfung:

  • Bernadette Branse-Kropp
  • Max Beckervordersandfort
  • Jens Beckmann
  • Clara Müller
  • Konstantin Seidel
  • André de Vries
  • Annamaria Deak
  • Frauke Engelhardt
  • Alexander Vogel
  • Carl Feldmann
  • Monika Helbig
  • Oliver Koen
  • Niklas Köster
  • Fabian Kubis
  • Stefan Kleine
  • Raphael Schnocks
  • Hannah Schrief
  • Christoph Unger
  • Emil Vorwerk
  • Maurice Köbbing

Zum Erfolg beigetragen haben neben den Theorieausbilder*innen auch die Praxistrainer*innen Reinhard Baum, Christian Baumgart, Henry Fock, Olaf Holler, Richard Höpper, André Kemler, Kerstin Köster, Thomas Köster, Julia Lingens, Rupert Osterhaus, Leo Schürmann, Maik Senger, Hans-Christoph Tielbaar, Petra Unterbrink und Klaus Veelker. Auch ihnen allen gebührt Dank für das Engagement.

Nur wenig später, am 14.9.2023 nämlich, ging es für mehrere Mitglieder um die SKS-Praxisprüfung. Der SKS ist die formale Voraussetzung, um eine Segelyacht anmieten zu können. Dazu hatte Prasixausbilder Walter Dorgarten bereits ab dem 11.9.2023 zum SKS-Ausbildungstörn eingeladen, wie auch dem Hansa-Kalender zu entnehmen war. Also sollte dieses Jahr das IJsselmeer mit angrenzendem Wattenmeer für einige Tage unsicher gemacht werden, hieß es. Und die Theorieausbilder*innen haben natürlich auch Ihren Anteil an dem Gesamtpaket gehabt. Vielen Dank auch an Euch!

Im Vorfeld zum SKS-Ausbildungstörn hatte ich einige SKS-Aspirant*innen auf dem Ostseetörn und dem IJsselmeer-Wochenende kennengelernt. Und ihre speziellen Fragen und Wünsche am Rande mitbekommen, aber eben nur „am Rande“.

So kam es, dass im Chatforum unseres Ostseebootes kurz nach dem (bei mir schon in Vergessenheit geratenen) Prüfungstermin die Frage einer Mitseglerin an Trainer Walter auftauchte, ob es stimmen würde, dass alle Prüflinge bestanden hätten. Darauf entspann sich folgender Chatverlauf: „Ja, sichi haben alle bestanden, habe ihnen die Patentwende und die Q-Halse dermaßen eingetrichtert, dass die Prüfer nur so begeistert waren (diverse Smileys)“. Diese Meldung wurde von einem Ostseetörn-Mitsegler dann (wahrscheinlich berechtigt) so kommentiert: „Das kann ich mir vorstellen. Die müssen jetzt bestimmt erst wieder einmal geradeaus Segeln lernen … (auch ein Smiley)“.

Wir gratulieren:

  • Richard Höpper
  • Barbara Tietz
  • Georg Romer
  • Roman Birkenstein

Und wie ein frisch gebackener SKS-Scheininhaber aussieht? Na, schaut hin.

Übrigens werden auch in diesem Winter wieder Theoriekurse für die verschiedenen Scheine vom SHM für MItglieder angeboten. Die fangen Anfang November an. Mehr erfahrt Ihr hier: https://www.segelclub-hansa.de/ausbildung/ und auf den Seiten zu den einzelnen Scheinen. Für die schnelle Information haben wir Flyer (Übersicht und zu den verschiedenen Scheinen) zum Download vorbereitet. Wir freuen uns auf Eure Fragen und zahlreichen Anmeldungen bei: (ausbildung@segelclub-hansa.de).

Text: Hans-Christoph T.
Fotos: Prüflinge, Trainer*innen, Ausbilder*innen

Super Crew, super Skipper, super Wetter 2023

So einfach könnte man unser Hafenmanöver Training in Lemmer/NL am Osterwochenende zusammenfassen.

Geplant war der Workshop zwei Wochen früher, doch eine Sturmwarnung machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Der Vercharterer Enjoy Sailing ließ kurzfristig eine Umbuchung aller sieben Boote (hauptsächlich Bavaria 37er) zu, und so wurden jetzt aus einem gemeinsamen Wochenende der 35 Teilnehmer vier individuelle neue Termine mit neuer Crewverteilung. Hier gilt vor allem Beate T. als Hauptorganisatorin und den Skippern ein großer Dank, die innerhalb von ein paar Tagen neue Termine aushandelten und die Boote und Crews neu zusammenstellten.

Zu den Vorbereitungen gehörten aber auch zwei Themenabende im Vereinshaus und ein kleiner Leinenworkshop in der Bootshalle. Konzipiert ist das Hafenmanövertraining eigentlich für SKS-Anwärter*innen oder -Absolvent*innen und angehende Hansa-Skipper*innen, um zum Start der Segelsaison das An- und Ablegen einer tonnenschweren Segelyacht unter Aufsicht eines erfahrenen Skippers zu üben und zu verfeinern.

Die Anreise meiner Crew im eigenen PKW am Karfreitag ging reibungslos vonstatten. Auch die Übernahme des Bootes gegen 17 Uhr war problemlos. Nach einer Sicherheitseinweisung durch unseren Skipper Ekkes konnten wir uns noch vor dem Abendbrot mit der NINA, einer noch durchaus gepflegten 16 Jahre alten Bavaria 37, mit dem Hafenbecken rund um Enjoy Sailing vertraut machen. Der Abend klang mit selbstgemachten Gulasch und wohltemperierten Getränken (unterstützt durch einen Heizlüfter) aus.

Am Samstag nach dem Frühstück und der Theoriebesprechung ging es endlich richtig zur Sache: alle „Pflichtübungen“ wurden abwechselnd durchexerziert; An- und Ablegen in allen Varianten in Boxen als auch seitlich am Steg mit unterschiedlichen Springleinen – etwas Wind und Sonne hatten wir auch. Anschließend ging es noch durch die Schleuse und kurz raus aufs IJsselmeer unter Segeln. Einfach nur schön.

Sonntag kam dann die Kür. Jeder durfte sich was wünschen. Und so übten wir das An- und Ablegen am Fingersteg und noch vieles mehr. Der krönende Abschluss war aber unsere Fahrt nach Lemmer hinein. Adrenalin pur für mich am Ruder unser altes Dickschiffes an der gut besuchten Uferpromenade neben einer auf Hochglanz polierten Edelyacht auf 20 Zentimeter genau rückwärts „einzuparken“. Wir hatten zwar ausreichend gefendert, wollten aber nicht dass den genauso herausgeputzten Edelyachtbesitzern der Prosecco aus der Hand oder ihr Pudel über Bord fällt.

Auch das Ausschwenken mit der Achterspring gefolgt vom Drehen auf dem Teller im sehr engem Kanal bei der Rückfahrt zum Vercharterer lief nach der ganzen Überei wie geschmiert und sorgte für wenig Aufregung oder Aufsehen unter den Schaulustigen. Kein freies Hafenkino der Hansa Crew.

Der Tag klang mit einer Nachbesprechung in unserer Heimatbox aus, besser und schöner hätte es nicht laufen können: Boot, Crew und Skipper sind heil geblieben und alle hatten eine lehrreiche und tolle Zeit.

Fritz

Auf zum Ijsselmeer! Es ruft die Pinta Opti Trophy 2022

Schon am Montag vor der Regatta machte sich unter uns Seglern Vorfreude breit. Nach dem Training wurde für die Landesjüngstenmeisterschaft NRW für Opti A und B gepackt. Allerdings gestaltete es sich schwieriger als gedacht. Die acht Optis auf die Trailer zu verladen, ging noch leicht, aber alles Zubehör in die Kisten zu bekommen, war zwar etwas schwierig, aber möglich. Lediglich drei Slipwagenräder mussten die gut 290 km lange Reise im Kofferraum antreten.

Damit wir mit Paul schon am Freitag ein Vortraining vor Ort machen konnten, haben wir – Finn, Niklas, Carl-Anton, Johannes, Max, Lia und ich – uns schon am Donnerstag auf den Weg nach Medemblik am IJsselmeer gemacht. Vor Ort angekommen, wurden noch am Donnerstag die Boote abgeladen und das Mobo zu Wasser gelassen.

Dann hieß es: Morgen 10 Uhr segelfertig an der Sliprampe zur Vorbesprechung. Bei sehr gutem Wind und Schauern auf dem Wasser haben wir dann gemeinsam mit Paul das Revier erobert. Der ungewohnt starke Wind, die Welle und ab und zu starke Schauer machten das Training anstrengend, aber auch richtig cool. Während der Mittagspause haben wir uns u.a. mit einer heißen Chocomel mit Sahne wieder aufgewärmt und sind dann zu einer weiteren Trainingseinheit aufs Wasser gegangen.

Am nächsten Tag ging’s dann zur Regatta aufs Wasser. Bei zunehmendem Wind und stärker werdender Welle haben wir gleich am ersten Tag vier der angesagten sechs Wettfahrten geschafft. Auch wenn das für fast alle die bisher größte Regatta gewesen ist (94 gestartete Optis in A und B) und für manche sogar die erste Optiregatta überhaupt, ist keiner von uns Letzter geworden. Am Ende des Tages lagen Max auf Platz 4, Johannes auf 12, ich auf 19, Carl-Anton auf 23, Finn 25 und Lia auf Platz 30. Benita, die am Samstag zu uns kam und in A gestartet ist, landete auf Platz 47. Sie war damit die beste Umsteigerin in A in diesem Jahr.

Leider fand bei traumhafter Sonne, aber null Wind am Sonntag kein Lauf mehr statt. Stattdessen haben wir an der Regattabahn auf dem Wasser am Mobo gelegen und sind sogar schwimmen gegangen. Um 12 Uhr hatte die Wettfahrtleitung nach drei Stunden auf dem Wasser ohne Lauf ein Einsehen und beendete die Regatta vorzeitig.

Es waren drei ganz tolle Tage mit vielen netten Seglern, einem tollen Revier und super Wind. Vielen Dank an Paul für die Betreuung auf dem Wasser und auch an die Eltern, welche uns nach Medemblik gefahren und uns vor Ort unterstützt haben.

Mattis

Großer Törnvorstellungsabend für 2019

Das jährliche Vortreffen für die gesamten Dickschiff Vereinsveranstaltungen war dieses Mal (20.11.) so gut besucht, wie noch nie, obwohl nicht wenige der üblichen Teilnehmer, die dieses Mal verhindert waren, oder sich anderweitig um ihre Teilnahme bewerben/beworben haben, noch fehlten.
Neben den regulären Sitzplätzen im Clubraum waren die Polstermöbel, die Thekenhocker sowie die Holztritte vor der Fensterseite vollständig besetzt und viele interessierte Teilnehmer mussten dennoch stehen.
Für 2019 sind erneut sieben Dickschiff bzw. eine Kieljollen-Trainingsveranstaltungen im Angebot des Clubs und entsprechend dauerten die Eintragungen in die umlaufenden Teilnehmerlisten nach Vorstellungen der einzelnen Veranstaltungen durch die Hauptorganisatoren unter Moderation des Fahrtenseglerobmann auch eine ganze Weile.

kein Platz mehr frei im Clubraum ..
  • Hafenmanöver
  • Seenotrettungsübung
  • „Astrotörn “ mit Rumregatta
  • Segelfreizeit Heeg mit Polyvalken
  • J70 Training
  • Distanztörn
  • Ostseeflottille
  • Flottille Mittelmeer

Genaueres siehe auch Fahrtensegeln/Toernfahrplan/

Von der Teilnehmerzahl her größte Veranstaltung ist das Mittelmeertraining; für 2019 ist Sardinien in der Planung.
Die Flottille Ostseetraining wird von Heiligenhafen aus starten.
Das Interesse am Hafenmanövertraining in einem Hafen am IJsselmeeres sprengt den Rekord des letzten Jahres bei weitem.
Der zweiwöchige Distanztörn „die kleine 8“ – auch ausgehend Heiligenhafen – hat als Nordziel Breite Göteburg / Skagen.
Für das Trainingcamp J70 in Monikendamm haben sich wieder sehr viele eingetragen, die Warteliste ist geöffnet (oder es wird umdisponiert), und für die Seenotrettungsübung gibt es auch schon eine vollständige Teilnehmerzahl, obwohl der Termin nicht einmal feststeht.
An dem Abend verhinderte Nachzügler sind dringend gehalten, sich umgehend beim Fahrtenseglerobmann zu melden, damit die Planungen weiter gehen können und keine allzu großen Enttäuschungen entstehen können, weil keine Plätze mehr verfügbar sind.

Flottille IJsselmeer 2018

Gruppenbild mit Orca

Mehr als 30 Seglerinnen und Segler nahmen auf mehreren Eigner- und Charterschiffen vom 31.8 bis zum 2.9. 2018 teil am Törn von Lemmer nach Urk und zurück. Start war am Freitagnachmittag mit der Übernahme der Charterschiffe und dem Eintreffen der Eigneryachten bei Enjoy Sailing in Lemmer. Am Abend gab es abschließend im Restaurant über der Charterfirma eine kleine Willkommensrede bei heißem Büffet und kaltem Bier.

Am nächsten Morgen wurden die Skipper der einzelnen Yachten zu einer Besprechung geladen von der sie mit einer leeren Flasche und einem Aufgabenblatt zurück kamen, die jede Crew auf dem Weg nach Urk zu erfüllen hatte: eine bestimmte GPS-Position anfahren, ein Ankermanöver durchführen und an dieser Stelle eine Wasserprobe entnehmen.

Nachdem alle Boote diese Position genau, also fast genau, so ziemlich ungefähr angefahren und auch den Rest der Aufgabe gewissenhaft erfüllt hatten, ging es weiter nach Urk. Allerdings meist nur unter Motor, es standen zwar entlang der gesamten Route am und im Wasser Windräder, sie hatten aber wohl einen schlechten Tag, es herrschte fast durchweg Flaute.

Als alle in Urk angekommen waren und sicher festgemacht hatten, wurde zum abendlichen Grillen geladen und bei Wein und Bier Klönschnack gehalten. Sobald es dunkel geworden war, wurde auf einem der Boote das Groß hochgezogen, und mittels Beamer wurden Fotos und kleine Videos auf die „Leinwand“ geworfen, was nicht nur für Heiterkeit bei den Teilnehmern sorgte sondern auch bei den Zaungästen im Hafen.

Anschließend wurden die Resultate der unterwegs zu lösenden Aufgaben bewertet, inklusive einer Geschmacksprobe der entnommenen Wasserproben. Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob die Geschmacksprobe seitens der Jury auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit durchgeführt wurde, zum einen fand sie hinter verschlossenen Luken statt, zum anderen ging es der Jury meines Erachtens anschließend zu gut. Wer jetzt letztendlich den 1. Platz gemacht hat, entzieht sich meiner Kenntnis, es schienen mir auf jeden Fall zu wenige zu sein, es hätten mehrere den Sieg verdient gehabt.

Nachdem es dann im Laufe des Abends kühler geworden war und auch die Grills keine Wärme mehr spenden wollten, zogen sich alle auf die Boote zur Nachtruhe zurück.

Am Sonntag morgen ging es dann für die Charterschiffe zurück nach Lemmer, während die Eigneryachten ihre jeweiligen Heimathäfen anliefen. Die Windräder waren etwas motivierter als am Tage zuvor, es herrschte eine leichte Brise, und mit gemütlichem „Kaffeesegeln“ ging es nach Lemmer. Nachdem die Boote wieder an den Vercharterer zurückgegeben wurden, ging ein trotz wenig Wind schönes Wochenende zu Ende.

(Hans)

Gruppenbild mit Dosenbier

J70 Training Monnickendam 2018

Am Mittwoch den 30. Mai machten Susann, Petra, Stefie und ich uns am frühen Abend im Wohnmobil auf den Weg nach Monnickendam. Schon auf der Fahrt wurde fleißig über die Lernzettel mit Manöverabläufen und die bereits angeschauten YouTube Videos diskutiert. Irgendwann kam die Frage auf, was man bei 25 Grad, Sonne und zwei Windstärken auf einer J70 so anzieht. Nach kurzer Diskussion ergab sich dann, dass eine kurze Hose mit Pulli bestimmt die richtige Wahl ist.

Auf dem Campingplatz Waterland in Monnickendam angekommen, war das Wohnmobil, auch liebevoll Frauenhaus genannt, schnell platziert und es wurde mit der gesamten Gruppe unter Christians großem Pavillon gemeinsam zu Abend gegessen.

Der Donnerstag begann für fast die Hälfte der Segler mit einer Sporteinheit um 7 Uhr inklusive eines Sonnengrußes, angeleitet durch Lena. Gemeinsam wurde am Wasser zusammen der Tag begonnen und mit einem darauffolgenden leckeren Frühstück und frischen Brötchen hatten alle einen guten Start in den Tag. Es folgte eine kurze Besprechung der Tages- und Segelplanung, mit der Nachricht, dass über den Tag hinweg ein paar Gewitterfronten aufziehen werden. Damit war die am Tag zuvor überlegte „25 Grad Schönwetter-Kleidung“ auch eher hinfällig und alle packten vorsichtshalber die Ölzeughose mit ein. So bereiteten sich alle 21 Segler für die erste Segeleinheit vor. Vier Crews machten sich auf den Weg zu den J70 Booten, während eine Crew die SB3 aufbaute und Dirk und Tanja den 470er zum Segeln fertig machten.

Kaum waren alle mit ihren Booten auf dem Wasser kam die Funkdurchsage von Lena, dass alle sofort nach Marken segeln sollten, da gerade das Gewitter kommt. Gesagt, getan, und 10 Minuten, nachdem alle im Hafen waren, begann es zu regnen, gewittern und stürmen. Letzteres hatte sich auch leider nicht mehr wirklich beruhigt und so wurde der erste Segeltag direkt zum Abenteuer. Nach dreistündiger Wartezeit und langem Überlegen, wie man mit einem eher schwachen Motor bei 5 Windstärken auflandig wohl am besten den Hafen durch die schmale Ausfahrt verlässt, machten sich die ersten auf den Weg zurück aufs Marker Meer. Nach und nach folgten die anderen Schiffe. Nach knapp 30 Minuten waren dann alle unter vollen Segeln und dem gesamten Gewicht auf der Kante heile aus dem Hafen gekommen. Wie immer gegen Abend beruhigte sich der Wind immer weiter und wir konnten bis in die Abendstunden segeln und am Ende sogar auch noch einmal die ersten Gennakerversuche starten.

Die Windverhältnisse änderten sich die nächsten Tage nur geringfügig und wir hatten jeden Tag mit 4 bis teilweise 5 Windstärken zu kämpfen. Dementsprechend wurde auch die Beteiligung am Frühsport immer weniger, und am Samstag lagen um 7 noch alle in ihren Betten.

Über die Tage haben wir auf dem Wasser trotz des viele Windes sowohl an Technik- als auch an Taktikkenntnissen gearbeitet und konnten einige Übungen unter Anleitung von Lena durchführen. Durch die neuen Segel konnte die SB3 deutlich besser mit den J70 Booten mithalten und auch der 470er hat sich bei viel Wind nicht unterkriegen lassen.

Beim gemeinsamen Abendessen wurden täglich die wichtigsten Ereignisse noch einmal diskutiert und einige Fragen geklärt. Bis auf die Schranke, die Kerstin auf dem Weg zum Hafen auf den Kopf gefallen ist, eine Beule hinterließ und auf dem Rückweg nicht mehr vorhanden war, ging nichts zu Bruch und alle kamen heile wieder nach Hause.

(Anika)

Skippertraining Hafenmanöver

Am 13.4.2018 war es endlich soweit, mein (Klaus G.) erster Törn mit dem SHM sollte mich und meine Mitsegler auf die höheren Weihen des Skippers vorbereiten. Um es vorwegzunehmen, bis dahin ist es – zumindest für mich – noch ein gewisser Weg.
Beate hatte den Vorschlag für diesen Törn gemacht und damit begründet, dass die Praxis des An- und Ablegens im Regelfall bei der Ausbildung zum SKS zu kurz kommt und die meisten der erfolgreichen SKS-Neulinge nicht wirklich von sich behaupten können, in dieser Disziplin mit Bravour vor dem Hafenpublikum zu bestehen. Also am besten in der Vorsaison in leeren Häfen mal üben. Soweit die Theorie. „Skippertraining Hafenmanöver“ weiterlesen

Landesjüngstenmeisterschaft in Medemblik „pinta Opti-Trophy“ / LJüM A + B

Am Wochenende 26./27. 9. kämpften die eisernen Optimistensegler des SHM am IJsselmeer in den Fluten vor Medemblik. Gut vorbereitet, aber mit dem größten Respekt ging es am Samstagmorgen gegen 11 Uhr auf’s Wasser.
LJüMLeider ließ der Wind zu wünschen übrig und setzte erst gegen 14 Uhr ein. Anschließend konnten aber drei gute Läufe gesegelt werden. Die Welle war sehr typisch für das IJsselmeer, schön unregelmäßig und mit ordentlichem Schwung, was unsere Segler vom Aasee so gar nicht gewohnt waren. Alle hielten durch und manch einer konnte sich stetig verbessern.
Nach circa 8 Stunden zurück im Hafen gab es am Abend Essen vom Veranstalter und einen Filmabend. Völlig erschöpft fielen alle abends ins Bett, denn Sonntag war das nächste Treffen wieder für halb neun angesetzt. Diesmal wurde mit ausreichend Wind um 11 Uhr gestartet. Dabei pendelte der Wind zwischen 1 und 2 Beaufort. Gegen Nachmittag setzte dann nochmal etwas mehr Wind (3-4 Beaufort) ein und jetzt wurde manch ein SHM-Segler wach und ersegelte den besten Platz der ganzen Regattaserie.
LJüM 2015 Endergebnis nach 6 anstrengenden und langen Wettfahrten waren folgende:
Gewonnen hat Florian Rachmann vor Sven Gregor und Marie Halle. Die SHM Segler sind auf den folgen Plätzen zu finden: 52. Jesse Heiny, 53. Linus Heiny, 54. Merle Wiebe, 62. Justus Hendricks, 64. Lean Hohenlöchter, 68. Lasse Triebel. Ole Kuphal segelte hier seine erste A-Regatta und konnte mit einem 30 Platz (von 31.) gut mit den anderen erfahrenen Segler mithalten. (Lena)

Seeseglertreffen 2012

Was soll man sich darunter vorstellen? Ich war zwar schon mal bei der Segelfreizeit Heeg mit, hatte aber keine Ahnung, was mich jetzt wohl erwartete.
Nach Aussagen früherer Mitsegler war es diesmal ein kleine Gruppe – drei Eignerboote („Leonie“, „leaf lyts Famke“ und „Marlin“) und ein Charterboot („Waterpassie“) – die sich auf den Weg machte.
Wir, das Charterboot, traf sich nach einem schönen Wellenritt auf dem IJsselmeer mit 6 Beaufort von Stavoren aus abends mit der „Leonie“ und „leaf lyts Famke“ im Hafen Iselmar in Lemmer.
Dann, am Samstag, nach einem ausgiebigen Frühstück, erlebten wir ein spannendes Schleusenmanöver, das uns erst nach ca. eineinhalb Stunden in das IJsselmeer beförderte. Dort trafen wir dann auch auf das vierte Schiff der Flotte, die „Marlin“.
Endlich beisammen, erhielten alle Boote überraschender Weise Aufgaben, die es auf unserem Törn zum anvisierten Ziel Enkhuizen zu erarbeiten galt. Neben reichlichen Navigationsaufgaben war auch das Wissen über Tonnen und ihre Bedeutungen und andere allgemeine Seefahrtsfragen aufs Papier zu bringen. Eine echte Herausforderung für die gesamte Mannschaft, die aber den Spaß am Segeln erhöhte.
Leider hatten wir auf der gesamten Strecke nach Enkhuizen den Wind gegen an, so dass sich die geplante Ankunft verzögerte, aber schließlich, gemütlich im Päckchen vertäut, machten sich alle auf zum Stadtgang.
Beim gemeinsamen Essen im Restaurant, wo die Wartezeit mit einem weiteren Segel-Quiz verkürzt wurde, konnte zwar noch kein Tagessieger bestimmt werden, weil sich die Auswertung der Navigationsaufgaben als sehr umfangreich erwies. Aber wofür auch so dringend einen Sieger ermitteln, wo wir doch eigentlich alle gewonnen haben, an Erfahrungen, Miteinander und viel Spaß? (Barbara)